[
 {
  "id": "azi-dahaka",
  "name": "Aži Dahāka",
  "names": {
   "avestan": "𐬀𐬰𐬌 𐬛𐬀𐬵𐬁𐬐𐬀 (Aži Dahāka)",
   "persian": "اژی دهاک (Ažī Dahāk)",
   "other": "ضحاک (Żaḥḥāk); اژدهاک (Aždahāk)"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Avestische Drachenfigur; die spätere menschliche Gestalt Zahhāk/Zahhak im Schāhnāme ist eine verwandte, aber getrennt zu behandelnde Überlieferung.",
  "time_note": "Jungavestische Überlieferung; später in mittelpersischen Texten weiterentwickelt",
  "summary": "Aži Dahāka ist der dreiköpfige, sechssäugige Unhold und Drache der avestischen Kosmologie. Er verkörpert zerstörerische Schlangenmacht und darf nicht mit der menschlichen Schāhnāme-Figur Zahhak gleichgesetzt werden.",
  "description": "Aži Dahāka, avestisch Aži Dahāka und mittelpersisch Dahāg, ist in der zoroastrischen Überlieferung der bedeutendste der großen Aži, also der Schlangen- oder Drachenwesen. Sein Name bezeichnet zunächst ein kosmisches Ungeheuer, nicht den tyrannischen Menschenkönig der späteren persischen Epik. Die avestische Figur gehört in die Ordnung des zerstörerischen Gegenprinzips zu den guten Schöpfungskräften.\n\nDie Avesta beschreibt ihn als Wesen mit drei Köpfen, drei Mäulern und sechs Augen; zugleich besitzt er menschliche Klugheit, List und Willen. Er ist daher kein gewöhnliches Tier, sondern ein dämonischer Gegner mit übermenschlicher Körperlichkeit. Spätere mittelpersische Texte steigern ihn zum Inbegriff von Sünde und böser Beratung.\n\nDie Schāhnāme-Überlieferung formt aus dem Namen die Figur Zahhāk mit Schlangen an den Schultern. Diese Rezeption ist für das Kompendium wichtig, darf aber nicht die avestische Drachenfigur rückwirkend zum bloßen Menschen machen. Aži Dahāka funktioniert als Urbild des gefesselten oder wiederkehrenden Drachen, während Zahhak einen eigenen Eintrag verdient.",
  "appearance": "Dreiköpfiger Drache oder Schlangenunhold mit drei Mäulern und sechs Augen. In späterer iranischer Bild- und Erzähltradition können aus den Schlangenzügen Schulter- oder Schlangenwesen der Zahhak-Gestalt werden.",
  "powers": "Übermenschliche Stärke, List und dämonische Verderbnismacht. Als RPG-Schwächen bieten sich heilige Schutzrituale, Bindung an einen kosmischen Bann und ein heroischer Drachentöter an; die konkrete Verwundbarkeit ist traditionsabhängig.",
  "rpg_hooks": "Ein Bannstein im Zagros verliert seine Wirkung, während ein dreifacher Schatten aus einer Höhle dringt. Die Gruppe muss unterscheiden, ob sie den alten Drachen bekämpft oder nur eine lokale Zahhak-Legende verfolgt.",
  "locations": [],
  "related": [
   "zahhak",
   "div",
   "gandarewa"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Aždahā",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/azdaha/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachquelle zum avestischen Aži Dahāka; Cloudflare-Zugriff bei der Recherche eingeschränkt."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: AŽDAHĀ i. In Old and Middle Iranian",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/azdaha/azdaha-i-in-old-and-middle-iranian/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Einordnung der Drachen- und Schlangennamen in alt- und mitteliranischen Sprachen."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Aži Dahāka",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Azhi_Dahaka",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick mit Trennung von avestischer Drachenfigur und Zahhak im Schāhnāme."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: ضحاک (Aži Dahāka / Żaḥḥāk)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/ضحاک",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Die Darstellung verbindet die awestische Gestalt mit der späteren Schāhnāme-Figur und muss entsprechend quellenkritisch gelesen werden."
   },
   {
    "title": "ضحاک | دائرةالمعارف بزرگ اسلامی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/247387/ضحاک",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachiger enzyklopädischer Fachartikel des Zentrums für iranische und islamische Forschungen; ergänzende Fachquelle zur Gestalt Zahhāks."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung führt die awestische und die schāhnāmezeitliche Ebene ausdrücklich nebeneinander: In der Avesta erscheint Aži Dahāka als dreiköpfiger Drache mit drei Schnauzen und sechs Augen, der gegen Ātar, Yima und Fraētaona/Fereydun steht. In späterer persischer Erzählung wird daraus der menschliche König Zahhāk, Sohn des Mardās, mit den beiden Schlangen an den Schultern.\n\nZusätzlich berichtet die Quelle, dass Aži Dahāka der Anāhitā im Land Bawri opfert und vergeblich darum bittet, die sieben Länder menschenleer machen zu dürfen. Diese Gebets- und Opferepisode gehört zur awestischen Dämonengestalt und sollte nicht unbesehen mit der späteren Kāvā-Fereydun-Erzählung verschmolzen werden."
 },
 {
  "id": "div",
  "name": "Dīv / Dēw",
  "names": {
   "avestan": "𐬛𐬀𐬉𐬎𐬀 (daēva)",
   "persian": "دیو (Dīv)",
   "kurdish": "Dêw"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Die avestischen Daēva werden im zoroastrischen Text zu Gegenspielern; in der nach-islamischen Epik erscheinen Dīven als Riesen und Dämonen, während Dêw in Volkserzählungen weiterlebt.",
  "time_note": "Von altiranischer Religionsgeschichte über Avesta und Schāhnāme bis zur modernen Erzähltradition",
  "summary": "Dīv ist der Sammelbegriff für monströse Gegenspieler der iranischen Mythologie. Die Bedeutung wandelt sich von der religionsgeschichtlichen Daēva-Gegnerschaft über die Schāhnāme-Dīven bis zum Dêw der kurdischen und iranischen Volkserzählung.",
  "description": "Der avestische Ausdruck daēva bezeichnet in der zoroastrischen Polemik Wesen oder Kulte, die nicht verehrt werden sollen und sich gegen die gute Ordnung stellen. Die Entwicklung ist keine einfache Übersetzung von ‚Monster‘: Sie beschreibt auch einen religiösen Bedeutungswechsel, in dem ältere göttliche oder übernatürliche Mächte dämonisiert werden.\n\nIn der Schāhnāme Ferdowsīs sind Dīven meist körperlich gewaltige, bewaffnete und zauberkundige Gegner. Sie können Könige gefangen nehmen, Unwetter erzeugen, Menschen blenden oder als Wächter abgelegener Länder auftreten. Einzelne Figuren wie der Weiße Dīv und Akvān-e Dīv werden dadurch zu eigenständigen Erzählgegnern, bleiben aber Teil des größeren Dīv-Motivs.\n\nIn islamisch geprägten Erzählungen werden Dīven zusätzlich mit Dschinn, Ifriten oder Teufeln verglichen; in kurdischen und iranischen Volkserzählungen kann ein Dêw zugleich gefährlich, dumm, ortsgebunden oder sogar ambivalent sein. Für ein RPG sollte der Sammelbegriff daher verschiedene Dīv-Typen erlauben, statt jede Gestalt als denselben Dämon zu behandeln.",
  "appearance": "Typisch sind riesenhafter menschlicher Körper, Hörner, grobe Zähne, dunkle oder ungewöhnliche Haut und eine kriegerische Ausrüstung. Lokale Erzählungen variieren stark; ein Dêw kann auch als hässlicher, trickreicher Berg- oder Höhlenbewohner erscheinen.",
  "powers": "Körperkraft, Zauberei, Verwandlung, Albtraum- oder Wetterzauber und Herrschaft über abgelegene Stätten. Schwächen können Unwissenheit, Stolz, heilige Formeln, List oder die Bindung an einen bestimmten Berg, Schatz oder Bannkreis sein.",
  "rpg_hooks": "Ein Dorf zahlt einem Dêw Tribut, weil er einen Pass bewacht; die Gruppe entdeckt, dass er nicht der ursprüngliche Feind, sondern der Gefängniswärter eines schlimmeren Wesens ist. Als Gegnertabelle eignen sich Dīv-Krieger, Zauberer, Wächter und lokale Dêw-Gestalten.",
  "locations": [],
  "related": [
   "div-e-sepid",
   "akvan-div",
   "pairika",
   "azi-dahaka"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: DAIVA, Old Iranian noun",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/daiva-old-iranian-noun/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachquelle zur altiranischen Daēva-Terminologie."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Div (mythology)",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Div_(mythology)",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zur Entwicklung von Daēva über Schāhnāme-Dīv bis zu späteren Dämonenvorstellungen."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردی: Dêw",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Dêw",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi; Wikipedia-Überblick, die Seite ist kurz und nur schwach belegt. Sie dokumentiert jedoch kurdische Terminologie und Folklormotive."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردی: Dêw (mîtolojî)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Dêw_(mîtolojî)",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi; Überblicksartikel ohne belastbaren Fachapparat, daher nur als Beleg für kurdische Benennungen und lokale Motivbeschreibung verwendet."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschischen Seiten belegen Dêw ausdrücklich als kurdische Bezeichnung neben dem persischen Dīv und ordnen ihn in der kurdischen Folklore als Berg- und Höhlenwesen ein. Anders als eine rein dämonische Gleichsetzung lässt die Darstellung auch gelegentliche Hilfe für Menschen zu; zugleich gehören Zauberei und nächtliche Wildheit zum Motiv.\n\nDie kurdische Wikipedia unterscheidet außerdem zwischen einer allgemeinen, teils positiven Kategorie von Dêw und der heute meist negativen Alltagsbedeutung. Der Artikel nennt neben Dêw auch „cin“ und „gurdek“ als kurdische Benennungen bzw. Vergleichsbegriffe; die Angaben sind wegen der fehlenden Fachbelege vorsichtig zu lesen."
 },
 {
  "id": "div-e-sepid",
  "name": "Dīv-e Sepīd",
  "names": {
   "persian": "دیو سپید (Dīv-e Sepīd)",
   "other": "دیو سفید (Dīv-e Sefīd); ارندو (Arandū)"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die erhaltene Gestalt stammt aus der nach-islamisch überlieferten Schāhnāme Ferdowsīs; sie verarbeitet ältere iranische Dämonen- und Nordlandmotive.",
  "time_note": "Schāhnāme, um 1010 n. Chr.",
  "summary": "Der Dīv-e Sepīd ist der weiße Dämonenfürst von Māzandarān und einer der gefährlichsten Gegner Rostams. Er besiegt ein iranisches Heer durch Magie, blendet seine Gefangenen und wird im Siebenkampf bezwungen.",
  "description": "Dīv-e Sepīd, wörtlich ‚Weißer Dīv‘, herrscht in der Schāhnāme über die Dīven von Māzandarān. Als Kay Kāvus und sein Heer in das Dämonenland geraten, entfesselt der Dīv einen zerstörerischen Sturm aus Hagel, Felsbrocken und entwurzelten Baumstämmen. Der König, seine Heerführer und die Kämpfer werden gefangen genommen und geblendet.\n\nRostam erreicht Māzandarān in der Folge seiner Sieben Prüfungen. Der Kampf gegen den Weißen Dīv verbindet rohe Körperkraft mit Magie und Dunkelheit: Rostam muss den Gegner in dessen Höhle stellen und nutzt nach dem Sieg dessen Herzblut, um die erblindeten Gefangenen zu heilen. In Bilddarstellungen trägt Rostam mitunter den Kopf des Dīv wie einen Helm.\n\nDie Farbe ‚weiß‘ ist nicht als moralische Reinheit zu lesen. In der Forschung wurde die Figur unter anderem mit nördlichen Gegnern, Māzandarān und Vorstellungen von fremden oder blassen Waldmenschen verbunden; diese Deutungen sind Interpretationen, keine eindeutige Binnen-Erklärung des Epos.",
  "appearance": "Riesiger weißer Dīv mit außergewöhnlicher Stärke; Darstellungen geben ihm ein monströses Gesicht, gewaltige Gliedmaßen und oft eine Höhle oder Festung als Umgebung.",
  "powers": "Beschwört Unwetter und schleudert Fels und Holz, beherrscht Zauberei und Gefangenschaftsmagie. Sein Blut beziehungsweise Herzblut besitzt in der Schāhnāme eine heilende Funktion für die Blendung seiner Opfer; als Schwäche bietet sich die Abhängigkeit von seiner Höhle und seiner Überheblichkeit an.",
  "rpg_hooks": "Die Gefangenen eines Bergpasses erwachen blind, während ein weißer Sturm die Straßen abschneidet. Für das Heilmittel braucht die Gruppe Blut aus der Höhle des Dīv; alternativ kann sie prüfen, ob der vermeintliche Dämon ein verfeindeter nördlicher Clanführer ist.",
  "locations": [],
  "related": [
   "div",
   "akvan-div",
   "rostam",
   "zal"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Div-e Sepid",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Div-e_Sepid",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Zusammenfassung der Episode um Kay Kāvus und Rostams Sieben Prüfungen."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: ŠĀH-NĀMA",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/shahnameh/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachlicher Rahmen zur Überlieferung und Komposition des Schāhnāme."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: دیو سپید (Dīv-e Sepīd)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/دیو_سپید",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Bezieht neben der Schāhnāme auch die Kūš-nāma-Überlieferung ein."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle nennt neben Dīv-e Sepīd auch die Variante Arandū und ordnet ihn als Herrscher der Dämonen von Māzandarān ein. In der Schāhnāme-Fassung hält er Kay Kāvus und sein Heer in einer Höhle gefangen; Rostam weckt ihn aus Gründen der Ritterlichkeit und fertigt aus seinem Schädel einen Helm.\n\nAls zusätzliche Heilvorstellung wird überliefert, dass Ärzte das Herzblut und das Gehirn des Dīvs als Mittel gegen die Blindheit Kay Kāvus’ und seiner Gefährten benötigen. Die Kūš-nāma-Fassung stellt außerdem Senjeh und Arandū als Vorgeschichte des Kriegszuges nach Māzandarān heraus."
 },
 {
  "id": "akvan-div",
  "name": "Akvān-e Dīv",
  "names": {
   "persian": "اکوان دیو (Akvān-e Dīv)",
   "other": "اکوان (Akvān); اکومن/اکومان (Akoman; umstrittene Etymologie)"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Als erzählte Einzelgestalt in Ferdowsīs nach-islamisch überlieferter Schāhnāme; das Dīv-Motiv selbst ist älter.",
  "time_note": "Schāhnāme, um 1010 n. Chr.",
  "summary": "Akvān-e Dīv ist ein trickreicher Gestaltwandler, der Rostam mit scheinbaren Wahlmöglichkeiten quält. Er schleudert den Helden ins Meer, wird aber durch Rostams kluge Antwort und den Zweikampf besiegt.",
  "description": "Akvān-e Dīv tritt in der Schāhnāme zunächst als rätselhafter Störer der königlichen Ordnung auf. Er kann als Wildesel erscheinen und verwirrt dadurch die Wächter und Jäger. Als Rostam ihn stellt, legt der Dīv seine Tiergestalt ab und zeigt sich als übermächtiger, dämonischer Gegner.\n\nDer Kern der Episode ist eine verdrehte Entscheidung: Akvān bietet Rostam an, ihn entweder auf einen Berg zu schleudern, den Löwen und Wildesel fressen zu lassen oder ins Meer zu werfen. Rostam wählt absichtlich das Meer, weil der Dīv aus Trotz die entgegengesetzte Möglichkeit ausführt. So wird die Willkür des Monsters durch Heldenverstand gegen es gewendet.\n\nAkvān-e Dīv ist weniger ein kosmischer Drache als ein Prüfungsgegner, der Wahrnehmung, Sprache und Erwartung manipuliert. Für Spielzwecke eignet er sich besonders als Gegner, der Regeln scheinbar einhält, ihre Bedeutung aber durch Wortspiele und Gestaltwechsel verdreht.",
  "appearance": "Zunächst ein riesiger oder ungewöhnlicher Wildesel, danach ein gewaltiger Dīv mit dämonischer Gestalt. Der Wechsel der Form ist Teil seiner Täuschung und nicht bloß eine Verkleidung.",
  "powers": "Gestaltwandlung, enorme Körperkraft, Sprung- und Wurfgewalt sowie rhetorische Täuschung. Eine Schwäche ist seine Eitelkeit: Er will die Kontrolle über jede Entscheidung behalten und kann durch genaue Auslegung seiner eigenen Worte ausmanövriert werden.",
  "rpg_hooks": "Ein schwarzer Wildesel verwüstet Herden, doch jede Verfolgung führt an einen anderen Ort. Der Dīv bietet den Figuren eine scheinbar faire Wahl an; nur wer die Regel als Bindung gegen ihn liest, kann den Sturz in den Abgrund überleben.",
  "locations": [],
  "related": [
   "div",
   "rostam",
   "div-e-sepid"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: AKVĀN-E DĪV",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/akvan-e-div-the-demon-akvan-who-was-killed-by-rostam",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachartikel zur Akvān-Episode und ihrer Überlieferung."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Div (mythology)",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Div_(mythology)",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Enthält die bekannte Darstellung Akvāns, der Rostam ins Meer wirft."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: اکوان دیو (Akvān-e Dīv)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/اکوان_دیو",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle mit Verweisen auf persische Mythologie-Forschung und die Etymologiedebatte."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle bewahrt eine Etymologiedebatte: Einige Forscher setzen Akvān mit Akoman beziehungsweise avestisch Aka Manah, dem Dämon des schlechten Denkens, in Beziehung; andere vergleichen ihn mit einem chinesischen Winddämon. Damit ist die Namensdeutung ausdrücklich nicht gesichert.\n\nDie Episode erklärt die scheinbare Wahl Rostams als Umkehrungslist: Weil Akvān gegenteilig handelt, wählt Rostam den Berg und wird ins Meer geschleudert, wo er sich durch Schwimmen rettet. Danach schützt er sich durch das Aussprechen des Gottesnamens vor der dämonischen Magie und enthauptet Akvān."
 },
 {
  "id": "simurgh",
  "name": "Sīmurgh",
  "names": {
   "avestan": "𐬛𐬀𐬉𐬎𐬀 𐬯𐬀𐬉𐬥𐬀 (Saēna-mərəγa)",
   "persian": "سیمرغ (Sīmurgh)",
   "kurdish": "Sîmorğ"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Der Vogel reicht vom avestischen Saēna und mittelpersischen Sēnmurw über die Schāhnāme bis zu Attārs nach-islamischer Sufi-Dichtung; die Rollen sind nicht völlig identisch.",
  "time_note": "Avesta und mittelpersische Kosmologie; Schāhnāme um 1010, Attār im 12. Jahrhundert",
  "summary": "Der Sīmurgh ist der große, gütige und wissende Vogel der iranischen Überlieferung. In der Schāhnāme zieht er den ausgesetzten Zāl auf, gibt ihm eine magische Feder und hilft später bei Rostams Geburt; in späterer Sufi-Dichtung wird er zum Symbol geistiger Selbsterkenntnis.",
  "description": "Der Sīmurgh gehört zu den langlebigsten Gestalten iranischer Mythologie. Seine Vorformen werden mit dem avestischen Vogel Saēna und dem mittelpersischen Sēnmurw verbunden; die Gestalt kann kosmologische, heilende, königliche und erzählerische Funktionen übernehmen. In Kunst und Literatur erscheint er als riesiger Greifvogel, häufig mit Hundekopf, Löwenklauen oder pfauenartigen Farben.\n\nIm Schāhnāme findet Sam seinen ausgesetzten Sohn Zāl im Nest des Sīmurgh. Der Vogel hat das Kind wie ein eigenes Junges aufgezogen und übergibt ihm beim Abschied eine Feder, die verbrannt werden soll, wenn Zāl Hilfe braucht. Als Rudābehs Geburt gefährlich wird, ruft Zāl den Sīmurgh; dessen Rat ermöglicht die außergewöhnliche Geburt Rostams. Damit ist der Vogel nicht nur ein Monster oder Reittier, sondern Pflegeelternteil, Heiler und Wissensgeber der Heldenlinie.\n\nIn Attārs Konferenz der Vögel erhält der Name zusätzlich die Deutung ‚dreißig Vögel‘ und wird zum Bild einer Gemeinschaft, die im gesuchten Herrscher sich selbst erkennt. Diese spätere mystische Lesart sollte von der konkreten, handelnden Mutter- und Ratgeberfigur der Schāhnāme unterschieden werden.",
  "appearance": "Gigantischer Vogel, groß genug für einen Menschen oder in manchen Übertreibungen für größere Beute. Beschreibungen verbinden Adler- oder Geiergestalt mit Hundekopf, Löwenklauen, kupfernen beziehungsweise pfauenartigen Federn und einem menschenähnlichen Gesicht.",
  "powers": "Weisheit über viele Zeitalter, Flug und gewaltige Tragkraft, Heilwissen, Schutz vor Schlangen und eine magische Feder. Er kann als Vermittler zwischen Himmel und Erde wirken; seine Hilfe wird meist durch Respekt, ein Opfer oder das Verbrennen der Feder ausgelöst.",
  "rpg_hooks": "Eine einzelne Feder führt die Gruppe zu einem Nest im Alborz oder Zagros, doch der Sīmurgh verlangt zuerst die Rettung eines fremden Jungtiers. Eine Geburt ist bedroht, und nur die richtige Anwendung der Feder und ein altes Heilritual können Mutter und Kind retten.",
  "locations": [],
  "related": [
   "zal",
   "rostam",
   "huma",
   "chamrosh"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: SĪMORḠ",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/simorg/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachartikel zur Entwicklung von Saēna/Sēnmurw/Sīmurgh."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Simurgh",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Simurgh",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Gestalt, Kosmologie, Schāhnāme und Attār."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Zāl",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Z%C4%81l",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Zusammenfassung von Zāls Aufzucht und der Feder des Sīmurgh."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: سیمبوولە کوردییەکان",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/سیمبوولە_کوردییەکان",
    "author": "",
    "note": "Sorani; unbelegter Wikipedia-Überblick zu kurdischen Symbolen, daher nur als dokumentarischer Beleg für die kurdische Rezeption genutzt."
   }
  ],
  "regional": "Die soranische Übersicht führt سیمرغ (Sîmorğ/Simurgh) ausdrücklich als mythisches Symbol und als Element der kurdischen Folklore. Im selben Artikel erscheint außerdem Şabaz als mythischer Vogel und wichtiges Symbol bei den Yarsan; die Seite setzt Şabaz jedoch nicht mit dem Simurgh gleich, weshalb beide Motive getrennt bleiben sollten."
 },
 {
  "id": "huma",
  "name": "Humā",
  "names": {
   "avestan": "𐬵𐬋𐬨𐬀𐬌𐬌𐬀 (Homāio)",
   "persian": "هما (Homā/Humā)",
   "kurdish": "Homa (Zazakî)"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Iranisches Glücks- und Königsvogelmotiv mit vorislamischen Anklängen, das in nach-islamischer persischer und sufischer Dichtung weiterlebt; nicht mit der Pflanze und Ritualgestalt Haoma/Hōm gleichsetzen.",
  "time_note": "Iranische Legenden; Weiterleben in persischer, sufischer und osmanischer Literatur",
  "summary": "Humā ist der unsichtbar hoch fliegende Paradies- und Glücksvogel der iranischen Überlieferung. Sein Schatten oder seine Berührung verheißt Glück und kann in späteren Erzählungen sogar die Königswürde anzeigen.",
  "description": "Der Humā lebt der verbreiteten Vorstellung nach ständig in der Luft und setzt sich niemals auf den Boden. Manche Varianten geben ihm überhaupt keine sichtbaren Beine. Dadurch wird er zu einem Bild für unerreichbare Höhe, Freiheit und ein Glück, das nicht erzwungen werden kann.\n\nSein Schatten gilt als segensreich; wem er zufällt, dem kann Glück, Rang oder Königsherrschaft bestimmt sein. In persischen und späteren höfischen Traditionen wurde diese Funktion auf die Legitimation von Herrschern bezogen. Der Vogel ist dabei kein gewöhnlicher Phoenix: Die Feuer- und Wiedergeburtsmotive sind spätere Varianten, nicht der notwendige Kern jeder Humā-Erzählung.\n\nIn der Sufi-Dichtung wird Humā zugleich ambivalent: In Attārs Vogelfabel weigert er sich, die Reise anzutreten, weil er seine besondere Stellung als Verleiher der Königswürde nicht verlieren will. Für die Einordnung ist deshalb zwischen dem Glücksschatten des Volksglaubens, dem höfischen Symbol und der literarischen Figur zu unterscheiden.",
  "appearance": "Ein schwer erreichbarer, oft unsichtbar hoch fliegender Vogel; Darstellungen und moderne Deutungen lehnen sich gelegentlich an den Bartgeier an. In der Kunst kann er paradiesvogel-, greif- oder pfauenähnliche Züge tragen.",
  "powers": "Glück und königliche Vorzeichen durch Schatten oder Berührung, Unfangbarkeit und dauernder Flug. Je nach Variante kommen Feuer-Wiedergeburt und androgyne Gestalt hinzu; als Schwäche eignet sich gerade die Unmöglichkeit, ihn mit Gewalt zu fangen.",
  "rpg_hooks": "Über einem umkämpften Thron zieht ein Schatten durch das Tal. Drei Parteien behaupten, der Humā habe sie erwählt; die Gruppe muss den tatsächlichen Schattenwurf prüfen, ohne den Vogel zu fangen oder durch ein gefälschtes Federzeichen einen Bürgerkrieg auszulösen.",
  "locations": [],
  "related": [
   "simurgh",
   "chamrosh"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Huma bird",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Huma_bird",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Flug, Glücksschatten, Königssymbolik und literarischen Varianten."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: HŌM",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/hom/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachquelle zum verwandten iranischen Hōm/Homa-Komplex; die Identität mit dem Humā-Glücksvogel ist nicht pauschal anzunehmen."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya: Wîkîpediya:Zazakî/Homa",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Wîkîpediya:Zazakî/Homa",
    "author": "",
    "note": "Zazakî/Kirmanckî; Sprachlernseite ohne wissenschaftlichen Quellenapparat. Sie ist als kurdischer Lexembeleg, nicht als Beleg für die gesamte Humā-Vogelüberlieferung zu lesen."
   }
  ],
  "regional": "Die zazakische Seite führt Homa auf avestisch Haoma zurück und beschreibt Homa als mythische Pflanze beziehungsweise als Saft, dessen Trinken Unsterblichkeit verleihen soll. Das ist eine wichtige kurdischsprachige Namens- und Motivspur, aber nicht dieselbe Gestalt wie der Humā-Glücksvogel; im Kompendium sollte die pflanzliche Haoma-Ebene deshalb als verwandte, nicht als identische Überlieferung behandelt werden."
 },
 {
  "id": "chamrosh",
  "name": "Čamrūš",
  "names": {
   "persian": "چمروش (Čamrūš)",
   "other": "Činamrūs; mittelpersisch Čināmrōš"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Vorislamische iranische Kosmologie, vor allem in mittelpersischen zoroastrischen Büchern bewahrt; die Textzeugnisse sind jünger als die mythische Stoffschicht.",
  "time_note": "Mittelpersische Bücher, besonders Mēnōg ī Xrad und Bundahišn",
  "summary": "Čamrūš ist ein kosmischer Wächtervogel und Beschützer der gesamten Vogelwelt. Er verteilt die Samen des Lebensbaums und greift nach der Überlieferung Fremde an, die in die iranische Welt eindringen.",
  "description": "In den mittelpersischen Büchern steht Čamrūš dem großen Sēn-Vogel, dem Vorläufer des Sīmurgh, an Rang nur wenig nach. Seine Bedeutung liegt weniger in einer individuellen Heldengeschichte als in der Aufrechterhaltung von Schöpfung und Grenze. Er ist ein Wächter, der die Ordnung des Landes und des Himmels gegen Störung abschirmt.\n\nDie kosmologische Überlieferung verbindet ihn mit dem Baum am Meer Vourukaša. Wenn die Samen reif sind, werden sie von Vögeln abgeschüttelt und durch Čamrūš’ Flügelschlag ins Wasser beziehungsweise in die Welt verteilt. So trägt er zur Vermehrung der Pflanzen und zur Erneuerung der Lebenswelt bei.\n\nEine zweite Funktion ist die Verteidigung Irans: Wenn Eindringlinge in bestimmten Abständen das Land plündern, soll ein göttlicher Bote Čamrūš auf den höchsten Berg schicken. Dort packt der Vogel die Angreifer mit seinen Klauen wie ein Vogel Körner aufpickt. Das macht ihn für ein RPG zu einem Grenzwächter, nicht zu einem beliebigen riesigen Greif.",
  "appearance": "Die spätere Beschreibung verbindet den Körper eines Hundes oder Wolfs mit Adlerkopf und Adlerflügeln. Als kosmischer Vogel darf seine Größe stark über die eines natürlichen Greifvogels hinausgehen.",
  "powers": "Samenverteilung durch Flügelschlag, Herrschaft oder Schutz über die Vogelwelt und das Ergreifen von Eindringlingen aus großer Höhe. Eine sinnvolle Grenze ist seine Bindung an den kosmischen Lebensbaum und an den Auftrag, die Schöpfungsordnung zu schützen.",
  "rpg_hooks": "Nach einem Frevel am Baum der Samen versiegen die Quellen im Zagros. Die Gruppe muss Čamrūš erreichen, bevor er eine ganze Karawane als Eindringlinge vernichtet; die Lösung ist ein wiederherzustellender Samenlauf statt eines reinen Kampfes.",
  "locations": [],
  "related": [
   "simurgh",
   "huma"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: ČAMRŪŠ",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/camrus-or-cinamrus-menog-i-xrad-chap/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachartikel zum Vogel in den mittelpersischen Büchern."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Chamrosh",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Chamrosh",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Zusammenfassung der Samen- und Wächterfunktion."
   },
   {
    "title": "Kurdish Studies World Congress: The mythical bird Sīmorḡ",
    "author": "Khanna Omarkhali",
    "note": "Kontext zu Čamrōš und Sīmurgh im zoroastrischen und kurdisch relevanten Traditionsraum. Seite nicht mehr online"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: چمروش (Čamrūš)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/چمروش",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; die Darstellung korrigiert selbst die häufige, ungenaue Zuschreibung einzelner Motive an die Avesta und verweist auf den Bundahišn."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Fassung verankert Čamrūš vor allem im Bundahišn: Alle drei Jahre sammeln sich die Anīrān auf dem Alborz, um in die iranischen Länder einzudringen; der Gott Borz Yazd lässt daraufhin Čamrūš auf den Gipfel setzen, damit er die Eindringlinge wie Körner aufpickt.\n\nAußerdem wird Čamrūš als Teil des kosmischen Samenzyklus beschrieben. Wenn der andere Vogel – in der Quelle mit dem Simurgh/Amrūš verbunden – den Allsamenbaum erschüttert, sammelt Čamrūš die herabfallenden Samen und bringt sie zum Wasser, von wo sie mit dem Regen über die Erde verteilt werden."
 },
 {
  "id": "pairika",
  "name": "Pairikā / Parī",
  "names": {
   "avestan": "𐬞𐬀𐬌𐬭𐬌𐬐𐬁 (pairikā)",
   "persian": "پری (Parī)",
   "kurdish": "Perî"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Die avestische Pairikā ist eine dämonische Verführerin; die nach-islamisch verbreitete Parī/Peri wird zunehmend schön, magisch und moralisch ambivalent, oft sogar hilfreich.",
  "time_note": "Nicht-gathische Avesta; persische Literatur seit dem Mittelalter und regionale Folklore",
  "summary": "Pairikā ist in der Avesta eine Klasse weiblicher dämonischer Wesen, die mit Verführung, Zauber und Sexualität verbunden wird. Aus ihr entwickelt sich die schön geflügelte, oft ambivalente Parī oder Perî der persischen und kurdischen Erzählwelt.",
  "description": "Das avestische Wort pairikā bezeichnet keine einzelne Heldin, sondern eine Klasse weiblicher übernatürlicher Wesen. Fachliteratur übersetzt es vorsichtig als Zauberin, Hexe oder Verführerin. Die frühe zoroastrische Perspektive bewertet diese Gestalten negativ und ordnet sie den Kräften zu, die Menschen von der guten Ordnung abbringen.\n\nIn der späteren persischen Literatur verschiebt sich die Figur deutlich. Die Parī wird schön, häufig geflügelt und mit einer eigenen Gesellschaft oder einem eigenen Land verbunden. Sie kann Menschen entführen oder bestrafen, aber ebenso als Geliebte, Helferin oder Prüfungsfigur auftreten. Ihre moralische Ambivalenz unterscheidet sie vom groben, körperlich gewalttätigen Dīv.\n\nFür kurdische und iranische Spielwelten ist es sinnvoll, Pairikā und Perî als zwei Schichten derselben Traditionslinie zu behandeln: eine avestische Dämonin als Ursprung und eine spätere Fee mit eigener Handlungsfreiheit. Die Umdeutung ist ein Beispiel dafür, wie islamische, persische und regionale Folklore ältere dämonische Kategorien neu bewertet.",
  "appearance": "Früh eine weibliche Dämonin oder Zauberin ohne festgelegte Standardgestalt; später eine außergewöhnlich schöne, oft geflügelte Frau mit übernatürlicher Kleidung und Zugang zu einer verborgenen Welt.",
  "powers": "Verführung, Zauberei, Verwandlung, Flug, Entführung und Zugang zu Parīstān oder vergleichbaren Anderswelten. Eine Pairikā kann an ein Versprechen, einen Namen, ein Kleidungsstück oder ein Tabu gebunden sein.",
  "rpg_hooks": "Eine vermeintliche Fee führt die Gruppe durch eine Schlucht und verlangt im Gegenzug die Rückgabe eines gestohlenen Namens. Erst spät zeigt sich, ob sie eine hilfreiche Perî oder eine avestisch anmutende Verführerin ist, die den Helden ihre Erinnerung entzieht.",
  "locations": [],
  "related": [
   "div",
   "simurgh"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: PAIRIKĀ",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/pairika/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachartikel zur avestischen Dämonenklasse und ihrer Bedeutungsentwicklung."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Parī",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Par%C4%AB",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zur späteren persischen, islamischen und regionalen Folklore."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: ڕۆح",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/ڕۆح",
    "author": "",
    "note": "Sorani; kurzer, nicht ausreichend belegter Wikipedia-Artikel zu Geistwesen und Volksglauben."
   }
  ],
  "regional": "Der soranische Artikel verwendet پەری (Perî) als Bezeichnung für die guten Geister und stellt ihnen دێو (Dêw) beziehungsweise درنج (Drinj) als schädliche Geister gegenüber. Das ergänzt die avestische, dämonische Pairikā-Schicht um eine kurdische Volksklassifikation, in der Perî im positiven Bereich stehen kann. Der Artikel ist nicht speziell zur Avesta verfasst und selbst nur schwach belegt; die Zuordnung ist daher keine direkte Gleichsetzung mit Pairikā."
 },
 {
  "id": "gandarewa",
  "name": "Gandarəβa",
  "names": {
   "avestan": "𐬔𐬀𐬥𐬛𐬀𐬭𐬆𐬎𐬀 (Gandarəβa)",
   "persian": "گندرو (Gandarū)",
   "other": "گندرو (Gandarwa)"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Avestisches Wasserungeheuer; spätere mittelpersische und epische Überlieferungen verbinden den Stoff mit dem Drachentöter Kərəsāspa/Garšāsp.",
  "time_note": "Jungavestische Yasht-Überlieferung; später Pahlavi-Texte",
  "summary": "Gandarəβa ist ein avestisches Wasserungeheuer, das als gewaltiger Drache oder dämonischer Seeherr beschrieben wird. Der Held Kərəsāspa, später Garšāsp, besiegt es in der erweiterten iranischen Heldentradition.",
  "description": "Gandarəβa gehört zu den großen Ungeheuern der jungavestischen Überlieferung. Die Gestalt wird in späteren Darstellungen als riesiges Wasserwesen, Drache oder wassergebundener Dämon verstanden. Sie steht damit an der Schnittstelle zwischen kosmischer Naturgewalt und dem Monster, das ein Held zur Sicherung der Weltordnung bezwingen muss.\n\nDie Avesta spielt auf Kərəsāspas Taten gegen mehrere Ungeheuer an; die späteren Pahlavi-Texte entfalten diese Episoden stärker. Gandarəβa wird in diesem Zusammenhang mit einer gewaltigen, menschen- und viehfressenden Gefahr verbunden, die Wasserwege, Küsten oder Siedlungen bedroht. Die genaue Körperform ist in den frühen Texten weniger einheitlich, als moderne Monsterbilder vermuten lassen.\n\nDer Name erinnert an den indoarischen Gandharva, doch die Funktionen sind nicht identisch. Für das Bestiarium sollte die Verbindung als sprach- und religionsgeschichtlicher Vergleich markiert werden, nicht als Beweis dafür, dass beide Wesen dieselbe Figur sind. Gandarəβa eignet sich als uraltes Wesen aus einem See, das erst durch einen benannten Helden oder ein altes Waffenritual verwundbar wird.",
  "appearance": "Gewaltiges Wasserungeheuer, in späteren Nacherzählungen ein langgestreckter Drache oder eine riesige Schlange mit dämonischen Zügen. Die frühe Textlage legt keine einzige verbindliche Illustration fest.",
  "powers": "Beherrscht oder verwüstet Gewässer, kann Schiffe, Vieh, Menschen und Gebäude bedrohen und ist durch gewöhnliche Waffen schwer zu besiegen. Ein heroischer Bann, ein Speer- oder Keulenschlag und das Herauslocken aus dem Wasser bieten sich als Schwächen an.",
  "rpg_hooks": "Im vermeintlich trockenen Bergsee verschwinden Tiere und Boote. Ein alter Text nennt Garšāsp als Bezwinger, doch das Ritual verlangt einen heutigen Nachfahren, der das Monster nicht einfach töten, sondern an einen neuen Wasserlauf binden muss.",
  "locations": [],
  "related": [
   "azi-dahaka",
   "rostam"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: AŽDAHĀ i. In Old and Middle Iranian",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/azdaha/azdaha-i-in-old-and-middle-iranian/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Verweist auf Kərəsāspas Tötung von Aži Sruuara und Gandarəβa sowie die spätere Ausarbeitung."
   },
   {
    "title": "World History Encyclopedia: Ancient Persian Gods, Heroes, and Creatures",
    "url": "https://www.worldhistory.org/article/1488/ancient-persian-gods-heroes-and-creatures---the-co/",
    "author": "World History Encyclopedia",
    "note": "Populärwissenschaftliche Zusammenfassung der Wasser- und Drachengestalt; Einzelheiten vorsichtig verwenden."
   },
   {
    "title": "بررسی پیوند میان جنبه‌های انسانی و فراطبیعی اژدهای «گندرو» | نشریه جستارهای نوین ادبی",
    "url": "https://jls.um.ac.ir/article_32973.html",
    "author": "جلال‌الدین گرگیج و فرزاد قائمی",
    "note": "Persischsprachiger Forschungsartikel der Ferdowsi-Universität Maschhad; untersucht Gandarəβa/Gandarū in Avesta, mittelpersischen Texten und islamischer Literatur."
   }
  ],
  "regional": "Der persische Forschungsartikel präzisiert Gandarəβa als Wasserdrache, den Garšāsp am Rand des Meeres Frāxkard tötet. Er verfolgt die Figur nicht nur in der Avesta und den mittelpersischen Texten, sondern auch in islamischer Literatur, wo ihre Gestalt teilweise menschliche Züge annimmt.\n\nAls Vergleichshorizont behandelt die Studie den indischen Gandharva: Dort erscheint die verwandte Figur als übernatürliches, sogar ahurisches Halbgottwesen. Die Autoren deuten die Wasserbindung und die menschliche Seite außerdem im Zusammenhang mit einem altindisch-iranischen Totem- beziehungsweise Stammesmotiv; das ist eine Forschungshypothese, keine einheitliche Überlieferung."
 },
 {
  "id": "manticore",
  "name": "Manticore / Martichora",
  "names": {
   "persian": "مردخوار (Mardḫvār/Mardkhwar)",
   "other": "Μαρτιχόρας (martikhóras)"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Die angeblich persische Herkunft ist durch den griechischen Autor Ktesias überliefert und quellenkritisch zu markieren; die europäische Bestiariengestalt entstand überwiegend durch griechisch-römische Vermittlung.",
  "time_note": "Ktesias, 5. Jahrhundert v. Chr.; Weitergabe über griechische und lateinische Naturkunde",
  "summary": "Die Manticore ist ein angeblich persisches Menschenfresserwesen mit Menschenantlitz, Löwenkörper und Skorpion- oder Stachelrute. Ihre Existenz gehört jedoch vor allem zur griechischen Überlieferung des Ktesias und ist nicht als sicher belegtes persisches Volkswesen zu behandeln.",
  "description": "Die früheste ausführliche Nachricht über die Manticore stammt aus der griechischen Indika des Ktesias, eines Arztes am achämenidischen Hof. Er berichtet nach Aussagen von Informanten über ein Tier aus Indien und gibt einen Namen wieder, der mit altpersischen Bestandteilen für ‚Mensch‘ und ‚essen‘ verbunden wurde. Das macht die persische Zuschreibung zu einer griechisch überlieferten Behauptung, nicht zu einem direkt erhaltenen iranischen Mythentext.\n\nIn der klassischen und mittelalterlichen Weitergabe wird die Manticore als menschenköpfiges, rotfelliges Raubtier von Löwengröße beschrieben. Drei Zahnreihen und ein Skorpionschwanz mit giftigen, verschießbaren Stacheln steigern ihren Schrecken. Spätere Autoren verlagerten oder vermischten ihre Heimat; die Gestalt wurde dadurch Teil europäischer Bestiarien.\n\nIm RPG kann sie als bewusst fremde, aus einer Reiseerzählung stammende Kreatur verwendet werden. Die Quellenlage sollte sichtbar bleiben: ‚persisch‘ bezeichnet hier die behauptete Namens- und Herkunftstradition bei Ktesias, nicht einen gesicherten Platz in der Avesta oder im Schāhnāme.",
  "appearance": "Menschliches Gesicht, meist rötliches Löwenfell, Löwenfüße und drei Reihen Zähne; am Hinterleib ein Skorpionschwanz oder eine Rute mit giftigen Stacheln. Varianten lassen die Stacheln wie Pfeile fliegen.",
  "powers": "Menschenfresserei, Raubtierkraft, tödliches Gift und laut Ktesias schießbare Schwanzstacheln. Als Schwäche bieten sich die begrenzte Reichweite der Stacheln, ein ungeschützter Bauch und die Abneigung großer Raubtiere an; diese Spielwerte sind nicht aus einer einheitlichen persischen Tradition belegt.",
  "rpg_hooks": "Ein griechischer Reisender bringt eine bemalte Tafel mit, und kurz darauf wird das darauf beschriebene Wesen in einem Karawanenpass gesichtet. Die Gruppe muss klären, ob es eine echte Kreatur, ein importiertes Bestiarium-Motiv oder eine Verwechslung mit einem Tiger ist.",
  "locations": [],
  "related": [
   "azi-dahaka",
   "gandarewa"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: CTESIAS",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/ctesias-",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Kontext zu Ktesias als griechischem Autor am persischen Hof."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Manticore",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Manticore",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Namensherkunft, Ktesias, Aelian und der späteren Bestiarientradition; die Überlieferung ist quellenkritisch umstritten."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: مردخوار (Mardḫvār / Manticore)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/مردخوار",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle. Die Seite kennzeichnet mehrere Details der europäischen Jagderzählung selbst als unbelegt."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung beschreibt den Mardḫvār mit menschlichem, meist männlichem Gesicht, grauen Augen, löwenartigem braunem Körper und einem Skorpion- oder gelegentlich drachenähnlichen Schwanz. Sie führt den Namen auf altpersisch martiya-khvara, „Menschenesser“, zurück und erklärt Manticore als griechische Umformung.\n\nDamit bestätigt die Quelle die iranische Namens- und Motivschicht, belegt aber kein klar umrissenes persisches Volkswesen mit einheitlichem Kult. Die detaillierte europäische Jagdweise mit Giftstachel und Lockgesang ist auf derselben Seite teilweise mit „Quelle benötigt“ markiert und sollte daher nicht als gesicherte iranische Tradition übernommen werden."
 },
 {
  "id": "dupishk",
  "name": "Dûpishk, der Skorpionmensch",
  "names": {
   "kurdish": "دووپیشک (Dûpishk)",
   "other": "Sorani: Skorpion"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Die regionale kurdische Bezeichnung Dûpishk ist modern lexikalisch belegt; eine direkte, belastbare Zuordnung von Dûpishk als Skorpionmenschen-Gruppe zum Schāhnāme konnte nicht bestätigt werden. Der Eintrag führt die RPG-relevante regionale Synthese ausdrücklich als unsicher.",
  "time_note": "Kurdistan/Zagros als regionale Spielwelt; Motivvergleich mit altmesopotamischen Skorpionmenschen",
  "summary": "Dûpishk bedeutet im Sorani ‚Skorpion‘ und wird hier als regionale kurdische Bezeichnung für gefährliche Skorpionmenschen geführt. Die oft behauptete Herkunft aus dem Schāhnāme und eine feste Verortung in Kermanschah sind quellenmäßig unsicher und sollten im Spiel als lokale Rezeption kenntlich bleiben.",
  "description": "Für das kurdische Kompendium ist Dûpishk vor allem wegen der regionalen Sprache relevant: In Sorani bezeichnet dûpishk den Skorpion. Daraus lässt sich eine glaubwürdige Zagros-Gestalt entwickeln, doch der Name allein beweist keine alte mythologische Spezies. Bei der Recherche ließ sich kein belastbarer Fachbeleg finden, der Dûpishk ausdrücklich als Gruppe von Skorpionmenschen im Schāhnāme bezeichnet.\n\nDas Motiv des Skorpionmenschen ist im weiteren iranisch-mesopotamischen Raum dennoch gut anschlussfähig. Bild- und Texttraditionen Mesopotamiens kennen Wesen mit menschlichem Oberkörper und Skorpionschwanz, besonders als Tor- oder Sonnenwächter. Diese Parallele ist ein Vergleich und keine Identitätsbehauptung: Sie erklärt, warum eine kurdische Regionalisierung des Motivs plausibel ist, ersetzt aber keinen Beleg für eine Ferdowsī-Stelle.\n\nIm Spiel können Dûpishk als plurale Wächter eines unterirdischen Passes, als verfluchte Menschen eines Zagros-Clans oder als moderne Benennung einer alten Skorpion-Sippe auftreten. Kermanschah und der Zagros sind dabei regionale Schauplätze des Projekts, nicht als historisch gesicherter Ursprungsort der Schāhnāme-Figur auszugeben.",
  "appearance": "Humanoider Oberkörper mit Scherenarmen oder menschlichen Händen, gepanzertem Skorpionleib und einem hochgeführten Giftstachel. Varianten können menschliche Gesichter, Fell oder steinerne Panzerung des Zagros besitzen.",
  "powers": "Giftstich, Klettern, Dunkelsicht und das Bewachen enger Fels- oder Ruinenzugänge. Als Schwächen eignen sich trockene Hitze, ein ungeschützter Gelenkspalt, der Verlust des Stachels oder ein Name beziehungsweise Tabu, das den Wächter an seinen Auftrag bindet.",
  "rpg_hooks": "Ein Dûpishk-Stamm verlangt Wegzoll an einem alten Pass bei Kermanschah. Die Figuren entdecken, dass die Wächter nicht aus dem Schāhnāme stammen, sondern von einer lokalen Erzählerin so benannt werden und einen unterirdischen Quellenschacht gegen Plünderer schützen.",
  "locations": [],
  "related": [
   "div",
   "gandarewa"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "W. M. Thackston: Sorani Kurdish: A Reference Grammar with Selected Readings",
    "url": "https://archive.org/stream/KurdishGrammar/W.+M.+Trackston_Sorani_Kurdish_Grammar_djvu.txt",
    "author": "W. M. Thackston",
    "note": "Lexikalischer Beleg: dûpishk bedeutet im Sorani ‚scorpion‘; keine mythologische Schāhnāme-Analyse."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Scorpion man",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Scorpion_man",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Vergleichsquelle zu altmesopotamischen Skorpionmenschen; nicht spezifisch kurdisch oder schāhnāmebezogen."
   },
   {
    "title": "Shahnameh, The Persian Book of Kings: Volltext",
    "url": "https://archive.org/stream/shahnameh-the-persian-book-of-kings/Shahnameh-+The+Persian+Book+of+Kings_djvu.txt",
    "author": "Ferdowsī; Übersetzung in der Internet-Archive-Ausgabe",
    "note": "Als Kontrollquelle für die behauptete Schāhnāme-Zuordnung; ein sicherer Beleg für ‚Dupishk‘ als Skorpionmenschen wurde nicht gefunden."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا (Sorani): شاماران",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/شاماران",
    "author": "",
    "note": "nur beiläufiger kurdischer Folklorekontext: دووپشکەکان (Skorpione) als Schlangenwesen unter Şamaran; keine eigenständige Dûpishk-Fachquelle"
   }
  ],
  "regional": "Die Sorani-Schamaran-Seite verwendet دووپشکەکان für Skorpione und ordnet sie in der Kermanschah-Überlieferung dem Herrschaftsbereich Şamarans zu. Eine eigenständige kurdische Erzählung vom „Skorpionmenschen“ oder eine belastbare regionale Verortung von Dûpishk ließ sich in den geprüften kurdischsprachigen Quellen nicht belegen; die bestehende RPG-Einordnung sollte daher ausdrücklich als unsichere lokale Rezeption behandelt werden."
 },
 {
  "id": "yazidismus",
  "name": "Yazidismus (Êzdîtî)",
  "names": {
   "kurdish": "Êzdîtî / ئێزدیاتی"
  },
  "type": "religion",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Die heute erkennbare Religionsgemeinschaft formierte sich im islamischen Mittelalter, besonders um Sheikh Adi und Lalisch; yazidische Überlieferungen und die Forschung diskutieren zugleich starke vorislamische kurdisch-mesopotamische Elemente.",
  "time_note": "Konsolidierung im 12.–15. Jahrhundert; lebendige Religion bis heute",
  "summary": "Eine lebendige, kurdisch geprägte monotheistische Religion mit einer komplexen Geschichte aus lokaler Überlieferung, islamischer Mystik und älteren religiösen Schichten.",
  "description": "Der Yazidismus ist eine eigenständige, ethnoreligiöse Tradition der Êzîden, deren historische Zentren im nördlichen Irak, in Syrien und in der Türkei liegen. Die religiöse Identität ist eng mit der Gemeinschaft, ihrer mündlichen Überlieferung und dem Heiligtum Lalisch verbunden; die Bezeichnung als bloße Abspaltung einer anderen Religion wird der Tradition nicht gerecht.\n\nIn der Forschung ist umstritten, wie die einzelnen Schichten zu gewichten sind. Unbestritten ist die mittelalterliche Prägung durch Sheikh Adi und seine Nachfolger; zugleich weisen Rituale, heilige Erzählungen, Reinheitsvorstellungen und die Verehrung von Tawûsî Melek auf ältere regionale Traditionen. Eine Gleichsetzung mit einer vermeintlich unveränderten vorislamischen Urreligion der Kurden ist daher eine moderne Deutung, keine gesicherte historische Tatsache.\n\nYazidische Gemeinschaften leben heute im Irak, in Syrien, in der Türkei, im Kaukasus und in der Diaspora. Die Religion besitzt eine eigene religiöse Hierarchie, Wallfahrten und Feste; ihre Anhängerinnen und Anhänger haben wiederholt Verfolgung und Genozid erlebt, weshalb eine Darstellung ohne die Perspektive der lebenden Gemeinschaft verkürzend wäre.",
  "appearance": "Als Religion zeigt sich der Yazidismus vor allem in farbenreichen Festen, Wallfahrten nach Lalisch, Gebeten und der Symbolik des Pfaus; eine einheitliche bildliche Gottesdarstellung gibt es nicht.",
  "powers": "Für ein Setting eignen sich keine pauschal übernatürlichen Kräfte. Religiöse Autorität, Segenshandlungen, Traumdeutung, Schutzrituale und die Bindung an heilige Orte können als soziale oder mystische Ressourcen dargestellt werden.",
  "rpg_hooks": "Eine Gruppe muss eine Wallfahrt nach Lalisch schützen, während konkurrierende Akteure die Herkunft der Religion politisch vereinnahmen. Ein Konflikt kann aus dem Schutz mündlicher Überlieferung entstehen, nicht aus einem Kampf gegen eine angeblich 'primitive' Religion.",
  "related": [
   "tawusi-melek",
   "sheikh-adi",
   "sultan-ezid",
   "newroz"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: YAZIDIS i. General",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/yazidis/yazidis-i-general-1/",
    "author": "Christine Allison",
    "note": "Fachartikel zu Geschichte, Identität und religiöser Entwicklung; die Ursprungsdebatte bleibt komplex."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Yazidi",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Yazidi",
    "note": "Überblick zur kurdischen ethnoreligiösen Gemeinschaft und ihrer regionalen Verbreitung."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Yazidism",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Yazidism",
    "note": "Auffangquelle für Terminologie und Überblick; nicht alleinige Grundlage für strittige Ursprungsfragen."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya (Kurmancî): Êzdîtî",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Êzdîtî",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Kurmandschi); nützlich für êzîdî-eigene Begriffe und Überlieferung, redaktionelle Qualität uneinheitlich"
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya (Sorani): ئێزیدی (دین)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/ئێزیدی_(دین)",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Sorani); regionale Terminologie und gemeinsame rituelle Bezüge, keine unabhängige Fachquelle"
   },
   {
    "title": "Rûdaw (Kurmancî): Kurdên Êzidî li Lalişê Cejna Çileya Havînê pîroz kirin",
    "url": "https://www.rudaw.net/kurmanci/categories/kurdistan/1169869",
    "author": "Rûdaw",
    "note": "kurdischsprachige Community-Berichterstattung; belegt die öffentliche Feier in Lalish, redaktioneller Nachrichtenbeitrag"
   }
  ],
  "regional": "Die kurdischsprachigen Darstellungen bezeichnen Êzdîtî/Êzîdîtî als monotheistische, aus Kurdistan hervorgegangene Religion. Als besonders wichtig erscheinen die mündlich überlieferten Qewl und Beyt sowie Lalisch als Heiligtum; die Kurmandschi-Seite nennt außerdem Çarşema Sor, Cemaîya und die Dezemberfasten mit dem Êzîd-Fest. Diese Angaben ergänzen die vorhandene religionsgeschichtliche Einordnung um die Binnenbegriffe und die Praxis der Überlieferung.\n\nDie Sorani-Seite betont, dass Êzîden in mehreren Teilen Kurdistans leben und dass die religiöse Identität über eigene Regeln und Traditionen bewahrt wird. Rûdaw ergänzt als Community-Beleg die konkrete Wallfahrt bzw. Feier êzîdîscher Kurdinnen und Kurden in Lalisch. Die Wikipedia-Darstellungen sind wegen Quellen- und Redaktionslücken vorsichtig zu verwenden; Rûdaw belegt ein Ereignis, nicht die gesamte Religionslehre."
 },
 {
  "id": "yarsanismus",
  "name": "Yarsanismus (Ahl-e Haqq)",
  "names": {
   "kurdish": "Yaresan / یارسان",
   "other": "Ahl-e Haqq / اهل حق; Kaka'i"
  },
  "type": "religion",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Yarsanismus ist eine lebendige Religion; seine heute prägende Gestalt wird meist mit Sultan Sahak im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert verbunden, während die eigene Tradition ältere Ursprünge und die Forschung unterschiedliche Einflüsse diskutiert.",
  "time_note": "Formierung bzw. Reform im späten 14.–frühen 15. Jahrhundert; lebendige Tradition",
  "summary": "Eine lebendige kurdische Religionsgemeinschaft Westirans und angrenzender Regionen, deren Lehre um die Wahrheit, sakrale Verkörperungen und die Versammlung Jam kreist.",
  "description": "Yarsanismus, auch Ahl-e Haqq oder Kaka'i genannt, ist eine eigenständige religiöse Tradition mit Zentren in Westiran, besonders im Raum Kermanschah und unter gurānisch- bzw. kurdischsprachigen Gemeinschaften. Die Anhänger nennen sich Yaresan; die Benennung Ahl-e Haqq wird allerdings auch für andere religiöse Gruppen verwendet und ist daher nicht immer eindeutig.\n\nSultan Sahak gilt als die zentrale Gestalt der gegenwärtigen Ordnung. Yarsanische Überlieferungen verstehen die Religion häufig als sehr alt, während historische Darstellungen den späten 14. und frühen 15. Jahrhundert als entscheidende Phase der Reform, Sammlung und Institutionalisierung ansetzen. Diese beiden Perspektiven sollten als unterschiedliche Überlieferungs- und Forschungsebenen nebeneinander stehen.\n\nWichtige Formen des religiösen Lebens sind die Jam-Versammlung, Gesang und die heilige Langhalslaute Tanbur. Die Tradition ist nicht bloß ein Mythos der Vergangenheit, sondern wird von lebenden Gemeinschaften getragen; Bezeichnungen wie 'Synkretismus' können vergleichend nützlich sein, dürfen aber nicht die Selbstdeutung der Gläubigen ersetzen.",
  "appearance": "Rituelle Zusammenkünfte finden in Versammlungsräumen statt; die Tanbur, Gesang und gemeinsames Teilen von Speisen sind markante kulturelle und religiöse Ausdrucksformen.",
  "powers": "Als Spielmechanik bieten sich keine universellen Zauber an, sondern Offenbarung durch heilige Personen, rituelle Erkenntnis, Wiederkehr der Seelen und die soziale Kraft einer Jam-Versammlung.",
  "rpg_hooks": "Die Figuren sollen eine Tanbur zu einer Jam-Versammlung bringen, ohne einen innergemeinschaftlichen Konflikt zu instrumentalisieren. Eine alte Handschrift behauptet, Sultan Sahak habe an einem Ort gewirkt, den mehrere Gruppen als heilig beanspruchen.",
  "related": [
   "sultan-sahak",
   "yazidismus"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: AHL-E HAQQ",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/ahl-e-haqq-people/",
    "note": "Fachüberblick zur Gemeinschaft, ihren Regionen und ihrer Einordnung; Terminologie Ahl-e Haqq ist nicht exklusiv."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: AHL-E HAQQ ii. Initiation Ritual",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/ahl-e-haqq-ii-initiation-ritual",
    "note": "Fachquelle zu religiöser Praxis und Initiation."
   },
   {
    "title": "Kurdistan24: Sultan Sahak Shrine",
    "url": "https://www.kurdistan24.net/en/story/391942",
    "note": "Journalistischer Überblick zur lebendigen Verehrung und zur Datierung Sultan Sahaks; Datierung bleibt ungefähr."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا (Sorani): مۆسیقای یارسان",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/مۆسیقای_یارسان",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Sorani); beschreibt Yarsan-Musik und Jamkhana-Praxis, redaktionelle Qualität begrenzt"
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا (Sorani): سوڵتان سەھاک",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/سوڵتان_سەھاک",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Sorani); Yarsan-interne Namens- und Herkunftsangaben, mit weiterführenden Literaturhinweisen"
   },
   {
    "title": "Rûdaw (Sorani): جەژنی قەوڵتاس یان سێ شەوەی یاران؛ جەژنی یارسانەکان",
    "url": "https://www.rudaw.net/sorani/categories/kurdistan/1116656",
    "author": "Rûdaw",
    "note": "kurdischsprachige Berichterstattung über ein Yarsan-Fest; Nachrichtenquelle, keine religionswissenschaftliche Monografie"
   }
  ],
  "regional": "Die Sorani-Quellen konkretisieren Yarsanismus als kurdische Religionsgemeinschaft mit eigener Jamkhana-Praxis: Yarsan-Musik ist dort ausdrücklich religiöse Musik, nicht jede außerhalb der Jamkhana gespielte Musik; als zentrales Instrument wird die Tanbur/Tembûr genannt. Rûdaw berichtet außerdem über Qewltas bzw. die „drei Nächte der Yaran“ als Yarsan-Fest und verweist auf die Vorstellung mehrerer religiöser Daurān-Zyklen.\n\nFür die Einordnung der Gründerfigur ergänzt die Sorani-Biografie, dass Sultan Sahak/Sultan Ishaq in der Yarsan-Tradition als kurdischer Begründer und als „wahrer Sultan“ gilt; sie verortet seine Herkunft in Barzinja und seine spätere Wirkungsregion im iranischen Kurdistan. Die Datierung und genealogischen Angaben sind als traditionsgebundene bzw. quellenabhängige Angaben zu behandeln."
 },
 {
  "id": "tawusi-melek",
  "name": "Tawûsî Melek (Pfauenengel)",
  "names": {
   "kurdish": "Tawûsî Melek / تاوسی مەلەک",
   "other": "Melek Taus; Malak Tawus"
  },
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Tawûsî Melek gehört zur lebendigen yazidischen Theologie, die sich im islamischen Mittelalter formte und ältere regionale Symbolik aufgenommen haben kann; eine direkte Gleichsetzung mit einer einzelnen vorislamischen Gottheit ist nicht belegt.",
  "time_note": "Mittelalterliche schriftliche Berichte über Yaziden; mündliche Tradition älter und fortlaufend",
  "summary": "Der Pfauenengel ist die zentrale himmlische Gestalt des Yazidismus und ein Symbol für göttliche Ordnung, Verantwortung und die besondere religiöse Selbstdeutung der Êzîden.",
  "description": "Tawûsî Melek, wörtlich 'Pfauenengel', ist in der yazidischen Kosmologie der herausragende der sieben heiligen Engel. In Erzählungen empfängt er Gottes Auftrag zur Verwaltung der Welt; sein Gehorsam und seine Weigerung, sich vor einem anderen Geschöpf zu verbeugen, werden innerhalb der yazidischen Tradition anders bewertet als in der islamischen Polemik, die ihn häufig mit Satan identifizierte.\n\nDer Pfau ist dabei kein bloßes dekoratives Tiermotiv. Pfauenbilder und die Bezeichnung Tawûsî Melek markieren heilige Räume, Erzählungen und eine religiöse Identität, die von außen lange verzerrt dargestellt wurde. Einzelheiten der Lehre werden in religiösen Hymnen, Qewls, Ritualen und mündlichen Überlieferungen weitergegeben.\n\nDie Forschung hat Vergleiche mit älteren mesopotamischen, iranischen und islamischen Motiven vorgeschlagen, doch aus Ähnlichkeiten folgt keine ungebrochene Abstammung. Für eine präzise Darstellung ist Tawûsî Melek als zentrale yazidische Gestalt der lebenden Religion zu behandeln, nicht als Beleg für die Gleichsetzung des Yazidismus mit einer anderen Religion.",
  "appearance": "Er erscheint symbolisch als Pfau oder als Engel mit Pfauensymbolik. In Lalisch und an yazidischen Heiligtümern begegnen Darstellungen und Metallobjekte, die an diese Gestalt erinnern.",
  "powers": "Er verwaltet in der religiösen Erzählung die Welt im Auftrag Gottes, vermittelt Ordnung und prüft menschliche Loyalität; die Tradition versteht seine Rolle nicht als dämonische Versuchung.",
  "rpg_hooks": "Ein Pfauenstandard wird aus einem bedrohten Heiligtum evakuiert. Die Gruppe muss zwischen einer feindlichen Fremddeutung und der Erklärung yazidischer Hüter unterscheiden, bevor sie ein Ritual vorschnell als dämonisch einstuft.",
  "related": [
   "yazidismus",
   "sheikh-adi",
   "sultan-ezid"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: YAZIDIS i. General",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/yazidis/yazidis-i-general-1/",
    "author": "Christine Allison",
    "note": "Grundquelle zum religiösen Kontext und zur Außenwahrnehmung des Yazidismus."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: JELWA, KETĀB AL-",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/jelwa-ketab-al",
    "note": "Fachquelle zur yazidischen religiösen Literatur und zu Tawûsî Melek."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Tawûsî Melek",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Taw%C3%BBs%C3%AE_Melek",
    "note": "Auffangquelle für Schreibvarianten und eine kompakte Zusammenstellung der Überlieferungsmotive."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا (Sorani): مەلەک تاووس",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/مەلەک_تاووس",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Sorani); êzîdî-spezifische Deutung, mit Verweis auf Iranica, redaktionelle Qualität begrenzt"
   }
  ],
  "regional": "Die Sorani-Darstellung gibt eine ausdrücklich êzîdî geprägte Lesart des Namens und der Rolle: Melek Tawus/Melekê Tawûs wird als einer der sieben Engel und als deren Anführer verstanden. Die Weigerung, Adam zu verehren, wird dort nicht als Auflehnung, sondern als Treue zum Gebot verstanden, niemanden außer Gott anzubeten. Das ergänzt die bestehende Beschreibung um die religiöse Binneninterpretation; die Seite selbst weist bei der Etymologie auf zusätzlichen Quellenbedarf hin."
 },
 {
  "id": "sheikh-adi",
  "name": "Sheikh Adi ibn Musafir",
  "names": {
   "other": "ʿAdī ibn Musāfir / Şêx Adî",
   "kurdish": "شێخ عەدی / Şêx Adî"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Sheikh Adi war ein islamischer Mystiker des 12. Jahrhunderts; seine Verehrung und die Institutionalisierung um Lalisch wurden zu einem entscheidenden Teil der späteren yazidischen Religionsbildung.",
  "time_note": "ca. 1070er–1162",
  "summary": "Ein aus dem Libanon stammender islamischer Mystiker, dessen Grabheiligtum Lalisch zum wichtigsten Zentrum des Yazidismus wurde.",
  "description": "Sheikh Adi ibn Musafir war ein asketischer und mystischer Lehrer, der im 12. Jahrhundert nach Lalisch kam und dort eine religiöse Gemeinschaft sammelte. Er starb 1162; sein Grab in Lalisch ist bis heute das zentrale Heiligtum der Êzîden.\n\nDie yazidische Verehrung Sheikhs Adis ging über die Erinnerung an einen historischen Sufi hinaus. In der religiösen Tradition erscheint er als heilige, kosmisch bedeutsame Gestalt und als Teil der besonderen Deutung des göttlichen Wirkens. Historisch ist zugleich festzuhalten, dass die Gemeinschaft und ihre Lehren nach seinem Tod weitergeformt wurden.\n\nDie Verbindung von Sheikh Adi mit älteren lokalen Elementen erklärt, warum der Yazidismus weder einfach als unveränderte vorislamische Religion noch als gewöhnlicher Sufi-Orden beschrieben werden sollte. Für die Datierung ist sein Tod 1162 ein Fixpunkt; die spätere Entwicklung bleibt ein Prozess über mehrere Jahrhunderte.",
  "appearance": "Darstellungen sind in der Regel nicht zentral; wichtiger sind Grab, Gewänder, Reliquien, Leuchter und die Architektur von Lalisch als Erinnerungs- und Wallfahrtsraum.",
  "powers": "Religiöse Heil- und Segensmacht wird ihm in der Überlieferung zugeschrieben. Im Spiel sollte dies als heilige Fürsprache und als Wirkung eines Wallfahrtsortes erscheinen, nicht als beliebiger Kampfzauber.",
  "rpg_hooks": "Ein Pilgerweg nach Lalisch wird durch politische Gewalt unterbrochen. Die Gruppe kann als Schutztruppe, Vermittler oder Chronisten auftreten und muss den Unterschied zwischen historischem Sheikh, Heiliger und späterer theologischer Gestalt verstehen.",
  "related": [
   "yazidismus",
   "tawusi-melek",
   "sultan-ezid"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: YAZIDIS i. General",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/yazidis/yazidis-i-general-1/",
    "author": "Christine Allison",
    "note": "Fachquelle zu Sheikh Adi, Lalisch und der Entstehung des Yazidismus."
   },
   {
    "title": "Freie Universität Berlin: God and Sheikh Adi are Perfect",
    "url": "https://www.geschkult.fu-berlin.de/e/iranistik/publikationen/iranica/iranica09/index.html",
    "author": "Philip G. Kreyenbroek; Khalil J. Rashow",
    "note": "Fachpublikation zu yazidischen religiösen Texten und Sheikh Adi."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Sheikh Adi",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Sheikh_Adi",
    "note": "Auffangquelle für Lebensdaten und Namensvarianten; Detailfragen sind fachliterarisch zu prüfen."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya (Kurmancî): Şêx Adî",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Şêx_Adî",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Kurmandschi); lokale êzîdî Überlieferung und Begriff Qewl, Quellenlage lückenhaft"
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya (Kurmancî): Laliş",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Laliş",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Kurmandschi); Heiligtums- und Pilgerkontext, redaktionelle Qualität uneinheitlich"
   }
  ],
  "regional": "Die Kurmandschi-Seite stellt Şêx Adî (Şîxadî) als êzîdî verehrte Wissens- und Wundertätergestalt dar und verbindet ihn mit den Qewl, die als religiöse Spruch- bzw. Gesangsüberlieferung unter Êzîden in Kurdistan weitergegeben werden. Sie nennt Kurmandschi als Sprache seiner Überlieferung und Lalisch als Ort seines Grabes und der heutigen Verehrung. Die biografischen Angaben sind wegen der auf der Seite selbst erkennbaren lückenhaften Belege vorsichtig zu lesen."
 },
 {
  "id": "sultan-ezid",
  "name": "Sultan Ezid",
  "names": {
   "kurdish": "Siltan Êzî / سڵتان ئێزی"
  },
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Sultan Ezid ist eine nachislamische Gestalt der yazidischen religiösen Überlieferung; seine genaue historische oder mythologische Entstehung und die Beziehung zum Namen Yazid ibn Muʿāwiya sind Gegenstand der Forschung und dürfen nicht als Identität behauptet werden.",
  "time_note": "Mittelalterliche und frühneuzeitliche Ausbildung der yazidischen Überlieferung; lebendige Verehrung",
  "summary": "Eine zentrale heilige Gestalt der Yaziden, die in der religiösen Trias mit Tawûsî Melek und Sheikh Adi verbunden wird.",
  "description": "Sultan Ezid, auch Siltan Êzî genannt, gehört zu den wichtigsten Gestalten der yazidischen Überlieferung. In vielen Darstellungen bildet er zusammen mit Tawûsî Melek und Sheikh Adi eine heilige Trias oder drei miteinander verbundene Ausdrucksweisen göttlichen Wirkens. Die Einzelheiten variieren je nach mündlicher und schriftlicher Überlieferung.\n\nDer Name hat zu Vergleichen mit Yazid ibn Muʿāwiya geführt, dem umayyadischen Herrscher des 7. Jahrhunderts. Eine solche Namens- oder Motivparallele ist jedoch kein Beweis dafür, dass die yazidische Gestalt mit der historischen Person identisch ist; yazidische Selbstdeutung und historische Forschung setzen unterschiedliche Akzente.\n\nFür die Religionsgeschichte ist Sultan Ezid deshalb vor allem als sakralisierte Figur der yazidischen Gemeinschaft wichtig. Er veranschaulicht, wie islamische Namen, lokale Erinnerung und eigenständige religiöse Symbolik in der mittelalterlichen Herausbildung des Yazidismus miteinander verschränkt wurden.",
  "appearance": "Eine feste Ikonografie ist nicht überall gleich. Im Spiel kann Sultan Ezid durch Banner, Gebetsformeln, Siegel oder eine erzählte Erscheinung markiert werden, ohne ein verbindliches Bild zu erfinden.",
  "powers": "Überlieferte Macht liegt in Schutz, Segen und der Vermittlung zwischen göttlicher Ordnung und Gemeinschaft. Seine Wirkung sollte an Rituale, Gelübde und die Legitimität religiöser Hüter gebunden sein.",
  "rpg_hooks": "Ein Herrscher behauptet, Sultan Ezid legitimiere seine Dynastie. Yazidische Geistliche widersprechen und verlangen die Rückgabe eines gestohlenen Heiligtumsobjekts; die Figuren müssen zwischen politischer Vereinnahmung und religiöser Überlieferung unterscheiden.",
  "related": [
   "yazidismus",
   "tawusi-melek",
   "sheikh-adi"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Sultan Ezid",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Sultan_Ezid",
    "note": "Auffangquelle zur Gestalt und zur Debatte um die Beziehung zu Yazid ibn Muʿāwiya; nicht als endgültige Ursprungsentscheidung lesen."
   },
   {
    "title": "Victoria Arakelova: Sultan Ezid in the Yazidi Religion",
    "url": "https://www.researchgate.net/publication/388405375_Sultan_Ezid_in_the_Yazidi_Religion_Genesis_of_the_Character",
    "author": "Victoria Arakelova",
    "note": "Forschungsbeitrag zur Genese der Figur; die genaue Publikationsfassung ist über den wissenschaftlichen Datensatz zugänglich."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: YAZIDIS i. General",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/yazidis/yazidis-i-general-1/",
    "author": "Christine Allison",
    "note": "Kontextquelle zur yazidischen Religionsbildung und zur Einordnung heiliger Gestalten."
   }
  ]
 },
 {
  "id": "sultan-sahak",
  "name": "Sultan Sahak",
  "names": {
   "kurdish": "Sultan Sehak / سوڵتان سەهاک",
   "other": "Sultan Ishaq Barzanjî"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Sultan Sahak gehört zur islamisch-mittelalterlichen Formierung des Yarsanismus und wird meist in das späte 14. bzw. frühe 15. Jahrhundert datiert; yarsanische Überlieferungen schreiben der Tradition teils ältere Ursprünge zu.",
  "time_note": "spätes 14.–frühes 15. Jahrhundert, genaue Lebensdaten unsicher",
  "summary": "Die zentrale Gründer- oder Reformgestalt des Yarsanismus, deren Lehren und Gemeinschaftsordnung die heutige Tradition prägen.",
  "description": "Sultan Sahak, auch Sultan Ishaq Barzanjî, ist die wichtigste historische und sakrale Bezugsperson des Yarsanismus. Er wird mit Barzinja und dem Hawraman-Raum in Verbindung gebracht; die genaue Chronologie seines Lebens ist nicht sicher und wird durch hagiografische Überlieferungen überformt.\n\nIn yarsanischer Selbstdeutung ist Sultan Sahak mehr als ein Lehrer: Er erscheint als Manifestation oder Träger der göttlichen Wahrheit und als Urheber einer erneuerten Ordnung der Gemeinschaft. Historiker beschreiben vorsichtiger eine entscheidende Reform- und Konsolidierungsphase im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert.\n\nSein Ansehen lebt in Gesängen, religiösen Versammlungen und der mündlichen Weitergabe fort. Für das Kompendium ist wichtig, die religiöse Verehrung ernst zu nehmen, ohne die sakrale Selbstdeutung in eine scheinbar gesicherte Biografie umzuschreiben.",
  "appearance": "Sultan Sahak wird vor allem durch Erzählungen, Gesänge, Schreine und die Erinnerung an seine Wirkungsorte präsent; eine einheitliche historische Porträt-Ikonografie ist nicht gesichert.",
  "powers": "Die Überlieferung verbindet ihn mit Offenbarung, Heil und der Stiftung religiöser Ordnung. Spielwerte können auf Charisma, Visionen, Schutz durch die Gemeinschaft und die Autorität eines Schreins fokussieren.",
  "rpg_hooks": "Eine Jam-Versammlung droht zu scheitern, weil ein rivalisierender Clan den Anspruch auf einen Sultan-Sahak-Schrein erhebt. Die Lösung verlangt genealogisches Wissen, Gastrecht und die Prüfung einer mündlich überlieferten Hymne.",
  "related": [
   "yarsanismus"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: AHL-E HAQQ",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/ahl-e-haqq-people/",
    "note": "Fachquelle zur religiösen Gemeinschaft und ihrem westiranischen Kontext."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Sultan Sahak",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Sultan_Sahak",
    "note": "Auffangquelle für Namensformen und die ungefähre Datierung; hagiografische Angaben sind als solche zu behandeln."
   },
   {
    "title": "Kurdistan24: Sultan Sahak Shrine",
    "url": "https://www.kurdistan24.net/en/story/391942",
    "note": "Bericht zur fortbestehenden Verehrung und zum Heiligtum; Datierung wird als ungefähr angegeben."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا (Sorani): سوڵتان سەھاک",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/سوڵتان_سەھاک",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Sorani); Yarsan-Tradition und Biografie, traditionsgebundene Angaben"
   },
   {
    "title": "کوردستان24 (Sorani): بارەگای سوڵتان سەهاک پیرۆزترین شوێنی پەیڕەوانی ئایینی یارسان",
    "url": "https://www.kurdistan24.net/ckb/story/239630",
    "author": "Kurdistan24",
    "note": "kurdischsprachige Medienberichterstattung; beschreibt das Heiligtum aus regionaler Perspektive, kein unabhängiger Fachaufsatz"
   }
  ],
  "regional": "Die Sorani-Biografie nennt Sultan Sahak auch Sultan Ishaq und beschreibt ihn als kurdischen Begründer der Yari/Yarsan-Religion; sie verbindet ihn mit Barzinja im Raum Sulaimaniyya und mit der späteren Niederlassung im iranischen Kurdistan. Kurdistan24 bezeichnet sein Heiligtum als den heiligsten Ort der Yarsan-Anhänger und zugleich als regionalen Pilger- bzw. Tourismusort. Beides ergänzt die vorhandene Einordnung um kurdische Namensformen, Herkunftstradition und gegenwärtige Sakraltopografie; die Lebensdaten bleiben traditions- und quellenabhängig."
 },
 {
  "id": "kawa",
  "name": "Kawa der Schmied",
  "names": {
   "kurdish": "Kawa Asinger / کاوەی ئاسنگەر",
   "persian": "Kāva-ye Āhangar / کاوه آهنگر"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Der Stoff ist in der iranischen Epik vorislamisch gerahmt, wurde aber in islamischer Zeit vor allem durch das Schāhnāme schriftlich überliefert und in der kurdischen Moderne als Nationalmythos neu akzentuiert.",
  "time_note": "Mythische Vorzeit; schriftliche Hauptüberlieferung im Schāhnāme um 1010",
  "summary": "Der Schmied Kawa führt den Aufstand gegen den Tyrannen Zahhak an und wird in der kurdischen Erinnerung zum Symbol des Widerstands gegen Unterdrückung.",
  "description": "Kawa ist im Schāhnāme der Schmied, der sich gegen den tyrannischen König Zahhak erhebt. Zahhak wird mit Schlangen an den Schultern und einem System von Gewalt und Menschenopfern geschildert; Kawa setzt seinen Schmiedehammer und seine Werkstattmacht dem königlichen Zwang entgegen.\n\nIn der kurdischen Rezeption wird Kawa stärker als Befreier und Ahnherr eines unterdrückten Volkes gelesen. Das ist eine wirkmächtige moderne Nationaldeutung, während die älteren epischen Fassungen in einen größeren iranischen Sagenkreis gehören und nicht ausschließlich kurdisch sind.\n\nDas Motiv vom Schmied, der ein Zeichen aufrichtet und die Menge zum Aufstand sammelt, verbindet soziale Gerechtigkeit, Handwerk und politische Befreiung. Es ist eng mit der kurdischen Newroz-Erzählung verbunden, deren konkrete Fassungen regional und politisch unterschiedlich erzählt werden.",
  "appearance": "Kawa trägt Schurz, Hammer und oft eine rote Fahne oder ein auf dem Berg entzündetes Feuer als Zeichen des Aufstands. Zahhak erscheint als König mit zwei Schlangen an den Schultern.",
  "powers": "Kawas Stärke liegt in Handwerk, Mut, Organisation und der Fähigkeit, Menschen zu vereinen; er besitzt in der Sage keine notwendige Zauberkraft.",
  "rpg_hooks": "Die Figuren schmieden heimlich ein Signalgerät, das auf einem Berg entzündet werden soll. Ein tyrannischer Statthalter versucht, die Geschichte von Kawa zu verbieten und den Schmied als bloßen Verbrecher umzudeuten.",
  "related": [
   "newroz",
   "sahmeran"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: KĀVA",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/kava-hero/",
    "note": "Fachquelle zur iranischen epischen Figur und ihren Überlieferungsschichten."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Newroz",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/4-14-newroz/",
    "note": "Fachquelle zum Fest und zu iranischen sowie kurdischen Deutungen."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Newroz as celebrated by Kurds",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Newroz_as_celebrated_by_Kurds",
    "note": "Auffangquelle zur kurdischen Kawa-Zuordnung und modernen Festpraxis."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya (Kurmancî): Kawayê Hesinkar",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Kawayê_Hesinkar",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Kurmandschi); kurdische Newroz-Darstellung, Artikel enthält unbelegte bzw. stark ausdeutende Passagen"
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا (Sorani): کاوەی ئاسنگەر",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/کاوەی_ئاسنگەر",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Sorani); nennt kurdische Schahnameh-Varianten und die Kawa-Flagge, keine unabhängige Fachquelle"
   }
  ],
  "regional": "Die kurdische Kawa-Darstellung macht den Schmied ausdrücklich zum zentralen Helden der Newroz-Erzählung: Nach dem Sieg über Dehaq/Zahhak wird ein weithin sichtbares Feuer entzündet, und Kawa steht in der kurdischen Erinnerung für Freiheit, Aufstand und Widerstand. Die Sorani-Seite ergänzt die kurdische Variante um die Bərjəl bzw. den Lederschurz als Ausgangspunkt der Kawa-Flagge und nennt neben Ferdowsis Schahnameh auch eine kurdische Schahnameh-Tradition. Diese Details sind als kurdische Erinnerungskultur und Varianten der Sage, nicht als gesicherte Geschichtsschreibung, einzuordnen."
 },
 {
  "id": "newroz",
  "name": "Newroz / Nowruz",
  "names": {
   "kurdish": "Newroz / نەورۆز",
   "persian": "Nowruz / نوروز"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Newroz ist ein gesamtiranisches Frühlings- und Neujahrsfest mit vorislamischen Kalender- und Feuerbräuchen, das in islamischer Zeit fortgeführt und in kurdischen Kontexten mit Kawa, Befreiung und politischer Identität verbunden wurde.",
  "time_note": "Frühlingsäquinoktium bzw. 1. Farvardin; Kalendertraditionen seit der Antike, heutige Formen fortlaufend",
  "summary": "Das iranische Neujahrs- und Frühlingsfest, das in kurdischen Erzählungen mit Kawas Sieg über Zahhak und dem Ende der Tyrannei verbunden ist.",
  "description": "Newroz, persisch Nowruz, bezeichnet den Beginn des neuen Jahres und den Frühlingsanfang im iranischen Kulturraum. Feuer, Licht, neue Kleidung, Besuche und gemeinsames Essen gehören in vielen Regionen zur Festpraxis, wobei Bräuche und religiöse Bedeutungen je nach Gemeinschaft verschieden sind.\n\nIn kurdischen Erzählungen markiert Newroz den Tag, an dem Kawa der Schmied Zahhak besiegt und auf einem Berg ein Feuer als Siegeszeichen entzündet. Diese Verbindung ist ein Kernbestandteil moderner kurdischer Erinnerung, aber nicht die einzige Bedeutung des Festes: Newroz wird auch von Perserinnen und Persern sowie weiteren Völkern des iranischen Kulturraums gefeiert.\n\nDie Einordnung als 'vorislamisch' bezieht sich auf Kalender- und Frühlingsschichten, nicht auf eine unverändert erhaltene antike Zeremonie. Newroz ist ein übergreifendes, lebendiges Fest, das in verschiedenen politischen Kontexten als Frühlingsbeginn, Familienfest, religiöses Fest oder Symbol von Freiheit gestaltet wird.",
  "appearance": "Feuer auf Hügeln, Fackeln, farbige Kleidung, Tanz, Musik und gedeckte Festtafeln prägen viele kurdische Newroz-Feiern. Die konkrete Gestaltung variiert nach Region und politischer Situation.",
  "powers": "Als Mythos verleiht Newroz Hoffnung, Erneuerung und kollektive Handlungsfähigkeit. Im Spiel kann das Feuer als Signal, Schutz vor winterlichen Gefahren oder magischer Übergang zwischen Jahreszeiten dienen.",
  "rpg_hooks": "Am Vorabend von Newroz müssen die Figuren ein Feuer entzünden, ohne eine Stadt in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Ein verlorenes Schmiedewerkzeug gilt als Kawas Hammer und wird von mehreren Fraktionen beansprucht.",
  "related": [
   "kawa",
   "yazidismus"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Newroz",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/4-14-newroz/",
    "note": "Fachquelle zur Geschichte, Terminologie und Verbreitung des Festes."
   },
   {
    "title": "UNESCO: Nowruz",
    "url": "https://ich.unesco.org/en/RL/novruz-navruz-nowrouz-nouruz-norouz-00282",
    "note": "Internationale Quelle zur lebendigen, transnationalen Festtradition und ihrer Eintragung als immaterielles Kulturerbe."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Newroz as celebrated by Kurds",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Newroz_as_celebrated_by_Kurds",
    "note": "Auffangquelle zur kurdischen Kawa-Erzählung und modernen Feierpraxis."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya (Kurmancî): Newroz",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Newroz",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Kurmandschi); beschreibt kurdische Festpraxis und Kawa-Dehaq-Erzählung, Quellenlage uneinheitlich"
   },
   {
    "title": "Rûdaw (Sorani): نەورۆز لە شیعر و گۆرانی کوردیدا",
    "url": "https://www.rudaw.net/sorani/kurdistan/210320183",
    "author": "Rûdaw",
    "note": "kurdischsprachiger Kulturbeitrag; behandelt die kurdische Deutung von Newroz in Literatur und Lied, keine religionswissenschaftliche Quelle"
   }
  ],
  "regional": "Die Kurmandschi-Seite beschreibt Newroz im modernen kurdischen Kontext als Fest der Freiheit, des Frühlings und der Wiederbelebung am 21. März. Sie verbindet das Fest mit Kawa und Dehaq und nennt insbesondere die großen Feiern in Amed/Diyarbakır und Akre. Rûdaw ergänzt, dass die Kawa-Dehaq-Erzählung in kurdischer Dichtung und in Liedern als eigener Bedeutungsrahmen des Festes erscheint. Damit wird die kurdische kulturelle und literarische Rezeption ergänzt, ohne die Erzählung als historische Tatsache auszugeben."
 },
 {
  "id": "sahmeran",
  "name": "Şahmeran, die Schlangenkönigin",
  "names": {
   "kurdish": "Şahmaran / Şahmeran",
   "other": "Šāh-mārān, 'Königin der Schlangen'"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Şahmeran gehört zu einer grenzüberschreitenden kurdisch-türkisch-iranischen Folklore mit vielfach überlagerten älteren Motiven; eine einzelne vorislamische Ursprungsfassung ist nicht gesichert.",
  "time_note": "Mündliche und literarische Überlieferungen verschiedener Epochen; lebendige Folklore",
  "summary": "Eine halb menschliche, halb schlangenartige Königin der Unterwelt, die für Weisheit, Heilwissen, Geheimhaltung und den Verrat durch Menschen steht.",
  "description": "Şahmeran, wörtlich etwa 'Herrscherin der Schlangen', wird meist als Frau mit menschlichem Oberkörper und Schlangenleib beschrieben. Sie lebt mit einem Volk von Schlangen in einer unterirdischen Welt und besitzt Wissen über Heilmittel, Pflanzen und die verborgenen Wege der Erde.\n\nDie bekannteste Erzählstruktur handelt von einem Menschen, der in die Schlangenwelt gelangt, ihr Vertrauen gewinnt und später verrät oder verraten wird. Der Verrat ermöglicht einem Herrscher oder Kranken, das Wissen Şahmerans zu benutzen; je nach Fassung werden Tod, Heilung, Rache und die Weitergabe des Geheimnisses unterschiedlich gewichtet.\n\nDie Figur ist in kurdischen, türkischen und iranischen Erzählräumen verbreitet, besonders auch in der regionalen Folklore Anatoliens und Nordmesopotamiens. Şahmeran ist deshalb ein gemeinsames Motiv mit kurdischer starker Aneignung, kein exklusiver Beleg für eine einzige ethnische Herkunft.",
  "appearance": "Eine schöne Frau mit langem Haar und Schlangenunterleib, oft umgeben von weiteren Schlangen. Wandbilder, Textilien, Schmuck und Tätowierungen greifen das Motiv regional unterschiedlich auf.",
  "powers": "Sie verfügt über Heilwissen, unterirdische Orientierung, die Sprache der Schlangen und Zugang zu verborgenen Archiven. Ihre Schwäche liegt in Vertrauen, Geheimhaltung und der menschlichen Gier nach ihrem Wissen.",
  "rpg_hooks": "Eine Heilerin benötigt Şahmerans verlorene Schuppe, doch die Schlangengemeinschaft verlangt im Gegenzug die Wahrheit über einen alten Verrat. Die Figuren müssen entscheiden, ob Heilwissen öffentlich gemacht oder als geschütztes Geheimnis bewahrt wird.",
  "related": [
   "kawa",
   "hurritische-mythologie"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Mardin Artuklu University: A Comparative Analysis of Several Versions of the Shahmaran Myth",
    "url": "https://www.artuklu.edu.tr/en/yasayan-diller-enstitusu/announcement/a-comparative-analysis-of-several-versions-of-the-shahmaran-myth",
    "note": "Universitäre Ankündigung zu einer vergleichenden Untersuchung kurdischer, türkischer und iranischer Fassungen."
   },
   {
    "title": "Mardin Artuklu University: Comparative Analysis of Shahmaran Myth, seminar report",
    "url": "https://www.artuklu.edu.tr/en/yasayan-diller-enstitusu/news/a-comparative-analysis-of-several-versions-of-the-shahmaran-myth-has-succesfully-been-presented",
    "note": "Universitäre Quelle zur regionalen und mehrsprachigen Verbreitung des Motivs."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Shahmaran",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Shahmaran",
    "note": "Auffangquelle für Namen, Motivvarianten und regionale Verbreitung."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya (Kurmancî): Şahmaran",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Şahmaran",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Kurmandschi); kurdische Haus- und Volksüberlieferung, Quellenlage begrenzt"
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya (Kurmancî): Cihê Şahmaran",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Cihê_Şahmaran",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Kurmandschi); regionale Lokalisierung um Nisêbîn und Cizîr, Seite weist selbst auf fehlende Belege hin"
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا (Sorani): شاماران",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/شاماران",
    "author": "",
    "note": "kurdischsprachige Wikipedia (Sorani); Varianten aus Kermanschah und Dersim sowie Yarsan-Bezüge, redaktionelle Qualität begrenzt"
   }
  ],
  "regional": "Die Kurmandschi-Überlieferung leitet den Namen Şahmaran von „Şaha Maran“ ab und beschreibt die Figur als halb Mensch, halb Schlange; im Raum Botan, besonders um Cizîr und Nisêbîn, erscheint sie als alte, teils beinahe religiös verehrte Volksgestalt. Ihr Bild wird als Schutz- und Respektmotiv in kurdischen Häusern aufgehängt; die Überlieferung verbindet es außerdem mit Schönheit, Weisheit und einer hilfreichen, menschenzugewandten Figur.\n\nDie Sorani-Seite belegt eine eigenständige ostkurdische Variante: In Kermanschah gilt Şamaran als Herrscherin der Schlangen und Skorpione; dafür wird als Gelübde die Speise Dākułāna gekocht und unter Nachbarn verteilt. Sie nennt außerdem eine starke Verankerung in Kermanschah und Dersim, eine Yarsan-Überlieferung der Figur sowie kurdische literarische Neubearbeitungen. Diese regionalen Angaben sind Folklore- und Praxisbelege, keine einheitliche überregionale Mythenversion."
 },
 {
  "id": "hurritische-mythologie",
  "name": "Hurritische Mythologie",
  "names": {
   "other": "Kumarbi / Kumurwe; Teššub / Teschub",
   "kurdish": "هۆری (Hurî)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Die hurritische Mythologie ist ein vorkurdisches anatolisch-mesopotamisches Substrat, nicht eine direkt belegte kurdische Religion. Eine Verbindung mit späterem kurdischem Erbe ist eine moderne historische Deutung und bleibt umstritten.",
  "time_note": "Bronzezeit, besonders 2. Jahrtausend v. Chr.; Texte oft in hethitischer Niederschrift",
  "summary": "Ein bronzezeitlicher Götter- und Mythenkomplex um Kumarbi, Teschub, Hepat und Schawuschka, der in Anatolien und Nordmesopotamien wirksam war.",
  "description": "Die Hurriter lebten im 2. Jahrtausend v. Chr. in Obermesopotamien, Nordsyrien und Anatolien; ihr religiöses Erbe ist vor allem durch Texte aus hethitischen Archiven und durch regionale Kultkontakte bekannt. Die Mythologie verbindet lokale hurritische Götter mit mesopotamischen und anatolischen Einflüssen.\n\nIm Kumarbi-Zyklus wird eine Folge göttlicher Herrscher erzählt: Kumarbi stürzt Anu, und aus dem Konflikt entsteht unter anderem der Wettergott Teschub, der schließlich selbst um die Herrschaft ringt. Teschub ist ein Wetter- und Sturmgott, Hepat eine bedeutende Göttin, und Schawuschka wird häufig mit der mesopotamischen Ischtar verglichen.\n\nFür ein kurdisches Kompendium ist dieser Stoff als mögliches regionales Substrat relevant, nicht als Beweis direkter ethnischer Kontinuität. Die Hurriter waren keine 'Kurden der Bronzezeit'; sprachliche und historische Übergänge sind nicht lückenlos dokumentiert. Moderne Erzählungen über ein kurdisches Erbe müssen daher ausdrücklich als Deutung gekennzeichnet werden.",
  "appearance": "Teschub kann mit Stier, Wagen, Blitz und Berglandschaft verbunden werden; Kumarbi erscheint als älterer Götterherrscher. Bildformen stammen aus verschiedenen hurritisch-hethitischen Kontexten und sind nicht einheitlich.",
  "powers": "Teschub beherrscht Sturm, Regen und königliche Ordnung; Kumarbi verkörpert Zeugung, alte Herrschaft und kosmischen Konflikt. Die Mythen arbeiten mit Abstammung, Entmachtung und der Gefahr rivalisierender Götter.",
  "rpg_hooks": "In einem Bergheiligtum tauchen Fragmente eines Kumarbi-Zyklus auf. Die Figuren müssen verhindern, dass ein moderner Nationalist daraus eine falsche Abstammung beweist, während ein Sturmritual tatsächlich eine alte Kultstätte aktiviert.",
  "related": [
   "urartu-religion",
   "sahmeran"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Hurrian",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Hurrian",
    "note": "Überblick zur hurritischen Bevölkerung, ihrem Raum und ihrer Einordnung in Anatolien und Mesopotamien."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Kumarbi",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Kumarbi",
    "note": "Auffangquelle zu Kumarbi und dem hurritischen Götterzyklus; für Detaildebatten Fachliteratur heranziehen."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Teshub",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Teshub",
    "note": "Auffangquelle zu Teschub als hurritischem Wettergott und zur hethitischen Überlieferung."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Hurî (Hurrî)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Hûrî",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; kurdische Rezeptionsquelle, nicht peer-reviewt. Die Gleichsetzung regionaler Altertumsgeschichte mit moderner kurdischer Kontinuität ist nicht belegt."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Darstellung rahmt die Hurri als bronzezeitliches Volk und Staatswesen in Teilen Kurdistans, nennt Urkeš als frühen Herrschaftsort und Mitanni als bedeutendstes Reich. Sie erklärt außerdem, die Hurri seien in andere Bevölkerungen assimiliert worden und die Sprachen von Hurri und Urartu gehörten zu einer gemeinsamen hurro-urartäischen Familie. Das ist eine wichtige kurdische Rezeption der Substratdebatte, darf aber weder als Nachweis einer direkten Abstammung der heutigen Kurden noch als unstrittige ethnische Kontinuität gelesen werden."
 },
 {
  "id": "urartu-religion",
  "name": "Urartu-Religion",
  "names": {
   "other": "Ḫaldi / Haldi; Teišeba; Shivini",
   "kurdish": "ئورارتوو (Ûrartû)"
  },
  "type": "religion",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Die Religion des eisenzeitlichen Reichs Urartu ist ein vorkurdisches anatolisches Substrat. Eine direkte Gleichsetzung der Urartäer mit Kurden oder der urartäischen Religion mit einer kurdischen Religion ist historisch nicht gesichert und in modernen Identitätsdeutungen umstritten.",
  "time_note": "ca. 9.–6. Jahrhundert v. Chr.; Zentrum am Vansee",
  "summary": "Die polytheistische Staatsreligion des eisenzeitlichen Urartu mit dem Hauptgott Ḫaldi sowie Teišeba und Shivini als weiteren prominenten Gottheiten.",
  "description": "Urartu war ein eisenzeitliches Königreich im Raum des Vansees und der armenischen Hochländer, mit Ausstrahlung bis an den Urmia- und Sewansee. Seine Könige hinterließen Keilschriftinschriften, Tempel und Festungen; diese Quellen erlauben einen Einblick in eine stark königs- und staatsbezogene Religion.\n\nAn der Spitze des Pantheons stand Ḫaldi, der mit königlicher Macht und militärischem Schutz verbunden war. Teišeba war ein Wetter- und Sturmgott, Shivini ein Sonnengott; weitere Gottheiten sind in Listen und Opferinschriften belegt. Opfer, Prozessionen, Waffenweihen und die Einbindung von Heiligtümern in Festungsanlagen prägten den Kult.\n\nUrartu ist für die Geschichte Kurdistans als regionales Substrat interessant, weil Teile seines ehemaligen Gebiets später in kurdisch bewohnten Räumen lagen. Daraus folgt jedoch keine direkte ethnische Kontinuität. Die urartäische Sprache, politische Ordnung und Religion müssen als eigenständige eisenzeitliche Tradition behandelt werden; eine Verbindung zu späteren kurdischen Bräuchen bleibt eine vorsichtige, umstrittene Vergleichshypothese.",
  "appearance": "Ḫaldi wird in der Bildkunst häufig als bewaffnete männliche Figur und mit einem Löwen verbunden dargestellt; Teišeba erscheint mit Stiermotiven, Shivini mit Sonnensymbolik. Darstellungen sind regional und zeitlich verschieden.",
  "powers": "Die Götter sichern Kriegserfolg, königliche Legitimität, Wetter, Sonne und Fruchtbarkeit. Rituale dienen zugleich der Versorgung des Reiches und der öffentlichen Demonstration königlicher Macht.",
  "rpg_hooks": "Eine urartäische Festung birgt eine Inschrift, die einen vergessenen Pass schützt. Die Figuren müssen zwischen archäologischer Bewahrung, lokaler Erinnerung und der Behauptung einer modernen direkten Abstammung vermitteln.",
  "related": [
   "hurritische-mythologie",
   "newroz"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "World History Encyclopedia: Urartu Religion",
    "url": "https://www.worldhistory.org/Urartu_Religion/",
    "note": "Überblick zu Pantheon, Kult und regionalem Kontext; populärwissenschaftliche Sekundärquelle."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Urartian religion",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Urartian_religion",
    "note": "Auffangquelle zu Ḫaldi, Teišeba, Shivini und den zeitlichen Eckdaten."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Urartu",
    "url": "https://www.britannica.com/place/Urartu",
    "note": "Enzyklopädischer Überblick zum Reich, seinem Gebiet und seiner eisenzeitlichen Geschichte."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Ûrartû (Urartu)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Ûrartû",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; Überblicks- und Rezeptionsquelle, nicht peer-reviewt. Die Bezeichnung als Staat Kurdistans ist eine kurdische historiographische Rahmung."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Quelle verortet Ûrartû zwischen den Seen Wan, Urmia und Sewan und bezeichnet es als eisenzeitliches Reich Kurdistans. Sie nennt Tuschpa am Vansee als Hauptstadt und ordnet die urartäische Sprache der hurro-urartäischen Familie zu. Für das Kompendium ist dies als kurdische Gegenwartsrezeption des alten Substrats wertvoll; die geografische Rahmung und eine mögliche Kontinuität zu modernen Kurden sind jedoch nicht mit einem ethnischen Abstammungsbeweis gleichzusetzen."
 },
 {
  "id": "kayumars",
  "name": "Kayumars",
  "names": {
   "persian": "کیومرث (Kayūmarth)",
   "avestan": "Gayō Marətan",
   "other": "گیومرث (Giyūmarṯ)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Vor-islamischer Urkönig der iranischen Überlieferung; schriftlich im Schahname (post-islamisch, um 1010) überliefert.",
  "time_note": "Mythische Urzeit, vor der Einteilung in die späteren Königsdynastien",
  "summary": "Kayumars ist der erste König des Schahname und der Begründer der menschlichen Ordnung. Sein Tod durch den Schwarzen Dämon setzt die Kette aus Trauer, Rache und Erneuerung in Gang.",
  "description": "Kayumars, im Avestischen Gayō Marətan, steht am Beginn der iranischen Königsgeschichte. Ferdowsi schildert ihn als naturverbundenen Urkönig, der zunächst in den Bergen lebt und Menschen, Tiere und die elementare Lebensordnung um sich sammelt. Seine Herrschaft ist weniger ein Reich mit festen Grenzen als der erste Schritt vom ungeordneten Dasein zur menschlichen Gemeinschaft.\n\nDie Idylle zerbricht, als der Schwarze Dämon Siyamak, den Sohn Kayumars’, im Zweikampf tötet. Kayumars trauert, kann den Gegner aber nicht selbst vernichten. Sein Enkel Hushang übernimmt die Führung, besiegt den Dämon und rächt Siyamak. Dadurch wird Kayumars’ Familiengeschichte zum Auftakt des großen Gegensatzes zwischen iranischer Zivilisation und den dämonischen Feinden.\n\nDie Figur verbindet kosmischen Anfangsmythos und politische Legitimation. In späteren Darstellungen erscheint Kayumars als idealisierter Stammvater, dessen Hof von Tieren und ersten Gefährten bevölkert ist. Für ein Rollenspiel eignet er sich als Gründerfigur, deren alte Zuflucht, Stammbaum oder verlorene Herrschaftsansprüche bis in die Gegenwart nachwirken.",
  "appearance": "Ein urtümlicher König in einfacher, naturverbundener Kleidung; die Bildtradition zeigt ihn häufig in einer Berglandschaft, umgeben von Menschen und Tieren.",
  "powers": "Keine Zauberkraft im engeren Sinn, aber königliches Farr, ursprüngliche Autorität und die Fähigkeit, Menschen zu einer ersten Gemeinschaft zu sammeln.",
  "rpg_hooks": "Eine Gruppe muss Kayumars’ vergessene Siedlung im Gebirge finden oder ein Relikt seiner ersten Herrschaft vor einem wiederkehrenden Dämon schützen.",
  "locations": [
   "alborz",
   "iran"
  ],
  "related": [
   "hushang",
   "siyamak",
   "black-div"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Kayumars, Siyamak und Hushang als erste Generation der epischen Tragödienfolge."
   },
   {
    "title": "Smithsonian National Museum of Asian Art: Kayumars & Hushang",
    "url": "https://asia-archive.si.edu/learn/shahnama/kayumars-hushang/",
    "note": "Einführung in die frühe Bild- und Erzähltradition."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Kayumars",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Kayumars",
    "note": "Überblicksquelle für Grunddaten."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: کیومرث (Kayūmarṯ)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/کیومرث",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Belegt u. a. die zoroastrische Kosmologie und die Namensdeutung."
   }
  ],
  "regional": "Die persischsprachige Darstellung unterscheidet stärker zwischen Kayumars als erstem Menschen der zoroastrischen Kosmologie und als erstem König der iranischen Sage. Sie nennt außerdem die Deutung des Namens aus „gayo“ (Leben) und „maretan“ (sterblich) sowie die in der Forschung gelegentlich vorgenommene Gleichsetzung mit Adam; diese Gleichsetzung ist als Vergleich, nicht als gesicherte Identität zu verstehen."
 },
 {
  "id": "hushang",
  "name": "Hushang",
  "names": {
   "persian": "هوشنگ (Hūšang)",
   "avestan": "Haošyaŋha"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Vor-islamischer Kulturheros; seine Schahname-Erzählung wurde im post-islamischen Epos um 1010 literarisch gestaltet.",
  "time_note": "Frühe mythische Königszeit, zweite Generation nach Kayumars",
  "summary": "Hushang ist Enkel Kayumars’ und ein Kulturheros, der den Schwarzen Dämon besiegt und den Menschen Feuer, Ackerbau und Handwerk erschließt. Der Feuerfunke aus seinem Steinschlag wird mit dem Sadeh-Fest verbunden.",
  "description": "Hushang folgt seinem Großvater Kayumars als König und trägt zunächst die Verantwortung für die Rache an Siyamak. Mit einem Heer aus Menschen und Tieren zieht er gegen den Schwarzen Dämon und tötet ihn. Dieser Sieg macht aus der privaten Trauer der ersten Generation einen öffentlichen Gründungsmythos iranischer Herrschaft.\n\nAls Kulturheros entdeckt Hushang der Überlieferung nach das Feuer: Beim Wurf eines Steins auf eine Schlange verfehlt er das Tier, erzeugt aber Funken aus dem Fels. Er bewahrt das Feuer, lehrt den Umgang damit und begründet die Erinnerung daran im Fest Sadeh. Ihm werden außerdem die Ordnung des Ackerbaus, die Nutzung von Metallen, Bewässerung und weitere grundlegende Künste zugeschrieben.\n\nHushang ist weniger der rastlose Einzelkämpfer als ein ordnender König, dessen Erfindungen die Gesellschaft dauerhaft verändern. Seine Schauplätze liegen in den Bergen und an den frühen Siedlungsplätzen Irans. Im RPG kann sein Feuer als heiliges Wissen, politisches Symbol oder gefährliches Relikt einer vergessenen Schmiedekunst auftreten.",
  "appearance": "Ein kräftiger, bärtiger Urkönig, meist mit Krone oder Fellgewand und einem großen Stein oder einer Keule dargestellt.",
  "powers": "Königliches Farr, außergewöhnliche Stärke und ein schöpferischer Erfindergeist; seine wichtigste Gabe ist die Beherrschung des Feuers.",
  "rpg_hooks": "Ein erloschenes Hushang-Feuer muss in einer Bergfestung neu entzündet werden, während rivalisierende Priester und Schmiede um seine Deutung kämpfen.",
  "locations": [
   "alborz",
   "iran"
  ],
  "related": [
   "kayumars",
   "siyamak",
   "tahmuras",
   "sadeh"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Smithsonian National Museum of Asian Art: Kayumars & Hushang",
    "url": "https://asia-archive.si.edu/learn/shahnama/kayumars-hushang/",
    "note": "Rachefeldzug gegen den Schwarzen Dämon und Kulturstifterrolle."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Hushang",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Hushang",
    "note": "Überblick zu Feuerentdeckung und Sadeh."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Einordnung in die Generationenfolge Kayumars–Siyamak–Hushang."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: هوشنگ (Hūšaṅg)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/هوشنگ",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung verortet Hushang zusätzlich ausdrücklich im Awesta: Er erscheint im Ābān- und im Rām-Yašt. Dort wird er mit der Erkenntnis des Feuers durch Ahura Mazda verbunden; außerdem gilt er als früher Eisengewinner, Schmied und Opfernder. Für die Schahnameh-Fassung hebt die Quelle seine Rolle bei Sesshaftwerdung und Städteausbau hervor."
 },
 {
  "id": "tahmuras",
  "name": "Tahmuras",
  "names": {
   "persian": "تهمورث (Tahmūraṯ)",
   "avestan": "Taxma Urupi",
   "other": "طهمورت (Tahmūrt)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Vor-islamischer Dämonenbezwinger der iranischen Sage, im post-islamischen Schahname literarisch überliefert.",
  "time_note": "Frühe mythische Königszeit zwischen Hushang und Jamshid",
  "summary": "Tahmuras, der Dämonenbinder, bezwingt Ahriman und dessen Heere. Von den besiegten Dämonen erhält er als Gegenleistung für ihr Leben die Kunst des Schreibens.",
  "description": "Tahmuras ist der dritte große König der Pischdadier und wird im Schahname als Tapferer oder Dämonenbinder charakterisiert. Als die dämonischen Mächte die menschliche Ordnung bedrohen, nimmt er den Kampf auf und besiegt Ahriman beziehungsweise die von ihm geführten Divs. In manchen Fassungen reitet er auf Ahriman selbst und zwingt ihn, als Reittier zu dienen.\n\nDie gefangenen Dämonen besitzen jedoch ein Wissen, das den Menschen noch fehlt. Sie bitten um ihr Leben und lehren Tahmuras dafür die Schrift. Die Episode erklärt mythisch den Ursprung des Schreibens und macht Tahmuras zu einer Übergangsfigur: Er verteidigt die Welt nicht nur mit Gewalt, sondern verwandelt das Wissen des Feindes in ein Werkzeug der Zivilisation.\n\nZu seinen Gefährten gehören gezähmte Tiere und die von ihm unterworfenen übernatürlichen Wesen; als Waffen erscheinen Schwert, Keule und königliche Kriegsausrüstung. Schauplätze sind die frühe iranische Königslandschaft und die dämonische Sphäre. Für ein RPG eignet sich Tahmuras’ Schrift als verschlüsseltes Erbe, das nur durch den Sieg über einen gebundenen Div entschlüsselt werden kann.",
  "appearance": "Ein gerüsteter König auf einem ungewöhnlichen Reittier, häufig als entschlossener Kämpfer mit einem gefesselten oder unterworfenen Dämon dargestellt.",
  "powers": "Kriegerische Stärke, Zauber- und Bannwissen sowie die Fähigkeit, Divs zu bezwingen und dienstbar zu machen.",
  "rpg_hooks": "Eine alte Schriftrolle wurde von einem gebundenen Div diktiert; wer sie liest, erhält Tahmuras’ Wissen, löst aber zugleich einen uralten Bann.",
  "locations": [
   "alborz",
   "iran"
  ],
  "related": [
   "hushang",
   "jamshid",
   "div"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Tahmuras",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Tahmuras",
    "note": "Überblick zum Dämonenkampf und zur Königschronik."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Dīv",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/div/",
    "note": "Tahmuras und Jamshid als Herrscher über Divs."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Jamšid i. Myth of Jamšid",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/jamsid-i/",
    "note": "Kontext der frühen iranischen Kulturheroen."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: طهمورث (Tahmūraṯ)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/طهمورث",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Als zusätzliche Schahnameh-Variante nennt die persische Quelle den klugen Wesir Šahrāsp (auch Saḥrasp), dessen Ratschläge Tahmuras zu einer gerechten Herrschaft und zum Sieg über die Dämonen führen. Die gefangenen Dämonen lehren ihn danach Lesen und Schreiben; damit wird die Schriftgabe im persischen Stoff unmittelbar an die Beratung und den Dämonenbund geknüpft."
 },
 {
  "id": "jamshid",
  "name": "Jamshid",
  "names": {
   "persian": "جمشید (Jamšīd)",
   "avestan": "Yima Xšaēta",
   "other": "جم (Jam), ییمه (Yima)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Yima ist eine vor-islamische Gestalt der Avesta; Jamshids Schahname-Fassung ist eine post-islamische literarische Überlieferung um 1010.",
  "time_note": "Mythische Pischdadierzeit; Verbindung mit Yima und der Vara-Erzählung",
  "summary": "Jamshid ist der große Kultur- und Priesterkönig der iranischen Sage. Seine lange Friedensherrschaft endet, als Hochmut sein Farr zerstört und er dem Tyrannen Zahhak die Herrschaft ermöglicht.",
  "description": "Jamshid, im Mittelpersischen Jam und im Avestischen Yima Xšaēta, wird als Erbauer und Ordner der Welt geschildert. Er teilt die Menschen nach Berufen, begründet Handwerk und Heilkunst und lässt eine glänzende königliche Ordnung entstehen. Seine Herrschaft steht für Wohlstand, Sicherheit und die Fähigkeit des Königs, die Welt nach Maß und Rang zu gestalten.\n\nIn der avestischen Tradition ist Yima außerdem mit der Vara verbunden, einer Schutzanlage gegen eine vernichtende Winterkatastrophe. Die Schahname-Erzählung betont stärker die königliche Glorie und den verhängnisvollen Stolz. Jamshid behauptet schließlich, alle Errungenschaften allein geschaffen zu haben; dadurch entzieht sich ihm das Farr. Er flieht und wird von Zahhak getötet, worauf Zahhak die Herrschaft übernimmt.\n\nBeteiligte Orte sind die frühe iranische Königslandschaft und in späterer Benennung Takht-e Jamshid, dessen Ruinen mit Jamshids Thron verbunden wurden. Kawa und Fereydun gehören zur nachfolgenden Befreiungserzählung, werden hier aber als eigene Gestalten behandelt. Im RPG kann Jamshids verlorenes Farr als Krone, Bauplan oder moralische Prüfung erscheinen.",
  "appearance": "Ein strahlender, prachtvoll gekleideter König mit Krone oder Thron; die Bildtradition betont Gold, Edelsteine und übernatürlichen Glanz.",
  "powers": "Königliches Farr, visionäre Ordnungskraft, Wissen über Handwerk und Medizin sowie in der Yima-Tradition die Fähigkeit, eine geschützte Zuflucht zu schaffen.",
  "rpg_hooks": "In den Ruinen eines angeblichen Jamshid-Bauwerks muss die Gruppe entscheiden, ob ein gefundenes Farr-Relikt rechtmäßige Herrschaft verleiht oder seinen Träger korrumpiert.",
  "locations": [
   "persepolis",
   "iran",
   "alborz"
  ],
  "related": [
   "tahmuras",
   "zahhak",
   "fereydun",
   "kawa"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Jamšid",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/jamsid/",
    "note": "Grundartikel zu Jamshid beziehungsweise Yima."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Jamšid i. Myth of Jamšid",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/jamsid-i/",
    "note": "Yima, Vara, Jamshids Fall und Takht-e Jamshid."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Jamshid",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Jamshid",
    "note": "Überblick zu den Schahname-Motiven."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: جمشید (Jamšīd)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/جمشید",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung führt neben „Jamšīd“ die Kurzform Jam und die awestische Gestalt Yima aus. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen den Mythen: In der awestischen Überlieferung bewahrt Yima im Var ausgewählte Lebewesen vor einer verheerenden Naturkatastrophe, während die Schahnameh-Erzählung den Kulturkönig und seinen späteren Sturz durch Hochmut in den Mittelpunkt stellt."
 },
 {
  "id": "zahhak",
  "name": "Zahhak, der Tyrann",
  "names": {
   "persian": "ضحاک (Żaḥḥāk)",
   "other": "Menschlicher Tyrann der Schahname-Fassung",
   "avestan": "اژی‌دهاک (Aži Dahāka)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Der Schahname verbindet den vor-islamischen Tyrannenmythos mit islamisch geprägten Erzählmotiven; dieser Eintrag bezeichnet den Menschen und Usurpator, nicht den separaten Drachen Aži Dahaka.",
  "time_note": "Tausendjährige Tyrannenherrschaft in der mythischen Frühzeit",
  "summary": "Zahhak ist der menschliche Prinz und Usurpator, dessen Schultern nach einer Verführung durch Ahriman zwei Schlangen tragen. Er stürzt Jamshid, regiert mit Gewalt und wird von Fereydun besiegt und am Damavand gebannt.",
  "description": "Zahhak beginnt als menschlicher Prinz, der durch Ahrimans List zum Werkzeug des Bösen wird. Nach dem Kuss oder der Berührung des Widersachers wachsen ihm zwei Schlangen aus den Schultern. Im Schahname verlangen diese Schlangen täglich menschliche Gehirne; die körperliche Monstrosität ist dabei Teil der Beschreibung eines menschlichen Herrschers, der seine Macht vollständig in Grausamkeit verwandelt.\n\nZahhak tötet Jamshid und usurpiert die iranische Krone. Seine Herrschaft dauert tausend Jahre und ist von Folter, Zwang und der systematischen Vernichtung junger Menschen geprägt. Der Aufstand des Schmieds Kawa und die Erhebung Fereyduns beenden seine Herrschaft. Fereydun erschlägt ihn nicht, sondern fesselt ihn am Berg Damavand, wodurch die Bedrohung weiterbesteht.\n\nDer Eintrag ist ausdrücklich vom Drachen Aži Dahaka getrennt, dessen eigener Kompendium-Eintrag vorgesehen ist. Zahhak gehört außerdem zur Überlieferung von Kawa, nicht zu einem Newroz-Eintrag. Für ein RPG ist er ein menschlicher Tyrann mit übernatürlicher Verderbnis: Seine Gefängnisse, Versorgungsketten und loyalen Beamten können ebenso wichtige Gegner sein wie seine Schlangen.",
  "appearance": "Ein einst menschlicher König mit königlicher Rüstung und zwei schwarzen Schlangen, die aus seinen Schultern wachsen; die Darstellung schwankt zwischen menschlichem Tyrannen und dämonisiertem Herrscher.",
  "powers": "Politische Herrschaft, Einschüchterung, übernatürliche Lebensverlängerung und die tödlichen Schlangenschultern; seine Schwäche ist die Abhängigkeit von Angst, Opfern und fremder Unterstützung.",
  "rpg_hooks": "Die Gruppe entdeckt einen geheimen Nachschubweg zu Zahhaks Gefängnissen oder muss entscheiden, ob sie den Bann am Damavand stärkt, obwohl ein Teil der Bevölkerung Zahhak als Ordnungsmacht zurückfordert.",
  "locations": [
   "damavand",
   "iran",
   "arabia"
  ],
  "related": [
   "jamshid",
   "fereydun",
   "kawa",
   "azi-dahaka"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Iran iv. Myths and Legends",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/iran-iv-myths-and-legends/",
    "note": "Zahhak, Königtum, Farr und zoroastrische Elemente."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Armāʾīl",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/armail-legendary-figure-in-the-myth-of-zahhak/",
    "note": "Kontextquelle zu Zahhak und Figuren des Widerstands."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Zahhak",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Zahhak",
    "note": "Überblick zu Zahhak als Tyrann mit Schlangen."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: ضحاک (Żaḥḥāk)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/ضحاک",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle macht die Entwicklung vom awestischen Dämon zur Schahnameh-Figur deutlich: Aži Dahāka bedeutet dort sinngemäß „dämonische Schlange“, während Ferdowsis Zahhak als Sohn des Mardās und als Herrscher mit arabischer Abstammung erscheint, der den eigenen Vater tötet und den Thron übernimmt. Diese Ebenen sollten im Kompendium nicht als identische historische Figur gelesen werden."
 },
 {
  "id": "fereydun",
  "name": "Fereydun",
  "names": {
   "persian": "فریدون (Fereydūn)",
   "avestan": "Θraētaona"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Avestischer vor-islamischer Held und König; seine Schahname-Gestalt wurde im post-islamischen Epos um 1010 ausgestaltet.",
  "time_note": "Pischdadierzeit, nach Zahhaks Aufstieg und vor Manuchehrs Thronbesteigung",
  "summary": "Fereydun ist der gerechte König, der Zahhak stürzt und die iranische Ordnung wiederherstellt. Er wird von der Kuh Barmaya verborgen ernährt und teilt sein Reich später unter seinen Söhnen auf.",
  "description": "Fereydun, avestisch Θraētaona, wird als Sohn Ābtins und Faranaks geboren, während Zahhak seinen Vater verfolgt. Faranak bringt das Kind in Sicherheit; die Kuh Barmaya nährt es, bis Fereydun stark genug ist, aus dem Verborgenen hervorzutreten. Seine Jugend verbindet den bedrohten Erben mit der Vorstellung, dass rechtmäßiges Königtum auch außerhalb eines Palastes bewahrt werden kann.\n\nMit der Keule in Stierkopfform zieht Fereydun gegen Zahhak. Er befreit dessen Gefangene und besiegt den Tyrannen, lässt ihn aber auf dem Damavand fesseln. Danach ordnet er Iran neu und wird als barmherziger, maßvoller Herrscher beschrieben. Seine spätere Teilung der Welt unter Salm, Tur und Iraj erzeugt jedoch den Erbstreit, aus dem die dauerhafte Feindschaft zwischen Iran und Turan hervorgeht.\n\nBedeutende Orte sind der Damavand, die iranische Königslandschaft und die Weide- oder Verstecklandschaft der Barmaya. Fereydun steht in enger Verbindung zu Kawa und Manuchehr, wird aber nicht mit deren Rollen gleichgesetzt. Im RPG kann sein Stierkopf-Keule als Symbol legitimer Rebellion oder als Relikt einer schwierigen Erbfolge dienen.",
  "appearance": "Ein kräftiger, würdevoller König in Kriegsrüstung; charakteristisch ist die schwere Keule mit Stierkopf, das Zeichen seines Sieges über Zahhak.",
  "powers": "Königliches Farr, außergewöhnliche Kraft, moralische Autorität und die Fähigkeit, eine zersplitterte Bevölkerung zu sammeln und neu zu ordnen.",
  "rpg_hooks": "Ein Erbstreit zwischen drei Linien droht eine Grenzregion erneut in Iran und Turan zu spalten; nur die verschollene Keule Fereyduns kann den Anspruch glaubhaft machen.",
  "locations": [
   "damavand",
   "iran",
   "turan"
  ],
  "related": [
   "zahhak",
   "kawa",
   "manuchehr",
   "barmaya"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ferēdūn",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/feredu/",
    "note": "Avestische Herkunft, Geburt, Barmaya und Rolle als mythischer König."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Barmāya",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/barmaya-a-cow/",
    "note": "Die Kuh in Fereyduns Rettungsgeschichte."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Fereydun",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Fereydun",
    "note": "Überblick zu Fereydun als Held und König."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: فریدون (Fraētaona)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/فریدون",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Zusätzlich nennt die persische Darstellung Fereyduns Eltern Ābtīn und Farānak und seine Abstammung von Jamšīd. Für den Sturz Zahhaks wird die Zusammenarbeit mit Kāva dem Schmied ausdrücklich hervorgehoben; danach wird Fereydun als Pischdadier-König eingesetzt und teilt die Welt unter Salm, Tur und Iraj."
 },
 {
  "id": "manuchehr",
  "name": "Manuchehr",
  "names": {
   "persian": "منوچهر (Manūčehr)",
   "avestan": "Manuščiθra"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Vor-islamischer Rache- und Königsheld; Ferdowsis Schahname ist die nach-islamische schriftliche Fassung seiner Sage.",
  "time_note": "Nach Fereyduns Reichsteilung, frühe Pischdadierzeit",
  "summary": "Manuchehr ist der Enkel Fereyduns und Rächer seines ermordeten Großvaters Iraj. Als König besiegt er Salm und Tur und stabilisiert die iranische Linie der Pischdadier.",
  "description": "Manuchehr wird als Sohn von Irajs Tochter und damit als rechtmäßiger Erbe Fereyduns eingeführt. Seine Geburt und sein Heranwachsen geben Fereydun Hoffnung, nachdem Iraj von seinen Brüdern Salm und Tur ermordet wurde. Noch bevor Manuchehr den Thron übernimmt, wird er zum Träger einer Generationenpflicht: Die Gewalt gegen Iraj verlangt nach Vergeltung.\n\nAls junger König führt Manuchehr Krieg gegen Salm und Tur. Er tötet beide und stellt damit die iranische Herrschaft über die Nachfolge Fereyduns wieder her. Die Rache beendet den unmittelbaren Erbstreit nicht endgültig, sondern legt den Grund für die lange Rivalität zwischen Iran und Turan. In späteren Episoden erscheint Manuchehr außerdem als Schutzherr des Helden Sam und als König, unter dem Zal in die politische Ordnung zurückkehrt.\n\nSeine Schauplätze reichen von der iranischen Ebene bis zu den Grenzräumen gegen Turan. Manuchehr ist ein guter RPG-Anker für Fragen nach Erbrecht, Blutrache und der Grenze zwischen gerechter Wiederherstellung und vererbter Feindschaft. Seine Armee, sein Hof und die mit ihm verbundenen Genealogien können als politische Fraktionen gestaltet werden.",
  "appearance": "Ein junger, entschlossener König in vollständiger Reiterrüstung; die Darstellungen betonen seine Jugend, königliche Würde und kriegerische Bereitschaft.",
  "powers": "Königliches Farr, taktische Führung und außergewöhnliche Kampfeskraft; seine besondere Stärke ist die Legitimität als Nachkomme Irajs und Fereyduns.",
  "rpg_hooks": "Ein alter Grenzkonflikt wird durch einen Mord an einem Thronerben neu entfacht; die Gruppe muss entscheiden, ob sie Manuchehrs Rachegesetz oder einen brüchigen Frieden unterstützt.",
  "locations": [
   "iran",
   "turan",
   "sistan",
   "alborz"
  ],
  "related": [
   "fereydun",
   "zal",
   "rostam"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Manuchehr",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Manuchehr",
    "note": "Manuchehr als legendärer Schah nach Fereyduns Reichsteilung."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Manuchehr als Rache- und Wiederherstellungsfigur nach Irajs Tod."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zāl",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/zal/",
    "note": "Politische Verbindung mit Sam und Zal."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: منوچهر (Manūčihr)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/منوچهر",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Überlieferung verbindet Manuchehrs Krieg gegen Afrasiab mit einer Belagerung in Tabaristan und mit dem Grenzstreit, der durch den Pfeil des Bogenschützen Āraš entschieden wird. In dieser Fassung weist die Göttin Spendārmad Manuchehr auf einen besonderen Bogen und Pfeil; die Episode gehört damit zur iranischen Arash-Tradition, nicht nur zur genealogischen Rachegeschichte."
 },
 {
  "id": "zal",
  "name": "Zal",
  "names": {
   "persian": "زال (Zāl)",
   "other": "Dastan"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Vor-islamischer Held der Sistan-Tradition, vor allem in Ferdowsis post-islamischem Schahname überliefert.",
  "time_note": "Heldenzeit zwischen Manuchehr und den Kayaniden",
  "summary": "Zal ist der weißhaarige Sohn Sams, der nach seiner Aussetzung vom Simurgh aufgezogen wird. Als kluger Feldherr, Liebender und Vater Rostams verbindet er menschliche Heldensage mit übernatürlicher Fürsorge.",
  "description": "Zal wird mit weißem Haar geboren und deshalb von seinem Vater Sam als unheilvolles Kind ausgesetzt. Der Simurgh nimmt ihn auf und zieht ihn in seinem Nest auf. Später bereut Sam seine Tat; der Simurgh gibt Zal eine Feder als Schutzzeichen und bringt ihn zu seiner Familie zurück. Das weiße Haar bleibt dabei kein bloßes Makelzeichen, sondern wird zum sichtbaren Zeichen einer ungewöhnlichen Herkunft.\n\nZal erweist sich als fähiger Ratgeber und Krieger. Er hilft, Kay Qobad aus dem Alborz zu holen und damit die Kayaniden-Dynastie zu begründen, und heiratet Rudabeh aus Kabul. Die schwierige Geburt ihres Sohnes Rostam wird durch den Rat des Simurgh ermöglicht. Zal ist außerdem an den Kämpfen gegen Turan und an der politischen Sicherung Sistan-Zabuls beteiligt.\n\nSeine wichtigsten Orte sind Zabulistan, Kabul und der Alborz. Die Feder des Simurgh, seine Verbindung zu Rudabeh und die Erziehung Rostams machen ihn für ein RPG besonders vielseitig: Er kann als alter Berater, als Grenzfürst oder als Träger eines nichtmenschlichen Wissens auftreten. Der Simurgh bleibt dabei eine eigene Gestalt und wird nur verlinkt.",
  "appearance": "Ein hochgewachsener Krieger mit auffallend weißem Haar; in späteren Bildern trägt er die prächtige Rüstung eines Sistanischen Fürsten.",
  "powers": "Außergewöhnliche Weisheit, militärisches Geschick, starke politische Bündnisfähigkeit und die schützende Feder des Simurgh als übernatürliches Hilfsmittel.",
  "rpg_hooks": "Eine einzige Feder aus Zals Erbe kann Leben retten, aber ihr Einsatz ruft den Anspruch einer alten Sistanischen Familie oder des Simurgh hervor.",
  "locations": [
   "zabul",
   "sistan",
   "kabul",
   "alborz"
  ],
  "related": [
   "simurgh",
   "rostam",
   "rudabeh",
   "sam",
   "manuchehr"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zāl",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/zal/",
    "note": "Herkunft, Kämpfe, Kay Qobad und Rolle als Vater Rostams."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Zāl",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Z%C4%81l",
    "note": "Überblick zu weißem Haar, Simurgh-Erziehung und Familie."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Einordnung der Familie Zal–Rostam."
   },
   {
    "title": "زال (Zāl) | مرکز پژوهش‌های ایرانی و اسلامی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/246847/زال",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachiger Fachartikel des Zentrums für iranische und islamische Forschungen; fachlich ergiebiger als eine reine Überblicksquelle."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: زال (Zāl)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/زال",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Der persische Fachartikel fasst Zal nicht nur als Vater Rostams und Sohn Sams, sondern auch als Sinnbild von Weisheit in der Schahnameh und in nachschahnamehlichen Heldenerzählungen sowie in der Naqqālī-Tradition. Damit reicht seine Wirkung über Ferdowsis Text hinaus in mündliche und volkstümliche Aufführungsformen."
 },
 {
  "id": "rostam",
  "name": "Rostam",
  "names": {
   "persian": "رستم (Rostam)",
   "other": "Rostam-e Dastan"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Zentraler vor-islamischer Nationalheld, dessen Stoff im post-islamischen Schahname literarisch fixiert wurde.",
  "time_note": "Lange Heldenzeit der Kayaniden, über mehrere Königsgenerationen hinweg",
  "summary": "Rostam ist der größte Kämpfer des Schahname und der Paladin Sistan-Zabuls. Mit seinem Pferd Rakhsh, der Keule und dem Lasso verteidigt er Iran, doch seine Tragödien mit Sohrab und Esfandiyar zeigen die Grenzen heroischer Gewalt.",
  "description": "Rostam ist der Sohn von Zal und Rudabeh und wächst in Sistan-Zabul zu einem außergewöhnlichen Krieger heran. Sein treues Pferd Rakhsh, seine schwere Keule, der Bogen und das Lasso gehören zu seinem festen Heldeninventar. In den sieben Prüfungen und zahlreichen Feldzügen besiegt er Divs, Drachen und feindliche Champions und rettet iranische Könige aus aussichtslosen Lagen.\n\nEr dient mehreren Kayaniden, bleibt aber ein eigenständiger Fürst mit starkem Stolz. Rostam befreit Kay Kavus aus Mazandaran, kämpft gegen Afrasiabs Truppen und verteidigt Iran in vielen Grenzkriegen. Seine berühmteste und schrecklichste Tat ist der unerkannte Zweikampf mit seinem Sohn Sohrab. Später tötet er Esfandiyar, nachdem dieser ihn im Auftrag seines Vaters zum Gehorsam zwingen soll.\n\nRostams Kernorte sind Zabulistan, der Alborz, Mazandaran und die iranisch-turanische Grenze. Er ist im RPG zugleich Mentor, unzuverlässiger Machtfaktor und tragischer Gegner: Seine Loyalität zum Land kann mit seiner persönlichen Ehre kollidieren. Rakhsh und das Lasso eignen sich als eigenständige, wiedererkennbare Spielmechaniken.",
  "appearance": "Ein riesiger, breitschultriger Krieger mit Tigerfell oder schwerer Rüstung, Helm, Keule und Bogen; häufig zusammen mit dem kräftigen Pferd Rakhsh dargestellt.",
  "powers": "Übermenschliche Kraft, Ausdauer, Kriegserfahrung, Kletter- und Reitkunst, taktische Improvisation sowie ein außergewöhnliches Gespür für Monster und Hinterhalte.",
  "rpg_hooks": "Rostams alte Spur führt durch ein von Divs verwüstetes Tal; die Gruppe muss Rakhsh finden oder zwischen Rostams persönlicher Rache und der Rettung eines Königreichs vermitteln.",
  "locations": [
   "zabul",
   "sistan",
   "alborz",
   "mazandaran",
   "turan"
  ],
  "related": [
   "zal",
   "simurgh",
   "rakhsh",
   "sohrab",
   "esfandiyar",
   "key-kavus"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Literarische Charakterisierung Rostams und seiner tragischen Konflikte."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Rostam",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Rostam",
    "note": "Herkunft, Taten und geografische Verortung in Zabulistan."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: The Battle between Rostam and Sohrāb",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/battle-rostam-sohrab",
    "note": "Spezialquelle zur Tragödie mit Sohrab."
   },
   {
    "title": "رستم (Rostam) | مرکز پژوهش‌های ایرانی و اسلامی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/268188/رستم",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachiger Fachartikel des Zentrums für iranische und islamische Forschungen; behandelt auch die Überlieferung nach der Schahnameh."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: رستم (Rostam)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/رستم",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Der persische Fachartikel nennt neben Sohrab auch Faramarz als Rostams Sohn. Er weist außerdem auf eine Überlieferung in der Tārīḫ-e Sīstān hin, nach der die Herrscher von Sistan bis vor der Islamisierung ihre Abstammung auf Rostam zurückführten; das ist als regionale Genealogie- und Erinnerungstradition, nicht als gesicherte historische Abstammung, zu kennzeichnen."
 },
 {
  "id": "sohrab",
  "name": "Sohrab",
  "names": {
   "persian": "سهراب (Sohrāb)",
   "other": "Suhrab"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Tragischer Held der vor-islamischen Erzählwelt; seine bekannteste Fassung steht im post-islamischen Schahname.",
  "time_note": "Heldenzeit der Kayaniden, während der Auseinandersetzungen zwischen Iran und Turan",
  "summary": "Sohrab ist der junge Sohn Rostams und der turanischen Prinzessin Tahmineh. Auf der Suche nach seinem unbekannten Vater wird er zum Heerführer und stirbt im Zweikampf durch Rostams Hand.",
  "description": "Sohrab wird in Samangan geboren, nachdem Rostam eine Nacht mit der Prinzessin Tahmineh verbracht hat. Tahmineh bewahrt Rostams Erkennungszeichen für ihren Sohn, doch Sohrab wächst ohne persönliche Begegnung mit seinem Vater auf. Schon als Jugendlicher ist er außergewöhnlich stark und ehrgeizig und sucht nach einer Gelegenheit, sowohl seinen Vater zu finden als auch die politische Ordnung Irans und Turans neu zu gestalten.\n\nIm Dienst der Turaner greift Sohrab die Weiße Festung Dezh-e Safid an. Er besiegt Hojir und fordert Gordafarid zum Zweikampf. Sein Feldzug bringt ihn schließlich in die Nähe Rostams, doch Intrigen und die Angst vor einem zu mächtigen Helden verhindern, dass die beiden einander rechtzeitig erkennen. Im zweiten Zweikampf verwundet Rostam Sohrab tödlich; erst danach wird die Abstammung durch das Erkennungszeichen offenbar.\n\nSohrab führt nach Samangan, Dezh-e Safid und an die iranisch-turanische Grenze. Er ist kein bloßer Gegenspieler, sondern eine Figur von Jugend, Sehnsucht und politischem Potential. Für ein RPG bieten sich die Suche nach Rostams Identität, Tahminehs Erinnerungsstück und die Frage an, ob ein früheres Erkennen den Krieg hätte verhindern können.",
  "appearance": "Ein außergewöhnlich großer und kräftiger junger Krieger in turanischer Rüstung, mit jugendlichem Gesicht und selbstbewusstem Auftreten.",
  "powers": "Überragende Körperkraft, Reit- und Zweikampffähigkeit, Mut und natürliche Führungsbegabung; seine Schwäche ist politische Unerfahrenheit und die Manipulierbarkeit durch ältere Ratgeber.",
  "rpg_hooks": "Ein Erkennungsarmband oder Siegel wird gefunden, bevor Sohrab und Rostam aufeinandertreffen; die Gruppe muss die Nachricht durch ein feindliches Lager bringen.",
  "locations": [
   "samangan",
   "dezh-e-safid",
   "turan",
   "iran"
  ],
  "related": [
   "rostam",
   "tahmineh",
   "gordafarid",
   "zal",
   "afrasiab"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: The Battle between Rostam and Sohrāb",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/battle-rostam-sohrab",
    "note": "Fachquelle zur Zweikampf- und Tragödienhandlung."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Sohrabs Tragik und das Motiv des unerkannten Verwandten."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Sohrab",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Sohrab",
    "note": "Überblick zu Sohrab als legendärem Krieger und Sohn Rostams."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: سهراب (Sohrāb)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/سهراب",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung konkretisiert die Erkennungsgeschichte: Rostam hinterlässt Tahmineh vor seiner Abreise einen Siegel- beziehungsweise Erkennungsgegenstand, der dem Kind bei der Geburt am Arm befestigt werden soll. Als Sohrab zehn Jahre alt ist, fragt er nach seinem Vater; die Szene verstärkt das Motiv der verspäteten Identitätserkenntnis im späteren Zweikampf."
 },
 {
  "id": "siyavash",
  "name": "Siyavash",
  "names": {
   "persian": "سیاوش (Siyāvaš)",
   "avestan": "Siiāuuaršan / Siāwaxš",
   "other": "سیاوُش، سیاوَخْش (Siyāvuš, Siyāvaχš)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Vor-islamischer Fürsten- und Märtyrerstoff, im post-islamischen Schahname literarisch überliefert.",
  "time_note": "Kayanidenzeit, zwischen Kay Kavus und Kay Khosrow",
  "summary": "Siyavash ist der reine, tragische Sohn Kay Kavus’, der einer falschen Anschuldigung durch das Feuer entgeht und nach Turan flieht. Seine Ermordung durch Afrasiab begründet die Rache seines Sohnes Kay Khosrow.",
  "description": "Siyavash ist der Sohn Kay Kavus’ und wird von Rostam erzogen. Er wächst zu einem schönen, maßvollen und tapferen Prinzen heran. Als Sudabeh, die Frau seines Vaters, ihn begehrt und er ihre Annäherung zurückweist, wird er verleumdet. Um seine Unschuld zu beweisen, reitet Siyavash durch ein gewaltiges Feuer und bleibt unversehrt.\n\nSiyavash versucht anschließend, den Krieg zwischen Iran und Turan zu begrenzen. Er geht als Geisel und Vermittler zu Afrasiab, heiratet dessen Tochter Farangis und gründet Siyavashgerd. Die Intrige Garsivaz’ überzeugt Afrasiab jedoch, dass Siyavash gefährlich sei; der König von Turan lässt ihn töten. Siyavashs Tod wird zum Symbol unschuldigen Leidens und zur Ursache des späteren Rachefeldzugs Kay Khosrows.\n\nDie Handlung führt von Iran über die Feuerprobe und die turanische Grenze nach Siyavashgerd. Im RPG kann Siyavash als moralischer Prüfstein, als Ahnenfigur eines Grenzvolks oder als politischer Vermittler erscheinen, dessen unaufgeklärter Mord noch Generationen später Kriege auslöst.",
  "appearance": "Ein junger, außergewöhnlich schöner Prinz in schlichter, vornehmer Rüstung; Feuer und dunkle Trauerfarben prägen seine Bild- und Festtraditionen.",
  "powers": "Keine übernatürliche Kampfmagie, aber außergewöhnliche Reinheit, Reitkunst, Tapferkeit und die mythische Unverletzbarkeit in der Feuerprobe.",
  "rpg_hooks": "Ein Grenzdorf feiert noch immer Siyavashs Feuerprobe, während ein Beweis für die alte Intrige auftaucht und den Frieden mit Turan gefährdet.",
  "locations": [
   "iran",
   "turan",
   "siyavashgerd",
   "samangan"
  ],
  "related": [
   "key-kavus",
   "key-khosrow",
   "rostam",
   "farangis",
   "afrasiab"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Kayanian vi. Siiāuuaršan, Siyāwaxš, Siāvaš",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/kayanian-vi/",
    "note": "Siyavash, Sudabeh, Farangis, Kay Khosrow und das turanische Exil."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Siyâvash",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Siy%C3%A2vash",
    "note": "Überblick zu Feuerprobe, Exil und Tod."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Siyavash als unschuldiges Opfer zwischen Kay Kavus und Kay Khosrow."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: سیاوش (Siyāvaš)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/سیاوش",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung bewahrt neben Siyāvaš mehrere Namensformen und führt seine awestische Gestalt Siyāvaršan als „Besitzer eines schwarzen Hengstes“ an. Sie erwähnt außerdem die mittelpersische Überlieferung, nach der Siyavash die Festung Kang errichtet, sowie die genealogische Berufung der afrighidischen Herrscher von Choresmien auf ihn; beides gehört zur späteren Rezeptionsgeschichte und ist als Überlieferung zu markieren."
 },
 {
  "id": "key-kavus",
  "name": "Key Kavus",
  "names": {
   "persian": "کی‌کاووس (Kay Kāvus)",
   "avestan": "Kauui Usan"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Kayanidischer König der vor-islamischen Sage; seine Abenteuer und Fehler werden im post-islamischen Schahname erzählt.",
  "time_note": "Kayanidenzeit, Vater Siyavashs und Großvater Kay Khosrows",
  "summary": "Key Kavus ist ein mächtiger, aber launenhafter Kayanidenkönig. Seine Feldzüge nach Mazandaran und gegen Turan, sein Flugversuch und seine Mitschuld an Siyavashs Schicksal machen ihn zu einer ambivalenten Herrscherfigur.",
  "description": "Key Kavus folgt Kay Qobad und verkörpert die Größe und die Gefahren königlicher Macht. Er besitzt Mut und Anspruch, lässt sich aber wiederholt von Ehrgeiz, Eitelkeit und schlechten Ratgebern leiten. Seine Herrschaft wird deshalb von spektakulären Erfolgen und selbstverschuldeten Krisen geprägt.\n\nKavus führt den berühmten Feldzug nach Mazandaran, wo er und sein Heer durch dämonische Kräfte gefangen werden und Rostam ihn in den sieben Prüfungen retten muss. Später versucht er mit einem künstlichen Fluggerät den Himmel zu erreichen; der Flug scheitert, und er wird aus den Bergen geborgen. Im Konflikt um Siyavash versagt Kavus als Vater und König, weil er Sudabehs Intrige nicht entschlossen beendet.\n\nSeine Orte reichen von Iran und dem Hof in Istakhr über Mazandaran bis zu den turanischen Grenzgebieten. Für ein RPG ist Key Kavus ein guter Auftraggeber mit echter Macht, aber schlechter Urteilskraft: Die Gruppe kann seine Befehle ausführen, seine Fehler korrigieren oder sich gegen eine Expedition stellen, die nur seinem Ruhm dient.",
  "appearance": "Ein prachtvoll gekleideter König mit Krone und schwerer Hofrüstung; Darstellungen zeigen ihn sowohl als majestätischen Herrscher als auch als abenteuerlustigen Feldherrn.",
  "powers": "Königliches Farr, starke Armee und Ressourcen, persönlicher Mut und die Fähigkeit, große Expeditionen zu finanzieren; geschwächt durch Impulsivität und Stolz.",
  "rpg_hooks": "Kavus verspricht der Gruppe eine Belohnung für eine unmögliche Himmels- oder Bergmission, verschweigt aber, dass er eine alte Gefangenschaft der Dämonen wiederholt.",
  "locations": [
   "iran",
   "mazandaran",
   "turan",
   "alborz",
   "istakhr"
  ],
  "related": [
   "siyavash",
   "key-khosrow",
   "rostam",
   "esfandiyar"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Kayanian v. Kauui Usan, Kay-Us, Kay Kāvus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/kayanian-v",
    "note": "Identität, Namensgeschichte und Überlieferung des Kayaniden."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Kavus als erster und schwächster Teil der Siyavash-Khosrow-Kette."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Farīborz",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/fariborz-son-of-key-kavus/",
    "note": "Kontext zu Kavus’ Nachfolgefrage."
   },
   {
    "title": "ویکیپدیا فارسی: کی‌کاووس",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/کی‌کاووس",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; Wikipedia, sekundäre Zusammenfassung altiranischer Überlieferungen"
   }
  ],
  "regional": "Der persischsprachige Artikel stellt neben der Schahname-Erzählung die mittelpersische Überlieferung heraus: Kay Kāvus regiert dort 150 Jahre über Menschen und Dämonen und besitzt xwarrah (königliche Glorie). Außerdem werden Varianten zur langen Herrschaftszeit und zu seinem Aufstieg zum Himmel genannt; die Angaben sind traditionsabhängig und nicht als historische Chronologie zu lesen."
 },
 {
  "id": "key-khosrow",
  "name": "Key Khosrow",
  "names": {
   "persian": "کیخسرو (Kay Ḵosrow)",
   "avestan": "Kavi Haosrauuah"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Kayanidischer Erlöser- und Königsstoff vor-islamischer Herkunft, in Ferdowsis post-islamischem Schahname überliefert.",
  "time_note": "Kayanidenzeit, Sohn Siyavashs und Farangis’",
  "summary": "Key Khosrow ist der Sohn Siyavashs und Farangis’ sowie der große Rächer und Wiederhersteller der iranischen Ordnung. Er tötet Afrasiab, regiert weise und verschwindet am Ende freiwillig in einer mystischen Berglandschaft.",
  "description": "Kay Khosrow wird nach Siyavashs Ermordung in Turan geboren und wächst zunächst unter der Aufsicht seiner Mutter Farangis und seines Großvaters Afrasiab auf. Der iranische Held Giv findet ihn nach langer Suche und bringt ihn nach Iran. Dort setzt er sich in der Nachfolgefrage gegen Fariborz durch, unter anderem durch die Eroberung der Dämonenfestung Dezh-e Bahman.\n\nAls König führt Khosrow den großen Rachekrieg gegen Afrasiab. Er verbindet die militärische Stärke Rostams, Givs und der Häuser der iranischen Paladine mit persönlicher Entschlossenheit. Schließlich wird Afrasiab gefangen und getötet. Khosrow erscheint dabei nicht nur als Rächer, sondern als messianischer Wiederhersteller, der das durch Siyavashs Tod beschädigte Gleichgewicht repariert.\n\nAm Ende seiner Herrschaft zieht er sich aus der Welt zurück. Trotz der Warnungen seiner Gefährten geht er in die verschneiten Berge und verschwindet; seine Rückkehr bleibt eine Möglichkeit der Sage. Für ein RPG bieten sich Khosrows verborgener Rückzugsort, ein Auftrag aus seiner letzten Regierungszeit oder ein Kult an, der seine Wiederkehr erwartet.",
  "appearance": "Ein ernster, charismatischer König mit dunkler oder kriegerischer Hoftracht; als Sohn Siyavashs trägt er das Zeichen des jungen Erben und des erfahrenen Feldherrn.",
  "powers": "Königliches Farr, strategische Weitsicht, religiös-mystische Autorität und große persönliche Widerstandskraft; seine Stärke liegt in der Verbindung rivalisierender Heldenhäuser.",
  "rpg_hooks": "Eine Berggemeinschaft behauptet, Khosrow habe dort überlebt und sende Zeichen; die Gruppe muss zwischen echter Rückkehr, politischer Täuschung und gefährlicher Erlösererwartung unterscheiden.",
  "locations": [
   "turan",
   "iran",
   "dezh-e-bahman",
   "alborz",
   "china"
  ],
  "related": [
   "siyavash",
   "farangis",
   "afrasiab",
   "rostam",
   "gordafarid"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Kayanian vii. Kauui Haosrauuah, Kay Husrōy, Kay Ḵosrow",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/kayanian-vii/",
    "note": "Herkunft, Afrasiab-Verfolgung und Khosrows Rückzug."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Kay Khosrow",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Kay_Khosrow",
    "note": "Überblick zu Khosrow als Sohn Siyavashs und Kayanidenkönig."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Khosrow als messianischer Rächer und Wiederhersteller."
   },
   {
    "title": "دانشنامه ایران: کیخسرو",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/273699/کیخسرو",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; مرکز پژوهش‌های ایرانی و اسلامی"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Enzyklopädie bezeichnet Key Khosrow ausdrücklich als gerechten, im zoroastrischen Schrifttum und in der Volkskultur fortlebenden König. Als zusätzliche Episoden nennt sie die siebenjährige Suche Givs, die Öffnung der magischen Bahman-Festung durch göttliche Glorie, eine sechzigjährige Herrschaft sowie die bewusste Übergabe des Thrones an Lohrašp vor dem Verschwinden im Schnee."
 },
 {
  "id": "esfandiyar",
  "name": "Esfandiyar",
  "names": {
   "persian": "اسفندیار (Esfandīār)",
   "avestan": "Spəntōδāta"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Kayanidischer Prinz und Held zoroastrischer Überlieferung; die berühmte Tragödie mit Rostam steht in der post-islamischen Schahname-Fassung.",
  "time_note": "Späte Kayanidenzeit, Sohn Goštasps",
  "summary": "Esfandiyar ist ein frommer, beinahe unverwundbarer Kayanidenprinz und Held zoroastrischer Kriege. Sein Vater schickt ihn gegen Rostam; ein Pfeil in die Augen beendet den Konflikt und Esfandiyars Leben.",
  "description": "Esfandiyar, avestisch Spəntōδāta, ist der Sohn Goštasps und ein herausragender Krieger der iranischen Heldengeschichte. Er kämpft für die Ausbreitung und Verteidigung des zoroastrischen Glaubens und erlangt nach der Überlieferung durch ein Bad in einer heiligen Flüssigkeit nahezu vollständige Unverwundbarkeit. Nur seine Augen bleiben als verwundbare Stelle offen.\n\nSein Verhältnis zu Goštasp ist von einem ungelösten Thronkonflikt geprägt. Der König verspricht Esfandiyar die Krone, hält das Versprechen aber zurück und erteilt ihm schließlich den Auftrag, Rostam gefesselt an den Hof zu bringen. Esfandiyar kennt Rostams Ruhm und versucht zunächst, den offenen Bruch zu vermeiden. Als beide aufeinandertreffen, tötet Rostam ihn mit einem von Simurgh beratenen Pfeilschuss in die Augen.\n\nDie Tragödie spielt in Iran, im Raum von Zabul und an den Wegen zwischen Hof und Grenzland. Esfandiyar ist für ein RPG besonders interessant, weil er zugleich idealistischer Glaubenskämpfer, pflichtgebundener Sohn und Opfer politischer Manipulation ist. Seine Rüstung, sein Siegeszug und der Auftrag des Vaters können als Kampagne über Loyalität und missbrauchte Heiligkeit dienen.",
  "appearance": "Ein junger, glänzend gerüsteter Prinz mit königlichen Insignien; seine fast vollständige Unverwundbarkeit macht ihn zu einer einschüchternden Erscheinung.",
  "powers": "Nahezu unverwundbarer Körper, enorme Kampfkunst, religiöse Standhaftigkeit und charismatische Führung; verwundbar bleiben vor allem die Augen.",
  "rpg_hooks": "Ein Kult sucht nach dem Ort des Unverwundbarkeitsbades, während ein junger Erbe zwischen dem Befehl seines Vaters und dem Schutz eines alten Rivalen wählen muss.",
  "locations": [
   "iran",
   "zabul",
   "sistan",
   "turan"
  ],
  "related": [
   "rostam",
   "simurgh",
   "gostasp",
   "key-khosrow"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Esfandīār (Kayanian prince)",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/esfandiar-1-son-gostasp/",
    "note": "Herkunft, zoroastrische Kriege und Konflikt mit Rostam."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Esfandiyār",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Esfandiy%C4%81r",
    "note": "Überblick zu Unverwundbarkeit und Rolle im Schahname."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "note": "Konflikt zwischen Goštasp, Esfandiyar und Rostam."
   },
   {
    "title": "ویکیپدیا فارسی: اسفندیار",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/اسفندیار",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; Wikipedia, sekundäre Zusammenfassung"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung ergänzt die Namensdeutung aus avestisch Spəntōδāta- („göttlich geschaffen/gegeben“) und eine ausdrücklich als Zartoschtnameh-Überlieferung markierte Erklärung der Unverwundbarkeit: Eine heilige Waschung lässt nur die Augen verwundbar. Außerdem werden Esfandiyars Sieg über Arjāsp und seine Gefangenschaft in der Festung Dez-e Gonbadān vor dem Rostam-Konflikt hervorgehoben."
 },
 {
  "id": "arash",
  "name": "Arash der Bogenschütze",
  "names": {
   "persian": "آرش کمانگیر (Āraš-e Kamāngīr)",
   "avestan": "Erexša"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Avestisch und mitteliranisch überlieferter Grenzheld; moderne Fassungen wurden nach-islamisch literarisch und national symbolisch weitergeführt.",
  "time_note": "Mythische Frühzeit der Grenze zwischen Iran und Turan",
  "summary": "Arash ist der Bogenschütze, dessen Schuss nach einem Krieg die Grenze zwischen Iran und Turan festlegt. Er setzt dafür seine gesamte Lebenskraft ein und stirbt nach dem Abschuss.",
  "description": "Arash erscheint in der iranischen Überlieferung als außergewöhnlicher Bogenschütze, der nach einem langen Krieg zwischen Iran und Turan den Frieden ermöglichen soll. Die beiden Seiten vereinbaren, dass die Grenze dort verlaufen wird, wo Arashs Pfeil niedergeht. Damit wird ein einzelner Schütze zum Träger einer politischen Entscheidung, die sonst ein weiterer Krieg nicht hätte erzwingen können.\n\nArash steigt auf einen hohen Berg, spannt seinen Bogen mit letzter Kraft und schießt den Pfeil über eine gewaltige Entfernung. In der verbreiteten Erzählung legt der Pfeil eine Grenze am Amu Darya oder in den östlichen Grenzräumen fest; die genaue Topographie variiert je nach Quelle. Arashs Körper zerfällt oder seine Lebenskraft verlässt ihn, weil er alles in den Schuss gelegt hat.\n\nDer Stoff verbindet Krieg, Verhandlung und Selbstopfer. Für das RPG sollte die konkrete Flugbahn als Variantenwissen behandelt werden: Ein Heiligtum am Damavand, ein alter Grenzstein oder ein Pfeilfragment kann unterschiedliche politische Ansprüche begründen. Arash ist nicht primär ein Schahname-Held, aber ein wichtiger iranischer Heldensagenstoff und eine starke Figur für Frieden mit tragischem Preis.",
  "appearance": "Ein schlanker, hoch konzentrierter Bogenschütze in leichter Reiterrüstung; oft steht er auf einem Berggrat gegen den offenen Himmel.",
  "powers": "Übermenschliche Treffsicherheit, extreme Ausdauer und die Fähigkeit, seine gesamte Lebenskraft in einen einzigen Schuss zu legen.",
  "rpg_hooks": "Zwei Grenzreiche beanspruchen verschiedene Deutungen von Arashs Pfeil; die Gruppe muss ein Pfeilfragment schützen, das einen alten Vertrag bestätigen könnte.",
  "locations": [
   "damavand",
   "alborz",
   "oxus",
   "turan",
   "iran"
  ],
  "related": [
   "key-kavus",
   "fereydun"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Āraš",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/aras-avestan-erexsa",
    "note": "Arash/Erexša und Entwicklung des Bogenschützenstoffs."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Arash",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Arash",
    "note": "Pfeilschuss, Grenzfestlegung und Selbstopfer."
   },
   {
    "title": "Tehran Times: Arash the Archer, symbol of bravery and peace",
    "url": "https://www.tehrantimes.com/news/500790/Arash-the-Archer-symbol-of-bravery-and-peace-RICHT-director",
    "note": "Moderne kulturelle Einordnung als Symbol für Mut und Frieden."
   },
   {
    "title": "دانشنامه ایران: آرش",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/232747/آرش",
    "author": "احمد تفضلی",
    "note": "persischsprachig; Fachartikel der دانشنامه ایران"
   }
  ],
  "regional": "Der persische Fachartikel belegt mehrere Orts- und Datierungsvarianten: In den älteren Überlieferungen reicht der Schuss von einem Berg in Tabaristan/Royan bis nach Balkh oder Tukharistan; andere Fassungen nennen Merv, Badghis oder Ferghana. Der sechste Tag des Monats Farvardin steht neben dem späteren تیرگان am dreizehnten Tag des Monats Tir. Eine mittelpersische Variante bindet den Waffenstillstand zudem an Spandārmad, die sich dem Werben Afrasiabs entzieht."
 },
 {
  "id": "gordafarid",
  "name": "Gordafarid",
  "names": {
   "persian": "گردآفرید (Gordāfarīd)",
   "other": "Gurdāfarīd"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Vor-islamischer Heldinnenstoff in der iranischen Sage, schriftlich besonders im post-islamischen Schahname überliefert.",
  "time_note": "Kayanidenzeit, während Sohrabs Angriff auf die Weiße Festung",
  "summary": "Gordafarid ist die gepanzerte Kämpferin und Tochter des Burgherrn Gazdaham. Sie stellt sich Sohrab entgegen, hält ihn durch Mut und List auf und rettet die Verteidiger der Weißen Festung.",
  "description": "Gordafarid lebt als Tochter Gazdahams, des Befehlshabers der Weißen Festung Dezh-e Safid an der Grenze zu Turan. Als Sohrab die Festung angreift und den iranischen Kämpfer Hojir besiegt und gefangen nimmt, zieht sie Männerkleidung und Rüstung an. Sie reitet ihm entgegen und fordert ihn zum Einzelkampf heraus, obwohl sie seine überlegene Körperkraft erkennt.\n\nIm Zweikampf setzt Gordafarid Bogen, Schwert, Lanze und Reitkunst ein. Sohrab schlägt ihr schließlich den Helm vom Kopf und erkennt, dass er gegen eine Frau kämpft. Er überwältigt sie, verliebt sich aber zugleich in sie und lässt sich von ihrem Versprechen, ihm die Festung zu zeigen, bis zum Tor führen. Gordafarid schlüpft hinein; das Tor schließt sich, und Sohrab bleibt außerhalb zurück. Ihre Niederlage im direkten Kampf wird so zu einem taktischen Sieg.\n\nGordafarid gehört zu den sichtbarsten Kämpferinnen des Schahname. Ihre Handlung verbindet Verteidigung, Selbstinszenierung und strategische Täuschung, ohne sie auf eine romantische Nebenrolle zu reduzieren. Für ein RPG ist sie besonders wertvoll: Sie kann als Burgherrin, Kundschafterin, Ausbilderin oder politische Geisel auftreten, deren Wissen über Sohrabs Heer den weiteren Krieg beeinflusst.",
  "appearance": "Eine junge Reiterin in vollständiger Rüstung mit unter dem Helm verborgenem langem Haar; sie führt Bogen, Schwert und Lanze und reitet ein schnelles Pferd.",
  "powers": "Hervorragende Reit- und Bogenschießkunst, Nahkampffähigkeit, Mut, taktische Selbstkontrolle und die Fähigkeit, einen stärkeren Gegner durch Täuschung zu überwinden.",
  "rpg_hooks": "Nach dem Rückzug aus Dezh-e Safid muss Gordafarid Späher durch die feindlichen Linien führen; ihre Entscheidung, Sohrab zu täuschen, wird dabei politisch umstritten.",
  "locations": [
   "dezh-e-safid",
   "iran",
   "turan"
  ],
  "related": [
   "sohrab",
   "rostam",
   "gazdaham",
   "hojir"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Gordāfarid",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/gordafarid/",
    "note": "Kampf, Täuschung und Beziehung zur Weißen Festung."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Amazons ii. Amazons in the Iranian world",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/amazons/amazons-ii/",
    "note": "Gordafarid als berühmte Reiterin und Bogenschützin."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Dež-e Safīd",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/dez-e-safid/",
    "note": "Schauplatz, Angriff Sohrabs und Verteidigerfamilie."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Gordafarid",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Gordafarid",
    "note": "Überblick zur Heldin des Schahname."
   },
   {
    "title": "ویکیپدیا فارسی: گردآفرید",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/گردآفرید",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; Wikipedia, sekundäre Zusammenfassung der Schahname-Episode"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Fassung deutet den Namen Gordāfarīd als „von einem Helden geschaffen“ und nennt sie die erste شیرزن („Löwin“/Kriegerin) der iranischen Nationalepik. In der Episode führt sie Sohrab nach dem Kampf scheinbar in die Weiße Festung, springt dann geschickt hinein und verspottet ihn von der Mauer; die kurze, aber prägnante Szene erklärt ihre Verbindung von Kampf und Täuschung."
 },
 {
  "id": "zoroastrismus",
  "name": "Zoroastrismus",
  "type": "religion",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Zoroastrismus ist die von Zarathustra geprägte iranische Religion, deren Ethik Wahrheit und gute Ordnung gegen Lüge und Zerstörung stellt.",
  "description": "Der Zoroastrismus, avestisch Mazdayasna („Verehrung des Weisen Herrn“), entstand in der iranischen Welt und wird mit Zarathustra (Zaraθuštra) verbunden. Sein höchstes göttliches Prinzip ist Ahura Mazda; die religiöse Praxis richtet sich auf Wahrhaftigkeit, Reinheit, gute Gedanken, gute Worte und gute Taten.\n\nDie Welt ist Schauplatz eines kosmischen Konflikts zwischen Aša, der Wahrheit und rechten Ordnung, und den zerstörerischen Mächten der Täuschung. In der späteren Tradition werden Ahura Mazda und Angra Mainyu als Gegenspieler profiliert; Feuer ist ein wichtiges sichtbares Zeichen von Reinheit und göttlicher Gegenwart, aber keine bloße „Feueranbetung“ im vereinfachenden Sinn.\n\nDie frühesten Texte sind die Gāthās innerhalb des Avesta. Avestische, mittelpersische und später neupersische Zeugnisse bewahren unterschiedliche Entwicklungsstufen; Aussagen über eine einheitliche „zoroastrische Mythologie“ müssen daher zeitlich eingeordnet werden. Für das RPG ist die Religion am glaubwürdigsten als lebendige Priester- und Gemeindetradition mit regional verschiedenen Auslegungen darstellbar.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zoroastrianism i. Historical Review up to the Arab Conquest",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/zoroastrianism-i-historical-review/",
    "author": "Mary Boyce"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Zoroastrianism",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Zoroastrianism"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: مزدیسنا",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/مزدیسنا",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger enzyklopädischer Überblick; einzelne Detailangaben ohne Einzelnachweis"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Mazdayasna (𐬨𐬀𐬰𐬛𐬀𐬵𐬙𐬀𐬌𐬯𐬞𐬌)",
   "other": "Zarathustra / Zoroaster",
   "persian": "مزدیسنا / مزداپرستی (Mazdēsnā / Mazdāparastī)"
  },
  "time_note": "Frühe iranische Religion; Gāthās und ältere avestische Schichten, genaue Datierung umstritten",
  "powers": "Religiöse Ordnung, Reinheitsrituale, Gebete und ethische Entscheidung bilden die zentralen Handlungsmittel; die Tradition kennt keine einheitliche Liste „magischer“ Kräfte.",
  "rpg_hooks": "Eine Gemeinschaft muss einen entweihten Feueraltar reinigen, während Priester über die richtige Auslegung eines alten Yasna streiten. Eine Quest kann die Folgen einer Entscheidung zwischen Aša und Druj sichtbar machen.",
  "related": [
   "ahura-mazda",
   "angra-mainyu",
   "avesta",
   "bundahischn"
  ],
  "regional": "Die persische Übersicht führt مزدیسنا/مزداپرستی sowie دینِ بهی/به‌دین als parallele Bezeichnungen und ordnet die Lehre in das persische Gegensatzvokabular von اهوراها und دیوها ein. Das ergänzt vor allem die persische Terminologie; die Quelle ist ein allgemeiner Überblick."
 },
 {
  "id": "ahura-mazda",
  "name": "Ahura Mazdā",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Ahura Mazdā („Weiser Herr“) ist die höchste gute Gottheit des Zoroastrismus und in späterer Lehre der Schöpfer und Gegner Angra Mainyus.",
  "description": "Ahura Mazdā, avestisch Ahura Mazdā, bedeutet ungefähr „Weiser Herr“. In den Gāthās erscheint er als höchster Herr der guten Ordnung, als Ansprechpartner Zarathustras und als Quelle von Aša, der Wahrheit und kosmischen Gerechtigkeit.\n\nDie spätere zoroastrische Überlieferung entfaltet ihn stärker als Schöpfer und Mittelpunkt einer guten Schöpfung. Mit ihm stehen die Aməša Spəntas („heilsamen Unsterblichen“) und weitere Yazatas in Beziehung; diese sind keine bloßen „Untergötter“ nach einem überall gleichen Schema, sondern verkörpern oder vermitteln Aspekte der religiösen Ordnung.\n\nFür die Darstellung sollte Ahura Mazdā nicht notwendig als körperlich auftretende Figur erscheinen. Stimme, Licht, Feuer, Traumvisionen oder eine Prüfung der Wahrhaftigkeit können seine Gegenwart markieren, ohne die abstrakt-transzendente Seite der Gottheit zu verlieren.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ahura Mazdā",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/ahura-mazda/",
    "author": "A. V. Williams Jackson"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Zoroastrianism – Beliefs and mythology",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Zoroastrianism/Beliefs-and-mythology"
   },
   {
    "title": "اهورامزدا و دیگر بغان در سنگ‌نبشته‌های هخامنشی / گراردو نیولی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/news/155552",
    "author": "گراردو نیولی; Übersetzung: نازنین خلیل‌پور",
    "note": "persischsprachige Übersetzung eines iranistischen Fachbeitrags; epigraphischer Schwerpunkt"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Ahura Mazdā (𐬀𐬵𐬎𐬭𐬀 𐬨𐬀𐬰𐬛𐬁)",
   "persian": "اهورامزدا (Ahurā Mazdā)",
   "other": "اورمزد / هورمزد / هرمز (Ōrmazd / Hormazd / Hormuz)"
  },
  "time_note": "Gāthās und avestische Überlieferung; spätere kosmologische Ausarbeitung in mittelpersischen Texten",
  "appearance": "In den älteren Texten ohne festes menschliches Aussehen. Spätere Kunst und moderne Bildsprache verwenden Licht, Feuer oder den geflügelten Farr als Zeichen, nicht als eindeutig kanonisches Porträt.",
  "powers": "Schöpfung, Bewahrung der guten Ordnung, Erkenntnis und endgültiger Sieg über die zerstörerische Macht; seine Wirksamkeit ist an Aša und die freie ethische Entscheidung gebunden.",
  "rpg_hooks": "Ein Traumorakel gibt keine direkten Befehle, sondern stellt den Figuren eine moralische Doppeldeutigkeit. Ein Feuerheiligtum wird zum Ort einer Prüfung, bei der Wahrheit wichtiger ist als Kampf.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "angra-mainyu",
   "khvarenah",
   "atar",
   "avesta"
  ],
  "regional": "Der persischsprachige Fachbeitrag verankert Ahura Mazdā ausdrücklich im Kontext der achämenidischen Inschriften und der dortigen Kategorie baga/baga-. Damit kommt zur theologischen Darstellung des Eintrags eine epigraphische Perspektive auf die altiranische Götterterminologie hinzu."
 },
 {
  "id": "angra-mainyu",
  "name": "Angra Mainyu",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Angra Mainyu („zerstörerischer Geist“) ist in der zoroastrischen Tradition die zerstörerische Gegenmacht zu Ahura Mazdā und zur guten Schöpfung.",
  "description": "Angra Mainyu, avestisch Aŋra Mainyu, bedeutet „feindlicher“ oder „zerstörerischer Geist“. In den Gāthās ist die Gestalt noch eng mit der Wahl zwischen den beiden Geistern und mit der falschen Ordnung verbunden; die späteren Texte machen daraus den persönlichen Gegenspieler des Schöpfergottes.\n\nIn mittelpersischer Überlieferung erscheint er als Ahriman und als Ursprung von Dämonen, Krankheit, Tod und Verunreinigung. Er ist nicht einfach der „böse Gott“ eines symmetrischen Dualismus: Zoroastrische Systeme setzen seine zerstörerische Macht in eine zeitlich begrenzte Schöpfungsgeschichte, an deren Ende die gute Ordnung erneuert wird.\n\nDie genaue Stellung und Entwicklung Angra Mainyus wandelt sich zwischen Gāthās, Jüngerem Avesta und Pahlavi-Literatur. Eine RPG-Darstellung sollte diese Schichten nicht vermischen: Ein gathischer Gegner kann Versuchung und falsche Wahl verkörpern, ein späterer Ahriman-Agent konkrete Dämonen und Verderbnis.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ahriman (Angra Mainyu)",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/ahriman",
    "author": "Jean Kellens"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ahriman",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/ahriman/",
    "author": "Mary Boyce"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: اهریمن",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/اهریمن",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick; unterschiedliche theologische Deutungen werden zusammengeführt"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Aŋra Mainyu (𐬀𐬢𐬀 𐬨𐬀𐬌𐬧𐬎)",
   "other": "Ahriman (mittelpersisch: Ahreman)",
   "persian": "اهریمن / اهرمن (Ahriman / Ahreman)"
  },
  "time_note": "Gāthās; spätere Ausarbeitung als Ahriman in avestischer und mittelpersischer Tradition",
  "appearance": "Kein einheitlich kanonisches Aussehen. Die Überlieferung personifiziert ihn als Geist, Dämonenfürsten oder unsichtbare zerstörerische Präsenz.",
  "powers": "Verderbnis, Lüge, Krankheit, Tod und Angriff auf die Schöpfung; seine Macht ist im zoroastrischen Endzeitmodell nicht endgültig.",
  "rpg_hooks": "Ein scheinbar hilfreicher Ratgeber verbreitet Druj durch kleine, „praktische“ Lügen. Ein verseuchter Brunnen ist nicht automatisch ein Dämonenversteck, sondern kann eine Prüfung von Reinheit, Verantwortung und Wahrheit sein.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "ahura-mazda",
   "zurvan",
   "atar",
   "saoshyant"
  ],
  "regional": "Die persische Übersicht unterscheidet zwischen der späteren mittelpersischen Figur اهریمن und der avestischen Vorstellung des schädlichen Geistes. Sie stellt außerdem ausdrücklich gegenüber, dass die zoroastrische Lesart Ahriman nicht als gleichrangigen Rivalen versteht, während der Zurvanismus ihn als Bruder und Gegenspieler Ahura Mazdās deutet; diese Gegenüberstellung ist als traditionsgeschichtliche Vereinfachung zu lesen."
 },
 {
  "id": "zurvan",
  "name": "Zurvan",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "note": "Zurvanismus ist eine umstrittene beziehungsweise unterschiedlich bewertete Strömung und keine unbestrittene, einheitliche Form des Zoroastrismus.",
  "summary": "Zurvan ist die avestisch und mittelpersisch bezeugte Zeitgottheit; ein zurvanitisches Schöpfungsmodell setzt ihn als Ursprung eines Zwillingspaares an, doch die Reichweite dieser Strömung ist umstritten.",
  "description": "Zurvan (avestisch zruuan-, mittelpersisch Zurwān) bezeichnet zunächst eine Zeitspanne und in einigen Texten eine vergöttlichte kosmische Zeit. Die Überlieferung kennt die Epitheta „unendlich“ und „lange der eigenen Ordnung unterworfen“, was unterschiedliche Vorstellungen von ewiger und begrenzter Zeit ermöglicht.\n\nDas sogenannte Zurvanismus-Modell erzählt, Zurvan habe für die Geburt eines Sohnes geopfert; aus Zweifel oder Täuschung entsteht neben Ohrmazd auch Ahriman als Zwillingsmacht. Diese Schöpfungserzählung ist in griechischen, syrischen, armenischen und arabischen Berichten sowie in zoroastrischer Diskussion bezeugt.\n\n„Zurvanismus“ war vermutlich keine klar abgegrenzte, überall einheitliche Kirche. Die Forschung behandelt ihn als umstrittene Strömung beziehungsweise als Variante zoroastrischer Kosmogonie. Im Kompendium sollte Zurvan daher nicht unkritisch als der allgemein anerkannte „erste Gott“ des Zoroastrismus ausgegeben werden.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zurvan",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/zurvan-deity/",
    "author": "Albert de Jong"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zurvanism",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/zurvanism/",
    "author": "Albert de Jong"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: زروان (ایزد)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/زروان_(ایزد)",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick; historische Reichweite des Zurvanismus ist umstritten"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "zruuan- (𐬰𐬭𐬎𐬎𐬀𐬥)",
   "other": "Zurwān / Zurvan",
   "persian": "زروان (Zarvān)"
  },
  "time_note": "Avestische Belege; zurvanitische Kosmogonie vor allem in späteren Fremdberichten und mittelpersischer Debatte",
  "appearance": "Als kosmische Zeit oder alter, ungeschlechtlicher Schöpfer dargestellt; die Quellen liefern kein verbindliches Porträt.",
  "powers": "Verkörperung von Zeit und Schicksalsdauer; im Zwillingsmythos bringt sein Opfer beziehungsweise seine Unsicherheit die Gegenspieler hervor.",
  "rpg_hooks": "Eine Priesterschaft streitet, ob eine Prophezeiung „Zeit“ als unabwendbares Schicksal oder als zugeteilte Frist meint. Ein Kultobjekt zeigt zwei ungleiche Seiten und zwingt die Gruppe, zwischen konkurrierenden Kosmogonien zu vermitteln.",
  "related": [
   "ahura-mazda",
   "angra-mainyu",
   "bundahischn"
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung erweitert Zurvan als Zeitgott um die Konnotation von Schicksal und Vorherbestimmung und verortet die spätere Verbreitung des Zurvanismus besonders in parthischer und sasanidischer Zeit. Beide historischen Zuspitzungen sind in der Forschung nicht unstrittig und sollten als persische Überblicksdarstellung kenntlich bleiben."
 },
 {
  "id": "mithra",
  "name": "Mithra",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "note": "Der avestische Mithra ist vom römischen Mithraismus als späterer Mysterienreligion zu unterscheiden; die Forschung setzt keine ungebrochene Identität beider Kulte voraus.",
  "summary": "Mithra ist im Avesta ein Yazata von Vertrag, Bund, Überwachung und Licht; er ist nicht identisch mit dem späteren römischen Mithraismus.",
  "description": "Mithra, avestisch Miθra, geht auf eine indo-iranische Vertrags- und Bündnisgottheit zurück. Im Mithra-Yašt wacht er über Vereinbarungen, Wahrheit und die Einhaltung von Schwüren; wer einen Vertrag bricht, verliert seinen Schutz. Er fährt mit einem Wagen und beobachtet die Welt, wobei Licht und Allsicht seine Funktion unterstützen.\n\nDer avestische Mithra gehört zur zoroastrischen Yazata-Tradition und wird mit Ahura Mazdā in einer hierarchisch geordneten religiösen Welt verehrt. In iranischen Reichen und späteren Traditionen nahm sein Name unterschiedliche Formen an, etwa Mihr beziehungsweise Mehr.\n\n**Wichtige Abgrenzung:** Der römische Mithraismus war eine im Imperium verbreitete Mysterienreligion mit Initiationsgraden, Höhlenheiligtümern und dem Bild des Stiertötens. Diese römische Kultform ist nicht einfach der „Mithra-Kult“ des Avesta; direkte Gleichsetzungen und ungebrochene Abstammungslinien sind fachlich problematisch.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Mithra",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/mithra/",
    "author": "Ilya Gershevitch"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Mithraism",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/mithraism/",
    "author": "Roger Beck"
   },
   {
    "title": "مهر / ابراهیم پورداوود",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/news/166710",
    "author": "ابراهیم پورداوود",
    "note": "persischsprachige Wiedergabe iranistischer Sekundärliteratur"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: مهر (ایزد ایرانی)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/مهر_(ایزد_ایرانی)",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick; Kalender- und Rezeptionsangaben sekundär"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Miθra (𐬨𐬌𐬚𐬭𐬀)",
   "persian": "مهر (Mehr/Mihr)",
   "other": "میترا (Mitrā)"
  },
  "time_note": "Indo-iranische Vorgeschichte; Mithra-Yašt im Jüngeren Avesta; römischer Mithraismus deutlich später",
  "appearance": "Im Avesta als mächtiger, wachsamer Yazata und Wagenfahrer beschrieben; ikonografische römische Mithrasbilder gehören nicht automatisch zu ihm.",
  "powers": "Überwachung von Verträgen, Wahrheitsprüfung, Schutz von Verbündeten und Bestrafung des Meineids; Licht und Allsicht sind zentrale Motive.",
  "rpg_hooks": "Ein gebrochener Vertrag macht einen sicheren Pass gefährlich. Die Gruppe muss in einem Streit zwischen Sippen einen Eid so formulieren, dass Mithras Wahrheitsmaßstab ihn anerkennt.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "ahura-mazda",
   "chinvat-bruecke"
  ],
  "regional": "Die persische Überlieferungsdarstellung bindet مهر an den Monat مهر und den مهر-Tag des zoroastrischen Kalenders. Sie betont zugleich die Nähe zur Sonne, ohne Mithra schlicht mit der Sonne gleichzusetzen, und macht damit die iranische Kalender- und Rezeptionsgeschichte sichtbar."
 },
 {
  "id": "anahita",
  "name": "Anāhitā",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Anāhitā, avestisch Arədvī Sūrā Anāhitā, ist eine mächtige Göttin der Gewässer, Fruchtbarkeit, Reinheit und siegreichen königlichen Herrschaft.",
  "description": "Anāhitā ist die Kurzform des Namens Arədvī Sūrā Anāhitā, „die feuchte, starke, unbefleckte“. Der fünfte Yašt, der Ābān Yašt, preist sie als große Wasser- und Fruchtbarkeitsgottheit sowie als Spenderin von Kraft und Erfolg.\n\nIhre Verbindung mit Flüssen, Quellen und dem kosmischen Wasser machte sie für Königtum, Fruchtbarkeit und Reinigung bedeutsam. In achaimenidischer und späterer Zeit wurde sie regional unterschiedlich verehrt; die griechische Gleichsetzung mit Anaitis oder Artemis ist eine Beobachtung fremder Autoren und keine vollständige Identität.\n\nIm Spiel kann Anāhitā als Schutzmacht einer Quelle erscheinen, ohne auf ein einziges „Wasserfrauen“-Klischee reduziert zu werden. Ihr Kult kann zugleich Heilung, politische Legitimität, weibliche Schutzmacht und die Verpflichtung zum Schutz von Wasserläufen umfassen.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Anāhīd",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/anahid/",
    "author": "Mary Boyce"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Anahita",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Anahita"
   },
   {
    "title": "آناهید و جشن آبانگان / علی نیکویی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/news/273923",
    "author": "علی نیکویی",
    "note": "persischsprachiger kulturhistorischer Beitrag des مرکز پژوهش‌های ایرانی و اسلامی; Ritual- und Rezeptionsangaben"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Arədvī Sūrā Anāhitā (𐬀𐬭𐬆𐬛𐬎𐬌 𐬯𐬏𐬭𐬁 𐬀𐬥𐬁𐬵𐬌𐬙𐬁)",
   "persian": "ناهید (Nāhīd)",
   "other": "آناهیتا / آناهید (Anāhitā / Anāhīd)"
  },
  "time_note": "Ābān Yašt; Kult und Identifikationen in achaimenidischer bis sasanidischer Zeit",
  "appearance": "Im Ābān Yašt als große, schön geschmückte und kräftige Frau beschrieben, mit Wagen und Wasserbezug; konkrete spätere Statuen folgen regionalen Bildtraditionen.",
  "powers": "Wasser, Fruchtbarkeit, Reinigung, Heilung, körperliche Kraft und Unterstützung rechtmäßiger Herrschaft.",
  "rpg_hooks": "Eine Quelle versiegt, weil ein lokaler Herrscher den Eid zum Schutz des Wassers gebrochen hat. Ein Fest an einem Fluss wird zur Bühne für Heilung, Diplomatie und eine Prüfung der Reinheit.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "khvarenah",
   "tishtrya"
  ],
  "regional": "Der persische Beitrag verbindet آناهید/ناهید mit dem Fest Abangan und hebt ihre iranische Wasser- und Fruchtbarkeitssymbolik hervor. Er beschreibt außerdem die im Avesta überlieferte Bildsprache mit weißer, reich geschmückter Gestalt und einem von vier Pferden gezogenen Wagen; das ergänzt die allgemeine Wasser- und Reinheitsbeschreibung um Ritual- und Ikonografierezeption."
 },
 {
  "id": "verethragna",
  "name": "Verethragna",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Verəθraγna ist der avestische Gott des Sieges, der im Bahram-Yašt in wechselnden Erscheinungsformen auftritt und Hindernisse der guten Ordnung bezwingt.",
  "description": "Verəθraγna, mittelpersisch Warahrān und neupersisch Bahrām, ist eine alte iranische Siegesgottheit. Sein Name hängt mit dem Überwinden feindlicher Mächte zusammen; der vierzehnte Yašt des Avesta ist ihm gewidmet.\n\nIm Bahram-Yašt erscheint er nicht nur als gepanzerter Kämpfer. Er nimmt mehrere Gestalten an, darunter Wind, Stier, Pferd, Kamel, Eber, Jüngling und Widder. Diese Gestalten verbinden rohe Durchsetzungskraft, Geschwindigkeit, Fruchtbarkeit, Wildheit und königliche Siegesmacht.\n\nSpätere Namen von Königen und Planetenbezeichnungen überlagern die religiöse Figur. Eine RPG-Version kann die Gestalten als Prüfungen oder Aspekte verwenden, sollte aber nicht behaupten, jede spätere „Bahram“-Darstellung sei unverändert der avestische Verethragna.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bahrām (Vərəθraγna)",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/bahram-deity/",
    "author": "Ilya Gershevitch"
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Verethragna",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Verethragna"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: بهرام‌یشت",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/بهرام‌یشت",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick zum Bahram-Yašt; keine textkritische Edition"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Vərəθraγna (𐬬𐬆𐬭𐬆𐬚𐬭𐬀𐬕𐬥𐬀)",
   "persian": "بهرام (Bahrām)",
   "other": "وَرِثرَغنه / وهرام (Vərəθraγna / Wahrām)"
  },
  "time_note": "Bahram-Yašt (Yašt 14) im Jüngeren Avesta; spätere mittelpersische und königliche Namensformen",
  "appearance": "Wechselt im Bahram-Yašt zwischen Tier-, Natur- und Menschenformen, besonders als starker Eber oder bewaffneter junger Mann.",
  "powers": "Sieg, Kampfeskraft, Überwindung von Feinden und Hindernissen, Schutz des rechtmäßigen Vorhabens; kein Garant für jeden beliebigen Krieg.",
  "rpg_hooks": "Ein Weg durch ein Gebirge ist durch sieben Prüfzeichen markiert, die den Gestalten des Gottes entsprechen. Ein Feldherr ruft Verethragna an, doch sein Krieg ist nicht automatisch gerecht.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "ahura-mazda",
   "khvarenah"
  ],
  "regional": "Die persische Zusammenfassung des بهرام‌یشت überliefert zehn Erscheinungsformen Verethragnas, darunter Wind, Stier, Pferd, Kamel, Eber, Jüngling, Raubvogel, Widder, Bock und bewaffneten Mann. Sie macht außerdem den Bahram-Tag des zoroastrischen Kalenders und die schützende Funktion der Falkenfeder als persische Rezeptionsdetails sichtbar."
 },
 {
  "id": "tishtrya",
  "name": "Tištrya",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Tištrya ist der astrale Yazata des Sirius und Herr des lebensspendenden Regens, der im Tištrya-Yašt gegen den Dürredämon Apaōša kämpft.",
  "description": "Tištrya, mittelpersisch Tištar, wird gewöhnlich mit Sirius, dem hellsten Stern am Nachthimmel, identifiziert. Der achte Yašt des Jüngeren Avesta beschreibt ihn als astrale Gottheit, deren Erscheinen für Regen und Fruchtbarkeit entscheidend ist.\n\nIn der mythischen Erzählung nimmt Tištrya die Gestalt eines weißen Pferdes an und kämpft gegen Apaōša, den schwarzen Dämon der Dürre. Ein Opfer und die Gebete der Menschen stärken ihn; der Sieg öffnet den Weg für Regen und Wasser, während der Kampf die Abhängigkeit der kosmischen Ordnung von menschlicher ritueller Mitwirkung zeigt.\n\nSirius, Regenzeit und astronomische Beobachtung verbinden hier Himmel und Landwirtschaft. Für ein Setting in Kurdistan bietet die Figur Anknüpfungspunkte an Quellen, Bewässerung und Sternkalender, ohne eine unbelegte lokale Identität zu behaupten.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Tištrya",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/tistrya-2/",
    "author": "Antonio Panaino"
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Tishtrya",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Tishtrya"
   },
   {
    "title": "تیشتر، فرشته پرشکوه باران‌آور / مهرداد بهار",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/news/217270",
    "author": "مهرداد بهار",
    "note": "persischsprachiger mythologischer Fachbeitrag"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: تیشتر",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/تیشتر",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick; mythologische Detailangaben sekundär"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Tištrya (𐬙𐬌𐬴𐬙𐬭𐬌𐬌𐬀)",
   "persian": "تیر (Tīr)",
   "other": "تیشتره / تشتر (Tištara / Tištar)"
  },
  "time_note": "Tištrya-Yašt (Yašt 8); Sirius- und Regenmythos in altiranischer Überlieferung",
  "appearance": "Als leuchtender Stern und als weißes Pferd; der Gegenspieler Apaōša erscheint als schwarzes Pferd.",
  "powers": "Regen, Wasserzufuhr, Fruchtbarkeit und Sieg über Dürre; seine Stärke wird durch Opfer und Gebet unterstützt.",
  "rpg_hooks": "Die Figuren müssen eine Quelle erreichen, bevor ein Ritualfenster am Aufgang des Sirius schließt. Apaōšas Anhänger sabotieren Kanäle statt in offener Schlacht aufzutreten.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "anahita",
   "vayu",
   "atar"
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung konkretisiert Tishtryas Gestaltwechsel: In den drei Zehntagesabschnitten erscheint er als fünfzehnjähriger Jüngling, Stier und Pferd. Sie verbindet ihn außerdem mit dem Monat Tir und dem Tirgan-Fest sowie mit der kosmischen Wasserordnung des Bundahišn; diese Kalender- und Festrezeption geht über die knappe Rollenbeschreibung des bestehenden Eintrags hinaus."
 },
 {
  "id": "vayu",
  "name": "Vāyu",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Vāyu ist eine indo-iranische Gottheit von Wind, Atmosphäre und Zwischenraum, deren ambivalente Macht im zoroastrischen Umfeld zwischen gutem und zerstörerischem Aspekt stehen kann.",
  "description": "Vāyu bedeutet „Wind“ und bezeichnet im iranischen Religionswortschatz eine Gottheit des Windes, der Atmosphäre und des Raumes. Die Quellen unterscheiden Vāyu von Vāta, einem ebenfalls mit Wind verbundenen Namen; diese Unterscheidung ist nicht in allen späteren Darstellungen gleich scharf.\n\nIm Avesta kann Vāyu mit einer guten und einer schädlichen Seite verbunden werden. Der Zwischenraum zwischen Himmel und Erde macht ihn zu einer Grenzfigur: Wind bringt Bewegung, Atem und Wetter, kann aber auch Kälte, Sturm und Unruhe tragen.\n\nVāyu ist daher weniger eine klar umrissene „Windgottheit mit einem festen Mythos“ als ein Bündel altiranischer Vorstellungen. Im RPG eignet er sich für Passwinde, Atemzeichen, Wetterwechsel und Orte, an denen die Grenze zwischen Schutz und Gefahr unsicher ist.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Vāyu",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/vayu",
    "author": "Ilya Gershevitch"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Vayu",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Vayu",
    "note": "Britannica behandelt Vāyu als altiranischen Windgott und vergleicht ihn mit dem vedischen Vāyu."
   },
   {
    "title": "وایو — Eranshahr",
    "url": "https://www.eranshahr.com/myths/vayu",
    "author": "ممد نقاش‌باشی",
    "note": "persischsprachige Sekundärseite; fasst Iranica zusammen und ist keine Primärquelle"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Vāyu (𐬬𐬁𐬌𐬌𐬎)",
   "other": "Vāta",
   "persian": "وایو (Vāyu)"
  },
  "time_note": "Indo-iranische Göttertradition; avestische Belege und spätere mitteliranische Auslegung",
  "appearance": "Nicht festgelegt; als Wind, unsichtbare Bewegung, Atem oder als zweigesichtige Grenzmacht darstellbar.",
  "powers": "Wind, Wetter, Bewegung und Atem; ambivalente Schutz- und Zerstörungskraft je nach Aspekt.",
  "rpg_hooks": "Ein Gebirgspass wird nur bei einem bestimmten Wind sicher. Ein Orakel unterscheidet den hilfreichen Vāyu vom zerstörerischen Sturm nicht anhand seiner Stärke, sondern anhand dessen, was er bewegt.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "tishtrya",
   "angra-mainyu"
  ],
  "regional": "Die persische Eranshahr-Zusammenfassung nennt neben وایو als Wind- und Atmosphärengott die mittelpersischen Gegenüberstellungen وایِ وِه (guter Vāyu) und وایِ وَتتَر (schlechter Vāyu). Sie stützt damit besonders die im bestehenden Eintrag erwähnte Ambivalenz, bleibt wegen ihres sekundären Charakters aber quellenkritisch zu behandeln."
 },
 {
  "id": "atar",
  "name": "Ātar",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Ātar ist das heilige Feuer als zoroastrische göttliche Macht und als sichtbares Medium von Reinheit, Opfer und Wahrheit.",
  "description": "Ātar, avestisch ātar beziehungsweise āθr, bedeutet „Feuer“ und ist zugleich der Name einer göttlichen Macht. Feuer steht in der zoroastrischen Praxis für Reinheit, Licht, Wärme und die ordnende Gegenwart des Guten; es wird verehrt und bewacht, nicht als grobes Bild eines menschenähnlichen Gottes verstanden.\n\nIm Ātar-Yašt wird das Feuer angerufen und mit Ahura Mazdā, Wahrheit und ritueller Ordnung verbunden. Feuer kann in verschiedenen Graden und Heiligtumstraditionen gepflegt werden; die späteren Bezeichnungen Ādur und Ātaš gehören zur Entwicklung der iranischen Kultsprache.\n\nDie Reinheit des Feuers verlangt sorgfältigen Umgang mit Verunreinigung. Im Spiel muss ein Feueraltar deshalb nicht bloß eine „Magiequelle“ sein, sondern ein sozialer Ort mit Priestern, Brennstoffregeln, Ritualen und Konflikten um Zugang und Schutz.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ādur/Ātar",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/adur-and-adar-middle-persian-word-for-fire-the-avestan-form-is-atar-of-unknown-derivation-and-the-late-form",
    "author": "Ilya Gershevitch"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Zoroastrianism – Fire worship",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Zoroastrianism/Fire-worship"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: آتش‌های مقدس زرتشتی",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/آتش‌های_مقدس_زرتشتی",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick; religionsgeschichtliche und populäre Deutungen zusammengeführt"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Ātar / Āθar (𐬁𐬙𐬀𐬭)",
   "persian": "آتش (Ātaš)",
   "other": "آذر / آتر (Āzar / Ātar)"
  },
  "time_note": "Ātar-Yašt (Yašt 17) und weitere avestische Texte; Feuerkult in iranischen Gemeinschaften der vorislamischen Zeit",
  "appearance": "Flamme, Glut und Licht; die Gottheit benötigt kein menschliches Gesicht. Ikonografische Feueraltäre sind spätere kultische Formen.",
  "powers": "Reinigt, erhellt, bezeugt Wahrheit und schützt die rituelle Ordnung; Feuer kann durch Unachtsamkeit verunreinigt oder gelöscht werden.",
  "rpg_hooks": "Ein Heiligtum braucht Brennstoff aus einem umkämpften Tal. Ein Verdacht auf Verunreinigung ist politisch brisant und lässt sich weder durch einen einfachen Kampf noch durch „mehr Feuer“ lösen.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "ahura-mazda",
   "sraosha",
   "chinvat-bruecke"
  ],
  "regional": "Die persische Übersicht bezeichnet das Feuer als واسطه میان خالق و مخلوق, als Vermittler zwischen Schöpfer und Geschöpf, und verweist auf die Regel, das Feuer nicht durch Atem oder Unreinheit zu verunreinigen. Ergänzend werden die mythischen Feuerbezüge zu زامیادیشت und die drei großen Feuertraditionen genannt; die Detailangaben sind nicht durchgehend fachwissenschaftlich belegt."
 },
 {
  "id": "sraosha",
  "name": "Sraoša",
  "type": "gottheit",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Sraoša ist ein bedeutender Yazata des Hörens, Gehorsams, der Disziplin und des nächtlichen Schutzes; in späterer iranischer Tradition lebt er als Engel Surōš fort.",
  "description": "Sraoša, mittelpersisch Srōš, hängt sprachlich mit „hören“ und „gehorchen“ zusammen. Die Gestalt verkörpert die aufmerksame Befolgung der guten Lehre und die Disziplin, die ein Ritual und eine Gemeinschaft zusammenhält.\n\nIn der zoroastrischen Eschatologie gehört Sraoša zu den Mächten, die die Seele nach dem Tod begleiten und die Nacht gegen dämonische Angriffe schützen. Er ist damit nicht bloß ein Bote: Seine Funktion verbindet Hören, Recht, Schutz und die praktische Ausführung religiöser Ordnung.\n\nDie spätere islamisch-iranische Gestalt Surōš ist eine Weiterentwicklung und kein Beleg dafür, dass alle islamischen Engelvorstellungen einfach avestisch seien. Ein RPG kann Sraoša als Wächter, Richter oder strengen Lehrmeister zeigen, ohne ihn auf einen geflügelten Standardengel zu reduzieren.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Sraoša",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/sraosa/",
    "author": "William W. Malandra"
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Sraosha",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Sraosha"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: سروش",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/سروش",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick; enthält auch spätere iranische Rezeption"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Sraoša (𐬯𐬭𐬀𐬋𐬴𐬀)",
   "other": "Srōš / Surōš",
   "persian": "سروش (Soruš)"
  },
  "time_note": "Gāthās und Jüngeres Avesta; später als Srōš in mittelpersischer Literatur und als Surōš in islamischer Erzähltradition",
  "appearance": "Avestische Texte geben kein einheitliches menschliches Porträt; als bewaffneter Wächter oder hörender, wachsamer Geist darstellbar.",
  "powers": "Hören und Gehorsam, Schutz in der Nacht, Disziplin, Begleitung und Verteidigung der Seele.",
  "rpg_hooks": "Die Gruppe muss in der Nacht schweigen, um ein wichtiges Geräusch zu hören. Ein scheinbar harter Wächter lässt sich nicht durch Bestechung, sondern nur durch eingehaltene Verpflichtungen überzeugen.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "chinvat-bruecke",
   "fravashi",
   "atar"
  ],
  "regional": "Die persische Seite führt سروش ausdrücklich unter der Einordnung سروش امشاسپند یا ایزد und behandelt neben seinen zoroastrischen Eigenschaften auch seinen Platz in der شاهنامه-Rezeption. Damit wird die Fortwirkung des Yazata-Namens in der neupersischen Literatur sichtbar; die Einordnung als Aməša Spənta oder Yazata bleibt traditionsabhängig."
 },
 {
  "id": "fravashi",
  "name": "Fravaši",
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Fravašis sind mächtige übernatürliche Schutz- und Seelenwesen der iranischen Tradition, die mit Menschen, Ahnen und der Verteidigung der guten Schöpfung verbunden sind.",
  "description": "Die Fravaši ist im Avesta ein mächtiges übernatürliches Wesen. In der Entwicklung der zoroastrischen Vorstellungen verband sich der Begriff mit dem Urvan, der menschlichen Seele; die beiden Konzepte blieben jedoch nicht vollständig identisch.\n\nIm Fravašī-Yasht erscheinen Fravašis als vorweltliche beziehungsweise himmlische Kräfte, die die gute Schöpfung verteidigen. Sie stehen außerdem mit den Fravardīgān, den Gedenktagen für Verstorbene, und mit der fortwirkenden Beziehung zwischen Lebenden und Ahnen in Verbindung.\n\nEine Fravaši ist deshalb nicht einfach „der Geist eines Toten“. Für einzelne Personen, Familien, Gemeinschaften oder Helden kann sie als Schutz- und Verpflichtungsmacht gedacht werden. Das erlaubt im RPG Ahnenverehrung und Schutzgeister, ohne die verschiedenen Seelenbegriffe zu vermischen.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Fravaši",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/fravasi/",
    "author": "Mary Boyce"
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Frashokereti and Fravashi",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Fravashi"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: فروهر",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/فروهر",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick; moderne Symbolrezeption und ältere Vorstellung werden verbunden"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "fravaši (𐬟𐬭𐬀𐬬𐬀𐬴𐬌)",
   "other": "fraward / frawahr / frōhar",
   "persian": "فروهر (Forūhar)"
  },
  "time_note": "Fravašī-Yasht (Yašt 13); verwandte Ahnen- und Totengedenktraditionen",
  "appearance": "Keine feste Gestalt; in der Bildsprache als geflügelte oder bewaffnete Schutzgestalt darstellbar, ohne das moderne Faravahar-Symbol eindeutig mit ihr gleichzusetzen.",
  "powers": "Schutz, Beistand der Vorfahren, Verteidigung der guten Schöpfung und Vermittlung zwischen persönlicher Lebensführung und kosmischer Ordnung.",
  "rpg_hooks": "Ein Familienerbstück gehört nicht dem Geist eines Ahnen, sondern seiner Fravaši und verlangt eine bestimmte Tat. Ein Dorfgedenktag wird gestört, weil die Lebenden ihre Verpflichtungen gegenüber den Toten vergessen haben.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "sraosha",
   "saoshyant",
   "chinvat-bruecke"
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung stellt فروهر als heute geläufige Bezeichnung neben die ältere religionsgeschichtliche Vorstellung und behandelt ausdrücklich die sogenannte Philosophie des فروهر. Das ergänzt die Schutz- und Ahnenfunktion des bestehenden Eintrags um die moderne iranische Symbol- und Begriffsgeschichte; eine Gleichsetzung mit der menschlichen Seele ist dabei nicht quellenübergreifend verbindlich."
 },
 {
  "id": "saoshyant",
  "name": "Saošyant",
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Saošyant bedeutet etwa „Wohltäter“ oder „Helfer“ und bezeichnet in der zoroastrischen Eschatologie den endzeitlichen Erneuerer, in späterer Lehre den letzten Erlöser.",
  "description": "Saošyant ist kein von Anfang an gleichbedeutendes Eigenname. In den Gāthās kann das Wort allgemein einen hilfreichen oder heilbringenden Menschen bezeichnen, auch Zarathustra. Im Jüngeren Avesta entwickelt es sich stärker zu einer eschatologischen Rolle.\n\nDie Pahlavi-Bücher sprechen im Singular von Sōšāns, dem letzten von drei eschatologischen Helfern. Er führt die Erneuerung der Welt herbei, besiegt die zerstörerische Ordnung und steht im Zusammenhang mit Auferstehung, Gericht und der endgültigen Läuterung der Schöpfung.\n\nDie häufige Übersetzung „Erlöser“ ist verständlich, trägt aber christlich geprägte Nebenbedeutungen. Für das Kompendium ist „endzeitlicher Erneuerer“ oder „Wohltäter“ genauer. Die Figur ist vorislamisch im Stoff, auch wenn viele ausführliche Beschreibungen aus späteren mittelpersischen Texten stammen.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Saošyant",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/saosyant/",
    "author": "William W. Malandra"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Eschatology i. In Zoroastrianism",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/eschatology-i/",
    "author": "Shaul Shaked"
   },
   {
    "title": "سوشیانت در اوستا / حسن رضایی باغ‌بیدی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/news/141525",
    "author": "حسن رضایی باغ‌بیدی",
    "note": "persischsprachiger Fachbeitrag des مرکز پژوهش‌های ایرانی و اسلامی; avestischer Schwerpunkt"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Saošyant (𐬯𐬀𐬋𐬴𐬌𐬌𐬀𐬥𐬙)",
   "other": "Sōšāns",
   "persian": "سوشیانت (Sōšyānt)"
  },
  "time_note": "Gāthās, Jüngeres Avesta und Pahlavi-Eschatologie; ausführliche Endzeitdarstellung später überliefert",
  "appearance": "Nicht einheitlich beschrieben; als zukünftiger Mensch, Priester oder kosmischer Erneuerer darstellbar.",
  "powers": "Endzeitliche Erneuerung, Sieg über das Böse, Auferstehung und Wiederherstellung der guten Schöpfung.",
  "rpg_hooks": "Eine Bewegung behauptet, ein lebender Anführer sei Saošyant, während Priester die Behauptung zurückweisen. Hinweise auf die Endzeit sind mehrdeutig und erzeugen politische Konflikte statt einer sofortigen Bossbegegnung.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "angra-mainyu",
   "chinvat-bruecke",
   "fravashi",
   "bundahischn"
  ],
  "regional": "Die persischsprachige Fachquelle trägt den ausdrücklich auf das Avesta bezogenen Titel سوشیانت در اوستا. Sie ist daher besonders geeignet, die avestische Wort- und Textstufe von der späteren persischen Erlöserauslegung zu unterscheiden; weitergehende Einzelthesen werden hier nicht aus dem bloßen Titel abgeleitet."
 },
 {
  "id": "chinvat-bruecke",
  "name": "Činwad-Brücke",
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Die Činwad-Brücke ist die jenseitige Übergangsstelle, an der sich nach zoroastrischer Vorstellung das Schicksal der Seele anhand ihrer Taten entscheidet.",
  "description": "Činwad Puhl, „Brücke der Scheidung“ oder „Brücke des Urteilens“, bezeichnet in zoroastrischen Jenseitsvorstellungen den Übergang vom Diesseits in die Welt der Toten. Der Name wird unterschiedlich transliteriert; die Brücke ist kein geographischer Ort im modernen Sinn, sondern ein kosmischer Gerichtsort.\n\nNach dem Tod wird die Seele mit ihren Taten konfrontiert. Die Brücke kann für die Gerechten breit und sicher, für die Lügner schmal wie eine Schneide erscheinen. Gute Gedanken, Worte und Taten sowie die Hilfe schützender Mächte bestimmen, ob die Seele den Übergang gelingt.\n\nDie Überlieferung verbindet die Brücke mit Gericht, Gewissen und den jenseitigen Reichen. Eine RPG-Szene sollte sie nicht als gewöhnliche Hängebrücke in einer Landschaft behandeln: Ihr Aussehen kann sich nach dem moralischen Gewicht der Figur verändern.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Činwad Puhl",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/cinwad-puhl-av",
    "author": "Ilya Gershevitch"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Zoroastrianism – Cosmology",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Zoroastrianism/Cosmology"
   },
   {
    "title": "fa.wikipedia: پل چینود",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/پل_چینود",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Überblick; islamische Rezeptionsgeschichte als eigener Abschnitt"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Činvatō pərətu (𐬗𐬌𐬥𐬞𐬀𐬙𐬋 𐬞𐬆𐬭𐬆𐬙𐬎)",
   "other": "Činwad Puhl / Chinvat-Brücke",
   "persian": "پل چینود (Pol-e Činwad)"
  },
  "time_note": "Avestische Jenseitsvorstellungen; ausführliche Schilderungen in mittelpersischen Texten",
  "appearance": "Eine Brücke über einen Abgrund oder über die kosmische Trennung; ihre wahrgenommene Breite hängt vom Urteil über die Seele ab.",
  "powers": "Scheidung von Gerechten und Lügnern, Übergang ins Jenseits und sichtbare Bewertung ethischer Taten.",
  "rpg_hooks": "Ein verstorbener NSC erscheint im Traum und bittet nicht um Rettung, sondern um die Wahrheit über eine vergessene Tat. Eine Figur kann die Brücke nicht durch Gewalt verbreitern, sondern nur durch Wiedergutmachung.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "sraosha",
   "fravashi",
   "saoshyant"
  ],
  "regional": "Die persische Übersicht behandelt neben der zoroastrischen پل چینود ausdrücklich die Rezeption beziehungsweise den Vergleich mit پل صراط im Islam. Sie markiert diese Verbindung als Wirkungsgeschichte und nicht als Identität beider Vorstellungen."
 },
 {
  "id": "khvarenah",
  "name": "Xᵛarənah / Chvarena",
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Xᵛarənah, persisch Farr beziehungsweise Farr-e īzadi, ist die „königliche Glorie“ oder göttliche Leuchtkraft, die rechtmäßige Herrschaft, Glück und außergewöhnliche Wirksamkeit verleiht.",
  "description": "Xᵛarənah bedeutet im wahrscheinlichsten Verständnis „Glorie“ oder „Leuchtkraft“. Es ist kein gewöhnlicher Besitz und keine klar abgegrenzte Personengottheit, sondern ein religiöses Macht- und Legitimationskonzept. In späterem Persisch erscheint es als Farr beziehungsweise Farr-e īzadi, „göttlicher Farr“.\n\nDas Avesta unterscheidet verschiedene Ausprägungen, darunter königliche oder kayānische Glorie und eine iranische Glorie, die Weiden und Milchfülle bringt. Herrscher und Helden können den Farr besitzen, verlieren oder weitergeben; sein Entzug erklärt, warum ein König trotz Abstammung seine Legitimität einbüßt.\n\nDer Eintrag ist als **mythos** typisiert, weil das Schema kein Feld für abstrakte religiöse Konzepte vorsieht und Xᵛarənah weder bloß Gottheit noch konkreter Gegenstand ist. Die spätere Schahnameh-Tradition entwickelt das Motiv weiter; diese islamzeitliche Überlieferung wird hier als Bewahrung älterer Stoffe kenntlich gemacht, nicht als Beleg einer unveränderten Kontinuität.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Farr(ah), Xᵛarənah",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/farrah/",
    "author": "Ehsan Yarshater"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Farr(ah) ii. Iconography",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/farr-ii-iconography/",
    "author": "Boris Marshak"
   },
   {
    "title": "مقایسه تطبیقی فرّه ایزدی در شاهنامه و مهابهاراتا",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/news/214613",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger vergleichender Fachbeitrag; Schwerpunkt auf der epischen Rezeption"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "Xᵛarənah (𐬓𐬬𐬀𐬭𐬆𐬥𐬀𐬵)",
   "persian": "فرّ ایزدی (Farr-e īzadī)",
   "other": "Chvarena / Farr"
  },
  "time_note": "Avestische Yašts und Königsüberlieferung; in islamischer Zeit im Schahnameh weiterentwickelt",
  "appearance": "Als Lichtglanz, strahlende Aura, Vogel oder fliehende Leuchtkraft vorgestellt; die Vogelgestalt ist besonders aus späterer Ikonografie und Erzählung bekannt.",
  "powers": "Legitimation, Glück, Sieghaftigkeit, Fruchtbarkeit und außergewöhnliche Wirksamkeit; kann einen unwürdigen Träger verlassen.",
  "rpg_hooks": "Ein Herrscher verfolgt den Farr, der als Lichtvogel in ein Gebirge entkommt. Die Gruppe muss entscheiden, ob sie den rechtmäßigen Träger unterstützt oder die Rückkehr des Farr verhindert.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "ahura-mazda",
   "anahita",
   "verethragna"
  ],
  "regional": "Der persische Fachbeitrag stellt فرّه ایزدی ausdrücklich in einen Vergleich zwischen Ferdowsis شاهنامه und dem Mahābhārata. Für die Kompendiumsperspektive zeigt das, wie das ältere Konzept der göttlichen Königsglorie in der neupersischen Epik als Herrschafts- und Legitimitätsmotiv weiterlebt."
 },
 {
  "id": "avesta",
  "name": "Avesta",
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Das Avesta ist die Sammlung heiliger zoroastrischer Texte in avestischer Sprache, darunter Gāthās, Yasna, Yašts, Visperad und Vendidad.",
  "description": "Avesta ist der Name für die heiligen Texte der mazdayasnischen beziehungsweise zoroastrischen Tradition. Der erhaltene Bestand ist keine lückenlose „Bibel“ in einem einzigen Entstehungszeitpunkt, sondern eine Sammlung liturgischer, hymnischer, rechtlicher und kosmologischer Texte aus unterschiedlichen Schichten.\n\nZu den wichtigsten Teilen gehören Yasna mit den Gāthās, Visperad, Vendidad beziehungsweise Videvdad und die Yašts. Die Gāthās gelten als die älteste Textschicht; die Sprache und Überlieferung der jüngeren Teile unterscheiden sich. „Zand“ bezeichnet im engeren Sinn Übersetzung und Auslegung in Mittelpersisch, nicht ein zweites ursprüngliches Avesta.\n\nDie Texte wurden lange mündlich bewahrt und später schriftlich fixiert; der heute erhaltene Bestand repräsentiert nur einen Teil der verlorenen avestischen Überlieferung. Für das RPG können einzelne Yašts als liturgische Quellen dienen, aber nicht jede spätere kosmologische Einzelheit direkt auf den ältesten Text zurückgeführt werden.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Avesta i. Survey of the history and contents of the book",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/avesta-holy-book/",
    "author": "Jean Kellens"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Avesta",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Avesta"
   },
   {
    "title": "اوستا | دائرةالمعارف بزرگ اسلامی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/225908",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Enzyklopädieeintrag der دائرةالمعارف بزرگ اسلامی"
   }
  ],
  "names": {
   "avestan": "𐬀𐬬𐬆𐬯𐬙𐬀 (Avesta)",
   "other": "Zand",
   "persian": "اوستا (Avastā)"
  },
  "time_note": "Mündliche Überlieferung seit der vorislamischen Zeit; schriftliche Redaktion und erhaltene Handschriften später, besonders sasanidisch und nachsasanidisch",
  "appearance": "Keine Gestalt; als Sammlung von Hymnen, Ritualtexten und Lehrüberlieferungen. Ein einzelnes Manuskript steht nicht für den gesamten verlorenen Bestand.",
  "powers": "Rituelle Wirksamkeit durch Rezitation, Bewahrung religiösen Wissens und Anrufung von Yazatas; konkrete „Zauberwirkungen“ sind quellen- und traditionsabhängig.",
  "rpg_hooks": "Eine Gruppe sucht keinen magischen „Band“, sondern die richtige Rezitationsvariante eines beschädigten Yašt. Ein Priester muss entscheiden, welche Textschicht für einen Streitfall maßgeblich ist.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "ahura-mazda",
   "mithra",
   "anahita",
   "tishtrya",
   "atar",
   "bundahischn"
  ],
  "regional": "Der persischsprachige Eintrag stammt aus der دائرةالمعارف بزرگ اسلامی und ergänzt die bereits vorhandenen westlichen Überblicksquellen um eine iranische enzyklopädische Perspektive auf Name und Texttradition des Avesta."
 },
 {
  "id": "bundahischn",
  "name": "Bundahišn",
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "summary": "Bundahišn („Urschöpfung“) ist ein mittelpersisches zoroastrisches Kompendium zu Schöpfung, Kosmologie, Kreaturen, Geografie und Weltgeschichte.",
  "description": "Bundahišn, mittelpersisch „Urschöpfung“, ist der konventionelle Name eines wichtigen Pahlavi-Werks. Es ordnet Stoffe aus zoroastrischen Schriften zu einer ausführlichen Kosmogonie und Kosmografie und behandelt daneben Tiere, Pflanzen, Flüsse, Berge, Gestirne, die Kayaniden und die Geschichte Ērānšahrs.\n\nDer Text ist eine Kompilation mit verschiedenen Redaktionen. Die erhaltene Überlieferung steht in mittelpersischer Sprache und ist als Textzeugnis später als viele der darin verarbeiteten Vorstellungen; sie bewahrt ältere religiöse Traditionen, ist aber nicht einfach ein direktes Protokoll der avestischen Frühzeit.\n\nFür die Rekonstruktion der zoroastrischen Weltkarte und des Schöpfungsmythos ist der Bundahišn zentral. Aussagen daraus sollten im Kompendium stets als pahlavische Systematisierung gekennzeichnet werden, besonders wenn sie von knapperen oder anders akzentuierten avestischen Passagen abweichen.",
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bundahišn",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/bundahisn-primal-creation/",
    "author": "David Neil MacKenzie"
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Bundahishn",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Bundahishn"
   },
   {
    "title": "بندهش | دانشنامه فرهنگ مردم ایران",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/239378",
    "author": "",
    "note": "persischsprachiger Enzyklopädieeintrag des مرکز پژوهش‌های ایرانی و اسلامی"
   }
  ],
  "names": {
   "other": "Bundahišn / Zand-āgāhīh",
   "persian": "بندهش / بندهشن (Bundahišn)"
  },
  "era_note": "Mittelpersischer Text, in der erhaltenen Form nach der Islamisierung überliefert; verarbeitet ältere vorislamische zoroastrische Kosmologie.",
  "time_note": "Pahlavi-Kompilation; genaue Entstehungs- und Redaktionsdaten umstritten, sasanidische Stoffbasis",
  "appearance": "Textquelle, kein Wesen oder Ort; wichtige Überlieferungsträger sind Pahlavi-Handschriften und spätere Abschriften.",
  "powers": "Ordnet Schöpfung, Zeit, Geografie und Eschatologie zu einem kosmologischen Wissenssystem; seine „Macht“ im RPG liegt in gelehrter Deutung und ritueller Autorität.",
  "rpg_hooks": "Ein Gelehrter nutzt ein Kapitel über Flüsse und Berge, um einen verlorenen Ort zu lokalisieren, doch mehrere Redaktionen widersprechen sich. Eine Quest macht die Textkritik selbst zum Ermittlungswerkzeug.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "ahura-mazda",
   "angra-mainyu",
   "zurvan",
   "saoshyant",
   "avesta"
  ],
  "regional": "Der persische Enzyklopädieeintrag nennt als möglichen ursprünglichen Titel زندآگاهی und unterscheidet den indischen Bundahišn vom iranischen beziehungsweise großen Bundahišn sowie einer pazandischen Bearbeitung. Er präzisiert außerdem den thematischen Umfang mit Schöpfung, Geografie, Botanik, Zoologie, Ethnografie, Geschichte, Astronomie, Kalender, Prophezeiungen und Genealogie."
 },
 {
  "id": "derafsh-kaviani",
  "name": "Derafš-e Kāviān (Kawa-Flagge)",
  "names": {
   "persian": "درفش کاویانی (Derafš-e Kāviān)",
   "kurdish": "Drafşê Kawayî",
   "other": "دروشمی کاویانی (Diroşmî Kawayânî)"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Im Schāhnāme als mythische Standarte der Revolte überliefert; in der sasanidischen und frühislamischen Überlieferung als königliches Banner weitergeführt.",
  "time_note": "Schāhnāme, sasanidische Erinnerung und frühislamische Geschichtsschreibung",
  "summary": "Die Derafš-e Kāviān ist Kawa/Kavehs aus einer Schmiedeschürze entstandene Aufstands- und Königsstandarte. Sie verbindet den kurdisch-persischen Kawa-Mythos mit der Vorstellung einer strahlenden Reichsinsignie.",
  "description": "Derafš-e Kāviān bedeutet ungefähr „Standarte des Kawa“ oder „königliche Standarte“. In Ferdowsis Schāhnāme hängt der Schmied Kāva seine Lederschürze an eine Holzlanze und erhebt sie gegen den Tyrannen Zahhāk. Nach dem Sieg schmückt Ferēdūn das improvisierte Banner mit Gold, Brokat, Edelsteinen und farbigen Quasten; spätere Könige fügen weitere Juwelen hinzu, bis es selbst nachts wie die Sonne leuchtet.[1][2]\n\nDie Überlieferung kennt kein einheitliches historisches Aussehen. Frühislamische Historiker beschreiben je nach Quelle Panther-, Bären-, Löwen- oder Ziegenhaut, große Maße und ein goldenes magisches Quadrat. Im Schāhnāme wird die Standarte aus ihrem Schrein von Priestern herausgebracht, auf dem Feld beim König oder Heerführer getragen und als Sammelpunkt der Truppen verehrt.[1]\n\nFür kurdische und persische Lesarten ist sie vor allem das Zeichen, dass ein gewöhnlicher Handwerker eine ungerechte Herrschaft stürzen kann. Sie ist damit nicht bloß eine Nationalflagge im modernen Sinn, sondern eine Insignie von Widerstand, rechtmäßiger Herrschaft und gemeinsam erinnerter iranischer Kultur. Eine konkrete, erhaltene „Originalflagge“ ist nicht belegt.",
  "appearance": "Ein großes Banner an einer Lanze: ursprünglich eine abgetragene Lederschürze, später mit Gold, Brokat, Edelsteinen und roten, gelben oder violetten Quasten verziert. In epischen Bildern kann das Tuch wie ein mit Sternen besetzter Nachthimmel glänzen.",
  "powers": "Es sammelt Verbündete, stärkt die Moral und signalisiert legitime Gegenherrschaft. Die spätere Überlieferung schreibt ihm ein goldenes Zauberquadrat zu, das ein Heer vor Niederlage bewahren soll; diese magische Ausgestaltung ist quellenabhängig.",
  "rpg_hooks": "Die Gruppe muss die unscheinbare Lederschürze eines hingerichteten Schmieds erkennen, bevor ein Usurpator sie vergolden lässt. Wird die Standarte vor einem Aufstand entrollt, schließen sich Unterdrückte an; wer sie für bloße Propaganda missbraucht, verliert den Segen der alten Schmiede. Im Spiel sollte sie eher Gefolgschaft und Legitimität als direkten Waffenschaden verleihen.",
  "related": [
   "jam-e-jam",
   "gorz-rostam"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: DERAFŠ-E KĀVĪĀN",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/derafs-e-kavian/",
    "author": "Djalal Khaleghi-Motlagh",
    "note": "Fachartikel zu Ursprung, Ausstattung, Maßen und militärischer Funktion; bevorzugte Quelle."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Derafsh Kaviani",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Derafsh_Kaviani",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Zusammenfassung der mythischen und sasanidischen Überlieferung."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: دروشمی کاویانی",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/دروشمی_کاویانی",
    "author": "",
    "note": "Sorani; ausführlicher Überblick mit Verweis auf Encyclopaedia Iranica, zugleich als überarbeitungsbedürftig markiert."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردی: Kawayê Hesinkar",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Kawayê_Hesinkar",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi; kurdischer Kawa-/Newroz-Überblick, teils ohne Belege. Ergänzt die Standartenüberlieferung um die kurdische Schmiedeschürzen- und Feuertradition."
   }
  ],
  "regional": "Die soranische Seite nennt neben دروشمی کاویانی auch die Varianten دروشمی کاویان, دروشمی کیانی, ئەختەری کاویانی und دروشمی فەرەیدوون. Sie beschreibt eine Lederstandarte mit roten, gelben, blauen und violetten Schmuckelementen und betont, dass das Motiv in iranischen nationalen Bewegungen symbolisch weiterlebte. Mehrere historische Einzelheiten sind auf der Seite selbst nur unzureichend belegt.\n\nDie kurmandschische Kawa-Erzählung verschiebt den Akzent auf die kurdische Newroz-Tradition: Kawa erhebt seine Schmiedeschürze als Zeichen des Aufstands gegen Dehak und entzündet nach dem Sieg Feuer. Das belegt eine kurdische Aneignung des Standartenmotivs, ohne eine direkte Yarsan- oder alevitische Kultverwendung der Derafş selbst nachzuweisen."
 },
 {
  "id": "jam-e-jam",
  "name": "Jam-e Jam (Becher des Jamshid)",
  "names": {
   "persian": "جام جم (Jām-e Jam)",
   "other": "Jam-e Jamshid, Dschām-e Dschamschid"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Der Stoff wurzelt in vorislamischer iranischer Königsmemoria, seine bekannteste literarische Gestalt erhielt er in nachislamischer persischer Dichtung.",
  "time_note": "Jamshid/Jam in iranischer Mythologie; Schāhnāme und persische Lyrik",
  "summary": "Der Jam-e Jam ist der weltenschauende Becher des mythischen Königs Jamshid. In ihm sollen die sieben Himmelsbereiche, ferne Länder und verborgene Vorgänge sichtbar werden.",
  "description": "Der Jām-e Jam, auch Becher des Jamshid oder Jām-e Jamshīd genannt, ist ein Gefäß der kosmischen Erkenntnis. Die Überlieferung beschreibt ihn als siebenfach geringelten Becher, in dem sich die Welt spiegeln lässt; Wahrsagung und Schau enthüllen darin Dinge, die sich dem gewöhnlichen Blick entziehen.[1][2]\n\nSeine Gestalt ist nicht festgelegt. Je nach Nacherzählung erscheint er als kostbarer Trinkbecher, als kristallene Schale oder beinahe als Kristallkugel. Der Becher ist daher weniger ein archäologisch identifizierbares Gefäß als ein literarisches Bild für königliche Allsicht und die gefährliche Verlockung, alles wissen zu wollen. Spätere persische Dichtung, unter anderem die Rubāʿiyāt-Tradition, greift den siebenfachen Becher wieder auf.[1][2]\n\nIn der Erzählwelt gehört der Becher zur Glanzzeit Jamshids, bevor Überheblichkeit und der Verlust des Farr seine Herrschaft zerstören. Für ein RPG ist entscheidend, dass der Jām nicht automatisch Antworten liefert: Er zeigt Zusammenhänge, Orte oder mögliche Wahrheiten, verlangt aber eine Deutung und kann den Blick auf Dinge lenken, die der Betrachter lieber verborgen hielte.",
  "appearance": "Ein schwerer, kostbarer Becher mit sieben Ringen oder Schalen, oft aus Gold, Kristall oder einem nicht näher bestimmten Edelmaterial. Seine Oberfläche wirkt wie stilles Wasser; bei gefülltem Becher können darin Sterne, Berge und weit entfernte Ereignisse erscheinen.",
  "powers": "Weltenschau, Fernsicht und Wahrsagung. Der Becher kann die sieben Himmelsbereiche oder die sieben Klimazonen spiegeln und verborgene Vorgänge sichtbar machen, ist aber kein Garant für eine eindeutige oder moralisch richtige Antwort.",
  "rpg_hooks": "Der Becher wird in einem trockenen unterirdischen Palast gefunden, aber jede Frage zeigt zuerst den Preis, den sie verursacht. Eine Fraktion will damit Geiseln und Grenzverläufe überwachen; die Gruppe muss entscheiden, ob Allwissenheit eine Tyrannei beendet oder erst ermöglicht. Ein Riss im siebten Ring könnte bedeuten, dass eine der sichtbaren Wahrheiten aus einer möglichen Zukunft stammt.",
  "related": [
   "derafsh-kaviani",
   "salomon-siegel"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Cup of Jamshid",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Cup_of_Jamshid",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Zusammenfassung der sieben Ringe, der Weltschau und der poetischen Nachgeschichte."
   },
   {
    "title": "The Cup of Jamshid, ENG 283E: Our Premodern Epics",
    "url": "https://scalar.usc.edu/works/eng-283e-our-premodern-epics/the-cup-of-jamshid",
    "author": "Anthony Toccafondi, Binghamton University",
    "note": "Universitäre Einführung zur Funktion des Bechers im Schāhnāme."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: JAMŠID",
    "url": "https://web.archive.org/web/20200928205053/https://iranicaonline.org/articles/jamsid",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Archivierte Fachquelle zur Figur Jamshid; der Becher ist im Eintrag als Teil der weiteren Jamshid-Tradition zu lesen."
   },
   {
    "title": "جام جم | دائرةالمعارف بزرگ اسلامی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/223722/جام-جم",
    "author": "جمیله اعظمیان",
    "note": "Persischsprachiger Fachartikel des Zentrums für iranische und islamische Forschungen; behandelt die Entwicklung des Motivs von der Wein- zur Weltenschau- und Sufi-Metapher."
   }
  ],
  "regional": "Der persische Fachartikel setzt eine wichtige Quellenkritik hinzu: In den erhaltenen altiranischen Texten ist kein Jam-Becher belegt; auch die frühe islamische Geschichtsschreibung liefert dafür keine eigenständige alte Überlieferung. Die Bezeichnung als Becher Jams beziehungsweise Dschams erscheint nach der dreihundertjährigen Unterbrechung persischer Literatur zuerst in Gedichten des späten 4. Jahrhunderts Hidschra.\n\nDanach erweitert sich die Bedeutung: Der Becher ist zunächst ein Weingefäß, wird bei persischen Dichtern zum weltenschauenden Instrument und in der Sufi-Dichtung zum Bild für Herz, Geist oder den vollkommenen Menschen. Die häufig genannten sieben Linien des Bechers werden mit alten Vorstellungen von sieben Himmels- beziehungsweise Planetensphären verbunden."
 },
 {
  "id": "zulfiqar",
  "name": "Zū l-Faqār (Zulfiqar)",
  "names": {
   "other": "ذو الفقار (Ḏū l-Faqār), Zulfikar",
   "kurdish": "زولفیقار (Zulfîqar)"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Islamisch geprägte Überlieferung; das Schwert wurde in späterer persischer, kurdischer und schiitischer Bild- und Frömmigkeitskultur weiter ausgestaltet.",
  "time_note": "Frühe islamische Überlieferung und mittelalterliche bis moderne Bildtradition",
  "summary": "Zulfiqar ist das legendäre Schwert ʿAlīs und ein Zeichen von Mut, Gerechtigkeit und geistlicher Autorität. Die bekannteste Bildform besitzt eine gespaltene oder zweizinkige Spitze.",
  "description": "Zū l-Faqār, im Deutschen meist Zulfiqar oder Zulfikar, wird in der islamischen Mythologie mit ʿAlī ibn Abī Tālib verbunden. Die Tradition macht es zu einem zweischneidigen oder an der Spitze gespaltenen Schwert; Darstellungen und Erzählungen sind jedoch nicht einheitlich.[1][2]\n\nNach einer verbreiteten Überlieferung gelangte die Waffe als Beute aus der Schlacht von Badr zunächst zu Muhammad und anschließend zu ʿAlī. Das historische Schwert lässt sich nicht sicher mit einer erhaltenen Klinge identifizieren. Gespaltene Klingen, Anhänger und Zeremonialwaffen sind vor allem spätere Zeichen, die auf die legendäre Form verweisen.[1][2]\n\nFür kurdisch geprägte Yarsan- und Alevi-Kontexte kann Zulfiqar über die Verehrung ʿAlīs und die Idee des gerechten, schützenden Kämpfers anschlussfähig sein. Der Eintrag behandelt es deshalb als nachislamisches, religionsübergreifend rezipiertes Symbol und nicht als vorislamisches iranisches Relikt. In einer respektvollen Darstellung sollte seine religiöse Bedeutung vor der spektakulären Fantasy-Klinge stehen.",
  "appearance": "Eine gerade oder leicht gebogene Klinge mit markanter Spaltung an der Spitze; Griff und Scheide sind je nach Tradition schlicht, kostbar oder mit religiösen Inschriften versehen. Die Zweizinkigkeit ist ein ikonisches Motiv, keine gesicherte Beschreibung eines einzigen Originalschwerts.",
  "powers": "Verstärkt Mut, Entschlossenheit und das Erkennen von Unrecht. In einer RPG-Auslegung kann die Klinge Lügen oder tyrannische Magie durchtrennen; sie verweigert sich jedoch einem Träger, der sie für Willkür oder persönliche Rache führt.",
  "rpg_hooks": "Ein Schwert mit gespaltenem Ort wird als Zulfiqar ausgegeben, obwohl nur die Scheide echt ist. Die Gruppe muss zwischen einer religiösen Gemeinschaft, einem Herrscher und einem Reliquienhändler vermitteln. Als Gegenstand sollte Zulfiqar keine pauschale Feindmarkierung erzeugen, sondern an ein Gelübde von Schutz, Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit gebunden sein.",
  "related": [
   "salomon-siegel",
   "sanjaq"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Dhū al-faqār",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Dhu-al-faqar",
    "author": "Encyclopaedia Britannica",
    "note": "Fachlexikalische Zusammenfassung von Überlieferung, Schlacht von Badr und Zweizinkigkeit."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Zulfiqar",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Zulfiqar",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Überblick über Namen, schiitische Bedeutung, Bildtradition und spätere Zeremonialwaffen."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: زولفیقار",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/زولفیقار",
    "author": "",
    "note": "Sorani; Wikipedia-Artikel, der selbst Neutralitäts-, Beleg- und Überarbeitungsprobleme ausweist. Die Sunni-/Schia-Gegenüberstellung und die Namensdeutung sind daher vorsichtig zu verwenden."
   }
  ],
  "regional": "Der soranische Artikel führt die kurdische Schreibung زولفیقار (Zulfîqar) und stellt zwei islamische Erinnerungslinien gegenüber: Schiiten sehen das Schwert als besondere Waffe ʿAlīs, während Sunniten es als Geschenk Muhammads an ʿAlī überliefern. Er erklärt den Namen außerdem über al-faqār beziehungsweise Einkerbungen am Schwert und erwähnt sowohl eine gespaltene als auch eine eingekerbte Klinge. Die Seite ist als tendenziös und quellenbedürftig markiert; einen spezifischen alevitischen oder yarsanischen Zulfiqar-Ritus belegt sie nicht."
 },
 {
  "id": "salomon-siegel",
  "name": "Siegelring Salomos",
  "names": {
   "other": "Ḥotam Shlomo, Khātam Sulaymān (خاتم سليمان)",
   "persian": "مهر سلیمان (Mehr-e Soleymān)"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Der konkrete Ring ist eine mittelalterliche mystische Ausgestaltung der Salomo-Tradition und wurde in jüdischen, islamischen und westlich-esoterischen Kontexten verschieden gezeichnet.",
  "time_note": "Mittelalterliche mystische und islamische Erzähltraditionen",
  "summary": "Der Siegelring Salomos ist ein legendäres Herrschaftszeichen, mit dem der König über übernatürliche Wesen gebieten soll. In islamisch geprägten Erzählungen verbindet er Salomo mit Dschinn, Wind, Tieren und den persischen Divs.",
  "description": "Der Siegelring Salomos ist kein einheitlich überliefertes Schmuckstück, sondern ein mittelalterliches Motiv, das sich in jüdischer Mystik, islamischer Mystik und westlicher Magie parallel entwickelte. Als Zeichen erscheinen häufig ein Hexagramm oder Pentagramm, doch auch diese Form ist nicht verbindlich.[1]\n\nMystische Erzählungen schreiben dem Ring die Fähigkeit zu, über das Übernatürliche zu gebieten, mit Tieren zu sprechen und Salomos Weisheit sichtbar zu machen. In islamischer und persischer Ausgestaltung wird seine Herrschaft besonders mit Dschinn und Divs sowie mit den Winden verbunden; solche Erzählungen gehören zur späteren Legendenbildung und nicht als wörtliche Beschreibung in den Kern der biblischen Königsfigur.[1][2]\n\nFür ein RPG ist der Ring deshalb ein gefährliches Mandat: Er zwingt nicht einfach jede Kreatur, sondern beglaubigt Befehle, deren Rechtmäßigkeit und sprachliche Genauigkeit geprüft werden. Ein falsches Siegel kann einen Dschinn freisetzen, eine fremde Identität bestätigen oder den Träger zum Werkzeug eines gebundenen Wesens machen.",
  "appearance": "Ein schlichter, sehr alter Siegelring aus Metall oder Stein mit einem geometrischen Zeichen, einem Gottesnamen oder einer schwer lesbaren Inschrift. Die sichtbare Figur kann als Hexagramm erscheinen, während die eigentliche magische Schrift nur im Spiegelbild oder bei Mondlicht lesbar wird.",
  "powers": "Befehl über Dschinn, Divs und andere gebundene Geister; Verständigung mit Tieren; Zugang zu Wind- und Wissensmagie. Die Macht hängt an der korrekten Anrufung und an Salomos Zeichen, nicht an roher Gewalt.",
  "rpg_hooks": "Der Ring wird in einem versiegelten Brunnen gefunden, doch sein Siegel ist in zwei Hälften zerbrochen. Jede Hälfte gewährt einem anderen Träger Autorität über einen Teil derselben Geisterschar. Die Gruppe muss herausfinden, ob der Ring vernichtet, einem verantwortlichen Hüter übergeben oder zum Lösen eines uralten Zwangsbundes eingesetzt werden soll.",
  "related": [
   "zulfiqar",
   "jam-e-jam"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Seal of Solomon",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Seal_of_Solomon",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Überblick über Ringmotiv, Zeichenformen und die jüdische, islamische und westlich-esoterische Rezeptionsgeschichte."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Jinn",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Jinn",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Kontextquelle zum islamischen Dschinn-Begriff; die konkrete Ringlegende ist traditions- und textabhängig."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: مهر سلیمان (Mehr-e Soleymān)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/مهر_سلیمان",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; knappe Überblicksquelle zur islamisch geprägten Ring- und Siegeltradition."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle setzt eine theologische Einschränkung gegen die populäre Artefaktvorstellung: Die Herrschaft Salomos über Menschen, Dschinn und Tiere wird dort nicht als autonome Kraft des Rings, sondern als von Gott verliehene Macht erklärt. Der Ring trägt demnach den göttlichen großen Namen, ist aber nicht selbst die Quelle der Herrschaft.\n\nZusätzlich erscheint der Ring in einer islamischen Endzeiterzählung: Der erwartete Mahdi soll neben anderen Zeichen auch den Ring Salomos tragen und damit die Stirnen der Ungläubigen versiegeln. Das gehört zur späteren islamischen Eschatologie und nicht zur vorislamischen iranischen Mythenschicht."
 },
 {
  "id": "babr-e-bayan",
  "name": "Babr-e Bayān (Rostams Panzergewand)",
  "names": {
   "persian": "ببر بیان (Babr-e Bayān)",
   "other": "Palangīna"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Vorislamischer Heldenstoff in einer nachislamischen Schāhnāme-Fassung; die magischen Eigenschaften gehören zur epischen Überlieferung.",
  "time_note": "Schāhnāme, Rostam-Zyklus",
  "summary": "Babr-e Bayān ist Rostams dunkles, behaartes Panzergewand. Es soll gegen Feuer, Wasser und Waffen unverwundbar sein; die Schāhnāme verbindet es mit dem Fell einer Großkatze.",
  "description": "Babr-e Bayān, auch Palangīna genannt, ist das Kampfgewand, das Rostam über seine übrige Rüstung zieht. Die Encyclopaedia Iranica beschreibt es als dunkel, offenbar behaart sowie feuer-, wasser- und waffenfest; Rostam wirkt darin, als seien ihm Federn gewachsen.[1]\n\nIm Schāhnāme wird das Gewand aus dem Fell eines Leoparden hergestellt, weshalb die Bezeichnung Palangīna („Leopardenfell“) vorkommt. Das Wort babr bedeutet dagegen „Tiger“, und populäre deutsche Nacherzählungen sprechen deshalb häufig von Tigerfell. „Panzerhemd“ oder „Panzerhose“ sind sinnvolle Fantasy-Übertragungen, aber die Fachbeschreibung nennt primär einen Mantel oder ein Kampfgewand.[1][2]\n\nVor dem Gefecht legt Rostam zunächst ein leichtes Kettenhemd und eine schwere Eisenrüstung an, bevor er Babr-e Bayān darüberzieht. Das macht den Gegenstand erzählerisch nicht zu einer gewöhnlichen Rüstung, sondern zur letzten, fast tierischen Schutzschicht zwischen dem Helden und einer übermenschlichen Bedrohung.",
  "appearance": "Ein fast schwarzes, dicht behaartes Gewand aus dem Fell einer mythischen Großkatze. Es kann wie ein weiter Mantel oder ein eng anliegendes Panzerkleid getragen werden; darunter liegen Kettenhemd und Plattenrüstung.",
  "powers": "Schützt gegen Feuer, Wasser und die meisten Waffen. Sein Fell kann Pfeile ablenken und sich bei Gefahr sträuben; als Grenze eignet sich die legendäre Magie gegen Gifte, göttliche Waffen oder Flüche, die nicht ausdrücklich von der Quelle garantiert sind.",
  "rpg_hooks": "Das Gewand wurde in einem Salzsee gefunden, doch jede herausgeschnittene Fellfaser lässt irgendwo einen neuen Raubtierfluch entstehen. Ein Schmied kann es nur ausbessern, wenn die Gruppe den Namen des Tieres kennt, aus dessen Haut es einst gefertigt wurde. Gegen einen Gegner, der nicht mit Feuer, Wasser oder Stahl kämpft, muss der Träger eine andere Schwäche finden.",
  "related": [
   "gorz-rostam",
   "simurgh-feder"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: BABR-E BAYĀN",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/babr-e-bayan-or-babr/",
    "author": "Djalal Khaleghi-Motlagh",
    "note": "Fachartikel zu Material, Schutzwirkung und Stellung in Rostams Ausrüstung."
   },
   {
    "title": "Association for Iranian Studies: Burning Bright: Monsters, Back-stories, and Rostam’s Babr-e Bayān",
    "url": "https://www.associationforiranianstudies.org/content/burning-bright-monsters-back-stories-and-rostams-babr-e-bayan",
    "author": "Association for Iranian Studies",
    "note": "Fachwissenschaftlicher Kontext zur literarischen Darstellung und Erwerbsgeschichte des Gewands."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: ببر بیان (Babr-e Bayān)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/ببر_بیان",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle mit Verweisen auf Dj. Khaleghi-Motlagh und eine persische Fachpublikation."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle ordnet die Schutzkleidung als letzte von drei von Rostam im Kampf getragenen Schichten ein: auf Zāh bzw. Rüstung und Gabr/Joshan folgt Babr-e Bayān. Neben der Schāhnāme-Angabe eines Gewands aus Leopardenhaut nennt die Faramarz-nāma-Überlieferung, dass es nach Rostam an seinen Sohn Faramarz gelangt.\n\nDie Etymologie bleibt unsicher: Die Quelle weist darauf hin, dass der Ausdruck in mittelpersischen Texten nicht belegt ist, und stellt mehrere Deutungen nebeneinander, darunter eine Ortsbezeichnung Bayāna in Indien. Die Bezeichnung Palangīna verweist dabei auf die Leopardenhaut und nicht notwendig auf einen Tiger."
 },
 {
  "id": "gorz-rostam",
  "name": "Gorz-e Rostam (Rostams Streitkolben)",
  "names": {
   "persian": "گرز رستم (Gorz-e Rostam)",
   "other": "Rostams Keule, Rostams Kolben"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Die Waffe gehört zum vorislamischen Heldenmilieu des Rostam-Stoffs, ist aber vor allem durch die nachislamische Schāhnāme überliefert.",
  "time_note": "Schāhnāme und Rostam-Zyklus",
  "summary": "Der Gorz ist Rostams gewaltiger Streitkolben und eine der Waffen, die den Helden unmittelbar kennzeichnen. Er steht für körperliche Urkraft, die ältere Keulenwaffe und Rostams Rolle als Verteidiger Irans.",
  "description": "Gorz bezeichnet im persischen Heldenepos eine Keule oder einen schweren Streitkolben. Rostam wird wiederholt mit einer großen Keule geschildert, die er über der Schulter trägt; neben dem Lasso gehört sie zu den Waffen, die seine archaische, körperlich unmittelbare Kampfweise markieren.[1][2]\n\nDie Überlieferung liefert kein überall gleich beschriebenes Einzelstück mit verbindlicher Form, Materialangabe und eigener Entstehungsgeschichte. Je nach Darstellung kann der Kopf rund, gerippt, mit Stacheln versehen oder als Tierkopf gestaltet sein. „Gorz-e Rostam“ ist daher sinnvoll als Name für Rostams legendäre Waffe und zugleich als Bezeichnung für ihre ikonische epische Waffenform.\n\nDie Schāhnāme setzt Rostams enorme Körperkraft und die Masse seiner Keule als psychologische Waffe ein: Gegner erkennen an ihr, dass sie keinem gewöhnlichen Krieger gegenüberstehen. Der Gorz muss nicht zaubern, um mythisch zu wirken; sein Gewicht, sein Klang und die Tatsache, dass Rostam ihn einhändig führt, machen ihn zum sichtbaren Zeichen des Helden.",
  "appearance": "Ein übergroßer Stab aus dunklem Holz oder Metall mit einem schweren, meist metallenen Kopf. Für eine Variante mit starker Rostam-Ikonografie eignet sich ein Stier- oder Keulenkopf; diese Form ist eine Gestaltungsmöglichkeit, keine für alle Texte verbindliche Beschreibung.",
  "powers": "Außergewöhnliche Wucht, die Schilde, Knochen und dämonische Panzer brechen kann. Seine eigentliche Kraft liegt in der Bindung an Rostams Recht und Körper; ein gewöhnlicher Träger kann den Gorz kaum heben und riskiert, von seinem Rückstoß selbst verletzt zu werden.",
  "rpg_hooks": "Der Gorz liegt nicht in einer Schatzkammer, sondern steckt seit Generationen in einem Fels, der einen alten Grenzweg versperrt. Wer ihn herauszieht, übernimmt zugleich Rostams unerledigtes Schutzgelübde. Ein Gegner kann den Kolben nicht besiegen, aber seine Wucht gegen die Gruppe wenden, indem er den Boden unter dem Träger verflüssigt.",
  "related": [
   "babr-e-bayan",
   "derafsh-kaviani"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Shahnameh: The Persian Book of Kings",
    "url": "https://archive.org/stream/shahnameh-the-persian-book-of-kings/Shahnameh-+The+Persian+Book+of+Kings_djvu.txt",
    "author": "Abolqasem Ferdowsi; Übersetzung von Dick Davis",
    "note": "Primärtextübersetzung mit wiederholten Beschreibungen von Rostams großer Keule."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Rostam (Schāhnāme)",
    "url": "https://de.wikipedia.org/wiki/Rostam_(Schāhnāme)",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Kontextquelle zu Rostam, seinem Waffenbild und dem Schāhnāme-Zyklus."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: گرز (Gorz)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/گرز",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle zum iranischen Waffen- und Symbolwortfeld, nicht zu einem archäologisch nachgewiesenen Einzelstück Rostams."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle erweitert den Eintrag vom Einzelgegenstand zu seinem iranischen Wort- und Symbolfeld: Gorz geht auf das altiranische *wazra und mittelpersisch wazr zurück; im Kurdischen bezeichnet گورز (gorz) ebenfalls Keule, Knüppel oder Schlagwaffe.\n\nAls besonders bekannte Form nennt die Quelle den Gorz-e Gāv-sar, dessen Kopf als Rinderhaupt gestaltet ist. Im Schāhnāme-Kontext wird Rostams schwere Keule als Zeichen außergewöhnlicher Körperkraft und des pahlevānischen Status beschrieben; eine eigenständige, technisch einheitliche Beschreibung von „Rostams Gorz“ liefert die generische Quelle dagegen nicht."
 },
 {
  "id": "simurgh-feder",
  "name": "Feder des Simurgh",
  "names": {
   "persian": "پر سیمرغ (Par-e Simorgh)",
   "other": "Simurgh-Feder"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Der Simurgh wurzelt in vorislamischer iranischer Mythologie; die Feder ist in der nachislamischen Schāhnāme als heilendes Notzeichen besonders bekannt.",
  "time_note": "Avesta-/Senmurw-Traditionen und Schāhnāme",
  "summary": "Die Simurgh-Feder ist ein von dem Wundervogel an Zāl gegebenes Notzeichen. Wird sie verbrannt, erscheint der Simurgh und kann Geburt, Verwundung und Heilung mit seinem Wissen wenden.",
  "description": "Im Rostam-Zyklus zieht der Simurgh den ausgesetzten Zāl auf und gibt ihm eine Feder mit dem Versprechen, sie im Notfall zu verbrennen. Das Feuer ist kein gewöhnliches Signal: Der mächtige Vogel erscheint und bringt Wissen, Rat und Hilfe.[1][2]\n\nBei Rudābehs lebensgefährlicher Geburt weist der Simurgh Zāl und einen mobad an, wie das Kind Rostam durch einen Schnitt entbunden und die Wunde mit Kräutern, Milch, Moschus und der magischen Feder behandelt werden soll. Später werden Rostam und sein Pferd Rakhsh nach schweren Pfeilverletzungen durch die Entfernung der Geschosse, Heilmittel und das Berühren mit der Feder gerettet.[1]\n\nDie Feder ist damit ein eigenständiges Artefakt der Erzählung, obwohl ihre Kraft immer auf die Beziehung zu ihrem Geber verweist. Ihre Heilung ist nicht bloß sofortige Trefferpunkt-Regeneration: Sie verlangt Vertrauen, medizinisches Handeln und die Bereitschaft, die Grenze zwischen menschlichem Wissen und göttlich-tierischer Weisheit anzuerkennen.",
  "appearance": "Eine einzelne große Feder mit kupfernen, roten oder vielfarbigen Schimmern. Im Ruhezustand kann sie wie eine ungewöhnlich schöne Raubvogelfeder wirken; in der Nähe schwerer Verletzungen glimmt ihr Kiel wie eine kleine Glut.",
  "powers": "Ruft den Simurgh herbei, leitet chirurgisches und heilkundliches Wissen weiter und beschleunigt die Heilung tödlicher Wunden. Ihre Wirkung ersetzt keine Behandlung; ohne Kräuter, Werkzeug und kundige Hände bleibt sie ein unvollständiges Versprechen.",
  "rpg_hooks": "Ein Dorf besitzt die Feder, verbrennt sie aber nur für Gebärende und Schwerverletzte. Ein Kriegsherr will sie als unbegrenzte Militärmedizin einsetzen. Die Gruppe muss eine verletzte Person stabilisieren, ohne die Feder zu verbrennen, oder den Simurgh rufen und dafür ein Geheimnis über Zāl zurückgeben.",
  "related": [
   "babr-e-bayan",
   "jam-e-jam"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Simurgh as a Medical Symbol for Iran",
    "url": "https://archive.org/stream/pubmed-PMC4154908/PMC4154908-MEJDD-2-49_djvu.txt",
    "note": "Medizinhistorischer Aufsatz mit den Episoden zu Rudābeh, Rostam, Rakhsh und der heilenden Feder."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Simurgh",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Simurgh",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Überblick über Simurgh, Zāl und die Schāhnāme-Erzählungen."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Zāl",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Z%C4%81l",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Zusatzquelle zur Übergabe der Notfeder und zu ihrer Verwendung bei Rudābehs Geburt."
   },
   {
    "title": "سیمرغ | مرکز پژوهش‌های ایرانی و اسلامی",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/257801/سیمرغ",
    "author": "علی سلطانی گردفرامرزی",
    "note": "Persischsprachiger enzyklopädischer Fachartikel des Zentrums für iranische und islamische Forschungen; schildert die Feder als Notzeichen sowie ihre Heil- und Geburtshilfe-Episoden."
   }
  ],
  "regional": "Der persische Fachartikel macht aus dem einzelnen Notzeichen eine wiederkehrende Beziehung: Simurgh gibt Zāl nach dessen Rückkehr zu Sām eine Feder und verspricht, bei jedem Unglück auf das Feuerzeichen hin zu erscheinen. Bei der schweren Geburt Rūdābes kommt er tatsächlich, betäubt sie mit Wein und öffnet ihre Seite, sodass Rostam geboren wird.\n\nIn der späteren Rüstungs- und Heilungsepisode zieht Simurgh vier Pfeile aus Rostams Wunden, entfernt das verdorbene Blut und heilt anschließend auch Rachsch. Die Quelle verbindet diese Heilfähigkeit mit dem Baum Harvisp-tōmak beziehungsweise Wišpōbiš, „alles heilend“, und bewahrt damit eine ältere kosmologische Schicht hinter der Schāhnāme-Feder."
 },
 {
  "id": "bogen-arash",
  "name": "Bogen des Arash",
  "names": {
   "persian": "کمان آرش (Kamān-e Āraš)",
   "other": "Bogen des Arash-e Kamangir"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Vorislamischer iranischer Grenzmythos, in mittelpersischen und späteren islamischen Quellen sowie moderner iranischer Erinnerung weitergegeben.",
  "time_note": "Arash-Tradition, Tiregān-Überlieferung und iranische Mythographie",
  "summary": "Der Bogen des Arash ist die Waffe des Schusses, mit dem Arash die Grenze zwischen Iran und Turan festlegt. Die Quellen erzählen vor allem vom außergewöhnlichen Pfeil und vom Opfer des Schützen, nicht von einem einheitlich beschriebenen magischen Bogen.",
  "description": "Arash-e Kamangir tritt in der iranischen Überlieferung als Bogenschütze auf, dessen Schuss nach einem langen Krieg die Grenze zwischen Iran und Turan bestimmen soll. Arash spannt den Bogen bei Tagesanbruch und setzt einen außergewöhnlichen Pfeil frei; je nach Quelle fliegt er bis zum Oxus, auf einen Berg oder über eine sehr lange, unterschiedlich angegebene Strecke.[1][2]\n\nViele Fassungen machen den Schuss zum Selbstopfer: Arash setzt seine gesamte Lebenskraft in den Pfeil und stirbt oder zerfällt danach. Andere, ältere oder anders überlieferte Fassungen lassen ihn den Schuss überleben. Das konkrete Aussehen, Holz und Material des Bogens werden in den bekannten Nacherzählungen nicht verbindlich festgelegt; die mythische Last liegt auf dem Pfeil, der Reichweite und dem Entschluss.\n\nAls Artefakt ist der Bogen daher am besten ein Gefäß für Arashs Willen, nicht einfach eine bessere Fernkampfwaffe. Er kann eine Grenze ziehen, aber nicht beliebig Land erobern: Der Schuss gilt nur, wenn alle Parteien den vereinbarten Einsatz anerkennen und der Schütze bereit ist, seinen eigenen Anteil am Ausgang zu tragen.",
  "appearance": "Ein schlichter, außerordentlich gespannter Reflexbogen aus dunklem Holz, Horn und Sehne; diese Materialkombination ist eine plausible RPG-Gestaltung, keine fest überlieferte Beschreibung. Seine Sehne klingt wie ein ferner Wind, sobald ein Grenzstreit in der Nähe ausgesprochen wird.",
  "powers": "Verleiht einem einzigen Pfeil übernatürliche Reichweite und macht seinen Einschlag zu einer markierenden Grenze. Der Preis kann das Leben, die Erinnerung oder die körperliche Kraft des Schützen sein; eine zweite Verwendung widerspricht dem Kern des Mythos.",
  "rpg_hooks": "Zwei Fürstentümer wollen den Bogen für einen neuen Grenzschuss, doch der alte Vertrag verlangt einen Schützen ohne eigenes Land. Die Gruppe muss den Pfeil finden, bevor eine Sekte den Einschlag manipuliert. Eine Variante erlaubt, statt des Lebens die eigene Heimat, den Namen oder alle Ansprüche auf Herrschaft zu opfern.",
  "related": [
   "derafsh-kaviani",
   "gorz-rostam"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Arash",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Arash",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Überblick über Grenzschuss, Varianten der Reichweite und die unterschiedlichen Schicksale Arashs."
   },
   {
    "title": "The Arrow That Drew a Country: Arash-e Kamangir’s Ethics of Sacrificial Distance",
    "url": "https://tifam.ie/the-arrow-that-drew-a-country-arash-e-kamangirs-ethics-of-sacrificial-distance/",
    "author": "TIFAM",
    "note": "Interpretierende Darstellung des Grenz- und Opfermotivs; der Artikel weist auf Varianten der Überlieferung hin."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: آرش کمانگیر (Āraš-e Kamāngīr)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/آرش_کمانگیر",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; ausführliche Überblicksquelle mit awestischen, mittelpersischen und islamischen Varianten. Die Angaben zu Start- und Zielort weichen je nach Überlieferung ab."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle konkretisiert den Bogen als Bestandteil einer besonderen Schussausrüstung: Spandārmad weist Manūčehr auf einen Bogen und einen Pfeil aus Holz und Eisen mit Adlerfeder hin. Der eigentliche Zauber- und Opferfokus liegt aber weiterhin auf dem Pfeil und auf Āraš’ körperlicher Selbstauflösung nach dem Schuss.\n\nFür die Variantenüberlieferung nennt die Quelle mehrere Start- und Zielorte – unter anderem Tabaristan, Ruyan, Damavand, Amol, den Fluss Balch und Ferghana. Außerdem bewahrt sie den awestischen Beinamen Šiwātīr beziehungsweise „Schnellpfeil“; diese divergierenden Orts- und Namensformen sprechen gegen eine einzige kanonische Beschreibung des Bogens."
 },
 {
  "id": "sanjaq",
  "name": "Sanjaq (Pfauenstandarte der Jesiden)",
  "names": {
   "kurdish": "Sincaq / Sanjaq",
   "other": "Tawûsî-Melek-Standarte, Pfauenfigur"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Religiöses Objekt der jesidischen Tradition und ihrer heutigen Gemeinden; eine ungesicherte vorislamische Datierung wird hier nicht behauptet.",
  "time_note": "Jesidische religiöse Praxis, insbesondere Prozessionen des Tawûsgeran",
  "summary": "Ein Sanjaq ist eine heilige Pfauenfigur oder Pfauenstandarte der Jesiden und steht mit Tawûsî Melek, dem Engel Pfau, in Verbindung. Die metallenen Objekte werden rituell gehütet und durch Gemeinden getragen, nicht als gewöhnliche Beute behandelt.",
  "description": "Sanjaqs sind metallene Pfauenbilder beziehungsweise Pfauenstandarten der jesidischen Religion. Britannica beschreibt sie als Pfauenfiguren aus Eisen; andere Darstellungen und die jesidische Erinnerung sprechen von Bronze oder Messing. Die Tradition berichtet von ursprünglich sieben Sanjaqs, von denen nach der Überlieferung nur noch wenige erhalten sind.[1][2]\n\nDie Pfauenfigur verweist auf Tawûsî Melek, den Engel Pfau und höchsten der sieben heiligen Engel in jesidischer Kosmologie. Sanjaqs werden nicht einfach als Götterbilder oder Schmuckstücke verstanden, sondern als geheiligte Repräsentationen, die von religiösen Hütern bewahrt, gesalbt, geschmückt und bei Prozessionen durch Gemeinden geführt werden.[1][2][3]\n\nFür ein Kompendium zu Kurdistan ist der respektvolle Umgang entscheidend: Ein Sanjaq sollte nicht als frei plünderbares Fantasy-Artefakt, exotische „Dämonenstatue“ oder Beuteobjekt erscheinen. Im RPG kann sein Schutz, seine Rückgabe oder die sichere Begleitung durch eine Gemeinde eine zentrale Aufgabe sein; Konflikte entstehen aus Verfolgung, Entweihung und politischem Missbrauch, nicht aus einer angeblichen Pflicht, das Objekt zu stehlen.",
  "appearance": "Eine kleine bis tragbare Metallfigur in Pfauengestalt auf einer Stange oder Standarte, häufig mit ausgebreiteten oder stilisierten Schwanzfedern. Material, Größe und Ausstattung können zwischen Exemplaren variieren; Bronze, Messing und Eisen werden in unterschiedlichen Beschreibungen genannt.",
  "powers": "Als religiöse Insignie stärkt der Sanjaq Gemeinschaft, Schutz und Verbindung zu Tawûsî Melek. Für eine Fantasy-Adaption kann er Wege durch gefährliche Gebiete sichern oder einen Fluch der Entweihung abwehren, doch seine Macht sollte an rituelle Hüter und Zustimmung der Gemeinschaft gebunden sein.",
  "rpg_hooks": "Ein Sanjaq muss aus einem belagerten Dorf zu einem Fest oder Heiligtum eskortiert werden. Ein fremder Händler besitzt ein Objekt, das er als Pfauenstatue verkauft, obwohl es ein gestohlener Sanjaq ist. Die Gruppe darf ihn nicht einfach behalten: Sie muss Vertrauen aufbauen, die religiösen Zuständigkeiten respektieren und eine sichere Rückgabe ermöglichen.",
  "related": [
   "zulfiqar",
   "derafsh-kaviani"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Sanjaq",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/sanjaq",
    "author": "Encyclopaedia Britannica",
    "note": "Lexikalische Quelle zu Pfauenfiguren, Umlauf zwischen Orten und der Überlieferung von sieben Exemplaren."
   },
   {
    "title": "Following the Trail of a Peacock, from Northern Iraq to Singapore and Beyond, Part 3",
    "url": "https://mei.nus.edu.sg/think_in/following-the-trail-of-a-peacock-from-northern-iraq-to-singapore-and-beyond-part-3/",
    "author": "Middle East Institute, National University of Singapore",
    "note": "Kontext zu Sanjaq, Pfauensymbolik und jesidischer religiöser Praxis; Materialangaben variieren in der Sekundärliteratur."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Jesiden",
    "url": "https://de.wikipedia.org/wiki/Jesiden",
    "author": "Wikipedia-Autoren",
    "note": "Deutschsprachiger Kontext zu Religion, Gemeinschaft und Begriffen der jesidischen Tradition."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: مەلەک تاووس",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/مەلەک_تاووس",
    "author": "",
    "note": "Sorani; Wikipedia-Artikel zu Melek Tawus mit Verweisen auf Encyclopaedia Iranica und eine englischsprachige Yezidi-Darstellung."
   }
  ],
  "regional": "Die soranische Seite nennt مەلەک تاووس (Melek Tawûs) eine der heiligsten Gestalten des Êzidentums und beschreibt ihn als Anführer der sieben Engel. Die Erzählung erklärt seine Weigerung, sich vor Adam niederzuwerfen, als Treue zum Gebot, keinen anderen als Gott anzubeten; dadurch wird Tawûsî Melek als verehrte und nicht einfach dämonische Figur profiliert. Das liefert den religiösen Kontext für die im Sanjaq verkörperte Pfauenfigur, auch wenn der Artikel den Sanjaq selbst nicht ausführlich behandelt."
 },
 {
  "id": "dschinn",
  "name": "Dschinn (Jinn, جنّ)",
  "names": {
   "kurdish": "cin",
   "persian": "جن (jenn/jinn)",
   "other": "arabisch jinn"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die koranische Einordnung und die islamische Dämonologie sind nach-islamisch; Motive unsichtbarer Feuer- und Grenzwesen haben ältere arabische und iranische Vorläufer.",
  "summary": "Dschinn sind im Koran eigenständige, unsichtbare Wesen aus Feuer, die wie Menschen glauben, handeln und zur Verantwortung gezogen werden können. In kurdischer und persischer Volksüberlieferung reicht das Spektrum von hilfreichen Haus- und Ortsgeistern bis zu gefährlichen Besessenenmachern.",
  "description": "Der arabische Sammelbegriff jinn bezeichnet Wesen, die der menschlichen Wahrnehmung normalerweise entzogen sind. Der Koran beschreibt sie als aus rauchlosem Feuer erschaffen und behandelt sie nicht als eine einheitlich böse Spezies: Unter ihnen gibt es Gläubige, Ungläubige, Gerechte und Aufrührer. Die Sure 72 (al-Dschinn) macht sie ausdrücklich zu Hörern und Adressaten der Offenbarung.\n\nIn persischen Erzählungen erscheint die Form jenn oder jinn, im kurdischen Sprachraum vor allem cin. Spätere islamische, mystische und volkstümliche Texte erweitern das koranische Bild um Gestaltwechsel, außergewöhnliche Geschwindigkeit, Ortsbindung, Familien- und Stammesordnungen sowie den Umgang mit Amuletten, Beschwörungen und religiösen Schutzformeln. Diese Motive sind regional verschieden und gehören nicht alle zur theologischen Norm.\n\nFür die Spielwelt sollte Dschinn daher eine Kategorie und kein bloßer Synonymname für Dämon sein. Ein cin kann ein neugieriger Vertragspartner, ein gefährlicher Grenzwächter oder ein moralisch ambivalenter Nachbar sein; Ifrit, Marid und Ghul sind verwandte, aber nicht in jeder Überlieferung scharf definierte Sondertypen.",
  "appearance": "Keine einheitliche Gestalt. Volksgeschichten schildern Dschinn als unsichtbar, menschenähnlich, tiergestaltig oder als flüchtige Erscheinung; Rauch, Wind und Feuer sind häufige Bildfelder.",
  "powers": "Gestaltwechsel, Unsichtbarkeit, ungewöhnliche Beweglichkeit und Wissen über verborgene Orte gehören zur Volksüberlieferung. Grenzen setzen Koran und Folklore unterschiedlich: Dschinn können gläubig oder feindlich sein, sind aber keine allmächtigen Götter.",
  "rpg_hooks": "Ein cin verlangt die Rückgabe eines gestohlenen Namens; ein Dorf streitet, ob eine Krankheit ein Dschinnangriff oder eine weltliche Ursache ist; eine Gruppe muss einen Vertrag aushandeln, ohne die religiösen Vorstellungen der Betroffenen lächerlich zu machen.",
  "related": [
   "ifrit",
   "marid",
   "iblis",
   "ghul",
   "suleiman"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Genie",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/genie/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Über persisch-arabische Vorstellungen von Genie/Jinn und Salomos Herrschaft."
   },
   {
    "title": "Koran, Sure 72: al-Dschinn",
    "url": "https://quran.com/al-jinn",
    "author": "Koran.com",
    "note": "Primärtext; Übersetzungen und Lesungen der Sure 72."
   },
   {
    "title": "Dschinn",
    "url": "https://de.wikipedia.org/wiki/Dschinn",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Deutschsprachiger Überblick; für regionale Einzelbehauptungen nicht allein ausreichend."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردی: Cin",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Cin",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi; Wikipedia-Artikel mit fehlenden bzw. markierten Quellen, aber ausführlicher Passage zur kurdischen Kultur."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: جنۆکە",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/جنۆکە",
    "author": "",
    "note": "Sorani; Überblicksartikel mit Literatur- und Koranverweisen, zugleich teilweise als kurzer Wikipedia-Artikel gekennzeichnet."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Seite nennt neben Cin die volkssprachliche Umschreibung jimeçêtirka („Wesen, die besser als wir beziehungsweise Menschen sind“) und bewahrt eine vorislamische Terminspur: Vor der Islamisierung sei für entsprechende Wesen häufig Dêw verwendet worden. In kurdischen Erzählungen erscheinen Cin dort mit rückwärts gerichteten Händen und Füßen, in menschlicher Gestalt, als Irreführer und als Wesen, die Menschen unter ihre Herrschaft bringen können.\n\nDer soranische Artikel verwendet جنۆکە (Jinokə/Jinûke) neben جن (Cin) und beschreibt unsichtbare, vernunftbegabte Wesen mit wechselbaren Tier-, Nebel-, Schatten- und Menschengestalten. Beide Darstellungen sind populäre Enzyklopädieartikel und keine ethnografische Feldforschung."
 },
 {
  "id": "ifrit",
  "name": "Ifrit (ʿIfrīt, عفريت)",
  "names": {
   "persian": "عفریت (efrit)",
   "other": "arabisch ʿifrīt"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Der Begriff ist islamisch-arabisch geprägt und wurde in persische und weitere regionale Erzähltraditionen übernommen; seine Einordnung als feste Dschinn-Klasse stammt vor allem aus späterer Literatur.",
  "summary": "Ein Ifrit ist in der islamischen Erzähltradition ein besonders mächtiger, oft rebellischer Dschinn. Der Koran nennt einen starken Ifrit aus den Dschinn in der Geschichte um Salomo; die spätere Literatur macht daraus einen gefährlichen Feuer- und Machtgeist.",
  "description": "Der Koran verwendet ʿifrīt in Sure 27 für einen starken Angehörigen der Dschinn, der Salomo anbietet, den Thron der Königin von Saba herbeizuschaffen. Das Wort bezeichnet dort zunächst eine Eigenschaft oder Bezeichnung eines mächtigen Wesens, nicht zwingend eine ausgearbeitete biologische Spezies.\n\nIn arabischen Nächte-Erzählungen und ihrer persischen Rezeption werden Ifriten zu hochrangigen, stolzen und schwer kontrollierbaren Geistern. Übersetzungen und moderne Fantasy vereinheitlichen sie häufig als Feuerdämonen; historische Quellen unterscheiden jedoch nicht überall sauber zwischen Ifrit, Marid, Shaytan und allgemein Jinn.\n\nIm kurdisch-persischen RPG-Kontext kann ein Ifrit als lokaler Machtträger funktionieren: ein gebundener Geist mit eigenem Recht, ein ehemaliger Diener Salomos oder ein Gegenspieler, dessen Gewalt durch einen Eid stärker begrenzt wird als durch rohe Waffen.",
  "appearance": "Spätere Bildwelten geben Ifriten eine gewaltige humanoide, rußige oder flammende Gestalt, manchmal mit Rauch, Flügeln oder Tiermerkmalen. Das ist eine verbreitete künstlerische Konvention, keine einheitliche koranische Beschreibung.",
  "powers": "Außergewöhnliche Kraft, Feuer- und Rauchmotive, schnelle Bewegung, Gestaltwechsel und die Fähigkeit zu bindenden Abmachungen. Stolz, Namen, Eide und magische Bindungen sind typische erzählerische Schwächen.",
  "rpg_hooks": "Ein Ifrit bietet an, einen Bergpass in einer Nacht zu öffnen, verlangt dafür aber die Erfüllung eines wörtlich mehrdeutigen Eids; ein altes Siegel bricht, weil ein Vertragspartner gestorben ist; ein NSC nutzt den Namen Ifrit, obwohl das Wesen selbst diese Klassifizierung ablehnt.",
  "related": [
   "dschinn",
   "marid",
   "suleiman",
   "iblis"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Ifrit",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Ifrit",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zur Figur und zu ihrer Entwicklung in islamischer Literatur; Taxonomien sind uneinheitlich."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Genie",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/genie/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Kontext für persische und islamische Jinn-Vorstellungen."
   },
   {
    "title": "Koran, Sure 27:39–44",
    "url": "https://quran.com/27",
    "author": "Koran.com",
    "note": "Koranischer Kontext des starken Ifrit in Salomos Geschichte."
   }
  ]
 },
 {
  "id": "marid",
  "name": "Marid (Mārid, مارد)",
  "names": {
   "persian": "مارد (māred)",
   "other": "arabisch mārid"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die Bezeichnung stammt aus dem islamisch-arabischen Vokabular und wurde in persischer und später globaler Fantasy zu einer scheinbar festen Dschinn-Klasse ausgebaut.",
  "summary": "Marid bezeichnet einen widerspenstigen oder aufrührerischen übernatürlichen Geist und in späterer Dämonologie einen besonders mächtigen Dschinn. Die populäre Verbindung mit Meer, Tiefe und Wunscherfüllung ist eine regionale beziehungsweise moderne Ausgestaltung, nicht überall ein kanonisches Merkmal.",
  "description": "Das arabische Wort mārid bedeutet sinngemäß widerspenstig, aufsässig oder rebellisch. In islamischen Texten kann es als Charakterisierung gefährlicher übernatürlicher Wesen erscheinen; spätere Klassifikationen behandeln den Marid als Rang- oder Artbezeichnung innerhalb der Dschinn.\n\nIn persischen Erzählzusammenhängen und in modernen Übersetzungen wird der Marid oft neben Ifrit und Ghul genannt. Die bekannte westliche Vorstellung eines gewaltigen, aus Gefäß oder Meer befreiten Wunschwesens bündelt Motive aus Erzählungen und Populärkultur, darf aber nicht rückwirkend als einheitliche mittelalterliche Lehre ausgegeben werden.\n\nFür ein RPG ist die Unschärfe produktiv: Ein Marid kann ein Wasserherrscher, ein aufständischer Hofgeist oder lediglich der Ehrentitel eines besonders alten cin sein. Seine Macht sollte durch soziale Regeln, alte Bündnisse und präzise formulierte Bitten begrenzt bleiben.",
  "appearance": "Häufig kolossal, wasser-, wolken- oder rauchverbunden und mit bläulichen oder perlmuttartigen Farben dargestellt. Historische Quellen liefern kein verbindliches Aussehen.",
  "powers": "Überlegene körperliche und magische Kraft, Einfluss auf Wasser oder Wetter in späterer Folklore, Gestaltwechsel und Vertragsmacht. Die Zuordnung zu Wasser ist als regionale beziehungsweise moderne Lesart zu kennzeichnen.",
  "rpg_hooks": "Ein Marid kontrolliert eine Quelle, die mehrere Dörfer versorgt, und fordert Anerkennung statt Gold; eine scheinbare Wunschbelohnung enthält drei soziale Nebenbedingungen; ein persischer Gelehrter und ein kurdischer Erzähler verwenden für dasselbe Wesen unterschiedliche Rangnamen.",
  "related": [
   "dschinn",
   "ifrit",
   "suleiman"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Marid",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Marid",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Bedeutung und islamischer Verwendung des Begriffs; spätere Populärkultur geht darüber hinaus."
   },
   {
    "title": "Ifrit",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Ifrit",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Vergleich der häufig nebeneinander verwendeten Dschinn-Bezeichnungen."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Genie",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/genie/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Vergleichsrahmen für Jinn-Vorstellungen im iranischen Kulturraum."
   }
  ]
 },
 {
  "id": "iblis",
  "name": "Iblis (Iblīs, إبليس)",
  "names": {
   "kurdish": "Îblîs",
   "persian": "ابلیس (Eblis)",
   "other": "Shaytan, arabisch Iblīs"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Iblis ist als islamische Teufelsfigur nach-islamisch kanonisiert, steht aber in einem älteren westasiatischen Traditionsfeld von Widersacher-, Versucher- und Dämonenmotiven; diese Vorläufer sind keine einfache direkte Identität.",
  "summary": "Iblis ist im Islam die personale Gestalt des Widersachers, der sich weigert, sich vor Adam niederzuwerfen, und zum Verführer der Menschen wird. Der Koran bezeichnet ihn als Dschinn, während spätere Theologie und Volksfrömmigkeit seine Beziehung zu Shayatin und Satan unterschiedlich ausarbeiten.",
  "description": "Die koranische Erzählung stellt Iblis als Wesen dar, das Gottes Befehl zur Niederwerfung vor Adam aus Stolz verweigert. In Sure 18 wird ausdrücklich gesagt, dass er zu den Dschinn gehört; zugleich wird seine spätere Funktion als Shaytan, also als Verführer und Feind, zum Grundmuster islamischer Dämonologie.\n\nIslamische Kommentatoren diskutieren, wie Iblis' Wissen, freier Wille, Aufschub bis zum Jüngsten Tag und begrenzte Macht zu verstehen sind. In persischer Literatur, Sufismus und Volksglauben kann er als kosmischer Versucher, tragische Figur, Symbol des Hochmuts oder Anführer der Dämonen erscheinen. Diese Lesarten widersprechen einander teilweise und sollten im Spiel als Perspektiven gekennzeichnet werden.\n\nFür die Darstellung in Kurdistan empfiehlt sich eine klare Trennung zwischen religiöser Figur und beliebigem Monster. Iblis ist kein austauschbarer Kampfgegner: Eine Begegnung sollte Verführung, Gewissensprüfung, politische Manipulation oder die Frage nach Verantwortung in den Mittelpunkt stellen.",
  "appearance": "Der Koran legt kein verbindliches Aussehen fest. Volkskunst und spätere Erzählungen zeigen Iblis häufig menschenähnlich, schattenhaft oder mit dämonischen Merkmalen; diese Bilder sind traditions- und medienabhängig.",
  "powers": "Verführung, Einflüsterung und die Mobilisierung von Shayatin. Seine Macht ist im islamischen Verständnis nicht göttlich und nicht unbegrenzt; moralische Entscheidung und Gottes Schutz bleiben zentrale Gegenkräfte.",
  "rpg_hooks": "Ein Herrscher rechtfertigt Grausamkeit als Kampf gegen Iblis, während ein Ermittler weltliche Täter finden muss; ein Sufi- oder Gelehrten-NSC prüft die Gruppe mit einer Versuchung; ein Kult verwechselt einen lokalen cin mit Iblis und verschärft dadurch einen Konflikt.",
  "related": [
   "dschinn",
   "ifrit",
   "suleiman"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Iblis",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Iblis",
    "author": "Encyclopaedia Britannica",
    "note": "Einordnung Iblis' als persönlicher Teufel und Diskussion der Zuordnung als Engel oder Jinn."
   },
   {
    "title": "Iblīs",
    "url": "https://www.saet.ac.uk/Islam/Iblis",
    "author": "St Andrews Encyclopaedia of Theology",
    "note": "Theologischer Überblick zu Iblis und Shaytan in islamischer Tradition."
   },
   {
    "title": "Iblis",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Iblis",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Zusammenfassung koranischer Stellen und späterer Interpretationen."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: ئیبلیس",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/ئیبلیس",
    "author": "",
    "note": "Sorani; kurzer Wikipedia-Artikel mit arabischsprachigen islamischen Sekundärquellen, nicht mit eigener kurdischer Theologie."
   }
  ],
  "regional": "Die soranische Darstellung bezeichnet ئیبلیس (Îblîs) als Oberhaupt der Schayṭān und ausdrücklich als früheren, gottesfürchtigen جنۆکە (Jinokə), der wegen der Verweigerung der Niederwerfung vor Adam verstoßen wurde. Sie verbindet ihn zudem mit der Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies. Das ergänzt die bestehende islamische Einordnung um soranische Terminologie; die zugrunde liegenden Belege sind überwiegend arabischsprachig."
 },
 {
  "id": "khidr",
  "name": "Khidr / al-Chidr (al-Khiḍr, الخضر)",
  "names": {
   "kurdish": "Xizir/Xızır",
   "persian": "خضر (Khezr/Khizr)",
   "other": "türkisch Hızır"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die Identifikation mit der anonymen weisen Gestalt in Koran 18 ist islamisch; die Heiligenverehrung, Unsterblichkeits- und Wandermotive wurden in späterer kurdischer, persischer, türkischer und sufitischer Volksfrömmigkeit entfaltet.",
  "summary": "Khidr, der „Grüne“, ist der geheimnisvolle unsterbliche oder außergewöhnlich langlebige Heilige, der als verborgener Führer und Helfer auftritt. In kurdischer Volksfrömmigkeit heißt er Xizir/Xızır, in persischer Tradition Khezr und verbindet Wasser, Erneuerung, unergründliches Wissen und Schutz.",
  "description": "Der Koran nennt in der Erzählung von Mose und dem weisen Diener (Sure 18:60–82) keinen Namen; die islamische Auslegung identifiziert diese Gestalt meist mit al-Khidr. Seine Handlungen wirken zunächst ungerecht oder rätselhaft, erhalten aber am Ende eine verborgene Begründung. Daraus entstand das Motiv eines Führers, dessen Wissen über den unmittelbaren moralischen Blick hinausgeht.\n\nSpätere Überlieferungen verbinden Khidr mit dem Wasser des Lebens, grüner Vegetation, Quellen, Reisen und unerwarteten Rettungen. In kurdischen und persischen Kontexten kann sein Erscheinen an Festtagen, Quellen, Wegen oder in Träumen gedacht werden; konkrete Riten und die Frage seiner Unsterblichkeit variieren nach Region und religiöser Gemeinschaft.\n\nAls NSC ist Khidr eher ein Prüfender und Wegweiser als ein Auftraggeber mit vollständiger Erklärung. Er darf die Gruppe vor einer Katastrophe bewahren, aber nur durch eine Aufgabe, deren Sinn erst später sichtbar wird. Respektvoll bleibt die Darstellung, wenn unterschiedliche Glaubensformen als lebendige Traditionen und nicht als exotische Magie behandelt werden.",
  "appearance": "Oft als älterer Reisender, grüner oder grün gekleideter Mann, Wasser- oder Quellengestalt dargestellt. Das Erscheinungsbild ist symbolisch und nicht verbindlich.",
  "powers": "Verborgenes Wissen, ungewöhnliche Langlebigkeit oder Unsterblichkeit in der Volksfrömmigkeit, orts- und situationsgerechtes Auftauchen, Schutz und Führung. Seine Entscheidungen erscheinen absichtlich mehrdeutig.",
  "rpg_hooks": "Ein grüner Fremder rettet ein Kind und stellt dafür drei scheinbar widersinnige Verbote auf; eine Quelle versiegt, nachdem ein lokaler Schwur gebrochen wurde; die Gruppe muss zwischen Khidrs Prüfung und der Behauptung eines Betrügers unterscheiden.",
  "related": [
   "suleiman",
   "dschinn"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "ḴEŻR",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/kezr-prophet/",
    "author": "Anna Krasnowolska, Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachartikel zu Khezr/Khidr in islamischer und iranischer Überlieferung."
   },
   {
    "title": "Al-Chidr",
    "url": "https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Chidr",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Deutschsprachiger Überblick zu Namen, Symbolik und Volksfrömmigkeit."
   },
   {
    "title": "Hızır / Xızır",
    "url": "https://www.aleviansiklopedisi.com/en/madde-x/hizir-xizir-6133/",
    "author": "Alevi Ansiklopedisi",
    "note": "Belegt die Formen Hızır und kurdisch Xızır sowie die zentrale Stellung in gelebter Frömmigkeit."
   },
   {
    "title": "Kurdipedia: Dersim Alevi Halk Dindarlığında Xızır’ın Tanrılaştırılması ve Bunun...",
    "url": "https://www.kurdipedia.org/default.aspx?q=20240520171137571765&lng=13",
    "author": "",
    "note": "Kurdish-community archive; der auffindbare Abstract ist türkischsprachig und die Live-Seite war bei der Prüfung durch Cloudflare geschützt. Er belegt den regionalen Dersim-Alevi-Kurd-Kontext, nicht eine kurdischsprachige Originalpublikation."
   }
  ],
  "regional": "Der im Kurdipedia-Archiv verzeichnete Beitrag beschreibt Xızır als zentrale Figur der alevitischen kurdischen Religiosität in Dersim. Er verknüpft die Figur ausdrücklich mit Fasten, Ritualen und gelebten Gemeindetraditionen und hebt Barmherzigkeit, Vergebung und Großzügigkeit hervor. Damit wird Xızır nicht nur als islamische Heiligenfigur, sondern als religiös wirksame Gestalt im Dersim-Alevitentum dokumentiert. Der Abstract ist türkisch und die Seite war technisch nicht vollständig abrufbar; die Aussage sollte deshalb als Archivmetadaten- und Abstractbeleg, nicht als vollständig geprüfte Studie behandelt werden."
 },
 {
  "id": "suleiman",
  "name": "Suleiman (Sulaymān, سليمان)",
  "names": {
   "kurdish": "Silêman",
   "persian": "سلیمان (Soleymān)",
   "other": "Salomo"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die islamische Gestalt ist nach-islamisch überliefert, greift aber auf den älteren biblischen Salomo und spätantike Weisheits- und Magietraditionen zurück. Die Verbindung zu den Divs ist vor allem eine persische literarische Brücke, keine Gleichsetzung von Div und Jinn.",
  "summary": "Suleiman ist der islamische Salomo, Prophet und König, dem Gott Macht über Wind, Tiere, Dschinn und andere unsichtbare Wesen verleiht. In persischer Erzählkultur verbindet er islamische Salomo-Legenden mit der Welt der Divs und schafft so eine Brücke zur Schahname-Tradition.",
  "description": "Der Koran schildert Suleiman als von Gott begnadeten Herrscher mit einer außergewöhnlichen Armee aus Menschen, Vögeln und Dschinn. Wind und Metall dienen ihm, und die Dschinn arbeiten unter seiner Herrschaft. Der Ifrit in der Thron-Episode gehört zu diesem erzählerischen Umfeld.\n\nPersische Literatur übernimmt Suleiman als Sulaymān oder Soleymān und reichert ihn mit Weisheits-, Herrschafts- und Magiemotiven an. In der Schahnameh und verwandten iranischen Erzählwelten begegnen dagegen vor allem Divs; sie sind eine iranische Dämonen- und Monsterkategorie und nicht einfach arabische Dschinn. Überschneidungen in späterer Volksliteratur erklären, warum beide Gruppen gelegentlich in einem Herrschaftsbild zusammenstehen.\n\nFür das RPG kann Suleiman als historische Fernerinnerung, heiliges Vorbild oder Quelle alter Siegel und Befehle auftreten. Die Figur eignet sich besonders für Konflikte um legitime Herrschaft: Wer besitzt einen Ring, ein Testament oder einen Vertrag, der angeblich noch immer über die unsichtbaren Völker gebietet?",
  "appearance": "Als menschlicher König oder Prophet mit Siegelring, Stab, Thron und einem Hof aus Menschen und unsichtbaren Wesen. Konkrete Bilder stammen aus islamischer, persischer und späterer Kunst.",
  "powers": "Herrschaft über Dschinn und andere dienstbare Wesen, Verständnis von Tiersprache, Wind- und Metallmotive sowie außergewöhnliche Weisheit. Diese Macht ist in der religiösen Erzählung eine göttliche Gabe, keine frei verfügbare Zauberklasse.",
  "rpg_hooks": "Ein Fragment von Suleimans Siegel bindet einen cin, aber die Inschrift ist beschädigt; ein Div-Herrscher behauptet, Suleiman habe ihm einst freies Geleit gegeben; ein Dorf bittet die Gruppe, einen alten Vertrag zu brechen, der Schutz und Ausbeutung zugleich bedeutet.",
  "related": [
   "dschinn",
   "ifrit",
   "marid",
   "div"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Genie",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/genie/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Belegt die Vorstellung von Salomos Herrschaft über die Jinn und seine Hofordnung."
   },
   {
    "title": "Solomon in Islam",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Solomon_in_Islam",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu koranischen und islamischen Salomo-Motiven."
   },
   {
    "title": "DĪV",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/div/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Vergleichsquelle für Divs; der eigenständige Kompendiums-Eintrag gehört einem anderen Agenten."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردی: Silêman (pêxember)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Silêman_(pêxember)",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi; kurdischsprachiger Überblicksartikel zu Salomo/Sulaymān mit überwiegend biblischen und koranischen Bezugnahmen."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Seite führt den Namen Silêman ausdrücklich unter dem Titel „pêxember“ (Prophet) und stellt ihn als König Israels dar, der in hebräischer Bibel, Bibel und Koran vorkommt. Für die kurdische Rezeption ist damit vor allem die islamisch-biblische Propheten- und Weisheitsfigur belegt; die dortige Seite liefert keinen eigenständigen kurdischen Dêw-Ritus."
 },
 {
  "id": "al",
  "name": "Āl (Al, آل)",
  "names": {
   "kurdish": "al/alk (regional)",
   "persian": "آل (Āl)",
   "other": "Albas(t)ı, Ol/Hal/Xal in regionalen Varianten"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Die Wochenbett-Dämonin ist in iranischen, kaukasischen und turksprachigen Überlieferungen vor und nach der Islamisierung belegt; die kurdischen und persischen Namensformen sowie Einzelrituale sind regional uneinheitlich.",
  "summary": "Āl ist eine weiblich gedachte Dämonengestalt der Gefahren von Geburt und Wochenbett, die besonders Mutter und Neugeborenes bedroht. Die persische Volksüberlieferung kennt sie als Āl beziehungsweise Omm-al-Ṣebyān; verwandte Formen reichen im kurdischen und zentralasiatischen Raum bis zu alk, ol, hal und Albasty.",
  "description": "In der persischen Volkskunde gilt die Āl als zentrale Gefahr für Gebärende und Säuglinge. Encyclopaedia Iranica berichtet von der Vorstellung, sie stehle der Wöchnerin die Leber und schade dem Kind; der Name Omm-al-Ṣebyān bedeutet sinngemäß „Mutter der Kinder“. Solche Erzählungen verarbeiten reale Risiken von Geburt, Fieber, Blutverlust und früher Säuglingssterblichkeit in dämonischer Bildsprache.\n\nVerwandte Gestalten sind über den Kaukasus, Anatolien und Zentralasien verbreitet. Für den kurdischen Raum werden Formen wie al oder alk genannt, doch die vorliegenden Quellen belegen keine einheitliche, überall kurdische Āl-Tradition; manche Varianten gehören eher zu armenischen oder turksprachigen Kontaktzonen. Im Kompendium sollte der Eintrag deshalb ausdrücklich als regionales Überlappungsphänomen und nicht als exklusiv kurdisches Wesen markiert werden.\n\nSchutzvorstellungen umfassen je nach Ort Wachen am Bett, Lärm, Licht, Eisen, Gebete, Amulette oder die Hilfe spezialisierter Heilerinnen. Das RPG kann diese Praktiken als soziale Fürsorge und kulturelles Wissen darstellen, ohne reale Wochenbettkomplikationen auf eine tatsächliche Besessenheit zu reduzieren.",
  "appearance": "Häufig eine hagere oder alte Frau, manchmal mit langen Haaren, scharfen Zähnen und auffälligen Augen. Das Aussehen schwankt stark; die Bedrohung von Mutter und Kind ist wichtiger als eine feste Monsterform.",
  "powers": "Nächtliches Eindringen, Verursachen oder Personifizieren von Wochenbettkrankheit, Diebstahl von Leber, Lunge oder Kind in regionalen Erzählungen sowie Flucht in Richtung Wasser in turksprachigen Varianten. Diese Merkmale sind nicht überall gleichzeitig belegt.",
  "rpg_hooks": "Eine Hebamme bittet um Schutzwachen, während ein lokaler Machthaber die Angst politisch ausnutzt; ein Al-Mythos verschleiert eine vergiftete Quelle; die Gruppe muss zwischen einem übernatürlichen Angriff und dringend nötiger medizinischer Hilfe vermitteln.",
  "related": [
   "dschinn",
   "ghul",
   "nazar"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "CHILDREN ii. In Modern Persian Folklore",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/children-ii",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachquelle zur Āl als Gefahr für Gebärende und Kinder in persischer Volksüberlieferung."
   },
   {
    "title": "Al (folklore)",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Al_(folklore)",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Vergleich regionaler kaukasischer, iranischer und zentralasiatischer Formen; mit Vorsicht zu verwenden."
   },
   {
    "title": "Albasty: A Female Demon of Turkic Peoples",
    "url": "https://www.researchgate.net/publication/341262110_Albasty_A_Female_Demon_of_Turkic_Peoples",
    "author": "Fachaufsatz, ResearchGate",
    "note": "Regionalvergleich zur turksprachigen Albasty; nicht als Beleg für eine einheitliche kurdische Variante."
   }
  ]
 },
 {
  "id": "ghul",
  "name": "Ghul (Ḡūl, غول)",
  "names": {
   "kurdish": "xul/ghul (in regionalen Belegen)",
   "persian": "غول (ḡul)",
   "other": "arabisch ghūl"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Der Ghul hat vorislamische arabische Wurzeln und wurde in islamischer Zeit in arabische, persische und kurdische Erzählräume übernommen; die persische Literatur formte ihn zu einem wandelbaren Menschenfresser und Wüstenmonster.",
  "summary": "Der Ghul ist ein menschenfressendes, wandelbares Monster der arabisch-persischen Überlieferung, das mit Wüste, Ruinen, Gräbern und Leichen verbunden wird. Kurdische Folkloreforschung kennt den Ghul als aufgenommenes arabisch-islamisches Motiv, oft im Austausch mit eigenen Dēw- und xul-Vorstellungen.",
  "description": "Das arabische ghūl bezeichnet ein dämonisches Wesen, das Reisende in abgelegenen Gegenden irreführt und Menschenfleisch oder Leichen verzehrt. In der persischen Literatur ist der ḡul ein anthropophager, zur Verwandlung fähiger Bewohner von Wüste, Einöde und Ruinen; er kann als Tier, Mensch oder verführerische Gestalt erscheinen.\n\nDie Grenze zwischen Ghul, Dschinn und Div ist in Erzählungen nicht immer stabil. Der persische Fachartikel betont gerade die Verbindung von Menschenfresserei, Verwandlung und Leere der Wüste. Für kurdische Belege ist die Quellenlage dünner: Eine Studie zu Dēw-Formen im kurdischen Folklorematerial behandelt den Ghul als arabisch-islamisches Motiv und setzt ihn zu xul und Dēw in Beziehung, ohne eine überall einheitliche kurdische Art zu behaupten.\n\nIm RPG ist der Ghul ein starkes Wesen für Karawanenwege, verlassene Heiligtümer und Gräber, sollte aber nicht bloß als moderner Zombie eingesetzt werden. Seine wichtigste Waffe ist die Täuschung: Die Gruppe muss erkennen, wem sie in der Nacht folgt und ob ein vertrauter Toter wirklich zurückgekehrt ist.",
  "appearance": "Keine feste Gestalt. Häufig erscheinen ein großer menschenähnlicher Menschenfresser, ein Tier der Wüste oder eine schöne Person, die Reisende vom Weg abbringt; Verwandlung ist ein Kernmotiv.",
  "powers": "Verwandlung, Irreführung, nächtliche Jagd und Verzehr von Menschen oder Leichen. Einsamkeit, offene Wüste, Friedhöfe und Ruinen sind typische Schauplätze; konkrete Verwundbarkeiten hängen von der Erzählung ab.",
  "rpg_hooks": "Ein Ghul imitiert einen verstorbenen Karawanenführer; ein Friedhof wird nicht von Untoten, sondern von einem Wesen bewacht, das die Toten vor Plünderern schützt; ein kurdischer Erzähler und ein persischer Gelehrter streiten über den Namen des Monsters, während es die Gruppe beobachtet.",
  "related": [
   "dschinn",
   "al",
   "div"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "ḠUL",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/gul/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachartikel zu anthropophagen und wandelbaren Ghulen in persischer Literatur und Folklore."
   },
   {
    "title": "Ghoul",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Ghoul",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu arabischer Herkunft, Friedhofs- und Leichenmotiven."
   },
   {
    "title": "Dêw/Demons and Their Manifestations in Kurdish Folklore",
    "url": "https://www.researchgate.net/publication/362209719_Dew_u_Formen_Wan_di_Folklora_Kurdi_da_DewDemons_and_Their_Manifestations_in_Kurdish_Folklore",
    "author": "Fachaufsatz, ResearchGate",
    "note": "Kurdistische Vergleichsquelle; belegt Rezeption des Ghul-Motivs, nicht eine homogene kurdische Ghul-Klasse."
   }
  ]
 },
 {
  "id": "nazar",
  "name": "Nazar und böser Blick (Naẓar, نظر)",
  "names": {
   "kurdish": "nazar / çavê xirab (regional)",
   "persian": "چشم‌زخم (češm-zaxm), چشم‌نظر (češm-nazar)",
   "other": "türkisch nazar, Nazar-Amulett"
  },
  "type": "artefakt",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Der Glaube an schädlichen Blick ist in Westasien älter als der Islam und wurde in islamischen, persischen, kurdischen und anatolischen Kontexten weitergeführt; der blaue Augenstein ist eine verbreitete, aber nicht universelle moderne Form.",
  "summary": "Nazar bezeichnet sowohl den schädigenden bösen Blick als auch Schutzpraktiken und das bekannte augenförmige Amulett. Im persischen Raum heißt der Schaden cheshm-zakhm; blaue Glasaugen, Gebete, Segensformeln und Gegenrituale gehören je nach Familie und Region zu unterschiedlichen Abwehrweisen.",
  "description": "Der böse Blick ist die Vorstellung, dass Neid, Bewunderung oder feindlicher Wille durch das Sehen Schaden verursachen kann. Encyclopaedia Iranica unterscheidet in persischen Volkspraktiken vorbeugende, vorausschauende und gegenwirkende Maßnahmen: Man schützt sich vor möglichem Schaden, erkennt gefährliche Situationen oder reagiert nach einem vermuteten Blick.\n\nDas Wort nazar bedeutet zunächst Blick oder Sehen und ist nicht selbst der Name eines Dämons. Das blaue, konzentrische Augenamulett, im Türkischen nazar boncuğu genannt, ist heute international bekannt und wird auch im kurdischen und persischen Umfeld verkauft oder verschenkt. Daraus folgt jedoch nicht, dass alle lokalen Traditionen dasselbe Objekt oder dieselbe Erklärung verwenden.\n\nFür das Kompendium ist Nazar deshalb ein Kulturphänomen und Artefakt, kein Wesen. Im Spiel kann ein Amulett familiären Schutz, sozialen Status, Frömmigkeit oder Aberglauben markieren; die Erzählung sollte offenlassen, ob es tatsächlich Magie wirkt oder ob Vertrauen, Vorsicht und gemeinschaftliche Fürsorge seine Wirkung tragen.",
  "appearance": "Am bekanntesten ist eine runde Glasperle mit dunkelblauem Außenring, hellblauem Feld, weißem Ring und schwarzer Pupille. Andere Schutzformen sind Handzeichen, Schrift, Gebete, Räucherwerk oder rote und blaue Fäden.",
  "powers": "Als Artefakt kann das Nazar-Amulett in einer Fantasywelt Aufmerksamkeit und Neid ableiten, einen Blick sichtbar machen oder vorübergehend Schutz geben. In der realen Volkskunde variieren Bedeutung und behauptete Wirksamkeit; das Kompendium macht daraus keine medizinische oder naturwissenschaftliche Behauptung.",
  "rpg_hooks": "Ein Amulett zerbricht kurz vor einem Anschlag und wird zum Beweisstück; ein Fest darf erst beginnen, wenn die Gastgeberin alle Kinder gesegnet hat; ein Händler verkauft identische blaue Augen, doch nur eines stammt aus einer alten Familienlinie.",
  "related": [
   "al",
   "dschinn"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "ČAŠM-ZAḴM",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/casm-zakm-lit/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachartikel zu persischen Vorbeuge-, Erkennungs- und Gegenpraktiken gegen den bösen Blick."
   },
   {
    "title": "EVIL EYE",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/evil-eye/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Überblick zum Motiv des bösen Blicks im iranischen Kulturraum."
   },
   {
    "title": "Nazar (amulet)",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Nazar_(amulet)",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zum Augenamulett und zur heutigen regionalen Verbreitung."
   },
   {
    "title": "iWell Guard (Kurdî): چاوی خراپ",
    "url": "https://iwell-guard.com/ku/chawi-xirap/",
    "author": "",
    "note": "Sorani; populär-komparativer Artikel, kein Nachweis einer spezifisch kurdischen Feldpraxis. Er dokumentiert die soranische Schreibweise چاوی خراپ und ordnet nazar kulturvergleichend ein."
   }
  ],
  "regional": "Der soranische Artikel verwendet چاوی خراپ (Çawî xirab, „böses Auge“) als kurdische Bezeichnung und unterscheidet den Ausdruck vom türkisch-persischen Lehn- beziehungsweise Kulturwort nazar. Er beschreibt den schädigenden Blick als Folge von Neid oder missgünstigem Lob und nennt das blaue Nazar-Auge als Schutzobjekt. Da der Text kulturvergleichend und populär angelegt ist, belegt er keine einheitliche kurdische Ritualpraxis."
 },
 {
  "id": "mem-u-zin",
  "name": "Mem û Zîn (Mem und Zîn)",
  "names": {
   "kurdish": "Mem û Zîn (Mem û Zîn)",
   "other": "مەم و زین (Mem û Zîn; Sorani-Schreibweise)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die schriftliche Eposfassung Ehmedê Xanîs wird im Projektkontext auf 1692 datiert; Iranica nennt die Fertigstellung in 1105/1694. Der erzählerische Stoff ist älter und geht auf die volkstümliche Memê-Alan-Überlieferung zurück.",
  "time_note": "Ehmedê Xanî ca. 1650–1707; kurmandschische Mesnewi mit 2655 Versen, Datierung 1692/1694.",
  "summary": "Ehmedê Xanîs kurmandschisches Epos (Mem û Zîn) gestaltet die ältere Liebes- und Tragödienerzählung von Mem und Zîn als klassische Mesnewi. Die unmögliche Liebe, Fragen von Ehre und Gastrecht sowie Xanîs politische Reflexionen machten das Werk zu einem zentralen Text der kurdischen Literatur.",
  "description": "Mem û Zîn ist die berühmteste literarische Fassung eines älteren kurdischen Liebesstoffs. Ehmedê Xanî schrieb den Text in Kurmandschi und verband die volkstümliche Erzählung mit der Form und Gelehrsamkeit der klassischen orientalischen Epik. Im Zentrum stehen Mem, der junge Erbe der Stadt des Westens, und Zîn, die Tochter des Gouverneurs von Jazira Botân; ihre Liebe endet mit dem Tod beider.\n\nDie Handlung beginnt in vielen Varianten mit einer wunderbaren Begegnung: Feen bringen die schlafende Zîn zu Mem, die Liebenden tauschen Ringe aus und werden anschließend wieder getrennt. Mem gelangt mit Hilfe von Ḫidr nach Jazira Botân, gerät dort aber in ein Geflecht aus Verlobung, Gastrecht und Ehre. Der Gegenspieler Bako vergiftet Mem; Zîn stirbt sieben Tage später. Das gemeinsame Grab wird durch einen Rosenstrauch und dessen Wurzeln symbolisch weiter getrennt.\n\nXanîs 2655 Verse sind nicht bloß eine Liebesgeschichte. Die Einleitung verbindet Lob Gottes und des Propheten mit einer Kritik an der politischen Zersplitterung und Fremdherrschaft über die Kurden. Das Epos ist deshalb zugleich literarische Bearbeitung eines oralen Stoffes, Quelle für Vorstellungen der kurdischen Gesellschaft des 16. und 17. Jahrhunderts und ein späterer Bezugspunkt kurdischer Identitätsdiskurse.",
  "appearance": "Mem und Zîn erscheinen als außergewöhnlich schöne, empfindsame junge Menschen; ihre symbolische Verbindung wird durch die Ringe, das gemeinsame Grab und den Rosenstrauch markiert.",
  "powers": "Der Stoff arbeitet mit Feen, Traum und Verzauberung, dem schützenden Ḫidr und dem wundersamen Pferd Bor beziehungsweise Bozê Rewan. Diese Elemente sind je nach regionaler Fassung unterschiedlich ausgeprägt.",
  "rpg_hooks": "Eine Gruppe kann zwischen zwei Familien vermitteln, deren Gastrecht eine Flucht verhindert, oder eine verlorene Xanî-Handschrift suchen, deren politische Einleitung einen Fürsten gefährdet. Ein Rosenstrauch am Grab könnte als magischer Grenzmarker dienen, der Liebende trennt, aber Erinnerungen bewahrt.",
  "locations": [
   "cudi"
  ],
  "related": [
   "meme-alan",
   "dengbej",
   "siyabend-u-xece"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Aḥmad-e Ḵāni",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/ahmad-e-kani/",
    "author": "Farhad Shakely",
    "note": "Biographie Xanîs, Datierung, Umfang, Handlung und politische Bedeutung von Mam u Zin."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Mem-ê Alan",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/meme-alan/",
    "author": "Philip G. Kreyenbroek",
    "note": "Verhältnis zwischen populärer Memê-Alan-Erzählung und Xanîs Mem û Zîn; Varianten und Handlungsmotive."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bayt",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/bayt-folk-art/",
    "author": "Amir Hassanpour",
    "note": "Bayt-Kontext und Einordnung von Mem û Zîn als ursprünglich balladenartigem Stoff; Iranica datiert die Eposfassung auf 1693/94."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Kurdish Written Literature",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/kurdish-written-literature/",
    "author": "Philip G. Kreyenbroek",
    "note": "Einordnung als klassisches kurdisches Liebesepos und Hinweis auf ältere volkstümliche sowie persische Bezüge."
   },
   {
    "title": "ku.wikipedia: Mem û Zîn",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Mem_û_Zîn",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Belegt u. a. die jahrhundertelange mündliche und handschriftliche Überlieferung sowie Druckorte."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: مەم و زین (Mem û Zîn)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/مەم_و_زین",
    "author": "",
    "note": "Sorani-/Zentralkurdischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Die Seitenangabe zur Länge des Gedichts und die touristische Bedeutung des Graborts sind als enzyklopädische Zusammenfassung zu lesen."
   }
  ],
  "regional": "Die kurdischsprachigen Darstellungen nennen für Xanîs Werk das Jahr 1692, mehr als 2.550 Verszeilen und den Erstdruck 1919 in Istanbul. Die soranische Seite hebt außerdem hervor, dass Grab und Gedenkstätte von Mem und Zîn in Botan heute als besuchter Ort gelten; das ergänzt die literarische Einordnung um eine regionale Erinnerungs- und Tourismusdimension."
 },
 {
  "id": "meme-alan",
  "name": "Memê Alan (Mem von Alan)",
  "names": {
   "kurdish": "Memê Alan (Memê Alan)",
   "other": "مەمی ئالان (Memî Alan; soranische Schreibweise)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die Erzählung ist ein mündlich überlieferter Stoff ohne einheitliches Ursprungsdatum; ihre dokumentierten und literarischen Fassungen gehören in die nachislamische kurdische Überlieferung.",
  "time_note": "Besonders eng mit kurmandschischsprachigen Regionen verbunden; schriftlich und wissenschaftlich seit dem späten 19. Jahrhundert vielfach gesammelt.",
  "summary": "Memê Alan (Memê Alan) ist eine der bekanntesten kurdischen Liebes- und Abenteuererzählungen und die volkstümliche Grundlage von Ehmedê Xanîs Mem û Zîn. Sie wird im Bayt-Stil zwischen gesungenem Vers und gesprochener Prosa in regional unterschiedlichen Fassungen erzählt.",
  "description": "Memê Alan gilt als die wohl bekannteste kurdische Erzählung und als besonders repräsentatives Beispiel kurdischer mündlicher Kunst. In der populären Aufführung verbindet der Stoff gesungene Verse mit gesprochener Prosa; verschiedene regionale Fassungen bilden unterschiedliche Oikotypen. Die bekannteste literarische Umgestaltung ist Ehmedê Xanîs Mem û Zîn, durch die der volkstümliche Stoff in der gesamten kurdischen Literaturlandschaft zusätzliche Bedeutung gewann.\n\nDer Kern ist die Liebe von Mem und Zîn, die durch Entfernung, soziale Verpflichtungen und Gegenspieler verhindert wird. In vielen Fassungen treten Feen als Auslöser der Begegnung, das wundersame Pferd Bor beziehungsweise Bozê Rewan und Ḫidr als Helfer auf. Bako wirkt als dämonischer oder zauberkundiger Widersacher; nach Mems Tod folgt Zîn ihm, und der Rosenstrauch zwischen den Gräbern setzt die Trennung über den Tod hinaus fort.\n\nDer Stoff ist kein festes Buch mit einer verbindlichen Urfassung. Erzähler können Abenteuer, Wunder, Ehrkonflikte und moralische Episoden je nach Publikum und Region ausbauen. Für das Kompendium ist Memê Alan deshalb von Mem û Zîn zu unterscheiden: Hier steht die lebendige, variantenreiche Volkserzählung im Vordergrund, dort Xanîs bewusst komponierte schriftliche Eposfassung.",
  "appearance": "Mem und Zîn sind idealisierte Liebende; die Erzählwelt umfasst Feen, ein wunderbares Pferd, Ḫidr und einen Rosenstrauch als Grenzbild zwischen den Gräbern.",
  "powers": "Magische Ortswechsel, Traumbegegnungen und Hilfe durch übernatürliche Figuren prägen viele Fassungen. Ihre genaue Ausgestaltung hängt von Dialekt, Region und Vortrag ab.",
  "rpg_hooks": "Eine Dengbêj-Aufführung enthält nur einen Teil der Geschichte; die Gruppe muss weitere Strophen bei verschiedenen Sängern sammeln und widersprüchliche Varianten bewerten. Ein Feenbund könnte die Liebenden absichtlich zusammenführen, während Bako versucht, die Erinnerung an ihre Begegnung aus allen Liedern zu tilgen.",
  "locations": [
   "cudi"
  ],
  "related": [
   "mem-u-zin",
   "dengbej",
   "siyabend-u-xece"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Mem-ê Alan",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/meme-alan/",
    "author": "Philip G. Kreyenbroek",
    "note": "Grundlegende Darstellung der Erzählung, ihrer Varianten, Motive und Aufführung zwischen Prosa und Vers."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bayt",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/bayt-folk-art/",
    "author": "Amir Hassanpour",
    "note": "Definition des kurdischen Bayt und Einordnung von Mem û Zîn als literarische Bearbeitung eines Balladenstoffs."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Oral Literature in Iran",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/oral-literature-in-iran/",
    "author": "Christine Allison und Philip G. Kreyenbroek",
    "note": "Methodischer Kontext zu Varianten, Performance und dem Verhältnis von mündlicher und schriftlicher Literatur."
   },
   {
    "title": "ku.wikipedia: Memê Alan (destan)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Memê_Alan_(destan)",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschischsprachige Wikipedia; unquellierter Überblicksartikel, daher Angaben zu Varianten und Aufführungspraxis vorsichtig verwenden."
   }
  ],
  "regional": "Die Kurmandschi-Seite trennt Memê Alan ausdrücklich als eigenständigen Stoff von Xanîs Mem û Zîn und beschreibt mehrere Varianten. Für die Serhed-Fassung wird eine Aufführungsdauer von ungefähr dreizehn Stunden genannt: Nur erfahrene Dengbêjs singen den vollständigen Stoff, während weniger bekannte Sänger Teile singen und den Rest erzählend zusammenfassen. Die Botan-Fassung wird als besonders reichhaltig bezeichnet."
 },
 {
  "id": "siyabend-u-xece",
  "name": "Siyabend û Xecê (Siyabend und Xecê)",
  "names": {
   "kurdish": "Siyabend û Xecê (Siyabend û Xecê)",
   "other": "سیامەند و خەجێ (Siyamend û Xecê; soranische Schreibweise)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Ein mündlich über Jahrhunderte tradierter Stoff ohne sicher belegtes Ursprungsdatum; die heute greifbaren Fassungen gehören zur nachislamischen kurdischen Erzähl- und Aufzeichnungsgeschichte.",
  "time_note": "Moderne Sammlungen und Drucke liegen in mehreren Varianten vor; wichtige Dengbêj-Fassungen stammen unter anderem von Şakiroyê Muşî, Salihê Qubînî und Îsa Berwarî.",
  "summary": "Siyabend û Xecê (Siyabend und Xecê) ist ein kurdischer Bayt über eine leidenschaftliche, tragisch endende Liebe. Dengbêjs tragen den Stoff in regional verschiedenen Fassungen vor, in denen Berglandschaft, soziale Schranken und mythische Motive ineinandergreifen.",
  "description": "Siyabend û Xecê gehört neben Mem û Zîn zu den bekanntesten kurdischen Liebesstoffen. Der Text war zunächst mündlich und wurde über Jahrhunderte durch Sänger weitergegeben; im 20. und 21. Jahrhundert entstanden daraus mehrere Sammlungen und Druckfassungen. Als Dengbêj-Stoff besitzt er daher keine einzige verbindliche Textgestalt.\n\nIm Mittelpunkt stehen der junge Siyabend und Xecê, deren Liebe in einer von Ehre, Verwandtschaft und sozialer Kontrolle geprägten Welt scheitert. Die Handlung ist in vielen Versionen mit Hochland und Gebirge, Jagd, Flucht und einem gemeinsamen tragischen Ende verbunden. Vergleichende Untersuchungen weisen außerdem auf mythische Motive wie Schwert, Ring und Traum hin; ihre Funktion und Reihenfolge kann je nach Fassung wechseln.\n\nEine 2025 veröffentlichte Studie vergleicht die mündliche Destan-Fassung mit einer schriftlichen Mesnewi und nennt ausdrücklich die Sänger Şakiroyê Muşî, Salihê Qubînî und Îsa Berwarî. Dadurch wird sichtbar, wie der Stoff zwischen Performance, literarischer Bearbeitung und moderner Verschriftlichung wandert, ohne seine Funktion als Erinnerung an Liebe, Verlust und die Härte sozialer Normen zu verlieren.",
  "appearance": "Siyabend wird meist als junger, mutiger Mann der Bergwelt und Xecê als ebenso entschlossene Geliebte gestaltet; konkrete Kleidung, Orte und Nebenfiguren wechseln mit der Variante.",
  "powers": "Die mythischen Elemente liegen weniger in festen Superkräften als in Vorzeichen, Traum, symbolischen Waffen und der erzählerischen Verdichtung von Landschaft und Schicksal.",
  "rpg_hooks": "Die Gruppe kann eine Hochzeit verhindern, eine verbotene Begegnung im Gebirge schützen oder zwischen zwei Dengbêj-Versionen eines alten Blutrachekonflikts entscheiden. Ein Ring oder ein im Traum erhaltenes Schwert kann als Beweis dienen, dass die lokale Fassung mehr als eine bloße Liebesgeschichte bewahrt.",
  "related": [
   "mem-u-zin",
   "dengbej",
   "dimdim"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bayt",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/bayt-folk-art/",
    "author": "Amir Hassanpour",
    "note": "Nennt Ḵaj o Sīāmand als Beispiel für den kurdischen Bayt des tragischen Liebesthemas und erklärt Form sowie Variantenbildung."
   },
   {
    "title": "Kurdiyat: Berawirdiya Destan û Mesnewiya Siyabend û Xecê ji aliyê Motîf û Vegêranê ve",
    "url": "https://dergipark.org.tr/en/pub/kurdiyat/article/1654368",
    "author": "Özcan Çiçek",
    "note": "Fachaufsatz zu mündlicher Überlieferung, Dengbêj-Sängern, Varianten, Mesnewi und mythischen Motiven."
   },
   {
    "title": "International Journal of Kurdish Studies: Kurdish Epics In Terms of Topical and Thematic Features",
    "url": "https://dergipark.org.tr/en/pub/ijoks/article/1595895",
    "author": "Hikmettin Atlı",
    "note": "Überblick zu Siyabend û Xecê als zentralem kurdischem Epos im Zusammenhang mit Dengbêj-Tradition und kultureller Identität."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: سیامەند و خەجێ (Siyabend û Xecê)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/سیامەند_و_خەجێ",
    "author": "",
    "note": "Sorani-/Zentralkurdischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Die Darstellung vermerkt einen unbekannten Verfasser und die Verbreitung bis in den Kaukasus."
   }
  ],
  "regional": "Die soranische Darstellung lokalisiert das tragische Ende im „Tal des Todes“ nahe dem Berg Sipan und bezeichnet den Stoff ursprünglich als lyrisches Gedicht eines unbekannten Autors. Sie verfolgt seine Verbreitung von Kurdistan bis in den Kaukasus und nennt drei spätere Bücher von unterschiedlichen Autoren; damit wird die regionale Beweglichkeit zwischen mündlicher Volksdichtung und schriftlichen Bearbeitungen sichtbar."
 },
 {
  "id": "dimdim",
  "name": "Beyta Dimdim (Epos von Dimdim)",
  "names": {
   "kurdish": "Beyta Dimdim / Kela Dimdimê (Beyta Dimdim)",
   "other": "شەڕی دمدم (Şerrî Dimdim; soranische Bezeichnung)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Der Stoff hat einen historischen Kern in der Belagerung von 1609–1610; die kurdische Beyt-Überlieferung überhöht das Ereignis zu einem Epos von Widerstand, Märtyrertum und Unabhängigkeit.",
  "time_note": "Festung Dimdim am Urmia-See; Wiederaufbau um 1609 durch Emîr Xan Lepzêrîn, Herrscher von Baradost; Belagerung November 1609 bis Sommer 1610.",
  "summary": "Beyta Dimdim (Epos von Dimdim) erzählt den Widerstand der kurdischen Herrschaft von Baradost gegen das Safawidenreich. Historischer Mittelpunkt ist die Belagerung der Festung Dimdim durch die Truppen Schah ʿAbbās’ und der Untergang von Emîr Xan Lepzêrîn, dem „Goldarm“.",
  "description": "Dimdim bezeichnet einen Berg und eine Festung nahe dem Urmia-See. Nach der Encyclopaedia Iranica ließ Emîr Xan Lepzêrîn, der Herrscher von Baradost, die verfallene Anlage um 1609 wiederaufbauen, um die Unabhängigkeit seines expandierenden Fürstentums gegenüber safawidischem und osmanischem Druck zu behaupten. Die Festung bestand laut zeitgenössischer Beschreibung aus mehreren befestigten Teilen und verfügte über Zisternen sowie Vorräte für Eis und Schnee.\n\nVon November 1609 bis zum Sommer 1610 belagerten safawidische Truppen unter dem Großwesir Ḥātem Beg Dimdim. Nach dem Fall wurden die Verteidiger getötet; der Krieg hatte auch die Umsiedlung und Deportation kurdischer Gruppen zur Folge. In den persischen Hofgeschichten erscheint das Ereignis als Aufstand oder Verrat, während die kurdische Überlieferung daraus einen Kampf gegen Fremdherrschaft macht.\n\nAls Beyta Dimdim gehört die Geschichte zu den großen kurdischen Epen, die Iranica nur hinter Mem û Zîn einordnet. Sie ist in kurmandschischen und soranischen Fassungen sowie in armenischer Überlieferung belegt; Faqê Ṭayrân wird eine frühe literarische Darstellung zugeschrieben. Die Verteidiger erscheinen als Märtyrer eines heiligen Krieges. Das Epos darf deshalb nicht mit einem neutralen Schlachtbericht gleichgesetzt werden: Es bewahrt historische Erinnerung in mythisch und moralisch verdichteter Form.",
  "appearance": "Die Festung ist ein mehrteiliger, schwer zugänglicher Bergstützpunkt mit Zisternen, Eisgruben und Mauern; Xanê Lepzêrîn erscheint als charismatischer Verteidiger mit der goldenen Hand beziehungsweise dem goldenen Arm.",
  "powers": "Die Überhöhung verleiht der Festung nahezu uneinnehmbare Widerstandskraft und den Gefallenen den Status von Märtyrern. Die konkrete militärische Ausstattung bleibt historisch und regional unterschiedlich erzählt.",
  "rpg_hooks": "Eine Kampagne kann während der Belagerung beginnen: Die Gruppe muss Wasser, Eis und Nachrichten durch die Linien bringen oder zwischen einem safawidischen Chronisten und einem kurdischen Dengbêj vermitteln. Ein überlebender Stein aus Dimdim könnte die Erinnerung an Xanê Lepzêrîn bewahren und zugleich Anspruch auf ein heutiges Fürstentum legitimieren.",
  "locations": [
   "urmia"
  ],
  "related": [
   "dengbej",
   "mem-u-zin"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Dimdim",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/dimdim/",
    "author": "Amir Hassanpour",
    "note": "Grundlage für Ort, historischen Kern, Xan Lepzêrîn, Belagerung, Überlieferungsvarianten und epische Deutung."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bayt",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/bayt-folk-art/",
    "author": "Amir Hassanpour",
    "note": "Erklärt den Bayt als gesungene narrative Form und nennt Dimdim als Beispiel für Konflikt zwischen kurdischen Fürstentümern und Großreichen."
   },
   {
    "title": "International Journal of Kurdish Studies: Kurdish Epics In Terms of Topical and Thematic Features",
    "url": "https://dergipark.org.tr/en/pub/ijoks/article/1595895",
    "author": "Hikmettin Atlı",
    "note": "Aktueller Fachüberblick, der Kela Dimdim in den Kanon der kurdischen Epen einordnet."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: شەڕی دمدم",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/شەڕی_دمدم",
    "author": "",
    "note": "Sorani-/Zentralkurdischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass keine wissenschaftlich gesicherten Opferzahlen vorliegen."
   },
   {
    "title": "ku.wikipedia: Rojhilata Kurdistanê – Şerê Dimdimê",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Rojhilata_Kurdistanê",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschischsprachige Wikipedia; der Abschnitt verbindet die historische Belagerung mit der mündlichen Beyta-Dimdim-Tradition, ist aber nicht als Forschungsliteratur zu behandeln."
   }
  ],
  "regional": "Die kurdischsprachigen Quellen ergänzen die historische Einordnung um die Rezeptionsgeschichte: Die ku-Seite bezeichnet Beyta Dimdim als mündliche Tradition und als nationale kurdische Epik nach Mem û Zîn; als erste literarische Bearbeitung nennt sie Feqiyê Teyran. Die ckb-Seite führt daneben schriftliche Fassungen von Hacî Cindî, Ereb Şemo, Ordîxanê Celîl und Seyid Qadir Hidayetî an. Diese Bearbeitungen sind als verschiedene literarische Erinnerungsformen, nicht als ein einheitlicher Urtext, zu verstehen."
 },
 {
  "id": "zembilfirosh",
  "name": "Zembîlfiroş (Der Korbmacher)",
  "names": {
   "kurdish": "Zembîlfiroş (Zembîlfiroş û Gulxatûn)",
   "other": "زەمبیلفرۆش (Zembîlfiroş; soranische Schreibweise)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Ein nachislamischer kurdischer Erzähl- und Bayt-Stoff mit mehreren schriftlichen und mündlichen Varianten; die Überlieferung verbindet Liebeshandlung, moralische Prüfung und sufisch geprägte Askese.",
  "time_note": "Varianten werden unter anderem Feqiyê Teyran, Melayê Bateyî und Mûradxanê Bayezîdî zugeschrieben; genaue Entstehungsdaten und Rangfolge der Fassungen sind nicht vollständig gesichert.",
  "summary": "Zembîlfiroş (Der Korbmacher) ist ein weit verbreiteter kurdischer Volkserzähl- und Bayt-Stoff über einen ehemaligen Fürstensohn, der als asketischer Korbverkäufer lebt. Eine verbotene Werbung am Hof prüft seine Standhaftigkeit und endet in vielen Fassungen mit Tod, Gebet und gemeinsamer Bestattung.",
  "description": "Zembîlfiroş ist in türkischem und irakischem Kurdistan als Erzählung über einen Korbverkäufer bekannt. In einer verbreiteten Fassung stammt der Held aus einer mächtigen Herrscherfamilie, gibt sein früheres Leben auf und zieht mit seiner treuen Frau als Derwisch umher. Ihren Lebensunterhalt verdienen beide, indem sie Körbe herstellen und verkaufen.\n\nAm Hof eines kurdischen Fürstentums verliebt sich die Frau des Prinzen in Zembîlfiroş. Er weist ihre Werbung trotz Reichtumsversprechen zurück; daraufhin wird er in einen Turm gesperrt, kann aber entkommen. Die Fürstin sucht ihn verkleidet, täuscht Zembîlfiroşs Frau und versucht, ihn im Dunkeln zu überlisten. Ein silberner Fußreif verrät sie. Als Zembîlfiroş keinen Ausweg mehr sieht, betet er um Befreiung aus der leidvollen Welt; sein Tod zieht in der Erzählung auch den Tod der Verfolgerin nach sich.\n\nDie Überlieferung liegt in mehreren Varianten vor und wird mit Feqiyê Teyran, Melayê Bateyî und Mûradxanê Bayezîdî verbunden. Fachliche Vergleiche zeigen, dass die Episoden, Namen der Figuren und das Ende regional variieren. Der Stoff ist daher kein einheitliches historisches Märchen, sondern ein moralisch und spirituell gedeuteter Bayt über Besitzverzicht, Begehren, Treue und die Spannung zwischen weltlicher Macht und religiöser Selbstbindung.",
  "appearance": "Zembîlfiroş tritt als einfacher, reisender Korbmacher und Derwisch auf, obwohl er aus fürstlichem Haus stammt. Die Fürstin erscheint je nach Fassung als Hofdame, Xatûn oder Gulxatûn; der silberne Fußreif ist ein wichtiges Erkennungszeichen.",
  "powers": "Die zentrale Fähigkeit ist geistliche Standhaftigkeit, nicht Magie. Entkommen, Verkleidung, Gebet und die wundersame Erfüllung des letzten Gebets geben der Erzählung ihre übernatürliche Färbung.",
  "rpg_hooks": "Ein Korb mit verborgenem Schriftstück führt die Gruppe zu einem ehemaligen Prinzen, der im asketischen Leben Schutz sucht. Die Fürstin kann als tragische Gegenspielerin auftreten, deren silberner Fußreif ein verfluchtes Erbstück ist; mehrere Dengbêj-Fassungen liefern widersprüchliche Hinweise auf ihren tatsächlichen Tod.",
  "related": [
   "dengbej",
   "siyabend-u-xece"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bayt",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/bayt-folk-art/",
    "author": "Amir Hassanpour",
    "note": "Grundlage für den Bayt als unbegleitete narrative Gesangsform; nennt Zambilfrosh in der Bibliographie und die Interaktion von Volks- und Schriftliteratur."
   },
   {
    "title": "Nubihar Akademi: Li Gorî Çar Epîzotan Berawirdkirina Çar Varyantên Destana Zembîlfiroş",
    "url": "https://dergipark.org.tr/en/pub/nubihar/article/826691",
    "author": "Leyla Kaplan",
    "note": "Fachaufsatz zu vier Varianten und den Episoden, Figuren- bzw. Namensunterschieden sowie dem variierenden Ende."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Kurdish culture",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Kurdish_culture",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Auffangquelle für den verbreiteten Handlungsabriss; Detailangaben werden als Version einer populären Überlieferung behandelt."
   },
   {
    "title": "ku.wikipedia: Zembîlfiroş (destan)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Zembîlfiroş_(destan)",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschischsprachige Wikipedia; Überblicksartikel mit Verweis auf Marif Xeznedars Literaturgeschichte. Beschreibt regionale Varianten des Schlusses und das Grab bei Zaxo."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: زەمبیلفرۆش (Zembîlfiroş)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/زەمبیلفرۆش",
    "author": "",
    "note": "Sorani-/Zentralkurdischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Betont die mündliche Weitergabe, mehrere Varianten und die Fassung mit Mir Saʿîd."
   }
  ],
  "regional": "Die ckb-Darstellung betont, dass der alte Beyt in mehreren mündlichen Varianten überliefert wird. Eine Fassung nennt den Helden Mir Saʿîd, Sohn des Mir Hasan Pascha von Diyarbakir, der nach dem Anblick eines vierzehnjährigen Begräbnisses sein Fürstenleben aufgibt und als Korbflechter lebt. Als zusätzliche Schlussvariante erscheint der von Gott gesandte Cibrîl, der den Sprung vom Palastdach verhindert; die ku-Seite nennt daneben eine Verwandlung in eine Taube und das Grab im Dorf Sîrkutkî bei Zaxo."
 },
 {
  "id": "dengbej",
  "name": "Dengbêjî (kurdische Sänger- und Erzählertradition)",
  "names": {
   "kurdish": "Dengbêjî (دەنگبێژی)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die Tradition wird hier wegen des Kompendiums-Schwerpunkts auf islamischer Zeit als nachislamischer Kontext geführt; ihre mündlichen Wurzeln sind älter und nicht punktgenau datierbar. Dengbêjî ist keine Religion, sondern eine kulturelle Aufführungs- und Überlieferungsform; das Schema bietet dafür keinen eigenen Typ, daher steht der nächstliegende Kontext-Typ mythos.",
  "time_note": "Über Jahrhunderte mündlich tradiert; Bayt-Sänger sind für verschiedene kurdische Regionen, Höfe, Dörfer, Moscheen und Teehäuser belegt. Im 20. Jahrhundert wirkten Sprachverbote, Rundfunk und Tonaufnahmen zugleich hemmend und verbreitend.",
  "summary": "Dengbêjî bezeichnet die kurdische Tradition professioneller oder semiprofessioneller Sänger und Erzähler, die Epen, Liebesgeschichten, Klagen und historische Erinnerungen vortragen. Ihre Stimme bewahrt Stoffe wie Memê Alan, Siyabend û Xecê, Zembîlfiroş und Beyta Dimdim in jeweils wandelbaren Fassungen.",
  "description": "Ein Dengbêj ist ein kurdischer Sänger und Erzähler; im engeren Bayt-Kontext wird die narrative Dichtung ohne Instrumentalbegleitung gesungen oder zwischen Gesang und gesprochener Prosa gestaltet. Die Encyclopaedia Iranica beschreibt männliche und weibliche Bayt-Sänger als häufig semiprofessionell: Sie lebten zugleich von Landwirtschaft und Gesang und traten in Dörfern, Moscheen, Fürstenhäusern und Teehäusern auf.\n\nZum Repertoire gehören tragische Liebesgeschichten, Heldenerzählungen, Kriegs- und Fürstenkonflikte, religiöse Stoffe, Klagen und lokale Geschichte. Weil jeder Vortrag für Publikum, Ort und Gedächtnis neu geformt wird, existieren Varianten mit unterschiedlicher Strophenlänge, Melodie, Reimstruktur und Mischung von Vers und Prosa. Dengbêjî ist dadurch nicht bloß ein Übertragungsweg, sondern eine schöpferische Literaturform, in der kollektive Erinnerung und individuelle Stimme zusammenwirken.\n\nDie Tradition steht zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Schriftliche Epen können auf Bayts beruhen, während gedruckte Texte wieder in den Vortrag zurückkehren. Nach dem Zweiten Weltkrieg schwächten der Wandel des Landlebens und staatliche Einschränkungen kurdischer Sprache und Musik die Praxis; Rundfunk und Kassettenaufnahmen machten viele Lieder zugleich überregional zugänglich. Für dieses Kompendium ist Dengbêjî deshalb ein kultureller Mythos-Kontext, ausdrücklich keine religiöse Kategorie.",
  "appearance": "Dengbêjs tragen gewöhnlich ohne Instrumente vor; im RPG kann die markante Stimme durch Atemführung, Wechsel zwischen Rezitation und Gesang sowie ein großes Repertoire an Formeln und Motiven dargestellt werden.",
  "powers": "Die erzählerische Macht liegt in Gedächtnis, Improvisation und sozialer Autorität. Ein Dengbêj kann verschüttete Genealogien, Ortsgeschichten und verborgene Varianten eines Epos bewahren, aber auch bewusst umdeuten oder auslassen.",
  "rpg_hooks": "Ein alter Sänger kennt die fehlende Strophe, die einen Erbanspruch oder einen Mordfall klärt. Die Gruppe kann zwischen konkurrierenden Häusern des Dengbêjî vermitteln, eine verbotene Aufführung schützen oder durch das Sammeln regionaler Varianten herausfinden, welche Version eines historischen Ereignisses politisch verfälscht wurde.",
  "related": [
   "mem-u-zin",
   "meme-alan",
   "siyabend-u-xece",
   "dimdim",
   "zembilfirosh"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bayt",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/bayt-folk-art/",
    "author": "Amir Hassanpour",
    "note": "Detaillierte Darstellung von Form, Aufführung, sozialer Stellung, regionaler Verbreitung und historischem Wandel der Bayt-Sänger."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Oral Literature in Iran",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/oral-literature-in-iran/",
    "author": "Christine Allison und Philip G. Kreyenbroek",
    "note": "Kontext zu oraler Literatur, Performance, Varianten, mündlich-schriftlicher Wechselwirkung und kurdischem destan."
   },
   {
    "title": "International Journal of Kurdish Studies: Kurdish Epics In Terms of Topical and Thematic Features",
    "url": "https://dergipark.org.tr/en/pub/ijoks/article/1595895",
    "author": "Hikmettin Atlı",
    "note": "Fachüberblick zur Fortdauer der kurdischen Epen in Verbindung mit Dengbêj-Tradition und kultureller Identität."
   },
   {
    "title": "ku.wikipedia: Dengbêjî",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Dengbêjî",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle zur oralen Überlieferung, zu Liebes- und Heldengesängen sowie zur historischen Erinnerungsfunktion."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: دەنگبێژی (Dengbêjî)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/دەنگبێژی",
    "author": "",
    "note": "Sorani-/Zentralkurdischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle. Sie beschreibt Dengbêjî als Erzählgesang und als Mittel zur Weitergabe von Geschichte."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Darstellung differenziert zwischen çîrokbêj (Erzählenden) und beytbêj (Beyt-Sängern); für Ostkurdistan nennt sie außerdem die Bezeichnung lavjebêj. Dengbêjs treten überwiegend ohne Instrument auf, können aber je nach Region Duduk, Qernete oder Tem bûr einsetzen. Die Seite erwähnt zudem Sängerinnen und Sänger und macht damit deutlich, dass die Tradition nicht ausschließlich männlich ist."
 },
 {
  "id": "leyla-u-mecnun-kurdisch",
  "name": "Leylî û Mecnûn (Leyla und Mecnun in kurdischer Tradition)",
  "names": {
   "kurdish": "لەیلا و مەجنون (Leylî û Mecnûn)",
   "persian": "لیلی و مجنون (Leylī o Majnūn)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Der Ursprung des Liebesstoffs liegt in arabischen Überlieferungen; seine klassische persische Gestaltung durch Neẓāmī und die spätere Gurani-kurdische Bearbeitung gehören in die islamische Literaturgeschichte.",
  "time_note": "Neẓāmīs Leylī o Majnūn 1188; eine berühmte Gurani-kurdische Fassung wurde später von Mollā Bolād Khan (gest. 1885) geschrieben.",
  "summary": "Leylî û Mecnûn ist die kurdische Rezeption eines arabisch-persischen Liebesstoffs über Qays und Leyla, deren unerfüllte Liebe in Wahnsinn, Entsagung und Tod mündet. Besonders wichtig ist eine Gurani-Fassung Mollā Bolād Khans; der Stoff gehört damit zur gemeinsamen literarischen Welt Kurdistans und des iranischen Kulturraums.",
  "description": "Die Geschichte von Qays, der wegen seiner Liebe zu Leyla Majnûn, „der Besessene“, genannt wird, geht auf arabische Berichte des 7. Jahrhunderts zurück. Neẓāmī Ganjavī formte daraus 1188 ein etwa 4600 Verse umfassendes persisches Liebesepos. Seine Fassung wurde zu einem der meist nachgeahmten romantischen Werke der iranischen Literatur und beeinflusste auch kurdische, paschtunische und türkische Literaturen.\n\nIn der kurdischen Literatur ist der Stoff nicht bloß ein fremder Import. Die Encyclopaedia Iranica nennt eine berühmte Gurani-Version von Mollā Bolād Khan, der im 19. Jahrhundert schrieb. Außerdem wird Neẓāmīs Leylī o Majnūn als möglicher literarischer Einfluss auf Ehmedê Xanîs Mem û Zîn genannt. Dadurch lässt sich die kurdische Bearbeitung als eigenständige Aufnahme eines grenzüberschreitenden islamischen Klassikers verstehen, nicht als Beleg dafür, dass die Ursprungserzählung kurdisch gewesen sei.\n\nFür das Kompendium ist zwischen dem allgemeinen Leyla-Mecnun-Stoff, seiner persischen Kanonisierung und den kurdischen Fassungen zu unterscheiden. In einer RPG-Welt kann die Gurani-Version lokale Ortsnamen, religiöse Deutungen und Dengbêj-Performance aufnehmen, während ein Gelehrter auf Neẓāmī oder die arabische Ursprungstradition pocht. Die tragische Liebesstruktur bildet dabei ein bewusstes Vergleichsfeld zu Mem û Zîn und Siyabend û Xecê.",
  "appearance": "Mecnûn erscheint als von Liebe verwandelter Dichter und Asket; Leyla als unerreichbare Geliebte. Ihre konkrete Darstellung und die sprachliche Form hängen von der arabischen, persischen oder kurdischen Version ab.",
  "powers": "Die „Macht“ des Stoffes ist poetisch und spirituell: Liebe verändert Wahrnehmung, Status und religiöse Deutung. In einzelnen Fassungen kann Mecnûns Wahnsinn zugleich Krankheit, göttliche Prüfung oder Erkenntnisweg bedeuten.",
  "rpg_hooks": "Eine Gurani-Handschrift wird als ketzerisch oder als verschollenes Meisterwerk verfolgt. Die Gruppe muss entscheiden, ob sie einen wandernden Sänger schützt, der Leyla und Mecnûn mit lokalen Namen aufführt, oder ob sie eine Gelehrtenversion gegen eine populäre, politisch gefährliche Fassung verteidigt.",
  "related": [
   "mem-u-zin",
   "siyabend-u-xece",
   "dengbej"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Leyli o Majnun",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/leyli-o-majnun-narrative-poem/",
    "author": "J. T. P. de Bruijn",
    "note": "Ursprung, Neẓāmīs persische Fassung, Motivgeschichte und Ausstrahlung in die kurdische Literatur."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Kurdish Written Literature",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/kurdish-written-literature/",
    "author": "Philip G. Kreyenbroek",
    "note": "Belegt Mollā Bolād Khans Gurani-Fassung und den möglichen Einfluss auf Mem û Zîn."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Bayt",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/bayt-folk-art/",
    "author": "Amir Hassanpour",
    "note": "Ordnet Laylī w Majnūn als einen von mehreren persisch-arabischen Stoffen ein, die in kurdische Balladen einflossen."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیای کوردیی ناوەندی: لەیلا و مەجنوون (Leylâ û Mecnûn)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/لەیلا_و_مەجنوون",
    "author": "",
    "note": "Sorani-/Zentralkurdischsprachige Wikipedia; behandelt primär Nizamis persische Dichtung und ihre arabische, halbgeschichtliche Stoffgrundlage. Keine eigenständige kurdische Fassung daraus ableiten."
   }
  ]
 },
 {
  "id": "damavand",
  "name": "Damāvand",
  "names": {
   "persian": "دماوند (Damāvand)",
   "other": "Demāvand"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Vor-islamische iranische Überlieferung, besonders im Šāhnāme; in nach-islamischer persischer Literatur weitergeführt.",
  "time_note": "Mythischer Schauplatz der Fereydun-Zahhāk-Erzählung; realer Vulkan in Nordiran.",
  "summary": "Der höchste Berg Irans ist in der iranischen Überlieferung das Gefängnis des Tyrannen Zahhāk. Fereydun lässt ihn dort fesseln; der Vulkan wird dadurch zum Symbol für gebändigte Gewalt und die Erneuerung der Welt.",
  "description": "Der Damāvand liegt im Alborz südlich des Kaspischen Meeres und ragt als einzelner Vulkankegel über die umgebenden Ketten. Seine markante, oft schneebedeckte Silhouette machte ihn zu einem natürlichen Weltpfeiler der iranischen Imagination.\n\nIm Šāhnāme besiegt Fereydun den schlangenhäuptigen Zahhāk, tötet ihn aber nicht: Auf göttlichen Rat wird der Tyrann in einer Höhle des Damāvand gefesselt. Die Erzählung lässt offen, ob Zahhāk eines Tages wieder hervorbricht; genau diese Unabgeschlossenheit macht den Berg zu einem starken Ort von Bann, Wache und drohender Wiederkehr.\n\nFür ein RPG eignet sich der Aufstieg als Prüfung mit Erdbeben, Schwefeldampf und alten Bannzeichen. Ein lokaler Kult kann die Geräusche im Berg als Zahhāks Ketten deuten, während eine Gruppe entscheiden muss, ob sie einen Riss im Gefängnis schließt oder den Gefangenen als Quelle verbotenen Wissens befragt.",
  "rpg_hooks": "Bannsiegel in einer Lavahöhle; ein Erdbeben kündigt an, dass Zahhāks Ketten nachgeben; Fereyduns verlorene Keule liegt in einem Schneefeld.",
  "related": [
   "alborz",
   "zahhak",
   "fereydun"
  ],
  "geo": {
   "lat": 35.88,
   "lon": 52.12,
   "modern": "Mount Damāvand, Iran",
   "region": "Alborz / Mazandaran"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Mount Damavand",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Mount_Damavand",
    "note": "Lage und Einordnung im Alborz."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Zahhak",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Zahhak",
    "note": "Erzählung von Zahhāks Fesselung unter dem Damāvand."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: دماوند",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/دماوند",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Überblicksquelle zu Geografie, Überlieferung und regionaler Terminologie"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: ضحاک",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/ضحاک",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Zusammenfassung der avestischen und schāhnāmeischen Zahhāk-Überlieferung"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Übersicht verortet Damāvand als Vulkan im zentralen Alborz südlich des Kaspischen Meeres und nennt eine Höhe von ۵۶۷۱ Metern. Sie hebt außerdem hervor, dass der Berg seit ۱۳۸۶ als erstes Naturdenkmal Irans in die nationale Denkmalliste aufgenommen wurde.\n\nFür die Mythentradition ergänzt die Quelle, dass Zahhāk dort gefesselt wurde; in der Bundahišn-Überlieferung entspringt zudem der Fluss Harāz am Damāvand. Die Angaben verbinden daher den konkreten Vulkan mit einer älteren kosmologischen und regionalen Wasserlandschaft, nicht nur mit dem Gefängnismotiv."
 },
 {
  "id": "alborz",
  "name": "Alborz",
  "names": {
   "persian": "البرز (Alborz)",
   "avestan": "Harā Bərəzaitī",
   "other": "Elburs"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Die reale Gebirgskette wird als spätere Entsprechung des avestischen mythischen Hara Bərəzaitī gelesen.",
  "time_note": "Avesta und zoroastrische Kosmologie; reale Landschaft in Nordiran.",
  "summary": "Alborz bezeichnet sowohl die nordiranische Gebirgskette als auch die Landschaft, die häufig mit dem mythischen Hara Bərəzaitī verbunden wird. In der zoroastrischen Kosmologie ist die Hohe Hara eine kosmische Berggestalt und der Sitz wichtiger göttlicher Vorgänge.",
  "description": "Die Alborz-Kette zieht sich am Südrand des Kaspischen Meeres entlang und trennt die feuchten Küstenebenen vom iranischen Hochland. Für die mythische Geographie ist sie weniger ein einzelner Gipfel als ein Gebirgsgürtel, an dem Übergänge zwischen Weltregionen, Himmel und Erde gedacht werden können.\n\nDie avestische Hohe Hara, Harā Bərəzaitī, ist nicht einfach mit jedem realen Alborz-Gipfel gleichzusetzen. Die Gleichsetzung ist eine historische und gelehrte Deutung; sie macht den Alborz jedoch zu einer plausiblen Spielkulisse für die kosmische Bergvorstellung, für Mithras Himmelsbeobachtung und für die Wege der Sonne und Sterne.\n\nIm Spiel kann die Kette als Grenzraum verschiedener Erzähllogiken dienen: Kaspische Nebel, Hochweiden, Feuertempel und versteckte Pässe liegen dicht beieinander. Damāvand bildet einen besonders starken Ankerpunkt, ohne die gesamte mythische Hara auf diesen einen Vulkan zu reduzieren.",
  "rpg_hooks": "Ein Pass öffnet sich nur bei Sonnenaufgang; ein Sternenheiligtum behauptet, auf der Hara zu stehen; rivalisierende Priester streiten, welcher Gipfel die kosmische Mitte markiert.",
  "related": [
   "damavand",
   "persepolis",
   "zagros"
  ],
  "geo": {
   "lat": 35.96,
   "lon": 52.11,
   "modern": "Alborz-Gebirge, Iran",
   "region": "Nordiran / Kaspisches Meer"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Hara Berezaiti",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Hara_Berezaiti",
    "note": "Mythische Berggestalt und Verbindung zum Alborz."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Alborz",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Alborz",
    "note": "Reale Gebirgskette und iranische Mythologie."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: البرز",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/البرز",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Überblicksquelle, mit geographischer und mythologischer Terminologie"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: هره برزیتی",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/هره_برزیتی",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Darstellung des avestischen Bergnamens"
   }
  ],
  "regional": "Die persischen Artikel erklären البرز als Fortsetzung des avestischen Harā Bərəzaitī und des mittelpersischen Harburz; als wörtliche persische Entsprechung erscheint außerdem «برزکوه». Der geographische Alborz wird vom Kaukasusraum bis an die Grenzen Turkmenistans und Afghanistans beschrieben, mit dem Damāvand als höchstem Gipfel.\n\nMythologisch konkretisiert die persische Darstellung den Berg als kosmische Mitte: Er soll in alten Vorstellungen bis zum Himmel reichen, und die Chinvat-Brücke wird in dieser Überlieferung dort lokalisiert. Die Quelle ist eine populär-enzyklopädische Zusammenfassung; diese kosmologischen Angaben sind daher als Traditionszeugnis, nicht als geographische Aussage zu lesen."
 },
 {
  "id": "zagros",
  "name": "Zagros",
  "names": {
   "kurdish": "Çiyayên Zagros",
   "persian": "رشته‌کوه زاگرس (Zāgros)"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Reale Gebirgslandschaft mit sehr alten iranischen, mesopotamischen und kurdischen Erinnerungsschichten; keine einheitliche Einzelmythologie.",
  "time_note": "Von altorientalischen Gebirgsvorstellungen bis zur modernen kurdischen Kulturregion.",
  "summary": "Der Zagros ist das große Gebirgssystem zwischen Anatolien, Mesopotamien und dem iranischen Hochland. Als Kurdengebirge bildet er im Kompendium eine gemeinsame mythische Landschaft aus Pässen, Quellen, Rückzugsorten und Erinnerungen.",
  "description": "Der Zagros erstreckt sich über Iran, den Norden Iraks und den Südosten der Türkei. Seine gefalteten Rücken, tiefen Schluchten und schwer zugänglichen Hochländer verbinden Räume, die politisch oft getrennt wurden, kulturell aber über Handelswege, Stammesgebiete und Erzählungen in Beziehung standen.\n\nAnders als bei Damāvand oder Hara Bərəzaitī gibt es keinen einzelnen, allgemein verbindlichen Zagros-Mythos. Für kurdische und iranische Erzähltraditionen ist das Gebirge vielmehr eine Landschaftsform: Hier können verborgene Quellen, Berggeister, Ahnenheiligtümer, Schmiede und Grenzgänger verortet werden, ohne eine lokale Überlieferung zu einer scheinbar einheitlichen Lehre zu machen.\n\nAtmosphärisch ist der Zagros ein Raum der Sichtlinien und Engpässe. Eine Karawane kann von einem Grat aus beobachtet werden, während ein benachbartes Tal unsichtbar bleibt; Winter, Lawinen und die Kenntnis eines Hirtenpfades entscheiden über politische Macht. Die Karte darf den Zagros deshalb als verbindendes Rückgrat vieler anderer Orte lesen.",
  "rpg_hooks": "Ein saisonaler Pass ist der einzige Weg zwischen zwei Fronten; ein Quellheiligtum bewahrt eine Erinnerung, die verschiedene Völker beanspruchen; ein Bergdorf schützt einen Zugang zu einer unterirdischen Schmiede.",
  "related": [
   "alborz",
   "cudi",
   "kermanshah",
   "diyarbakir",
   "erbil"
  ],
  "geo": {
   "lat": 34.5,
   "lon": 46.5,
   "modern": "Zagros-Gebirge, Iran / Irak / Türkei",
   "region": "Westiran und Kurdistan"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Zagros Mountains",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Zagros_Mountains",
    "note": "Ausdehnung und geographische Einordnung."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Baḵtīārī Mountains",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/baktiari-mountains-of-the-zagros-range/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Gebirgslandschaft und regionale Einordnung innerhalb des Zagros."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Zagros (rêzeçiya)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Zagros_(rêzeçiya)",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Darstellung bezeichnet Zagros ausdrücklich als Çiyayên Zagros und als historisches Gebiet Kurdistans. Sie beschreibt das Gebirge als natürliche Schutzfestung, aus der die Flüsse Zêrîn und Sîmîn zur Urmiasee abfließen, und führt für die Bezeichnung „Çiyayên Kurdistanê“ zusätzlich Ibn Chalduns Muqaddima an. Das dokumentiert eine kurdische geographische und erinnerungskulturelle Rahmung; es ist kein Beleg für eine einheitliche antike ethnische Benennung."
 },
 {
  "id": "cudi",
  "name": "Berg Cudi",
  "names": {
   "kurdish": "Çiyayê Cûdîyê",
   "other": "Cudi Dağı / al-Jūdī"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Biblische, syrische und islamische Flutüberlieferungen wurden in verschiedenen Zeiten auf den Berg bezogen.",
  "time_note": "Spätantike und islamische Traditionen; heutiger Berg in Südostanatolien.",
  "summary": "Der Cudi Dağı in der südtürkischen Provinz Şırnak ist in syrischen und islamischen Traditionen ein möglicher Landeplatz der Arche Noah. In Kurdistan steht er neben Ararat für konkurrierende, regional verankerte Deutungen der Flutgeschichte.",
  "description": "Der Berg Cudi liegt nahe Şırnak im Südosten der Türkei, in einer Landschaft aus steilen Kalkrücken und tief eingeschnittenen Tälern. Sein Name wird mit al-Jūdī aus der koranischen Fluterzählung verbunden; in frühen christlichen und islamischen Überlieferungen galt er als Ort, an dem die Arche nach der Flut zur Ruhe kam.\n\nDie Zuordnung ist nicht identisch mit der später populären Ararat-Deutung. Auch die Gleichsetzung verschiedener Cudi- und Judi-Namen ist historisch nicht völlig stabil. Für das Kompendium ist der Ort daher als lebendige Überlieferung und nicht als archäologisch bewiesene Archeposition zu behandeln.\n\nDie Nähe zu kurdischen Siedlungsräumen macht den Berg für ein Spiel besonders geeignet: Ein Klosterarchiv, ein muslimischer Wallfahrtsort und lokale Erzählungen können dieselbe Bergflanke unterschiedlich benennen. Nebel und wechselnde Sichtachsen erlauben, dass die Arche als Erinnerung, Ruine oder übernatürliches Zeichen erscheint.",
  "rpg_hooks": "Ein Splitter der Arche liegt in einem schwer zugänglichen Seitental; drei Gemeinden beanspruchen die richtige Abstiegsroute; ein Unwetter legt eine alte, mit Pech versiegelte Kammer frei.",
  "related": [
   "ararat",
   "zagros"
  ],
  "geo": {
   "lat": 37.38,
   "lon": 42.45,
   "modern": "Cudi Dağı bei Şırnak, Türkei",
   "region": "Südostanatolien / Kurdistan"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Mount Judi",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Mount_Judi",
    "note": "Traditionen zum Ort der Arche und Lage des Cudi Dağı."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Noah's Ark",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Noah%27s_Ark",
    "note": "Fluterzählung und ältere mesopotamische Bezüge."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Çiyayê Cûdî",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Çiyayê_Cûdî",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; nennt historische Namensvarianten, ist aber keine Fachpublikation."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Keştiya Nûh",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Keştiya_Nûh",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; volkstümlich-religiöse Überblicksdarstellung, nicht als historische Ortsidentifikation zu lesen."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Ortsdarstellung nennt neben Cûdî die historischen Formen Qardû, Qardo, Kardû und Kardo und verortet den Berg zwischen Şirnex und Silopî. In der kurdischen Noah-Erzählung führt die Route vom Cûdî über Sîpan bis zu den beiden Agirî-Gipfeln. Beides belegt regionale Namens- und Erzählvarianten, nicht eine abschließend gesicherte Identifizierung des biblischen Archeberges."
 },
 {
  "id": "ararat",
  "name": "Ararat",
  "names": {
   "kurdish": "Agirî",
   "other": "Ağrı Dağı / Masis"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "gemeinsam",
   "kurdisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Biblische und nachbiblische Fluttraditionen; der heutige Name Ararat ist eine spätere geographische Identifikation.",
  "time_note": "Fluterzählung in jüdisch-christlicher und islamischer Rezeptionsgeschichte.",
  "summary": "Der Ararat ist ein großer Vulkan im äußersten Osten der Türkei und wurde in der Moderne zum bekanntesten Berg der Noah-Arche. Die biblische Formulierung spricht jedoch von den Bergen von Ararat und legt nicht zwingend diesen einzelnen Gipfel fest.",
  "description": "Der schneebedeckte Ararat mit seinem Großen und Kleinen Gipfel beherrscht die Landschaft an der Grenze von Türkei, Iran und Armenien. Seine Sichtbarkeit über große Entfernungen erklärt, warum er als kosmischer Orientierungspunkt und als monumentaler Schauplatz der Flutgeschichte gelesen wurde.\n\nDie Verbindung zur Arche ist traditionsgeschichtlich stark, aber geographisch nicht eindeutig. Frühere syrische und islamische Überlieferungen bezogen die Arche eher auf den Cudi/Judi; die populäre Ararat-Zuordnung ist eine spätere und besonders wirkungsmächtige Lesart.\n\nIm Spiel kann der Ararat als fernes Ziel und politisch aufgeladener Horizont funktionieren. Ein Aufstieg ist nicht bloß eine Kletterexpedition: Grenzregime, Pilger, Sucher nach der Arche und lokale Bergführer treffen auf einem Vulkan zusammen, dessen Gletscher Spuren sowohl bewahren als auch verbergen.",
  "rpg_hooks": "Eine Expedition sucht nicht die Arche, sondern ein Siegel aus ihrer Legende; ein Grenzposten lässt nur Pilger passieren; ein Gletscher taut über einer uralten, nicht eindeutig menschlichen Spur.",
  "related": [
   "cudi",
   "wansee"
  ],
  "geo": {
   "lat": 39.7,
   "lon": 44.3,
   "modern": "Ararat / Ağrı Dağı, Türkei",
   "region": "Ostanatolien"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Mount Ararat",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Mount_Ararat",
    "note": "Geographie und Namen des Berges."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Mount Judi",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Mount_Judi",
    "note": "Abgrenzung der älteren Judi-Tradition von der Ararat-Zuordnung."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Çiyayê Agirî (Grîdax/Glîdax)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Çiyayê_Agirî",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Keştiya Nûh",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Keştiya_Nûh",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; religiös-volkstümliche Überblicksdarstellung, keine archäologische Bestätigung."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Ortsdarstellung bewahrt mehrere regionale Namen: Grîdax, Glîdax, Koşaxî und Çiyayê Şaxî. Sie beschreibt Agirî als Doppelvulkan aus einem großen und einem kleinen Kegel und verbindet die europäische Bezeichnung Ararat mit der Noah-Tradition, obwohl der biblische Ausdruck nur von den „Bergen von Ararat“ spricht. Die kurdische Noah-Seite stellt zudem eine erzählerische Bergfolge Cûdî–Sîpan–Agirî her; das ist Überlieferungsstoff, keine archäologische Ortsbestätigung."
 },
 {
  "id": "lalish",
  "name": "Laliş",
  "names": {
   "kurdish": "لالش (Laliş)",
   "other": "Lalişa Nûranî"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Das Heiligtum ist besonders mit Sheikh Adi und der mittelalterlichen Formierung des Yazidismus verbunden; ältere religiöse Schichten werden in der Forschung unterschiedlich bewertet.",
  "time_note": "Sheikh Adi, 12. Jahrhundert; fortdauerndes yazidisches Pilgerheiligtum.",
  "summary": "Laliş ist das heiligste Heiligtum der Êzîden in den Bergen nördlich von Mossul. Das Tal bewahrt das Grab von Şêx Adî und steht im religiösen Zusammenhang mit Tawûsê Melek und der yazidischen Kosmologie.",
  "description": "Laliş liegt in einem bewaldeten Bergtal der Nineveh-Ebene in der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Das Heiligtum umfasst das Grab von Şêx Adî ibn Musafir, dessen Verehrung für den Yazidismus zentral ist; die konischen Dächer, Quellen und heiligen Räume prägen die Topographie des Ortes.\n\nTawûsê Melek, der Pfauenengel, gehört zu den wichtigsten Gestalten der yazidischen Vorstellungswelt. Außenbeschreibungen haben diese Figur häufig missdeutet; eine RPG-Darstellung sollte deshalb yazidische Eigenbegriffe und die Perspektive der Gläubigen bewahren, statt Tawûsê Melek einfach mit einer fremden dämonologischen Figur gleichzusetzen.\n\nLaliş ist ein lebendiger Pilgerort und kein verlassenes Fantasy-Heiligtum. Für ein Spiel sind Regeln des Zugangs, rituelle Reinheit, die Bedeutung von Licht und Wasser sowie die Autorität lokaler Geistlicher wichtiger als ein frei erfundenes Monsterinventar. Fremde Einträge wie Yazidismus oder Tawûsê Melek sollten über Verweise eingebunden werden.",
  "rpg_hooks": "Eine Pilgergruppe bittet die Figuren, eine gestörte Quelle zu schützen; ein gestohlener Gegenstand darf nur in einem bestimmten Ritual zurückgebracht werden; ein Außenstehender muss lernen, was er nicht betreten oder fotografieren darf.",
  "related": [
   "sheng-al",
   "erbil"
  ],
  "geo": {
   "lat": 36.77,
   "lon": 43.3,
   "modern": "Laliş, Gouvernement Ninawa, Irak",
   "region": "Nineveh-Ebene / irakisches Kurdistan"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Lalish",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Lalish",
    "note": "Lage, Heiligtum und Grab von Şêx Adî."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Yazidism",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Yazidism",
    "note": "Religiöser Kontext und Bedeutung von Laliş."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Laliş (Lalişa Nûranî)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Laliş",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Die hurritische Namensdeutung wird dort ohne Fachnachweis präsentiert."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Quelle ergänzt konkrete lokale Praxis: Die Kaniya Spî („Weiße Quelle“) gilt als heilige Quelle, an deren Wasser Êzîdî ihre Kinder markieren beziehungsweise taufen. Laliş wird außerdem als Garten Eden der Êzîdî und als Wallfahrtsort der gesamten Gemeinschaft beschrieben; als zentraler Erinnerungsort erscheint das Grab von Şêx Adî. Die im Artikel genannte hurritische Deutung des Ortsnamens ist eine dort referierte, nicht unabhängig abgesicherte Etymologie."
 },
 {
  "id": "sheng-al",
  "name": "Şengal / Sinjar",
  "names": {
   "kurdish": "Şengal (شنگال)",
   "other": "Sinjar / Shingal"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Altes Siedlungs- und Rückzugsgebiet mit lebendiger yazidischer Gegenwart; die Ereignisse von 2014 gehören zur jüngsten Geschichte.",
  "time_note": "Yazidische Überlieferung und Gegenwart; Genozid und Vertreibung ab August 2014.",
  "summary": "Şengal bezeichnet Stadt und Gebirge im Norden Iraks, das Herzland vieler Êzîden. Der Ort ist zugleich Erinnerungslandschaft, Zuflucht und Schauplatz des Genozids durch den Islamischen Staat ab 2014.",
  "description": "Das Sinjar-Gebirge erhebt sich aus der Ebene westlich von Mossul; die Stadt Şengal liegt südlich der markanten Bergkette. Für yazidische Gemeinschaften ist die Region eng mit Herkunft, Heiligtümern, Dorfgemeinschaften und der Idee eines eigenen Schutzraums verbunden.\n\nAm 3. August 2014 nahm der Islamische Staat Şengal ein und verübte Massenmorde, Entführungen, Versklavung und Vertreibung an Êzîden. Diese jüngste Geschichte darf nicht als bloße Kulisse für Abenteuergewalt behandelt werden; sie bestimmt, wie Überlebende, Rückkehrer und Diaspora den Ort erzählen und welche Räume als Friedhöfe, Gedenkstätten oder vermisst gelten.\n\nFür ein RPG bietet Şengal eine Landschaft des Überlebens: Höhlen, Schmugglerpfade, zerstörte Dörfer und Wiederaufbau treffen auf die Frage, wer Schutz verspricht und wer über Erinnerung verfügt. Magische Elemente sollten die Perspektive der Betroffenen stärken und nicht reale Verbrechen durch ein übernatürliches Feindbild ersetzen.",
  "rpg_hooks": "Eine Rückkehrmission sucht Familienarchive in einem verlassenen Dorf; ein Bergpfad wird von mehreren Schutzkräften beansprucht; ein Gedenkort reagiert auf Namen, die noch nicht gefunden wurden.",
  "related": [
   "lalish",
   "erbil",
   "diyarbakir"
  ],
  "geo": {
   "lat": 36.32,
   "lon": 41.86,
   "modern": "Şengal / Sinjar, Gouvernement Ninawa, Irak",
   "region": "Sinjar-Gebirge / irakisches Kurdistan"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Sinjar",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Sinjar",
    "note": "Lage, yazidische Bevölkerungsmehrheit und Ereignisse ab 2014."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Yazidi genocide",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Yazidi_genocide",
    "note": "Einordnung des Genozids 2014–2017."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Şingal (Şengal)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Şingal",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; Überblicksquelle. Die Etymologie wird im Artikel als Deutungsgeschichte, nicht als gesicherter Konsens, dargestellt."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Darstellung verwendet die Variante Şingal, bezeichnet die Bevölkerung als êzîdî und nennt Kurmandschi als Alltagssprache. Sie führt für den Ortsnamen die assyrische Form Šiggor und die römische Form Singara an sowie eine von Îrec Kurdî vertretene Herleitung aus seng+gara („Befestigung/Bergfestung“). Diese konkurrierenden Deutungen sind für die lokale Rezeption interessant, aber keine gesicherte Substrat-Etymologie."
 },
 {
  "id": "erbil",
  "name": "Hewlêr / Erbil",
  "names": {
   "kurdish": "هەولێر (Hewlêr)",
   "other": "Arbela"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Uralte Stadt mit assyrischen, hellenistischen, islamischen und modernen kurdischen Erinnerungsschichten.",
  "time_note": "Seit der Antike bezeugte Siedlung; moderne Hauptstadt der Region Kurdistan im Irak.",
  "summary": "Hewlêr, international meist Erbil genannt, gehört zu den ältesten kontinuierlich besiedelten Städten der Welt. Ihre Zitadelle, Märkte und Ebenen machen sie zur urbanen Drehscheibe zwischen Zagros, Mesopotamien und den kurdischen Bergregionen.",
  "description": "Im Zentrum Erbils liegt die auf einem Siedlungshügel errichtete Zitadelle, deren Schichten weit in die altorientalische Geschichte zurückreichen. Die Stadt war ein Knotenpunkt zwischen assyrischen und mesopotamischen Reichen, iranischen Hochländern und den Wegen nach Anatolien; der Name Arbela erscheint in antiken historischen Kontexten.\n\nFür Mythologie ist Erbil weniger der Schauplatz einer einzelnen kanonischen Heldensage als ein Archiv von Überlagerungen. Stadttor, Zitadelle, Basar und die Ebene können Geschichten aus vielen Zeiten aufnehmen, ohne dass jede historische Schicht zu einem Mythos erklärt werden muss.\n\nIm Spiel ist Hewlêr ein idealer Ort für Diplomatie, Informationshandel und Fraktionspolitik. Wer die Zitadelle kontrolliert, kontrolliert nicht automatisch die Ebene: Händler, Geistliche, Archivare, Bergclans und moderne Behörden besitzen unterschiedliche Formen von Autorität.",
  "rpg_hooks": "Ein Archiv in der Zitadelle besitzt eine Karte alter Bergpässe; ein Basarhändler vermittelt zwischen rivalisierenden Heiligtümern; ein Festtag verwandelt die Stadt in ein anonymes Meer aus Pilgern und Spionen.",
  "related": [
   "zagros",
   "lalish",
   "sheng-al",
   "kermanshah"
  ],
  "geo": {
   "lat": 36.19,
   "lon": 44.01,
   "modern": "Hewlêr / Erbil, Irak",
   "region": "Autonome Region Kurdistan"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Erbil",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Erbil",
    "note": "Stadtgeschichte und Koordinaten; die Zitadelle ist das zentrale Wahrzeichen."
   },
   {
    "title": "UNESCO: Erbil Citadel",
    "url": "https://whc.unesco.org/en/list/1437/",
    "note": "Internationale Einordnung der Zitadelle als historischer Siedlungshügel."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا: قەڵای ھەولێر (Keleha Hewlêrê)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/قەڵای_ھەولێر",
    "author": "",
    "note": "Zentralkurdische Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die zentralkurdische Quelle nennt die Zitadelle auch قەراتی ھەولێر und gibt als kurmandschische Form Keleha Hewlêrê an. Sie verortet eine frühe schriftliche Erwähnung in den Tontafeln von Ebla um 2300 v. Chr. und beschreibt die drei historischen Quartiere Sara, Tekye und Topxane. Besonders für die lokale Religionsgeschichte ist der Hinweis auf Tekye als Wohnort von Derwischen und Muriden der Qadiriyya und Naqschbandiyya relevant."
 },
 {
  "id": "kermanshah",
  "name": "Kermānschāh und Bisotun",
  "names": {
   "persian": "کرمانشاه (Kermānšāh)",
   "other": "Behistun / Bīsotūn",
   "kurdish": "Kirmaşan (کرماشان)"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch",
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Historische Landschaft mit achaimenidischen und sasanidischen Monumenten sowie späterer Schahnameh-Rezeption.",
  "time_note": "Bisotun-Inschrift unter Dareios I.; regionale Sagenlandschaft bis in die Gegenwart.",
  "summary": "Kermānschāh ist das urbane Zentrum einer westiranischen Übergangsregion; nahebei erhebt sich Bisotun mit der Felsinschrift des Dareios. Die Kombination aus realer Königsinschrift, Reliefs und Schahnameh-Rezeption gibt dem Raum eine besondere Heldensagen-Atmosphäre.",
  "description": "Kermānschāh liegt am westlichen Rand des iranischen Zagros und war über Jahrtausende ein Verkehrs- und Kulturknoten zwischen Mesopotamien und dem iranischen Hochland. Bei Bisotun ließ Dareios I. seine mehrsprachige Siegesinschrift mit Relief an einer weithin sichtbaren Felswand anbringen; der Ort heißt im Altpersischen Bagastāna, etwa ‚Ort der Götter‘.\n\nDie Felswand ist ein historisches Monument und kein unmittelbarer Schahnameh-Schauplatz. In regionaler und moderner Rezeption kann die monumentale Landschaft jedoch mit iranischen Heldenerzählungen, Königen und der Dupishk-Region als Projektbegriff verbunden werden. Diese Verbindung sollte als erzählerische Überblendung kenntlich bleiben, nicht als Behauptung einer einzelnen antiken Quelle.\n\nFür das RPG bilden Stadt, Pass und Felswand eine strategische Klammer. Eine Expedition kann zwischen Hofpropaganda, lokaler Erinnerung und der Frage geraten, ob ein Relief die Wahrheit des Siegers oder die verdrängte Geschichte der Besiegten bewahrt.",
  "rpg_hooks": "Eine beschädigte Zeile der Inschrift nennt einen vergessenen Anspruchsteller; ein Kletterweg zur Felswand wird von Wächtern und Pilgern geteilt; ein Schahnameh-Sänger kennt einen alternativen Namen für den Pass.",
  "related": [
   "zagros",
   "sistan",
   "naqsh-e-rostam"
  ],
  "geo": {
   "lat": 34.38,
   "lon": 46.7,
   "modern": "Kermānschāh / Bisotun, Iran",
   "region": "Westiranischer Zagros"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Kermanshah",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Kermanshah",
    "note": "Lage und regionale Einordnung."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Behistun Inscription",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Behistun_Inscription",
    "note": "Bisotun, Dareios-Inschrift und Bedeutung des Ortsnamens."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Kirmaşan (کرماشان)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Kirmaşan",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا: کرماشان (Kirmaşan)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/کرماشان",
    "author": "",
    "note": "Zentralkurdische Wikipedia; nennt mehrere historische und volksetymologische Namensdeutungen, die nicht als Forschungskonsens gelten."
   }
  ],
  "regional": "Beide kurdischen Darstellungen machen die lokale Form Kirmaşan/کرماشان gegenüber dem persischen Kermānšāh sichtbar. Die zentralkurdische Seite nennt außerdem ältere Formen wie Qarmâsîn/Qarmîsîn und mehrere konkurrierende Erklärungen des Ortsnamens, unter anderem bei Muhammad Mukri und Hêjar; diese sind als kurdische Sprach- und Erinnerungsgeschichte, nicht als gesicherte Etymologie zu lesen. Als regionale Sprachlandschaft werden Kelhûrî, Sorani-Dialekte, Leki und Hawrami genannt."
 },
 {
  "id": "diyarbakir",
  "name": "Amed / Diyarbakır",
  "names": {
   "kurdish": "Amed",
   "other": "Diyarbakır / Amid"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Antike und mittelalterliche Stadtgeschichte, heute ein zentrales urbanes Zentrum der kurdischen Gesellschaft in der Türkei.",
  "time_note": "Amida/Amid in der Antike; moderne Stadt- und Erinnerungsgeschichte.",
  "summary": "Amed, amtlich Diyarbakır, ist eine der wichtigsten kurdischen Städte der Türkei. Schwarze Basaltmauern, der Tigris und die Lage am Übergang zwischen Obermesopotamien und Zagros geben der Stadt eine starke historische und erzählerische Präsenz.",
  "description": "Diyarbakır liegt am Tigris in Südostanatolien und wird von einer weitgehend erhaltenen schwarzen Basaltbefestigung geprägt. Die Stadt trug in verschiedenen Zeiten Namen wie Amid und Amida und war mit assyrischen, armenischen, römischen, byzantinischen, islamischen und kurdischen Geschichten verbunden.\n\nAmed ist kein einzelner mythischer Ort im engeren Sinn. Seine Bedeutung im Kompendium liegt in der kulturellen Landschaft: Stadtmauern, Hevsel-Gärten, Brücken und der Fluss bilden Schauplätze, an denen Erinnerung, Herrschaft und mündliche Erzählung aufeinandertreffen. Die Bezeichnung ‚Kurdenhauptstadt‘ ist eine moderne politische und kulturelle Einordnung, keine antike mythologische Kategorie.\n\nFür ein RPG eignet sich Amed als dicht bewohnter Gegenpol zu den Hochgebirgen. Ein Tor kann zugleich Zollstelle, Heiligtum und politisches Symbol sein; unter den Mauern lassen sich Wasserwege, Archive und vergessene Tunnel plausibel mit aktuellen Machtkämpfen verbinden.",
  "rpg_hooks": "Eine Mauerinschrift wird bei Reparaturen sichtbar; ein Tigris-Hochwasser öffnet einen alten Zugang; rivalisierende Viertel brauchen eine neutrale Botenperson für einen Waffenstillstand.",
  "related": [
   "zagros",
   "erbil",
   "cudi",
   "sheng-al"
  ],
  "geo": {
   "lat": 37.92,
   "lon": 40.24,
   "modern": "Amed / Diyarbakır, Türkei",
   "region": "Obermesopotamien / Nordkurdistan"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Diyarbakır",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Diyarbak%C4%B1r",
    "note": "Stadt, Name Amed und kurdische Einordnung."
   },
   {
    "title": "UNESCO: Diyarbakır Fortress and Hevsel Gardens Cultural Landscape",
    "url": "https://whc.unesco.org/en/list/1488/",
    "note": "Befestigung und Flusslandschaft."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Amed (Amida)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Amed",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; Überblicksquelle mit ausdrücklich kurdischer Orts- und Identitätsperspektive."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Darstellung führt neben Amed und Diyarbekir den historischen Namen Amida und beschreibt Amed als politisches Zentrum des kurdischen Nordens. Sie hält außerdem fest, dass die Stadt in kurdischen Perspektiven vielfach als de-facto-Hauptstadt Kurdistans gilt und nach dem Vertrag von Sèvres als mögliche Hauptstadt eines unabhängigen Kurdistans vorgesehen war. Das ist als kurdische politische Rezeption zu kennzeichnen, nicht als unstrittige völkerrechtliche oder historische Tatsache."
 },
 {
  "id": "wansee",
  "name": "Vansee",
  "names": {
   "kurdish": "Gola Wanê",
   "other": "Lake Van / Van Gölü"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Urartäische Kernlandschaft; Şahmeran-Bezüge gehören vor allem zur anatolisch-kurdischen Erzähltradition und sind keine eindeutig kanonische See-Legende.",
  "time_note": "Urartu etwa 9.–6. Jahrhundert v. Chr.; fortdauernde regionale Überlieferungen.",
  "summary": "Der Vansee ist ein großer Salzsee im armenischen Hochland und das Zentrum der urartäischen Landschaft um Tuschpa. In kurdisch-anatolischen Erzählräumen kann er mit Şahmeran-Assoziationen verbunden werden, doch diese Verbindung ist regional und nicht als eindeutiger antiker Mythos belegt.",
  "description": "Der Vansee liegt hoch über Mesopotamien und wird von Vulkanen, Felsburgen und alten Siedlungsplätzen umgeben. Am westlichen Ufer lag Tuschpa, die Hauptstadt des Reiches Urartu; Keilschriften und Festungen machen die Seeregion zu einem außergewöhnlichen historischen Archiv.\n\nŞahmeran, die Schlangenkönigin, gehört vor allem zur anatolischen und kurdischen Erzählwelt. Manche moderne Nacherzählungen verorten Schlangenmenschen, Höhlen und verborgene Reiche in der weiteren Van-Region, doch ein direkter, antiker Şahmeran-Mythos des Sees ist nicht gesichert. Für das Kompendium sollte die Verbindung deshalb als Assoziation oder regionale Spieldeutung markiert werden.\n\nDer See erzeugt eine starke Atmosphäre aus Weite, Salz, Wind und versunkenen oder schwer zugänglichen Ufern. Urartäische Festungen und Inselklöster erlauben Abenteuer zwischen Archäologie, lokaler Erinnerung und einer unterirdischen Schlangenwelt, ohne die historische Urartu-Kultur mit der späteren Şahmeran-Erzählung gleichzusetzen.",
  "rpg_hooks": "Eine urartäische Inschrift weist auf eine Quelle unter dem See; Fischer berichten von einer Schlangenkönigin, deren Geschichte sich je nach Dorf verändert; ein Sturm schneidet eine Insel vom Festland ab.",
  "related": [
   "ararat",
   "cudi",
   "zagros"
  ],
  "geo": {
   "lat": 38.63,
   "lon": 42.82,
   "modern": "Vansee, Türkei",
   "region": "Ostanatolien / armenisches Hochland"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Lake Van",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Van",
    "note": "Koordinaten, Urartu und Tuschpa."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Şahmaran",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Shahmaran",
    "note": "Regionale Erzählfigur; die direkte Vansee-Verbindung bleibt vorsichtig formuliert."
   },
   {
    "title": "Wîkîpediya kurdî: Gola Wanê (Behra Wanê)",
    "url": "https://ku.wikipedia.org/wiki/Gola_Wanê",
    "author": "",
    "note": "Kurmandschi Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die kurmandschische Quelle hält als regionale Nebenbezeichnung Behra Wanê fest. Sie erklärt den See als tektonisches Becken, dessen Abfluss durch den Vulkanausbruch des Nemrûd verschlossen wurde, und beschreibt das Wasser als endorheisch, salzhaltig und soda-reich. Für die Orts- und Substratlandschaft ist damit zusätzlich die Verbindung von See, Vulkan und abgeschlossenem Wasserraum dokumentiert; ein eigenständiger antiker Mythos wird nicht belegt."
 },
 {
  "id": "urmia",
  "name": "Urmiasee",
  "names": {
   "kurdish": "Deryaçeya Urmiyê",
   "persian": "دریاچه ارومیه (Daryāče-ye Orumiye)"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "kurdisch",
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Alte Grenz- und Kulturregion; moderne ökologische Krise überlagert ältere religiöse und regionale Erinnerungen.",
  "time_note": "Historische Landschaft westiranischer und nordmesopotamischer Kulturen; heutiger Salzsee.",
  "summary": "Der Urmiasee ist ein endorheischer Salzsee im Nordwesten Irans nahe der kurdischen und iranisch-aserbaidschanischen Kulturgrenze. Er eignet sich als Schwellenlandschaft zwischen Bergen, Inselheiligtümern und einer sich wandelnden Wasserwelt.",
  "description": "Der Urmiasee liegt zwischen den Provinzen West- und Ostaserbaidschan, südlich des Kaukasus und nahe der Grenze zur Türkei. Seine Inseln, Salzflächen und wechselnden Wasserstände haben die Landschaft seit Jahrhunderten geprägt; heute ist der starke Rückgang des Sees ein zentrales ökologisches Problem.\n\nIm Unterschied zu Damāvand oder dem Vansee ist kein einzelner, allgemein anerkannter Mythos mit dem Urmiasee verbunden, der für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen gelten würde. Für die Wissensbasis ist er deshalb vor allem als geographische und kulturelle Kontaktzone wichtig, in der kurdische, persische, armenische und aserbaidschanische Erinnerungen nebeneinander stehen.\n\nFür ein Spiel liefert der Salzsee ein ungewöhnliches Terrain: ehemalige Inseln werden zu Salzpfaden, Ruinen tauchen nach dem Rückzug des Wassers auf, und Nomaden kennen sichere Routen, die auf keiner offiziellen Karte stehen. Die ökologische Krise kann als realer Hintergrund für Konflikte um Wasser und nicht als bloße magische Katastrophe behandelt werden.",
  "rpg_hooks": "Eine ausgetrocknete Insel legt ein versiegeltes Heiligtum frei; Wasserhüter bewachen den letzten Süßwasserzufluss; ein Salzsturm löscht die Spuren einer Karawane.",
  "related": [
   "wansee",
   "zagros",
   "balkh"
  ],
  "geo": {
   "lat": 37.69,
   "lon": 45.49,
   "modern": "Urmiasee, Iran",
   "region": "Nordwestiran / Westaserbaidschan"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Lake Urmia",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Urmia",
    "note": "Lage, Charakter als Salzsee und ökologische Entwicklung."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Shahmaran",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Shahmaran",
    "note": "Regionale Erzählfigur; die direkte Urmiasee-Verbindung bleibt vorsichtig formuliert."
   },
   {
    "title": "ویکیپیدیا: دەریاچەی ورمێ (Deryaçeya Wirmê)",
    "url": "https://ckb.wikipedia.org/wiki/دەریاچەی_ورمێ",
    "author": "",
    "note": "Zentralkurdische Wikipedia; knappe geographische Überblicksquelle, nicht peer-reviewt."
   }
  ],
  "regional": "Die zentralkurdische Seite verwendet die Form دەریاچەی ورمێ und verortet den See zwischen den iranischen Provinzen Urmia und Ostaserbaidschan. Sie hebt die extreme Salinität hervor: Der See wird als zweitgrößter Salzsee der Welt beschrieben und als so salzig, dass dort keine Fische leben. Die Quelle liefert keinen eigenständigen kurdischen Mythos und keine belastbare Substratthese; ihr Zusatzwert liegt in Ortsname und regionaler Gewässerbeschreibung."
 },
 {
  "id": "persepolis",
  "name": "Persepolis / Tacht-e Dschamschid",
  "names": {
   "persian": "پارسه (Pārsa) / تخت جمشید (Takht-e Jamshid)"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Achaimenidische historische Residenz und Zeremonialhauptstadt; die Anlage ist historische Kulisse, nicht selbst ein Mythos.",
  "time_note": "Achaimeniden, etwa 6.–4. Jahrhundert v. Chr.",
  "summary": "Persepolis war die zeremonielle Hauptstadt des achaimenidischen Reiches. Die Reliefs und Paläste sind vor allem historische Quellen zu imperialer Ordnung und Königsideologie; ihre Funktion im Kompendium besteht darin, vor-islamische iranische Geschichte von späterer Mythologie sauber zu unterscheiden.",
  "description": "Die Ruinen von Persepolis liegen in der Ebene von Marvdasht am Fuß des südlichen Zagros. Prozessionsreliefs zeigen Gesandtschaften aus vielen Teilen des Reiches, während Inschriften die Herrschaft der achaimenidischen Könige dokumentieren. Der Ort war ein politischer und zeremonieller Raum, kein gewöhnlicher Wohnort.\n\nPersepolis sollte nicht als ‚mythologischer Tempel‘ beschrieben werden. Namen wie Tacht-e Dschamschid entstanden in späteren persischen Deutungshorizonten; die reale Anlage gehört in die Geschichte des Achaimenidenreiches. Für eine Mythologie-Wissensbasis ist gerade diese Abgrenzung wertvoll: Historische Kulisse kann Erzählungen tragen, ohne selbst als Beleg für eine Sage zu gelten.\n\nIm RPG kann die Terrasse als Schauplatz von Hofritual, Tribut, Spionage und dem Konflikt zwischen imperialem Gedächtnis und lokaler Erinnerung dienen. Die Reliefs erlauben Hinweise auf Wege und Völker, aber nicht automatisch auf fantastische Wesen oder konkrete Schahnameh-Episoden.",
  "rpg_hooks": "Eine Delegation verschwindet zwischen den Prozessionsreliefs; ein Schreiber entdeckt eine absichtlich ausgelassene Provinz; ein Festakt muss trotz eines drohenden Aufstands inszeniert werden.",
  "related": [
   "pasargadae",
   "naqsh-e-rostam",
   "zagros",
   "sistan"
  ],
  "geo": {
   "lat": 29.94,
   "lon": 52.89,
   "modern": "Persepolis bei Marvdasht, Iran",
   "region": "Fars / südlicher Zagros"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Persepolis",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Persepolis",
    "note": "Achaimenidische Zeremonialhauptstadt und Lage."
   },
   {
    "title": "UNESCO: Persepolis",
    "url": "https://whc.unesco.org/en/list/114/",
    "note": "Historische und archäologische Einordnung."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: تخت جمشید",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/تخت_جمشید",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Überblicksquelle zu Namen, Baugeschichte und späterer Erinnerung"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle dokumentiert mehrere historische Namensschichten: achaimenidisch «پارسه» (Pārsa), sasanidisch «صدستون» (Sadstūn, «Hundert Säulen») und in der islamischen Zeit auch «چهل منار» (Čehel Menār, «Vierzig Minarette»). Die heutige Benennung تخت جمشید entstand demnach aus der späteren Identifikation der unlesbaren Ruinen und Reliefs mit dem mythischen König Jamšīd.\n\nZusätzlich wird die Anlage als zeremonielle Hauptstadt mit Neujahrsdelegationen und Geschenkgaben beschrieben; Inschriften und Tontafeln seien eine wesentliche Grundlage der heutigen Kenntnis der Achaimeniden. Das stärkt die Trennung zwischen historischer Hofanlage und der nachträglichen Jamšīd-Deutung."
 },
 {
  "id": "pasargadae",
  "name": "Pasargadae",
  "names": {
   "persian": "پاسارگاد (Pāsārgād)",
   "other": "مشهد مادر سلیمان (Mašhad-e Mādar-e Soleymān)"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Erste Hauptstadt des achaimenidischen Reiches und historische Residenz; spätere Überlieferungen verbinden die Anlage mit dem Grab Kyrosʼ II.",
  "time_note": "Gegründet im 6. Jahrhundert v. Chr. unter Kyros dem Großen.",
  "summary": "Pasargadae war die erste Hauptstadt des Achaimenidenreiches und ist mit Kyros dem Großen verbunden. Wie Persepolis ist die Anlage keine Mythologiequelle im engeren Sinn, sondern eine historische Bühne für vor-islamische iranische Königsideen und spätere Erinnerung.",
  "description": "Pasargadae liegt in der Ebene von Fars und umfasst Paläste, Gärten, Kult- und Verwaltungsbauten sowie das monumentale Grabmal, das traditionell Kyros dem Großen zugeschrieben wird. Die Anlage entstand nach Kyrosʼ Sieg über Astyages und markiert damit die frühe imperiale Phase der Achaimeniden.\n\nDie oft erzählte Verbindung zu ‚persischer Mythologie‘ ist eine Frage der Rezeption, nicht der Funktion der Ruinen. Pasargadae liefert konkrete historische Anhaltspunkte für Königtum, Reichsgründung und sakrale Landschaftsgestaltung; spätere Legenden können diese Kulisse ausschmücken, dürfen aber nicht als achaimenidische Mythenquelle ausgegeben werden.\n\nIm Spiel ist Pasargadae ein Ort der Legitimation. Wer am Grab Kyrosʼ schwört, beansprucht eine bestimmte Form von Herrschaft; wer die Gartenordnung liest, kann Wasserwege und politische Hierarchien zugleich erkennen. Die offene Landschaft macht das Monument sichtbar und verwundbar.",
  "rpg_hooks": "Ein Thronfolgepakt soll am Grab Kyrosʼ besiegelt werden; ein alter Gartenkanal führt zu einem verschlossenen Pavillon; eine Rebellin nutzt die Erinnerung an den Reichsgründer gegen den aktuellen König.",
  "related": [
   "persepolis",
   "naqsh-e-rostam",
   "balkh"
  ],
  "geo": {
   "lat": 30.2,
   "lon": 53.18,
   "modern": "Pasargadae, Fars, Iran",
   "region": "Südwestiran / Fars"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Pasargadae",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Pasargadae",
    "note": "Gründung, Kyros und historische Funktion."
   },
   {
    "title": "UNESCO: Pasargadae",
    "url": "https://whc.unesco.org/en/list/1106/",
    "note": "Archäologische Einordnung des Weltkulturerbes."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: پاسارگاد",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/پاسارگاد",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Überblicksquelle zu achaimenidischer Anlage und islamischer Erinnerung"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: آرامگاه کوروش بزرگ",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/آرامگاه_کوروش_بزرگ",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Darstellung der Überlieferung zum Kyrosgrab"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Überlieferung bewahrt für die Anlage die islamische Bezeichnung «مشهد مادر سلیمان» (Mašhad-e Mādar-e Soleymān, «Wallfahrtsort der Mutter Salomos»). Das Grab des Kyros wurde dabei in lokaler Erinnerung zunächst einer weiblichen Gestalt aus der Salomo-Tradition zugeschrieben; erst die neuzeitliche Forschung identifizierte es wieder als Kyrosgrab.\n\nDie persische Übersicht nennt außerdem die Gartenanlage, das Tor, die Audienz- und Privatpaläste, den Feuer-/Turmbau und die Befestigung Tall-e Takht als zusammengehörige Komponenten. Die Namensdeutungen von Pāsārgād selbst werden als umstritten wiedergegeben; sie sollten im Kompendium nicht als gesicherte Etymologie behandelt werden."
 },
 {
  "id": "naqsh-e-rostam",
  "name": "Naqsch-e Rostam",
  "names": {
   "persian": "نقش رستم (Naqš-e Rostam)",
   "other": "Bilder des Rostam"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Achaimenidische Felsgräber und sasanidische Reliefs; der Name Rostam ist eine spätere mythische Deutung des Ortes.",
  "time_note": "Felsgräber ab dem 5. Jahrhundert v. Chr.; sasanidische Reliefs ab dem 3. Jahrhundert n. Chr.",
  "summary": "Naqsch-e Rostam ist eine Felsnekropole nahe Persepolis mit Gräbern achaimenidischer Könige und sasanidischen Reliefs. Der Name ‚Bild des Rostam‘ verweist auf die spätere Identifikation eines Reliefs mit dem Schahnameh-Helden, nicht auf Rostams historische Anwesenheit.",
  "description": "In eine hohe Felswand sind kreuzförmige Grabfassaden der Achaimeniden geschnitten; darunter liegen Reliefs aus sasanidischer Zeit, darunter Darstellungen königlicher Siege. Die Nekropole verbindet dadurch zwei historische iranische Großreiche an einem einzigen Monument.\n\nDer Ortsname Naqš-e Rostam entstand, weil spätere Betrachter ein sasanidisches Reiterrelief mit Rostam, dem großen Helden der iranischen Überlieferung, in Verbindung brachten. Diese Benennung ist kulturgeschichtlich wichtig, aber kein Beleg dafür, dass das Relief Rostam darstellt oder dass der Held an diesem Ort begraben wäre.\n\nFür ein RPG bietet die Felswand vertikale Dramaturgie: Gräber über einem Weg, Inschriften über Siegesbildern und lokale Führer, die unterschiedliche Identifikationen verteidigen. Der Ort funktioniert am besten als Schnittstelle von Archäologie, Erinnerung und politischer Bildsprache.",
  "rpg_hooks": "Ein Grab wird geöffnet, weil ein Relief falsch gelesen wurde; eine Gruppe bewacht eine Inschrift vor politischer Tilgung; ein Schahnameh-Sänger behauptet, Rostams Schatten sei in der Felswand eingeschlossen.",
  "related": [
   "persepolis",
   "pasargadae",
   "sistan",
   "kermanshah"
  ],
  "geo": {
   "lat": 29.99,
   "lon": 52.87,
   "modern": "Naqsch-e Rostam bei Marvdasht, Iran",
   "region": "Fars / südlicher Zagros"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Naqsh-e Rostam",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Naqsh-e_Rostam",
    "note": "Nekropole, Felsgräber und Name des Ortes."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Rostam",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Rostam",
    "note": "Rostam als Held der iranischen Mythologie und des Šāhnāme."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: نقش رستم",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/نقش_رستم",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Überblicksquelle zu Ortsnamen, Denkmälern und Rezeptionsgeschichte"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle nennt für den Platz ältere bzw. lokale Bezeichnungen wie «سه‌گنبدان» (Se-gonbadān), «دوگنبدان» (Do-gonbadān), Kūh-e Ḥāǰīābād, Kūh-e Estakhr und Kūh-e Nefešt. Der Name نقش رستم wird als spätere volkstümliche Verbindung der sasanidischen Reliefs mit Rostam erklärt, nicht als Hinweis auf ein tatsächliches Grab oder Wirken des Epenhelden.\n\nAls historischer Zusatz werden neben den vier achaimenidischen Felsgräbern auch die sasanidischen Sieges- und Krönungsreliefs, die Kaʿbe-ye Zardošt und ein älteres elamisches Relief hervorgehoben. Die persische Darstellung betont damit die Überlagerung mehrerer Epochen an einem Ort."
 },
 {
  "id": "sistan",
  "name": "Sīstān / Zābulistān",
  "names": {
   "persian": "سیستان (Sīstān)",
   "other": "Zābulistān / Sakastān"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Historische Region an der iranisch-afghanischen Grenze; im Šāhnāme als Zābulistān die Heimat der Familie Rostams.",
  "time_note": "Šāhnāme-Tradition; historische Region Sīstān und Sakastān in der Spätantike.",
  "summary": "Sīstān, im Šāhnāme häufig Zābulistān genannt, ist die mythische Heimat Rostams und seines Vaters Zāl. Die historische Grenzlandschaft zwischen Iran und Afghanistan wird dadurch zu einem Kernraum der persischen Heldensage.",
  "description": "Sīstān liegt im Becken des Hamun und an der heutigen Grenze zwischen Iran und Afghanistan. Die Region war historisch ein Durchgangsraum zwischen iranischem Hochland, Zentralasien und dem Indusgebiet; Wasserhaushalt, Festungen und wechselnde Flussläufe prägen die Landschaft.\n\nIm Šāhnāme herrscht Rostams Familie über Zābulistān: Zāl wird als weißhaariges Findelkind vom Sīmurġ gerettet, Rostam wächst zum größten Helden Irans heran, und viele seiner Feldzüge beginnen oder enden in dieser Region. Die epische Geographie ist nicht deckungsgleich mit modernen Provinzgrenzen, sondern verdichtet historische Räume zu einer Heldenheimat.\n\nFür das RPG ist Sīstān ein Grenzland mit großer Entfernung zu den westlichen Höfen. Eine Nachricht braucht Tage, Wasserstellen entscheiden über Krieg und Reise, und der Ruf Rostams kann zugleich Schutzversprechen, politische Waffe und Last für seine Nachfahren sein.",
  "rpg_hooks": "Ein Erbe Rostams muss zwischen Zabol und einem austrocknenden Hamun verhandeln; ein Sīmurġ-Nest wird als Heiligtum bewacht; ein alter Heldensitz liegt unter dem Sand und wird von mehreren Dynastien beansprucht.",
  "related": [
   "naqsh-e-rostam",
   "kermanshah",
   "balkh",
   "damavand"
  ],
  "geo": {
   "lat": 31.03,
   "lon": 61.5,
   "modern": "Sīstān / Zābul, Iran und Afghanistan",
   "region": "Iranisch-afghanisches Grenzgebiet"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Sistan",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Sistan",
    "note": "Zābulistān und Rostams Heimat im Šāhnāme."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zāl",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/zal/",
    "author": "A. Shapur Shahbazi und Simone Cristoforetti",
    "note": "Zāl als legendärer Fürst von Sīstān und Vater Rostams."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: سیستان",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/سیستان",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Überblicksquelle zu historischen Namen und regionalem Umfang"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: سیستان (شاهنامه)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/سیستان_(شاهنامه)",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Darstellung des Sistan-Bildes im Schāhnāme"
   }
  ],
  "regional": "Die persischen Quellen ergänzen eine breite historische Terminologie: Sakastān/Sagestān, arabisch Sajestān, Zarang/Drangiana, Zābul und Nēmrūz. Dabei wird ausdrücklich davor gewarnt, das große historische und schāhnāmeische Sīstān mit dem heutigen, administrativ viel kleineren Gebiet gleichzusetzen; Zābulistān und Sīstān wurden in manchen Epochen sogar synonym verwendet.\n\nIm Schāhnāme-Artikel erscheinen neben Sīstān die Namen Zābulistān, Zābul, Sajestān, Sakastān und Nēmrūz. Die Region wird als Herrschafts- und Herkunftsraum von Sām, Zāl und Rostam sowie als Schauplatz der zentralen heroischen Phase beschrieben."
 },
 {
  "id": "balkh",
  "name": "Balkh",
  "names": {
   "persian": "بلخ (Balḵ)",
   "other": "Baktrien / Zariaspa"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Antikes Zentrum Baktriens mit zoroastrischen, buddhistischen und später islamischen Erinnerungsschichten.",
  "time_note": "Vor- und frühislamische Stadtgeschichte; traditionsgeschichtlich mit Zoroastrismus und Baktrien verbunden.",
  "summary": "Balkh im Norden Afghanistans war eine bedeutende Stadt Baktriens und ein Zentrum religiöser und gelehrter Traditionen. Die Stadt wird häufig mit dem Zoroastrismus verbunden, muss aber als vielfältiger historischer Knotenpunkt und nicht als ausschließlich ‚zoroastrische Stadt‘ gelesen werden.",
  "description": "Balkh liegt auf einer fruchtbaren Ebene südlich des Amu-Darja und an den Wegen zwischen Iran, Zentralasien und Indien. In der Antike war die Region als Baktrien bekannt; die Stadt wird in unterschiedlichen Überlieferungen mit zoroastrischen Feuertempeln, buddhistischen Klöstern und später islamischer Gelehrsamkeit verbunden.\n\nDer Beiname einer heiligen oder ‚Mutter der Städte‘-artigen Metropole gehört zur langen Erinnerungsgeschichte Balkhs, nicht zu einer einzigen unveränderten Epoche. Auch die Identifikation mit Zarathustras Lebensort ist traditionsgeschichtlich bedeutsam, aber je nach Quelle und Forschung unterschiedlich sicher.\n\nFür ein RPG ist Balkh ein östlicher Gegenpol zu Sīstān und Fars: Karawanen, Gelehrte, Feuerheiligtümer und Ruinen liegen in einer weiten Bewässerungslandschaft. Die Stadt kann als Ort dienen, an dem eine alte religiöse Tradition nicht verschwunden ist, sondern mit buddhistischen, hellenistischen und islamischen Schichten um Deutungshoheit ringt.",
  "rpg_hooks": "Ein Feuerheiligtum bewahrt eine umstrittene Reliquie; ein Klosterarchiv und ein Zoroastrier-Schrein besitzen verschiedene Versionen derselben Gründungsgeschichte; eine Karawane bringt Nachrichten aus Sīstān.",
  "related": [
   "sistan",
   "pasargadae",
   "urmia"
  ],
  "geo": {
   "lat": 36.76,
   "lon": 66.9,
   "modern": "Balkh, Afghanistan",
   "region": "Nordafghanistan / historische Baktrien"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Balkh",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Balkh",
    "note": "Historische Stadt, Baktrien und Zariaspa."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Balkh",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/balkh/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Geographie und historische Bedeutung von Balkh."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Zoroastrianism",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Zoroastrianism",
    "note": "Religiöser Kontext; die konkrete Zarathustra-Zuordnung bleibt traditionsgeschichtlich umstritten."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: بلخ",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/بلخ",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Überblicksquelle zu historischen Namen und religiöser Mehrschichtigkeit"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: شاهنامه",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/شاهنامه",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Zusammenfassung der Balkh-Episode um Goštāsp und den Nōbahār-Feuertempel"
   }
  ],
  "regional": "Der persische Ortsartikel führt für Balkh mehrere ältere Namensformen an: avestisch Bāxδi, altpersisch Bāxtriš, mittelpersisch Bahl bzw. Baesh, griechisch Baktriana und Zariaspa. Dadurch wird der Ort als sprachlich wechselnder Knotenpunkt der Baktrien- und Chorasan-Traditionen greifbar.\n\nIn der persischen Schāhnāme-Zusammenfassung zieht Goštāsp nach Balkh und wendet sich am dortigen Nōbahār-Feuertempel der Verehrung zu; die Episode wird dort mit der Annahme der zoroastrischen Religion verbunden. Das ist eine epische Traditionsschicht und kein Beleg dafür, dass Balkh ausschließlich zoroastrisch gewesen sei."
 },
 {
  "id": "schahname",
  "name": "Šāhnāme (Schahname, Königsbuch)",
  "names": {
   "persian": "شاهنامه (Šāhnāme)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Das Werk wurde im islamischen Mittelalter, vor allem durch Ferdowsi um 1010, in seiner überlieferten Form abgeschlossen; sein erzählter Stoff behandelt jedoch überwiegend die vorislamische iranische Königssage.",
  "time_note": "Abu Mansurische Vorstufen und Ferdowsis Redaktion, 10.–11. Jahrhundert n. Chr.",
  "summary": "Ferdowsis Šāhnāme ist das große persische Königs- und Heldenepos: ein nachislamischer Text, der vorislamische iranische Mythen, Dynastien und Helden in klassischem Neupersisch bewahrt.",
  "description": "Das Šāhnāme erzählt die iranische Geschichte von der Urzeit bis zum Ende der Sasaniden. Auf mythische Könige wie Kayumars und Jamšid folgen die Heldengeschichten um Zāl, Rostam, Sohrāb und Esfandiyār; die letzten Bücher führen in die historische Niederlage Yazdegerds III. und die arabische Eroberung.\n\n\nFerdowsi stützte sich auf ältere iranische Überlieferungen, insbesondere auf die sogenannte Abu-Manṣurische Prosavorlage und mündliche sowie schriftliche Stoffe. Die Verse verbinden Genealogie, Schlachtenerzählung, höfische Ethik und tragische Konflikte. Der vorislamische Inhalt ist deshalb nicht mit der Entstehungszeit des erhaltenen Werks gleichzusetzen: Als literarische Komposition gehört das Šāhnāme in die nachislamische persische Kultur.\n\n\nÜber Jahrhunderte wurde das Epos nicht nur gelesen, sondern in Kaffeehäusern und an Höfen rezitiert, illustriert und in populäre Erzählungen umgearbeitet. Es prägte Vorstellungen von iranischer Herrschaft, javānmardī und heroischer Bewährung, ohne eine einheitliche Religion oder ein historisch zuverlässiges Quellenwerk zu sein.",
  "rpg_hooks": "Eine Kampagne kann als verlorenes oder manipuliertes Königsbuch beginnen: Eine lokale Fürstenlinie sucht darin ihren Anspruch, während eine Naqqāl-Fassung entscheidende Verse unterschlägt. Episoden wie Rostam und Sohrāb eignen sich für moralische Dilemmata, in denen Ruhm, Verwandtschaft und politische Loyalität kollidieren.",
  "related": [
   "ferdowsi",
   "naqqali",
   "zurkhane"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-nāma",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Iranica führt den Šāh-nāma als Werk und Performance-Tradition; für die Gesamtdeutung als Epos ergänzend konsultiert."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Shahnameh",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Shahnameh",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Inhalt, Entstehung und Überlieferung."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Shahnameh",
    "url": "https://www.britannica.com/topic/Shah-nameh",
    "author": "Encyclopaedia Britannica",
    "note": "Allgemeiner fachredaktioneller Überblick."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: شاهنامه (Šāhnāme)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/شاهنامه",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Ergänzt Angaben zu Struktur, Überlieferung und Handschriften."
   }
  ],
  "regional": "Die persischsprachige Darstellung beschreibt die Šāhnāme ausdrücklich als dreiteiliges Werk aus mythischem, heroischem und historischem Abschnitt. Sie ordnet den Stoff vier Königsdynastien zu – Pischdadier, Kayaniden, Arsakiden und Sasaniden – und nennt als wichtigen Ausgangstext die prosehafte Šāhnāme-Überlieferung des Abū Manṣūrī.\n\nFür die Handschriftenüberlieferung nennt die Quelle die Florentiner Handschrift von 614 Hidschra als ältestes erhaltenes Manuskript sowie die Londoner und Istanbuler Handschriften von 675 beziehungsweise 731 Hidschra. Die persische Zusammenfassung betont außerdem die erheblich schwankende Verszahl verschiedener Handschriften; genaue Zahlen sind daher editionsabhängig."
 },
 {
  "id": "ferdowsi",
  "name": "Ferdowsi (Abū l-Qāsem Ferdowsī)",
  "names": {
   "persian": "ابوالقاسم فردوسی (Abū l-Qāsem Ferdowsī)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Ferdowsi wirkte im 10.–11. Jahrhundert n. Chr.; seine Dichtung bewahrt ältere, vorislamische Stoffe.",
  "time_note": "Geboren wahrscheinlich ca. 940 in der Gegend von Tus; Šāhnāme um 1010 abgeschlossen.",
  "summary": "Ferdowsi war der große neupersische Epiker, dessen Šāhnāme die iranische Königssage in einer sprachlich und poetisch prägenden Form bewahrte.",
  "description": "Abū l-Qāsem Ferdowsi stammte aus dem Raum Tus in Khorasan und schrieb im klassischen Neupersisch. Über sein Leben ist deutlich weniger sicher bekannt als über sein Werk; spätere Biographien haben Anekdoten über Mäzene, Armut und sein Verhältnis zum Ghaznawiden Mahmūd ausgeschmückt.\n\n\nSein Hauptwerk, das Šāhnāme, entstand in einer Zeit, in der persische Höfe und Gelehrte ältere iranische Geschichte neu sammelten und literarisch formten. Ferdowsi machte aus diesem Material kein bloßes Archiv: Er gestaltete es als Folge von Herrschaftsgründungen, Krisen, Familienkonflikten und ethischen Prüfungen. Sein Versmaß und sein Wortschatz wurden zum Modell für spätere persische Epik.\n\n\nIm Kompendium ist Ferdowsi als nachislamischer Autor von den vorislamischen Figuren seines Epos zu unterscheiden. Seine Bedeutung liegt auch in der Vermittlung: Ohne ihn wären viele Motive zwar nicht verschwunden, aber in anderer Auswahl, Sprache und Dramaturgie überliefert.",
  "rpg_hooks": "Ferdowsi kann als historische Schattenfigur, als Auftraggeber eines verlorenen Kapitels oder als Schutzpatron einer Schreiberfamilie auftreten. Eine Gruppe muss entscheiden, ob sie eine politisch gefährliche lokale Variante des Šāhnāme bewahrt oder an einen Hof liefert, der sie zur Legitimation benutzen will.",
  "related": [
   "schahname",
   "naqqali"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ferdowsi, i. Life",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/ferdowsi-i/",
    "author": "Djalal Khaleghi-Motlagh",
    "note": "Biographische und werkgeschichtliche Einordnung; einzelne Lebensdaten bleiben unsicher."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Britannica: Ferdowsi",
    "url": "https://www.britannica.com/biography/Ferdowsi",
    "author": "Encyclopaedia Britannica",
    "note": "Allgemeiner Überblick zu Dichter und Šāhnāme."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Ferdowsi",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Ferdowsi",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Zusammenfassender Überblick zu Leben und Werk."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: فردوسی (Ferdowsī)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/فردوسی",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Ergänzt den samanidischen Kontext und die Werkdatierung."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung verankert Ferdowsis Arbeit stärker im kulturellen Umfeld der Samaniden: Die Förderung des Neupersischen und die gelehrte Hofkultur von Buchara werden als Hintergrund seiner Sammlung und poetischen Formung iranischer Überlieferungen hervorgehoben. Ferdowsi erscheint dabei als Dehqān-Abkömmling, der vorislamische iranische Stoffe mit einer nachislamischen persischen Literatur verbindet.\n\nAls Datierungsrahmen nennt die Quelle eine erste Fertigstellung der Šāhnāme um 384 Hidschra und eine zweite Redaktion am 8. März 1010 beziehungsweise 400 Hidschra. Sie warnt zugleich davor, weitere zugeschriebene Werke wie Yūsuf o Zoleyḫā ohne Prüfung als sicher authentisch anzusehen."
 },
 {
  "id": "iskandar",
  "name": "Iskandar (Alexander in der persisch-islamischen Tradition)",
  "names": {
   "persian": "اسکندر (Eskandar)",
   "other": "اسکندر مقدونی (Eskandar-e Maqdūnī)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die persisch-islamische Alexanderfigur ist eine nachislamische literarische Synthese aus Alexanderroman, iranischer Königssage und islamischer Gelehrsamkeit; die Gleichsetzung mit Qurʾāns Ḏū l-Qarnayn ist eine Traditionsdebatte, keine gesicherte Identität.",
  "time_note": "Neẓāmīs Eskandar-nāme wahrscheinlich ca. 1188–1194; verarbeitet ältere Alexander- und Ḏū l-Qarnayn-Traditionen.",
  "summary": "Iskandar ist in der persisch-islamischen Literatur nicht nur der makedonische Eroberer, sondern auch idealer König, Weltreisender, Philosoph und Prophet. Besonders Neẓāmīs Eskandar-nāme verbindet Alexanderroman, iranische Epik und die umstrittene Beziehung zu Ḏū l-Qarnayn.",
  "description": "In Neẓāmīs Eskandar-nāme besteht die Erzählung aus zwei selbstständigen Gedichten, Šaraf-nāme und Eqbāl-nāme, die zusammen den fünften Teil seiner Ḵamsa bilden. Der erste Teil schildert Eroberungen, Kriege, Reisen und die Suche nach dem Wasser des Lebens; der zweite verwandelt den Herrscher stärker in Weisen und Philosophen.\n\n\nIskandar besiegt Dārā, heiratet dessen Tochter und bewegt sich durch Kaukasus, Indien und China. Damit wird die Figur in eine persische Weltordnung eingepasst, in der Herrschaft nicht nur militärische Macht, sondern auch Maß, Wissen und Beratung verlangt. Seine Begegnungen mit Königin Nūšāba und den sieben Weisen sind dafür wichtiger als eine historisch genaue Biographie Alexanders.\n\n\nDie Verbindung zu Ḏū l-Qarnayn aus Sure 18, 83–98 wurde in islamischen und persischen Traditionen unterschiedlich bewertet. Manche Erzählungen identifizieren beide Figuren, andere behandeln sie getrennt; für ein RPG sollte diese Mehrdeutigkeit als innerweltlicher Streit zwischen Gelehrten, Klerikern und Hofchronisten erhalten bleiben.",
  "rpg_hooks": "Ein Iskandar-Kult kann einen Reisepass, eine Mauer gegen zerstörerische Völker oder eine Karte zum Wasser des Lebens zum Abenteuerkern machen. Zwei Fraktionen besitzen widersprüchliche Handschriften: Die eine nennt Iskandar einen gerechten Sucher, die andere einen fremden Eroberer, der sich nur nachträglich legitimiert.",
  "related": [
   "schahname"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Eskandar-nāma of Neẓāmī",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/eskandar-nama-of-nezami/",
    "author": "François de Blois",
    "note": "Detaillierte Darstellung der zwei Gedichte und ihrer Alexanderfigur."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Eskandar-nāma",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/eskandar-nama",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Überblick zur Alexanderromanze in persischer Literatur."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ḏū l-Qarnayn",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/dul-qarnayn/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Für die Debatte um die koranische Figur und ihre Identifikationen."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: اسکندرنامه نظامی (Eskandar-nāme-ye Neẓāmī)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/اسکندرنامه_نظامی",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Ergänzt Aufbau und Motive von Neẓāmīs Mas̱navī."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle präzisiert Neẓāmīs Werk als etwa 10.500 Verse umfassendes Mas̱navī von ungefähr 599 Hidschra in zwei Teilen: Šaraf-nāme und Eqbāl-nāme beziehungsweise Ḥekmat-nāme. Im Eqbāl-nāme wird Iskandar nicht nur als Eroberer, sondern als Gesprächspartner von Aristoteles, Sokrates und weiteren Weisen inszeniert.\n\nZusätzlich nennt die Darstellung seine Gleichsetzung mit Ḏū l-Qarnayn, die behauptete Prophetenschaft, Reisen bis nach Indien und in das Land von Gog und Magog sowie die Begegnung mit sieben Weisen. Diese Motive belegen die spezifisch persisch-islamische Erweiterung des Alexanderstoffs, ohne historische Identität und literarische Gestaltung gleichzusetzen."
 },
 {
  "id": "amir-arsalan",
  "name": "Amir Arsalān-e Nāmdār",
  "names": {
   "persian": "امیر ارسلان نامدار (Amir Arsalān-e Nāmdār)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die heute bekannte Prosafassung entstand im Qadscharenhof des 19. Jahrhunderts und spiegelt zugleich ältere populäre Erzählmuster.",
  "time_note": "Erzählt unter Nāṣer-al-dīn Schah (reg. 1848–1896), verfasst von Mīrzā Moḥammad ʿAlī Naqīb-al-mamālek.",
  "summary": "Amir Arsalān-e Nāmdār ist eine qadscharische persische Abenteuer- und Liebesromanze, die Hofmilieu, Volksmärchen, Magie und die Tradition des professionellen Erzählens verbindet.",
  "description": "Die Geschichte wurde von Mīrzā Moḥammad ʿAlī Naqīb-al-mamālek, dem obersten Erzähler des Hofes Nāṣer-al-dīn Schahs, vorgetragen und gestaltet. Sie gehört zur Gattung der dāstānhā-ye ʿammiyāna, der populären Erzählungen, und ist in einer stark gesprochenen, zugänglichen persischen Sprache überliefert.\n\n\nAmir Arsalān zieht als Held durch eine Welt aus verlorener Herkunft, Liebesprüfung, höfischer Intrige, fremden Reichen und übernatürlichen Gegnern. Die Handlung folgt dem Muster der Abenteuerromanze, legt aber weniger Gewicht auf die ʿayyār-Kameradschaft als ältere Texte wie Samak-e ʿayyār. Zugleich spiegeln Sprache und Wertvorstellungen die Gesellschaft des Qadscharen-Iran.\n\n\nDer Stoff ist daher weder ein neues Šāhnāme noch eine einfache historische Chronik. Er zeigt, wie persische Volksliteratur ältere Motive für ein modernes Publikum, einen Hof und eine neue Medienumgebung umarbeitet.",
  "rpg_hooks": "Amir Arsalān eignet sich als Vorlage für eine Kampagne mit episodischen Toren: Jede Station enthüllt ein Stück der Herkunft des Helden und eine andere Version seiner Legende. Ein reisender Naqqāl kann die Gruppe mit einer populären Fassung versorgen, während ein Hofexemplar dieselben Ereignisse als dynastische Propaganda auslegt.",
  "related": [
   "naqqali",
   "schahname"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Amīr Arsalān",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/amir-arsalan-a-prose-romance-of-the-genre-dastanha-ye-ammiana-popular-tales/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Grundlage für Gattung, Autor, Qadscharenbezug und sprachliche Einordnung."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Amir Arsalan",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Amir_Arsalan",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Titel, Erzähler und Rezeptionsgeschichte."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Dāstān-sarāʾī",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/dastan-sarai/",
    "author": "William L. Hanaway",
    "note": "Kontext der professionellen populären Erzähltradition."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: امیرارسلان نامدار (Amīr Arsalān-e Nāmdār)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/امیرارسلان_نامدار",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Die Zuschreibung des höfischen Erzählers bleibt in der Quelle ausdrücklich unsicher."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung beschreibt eine doppelte Schichtung der Erzählung: Ein historisierender Rahmen bezieht sich auf Seldschuken, Kreuzzüge und den Kampf muslimischer und christlicher Mächte, während die spätere Romanze religiöse und Liebesmotive mit Magie verbindet. Als zentrale Abenteuerstation erscheinen das Reich der Zauberwesen sowie Kämpfe gegen Fūlād-zereh und die Zauberin Reyḥāne.\n\nFür die Überlieferung am Qadscharenhof nennt die Quelle Naqīb al-Mamālek als Erzähler vor Nāṣer ad-Dīn Schāh; ob damit Aḥmad oder Moḥammad ʿAlī Naqīb al-Mamālek gemeint ist, bleibt unklar. Fāḫr ad-Dowle, die Tochter des Schahs, soll die Erzählung heimlich niedergeschrieben und illustriert haben – eine Überlieferung, die die Verbindung von Naqqālī, Hof und volkstümlicher Prosa sichtbar macht."
 },
 {
  "id": "samak-e-ayyar",
  "name": "Samak-e ʿAyyār",
  "names": {
   "persian": "سمک عیار (Samak-e ʿAyyār)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die Erzählung wurde im 12. Jahrhundert aus einem professionellen mündlichen Erzähler-Milieu schriftlich fixiert und beruht auf älteren, nicht genau datierbaren Stoffen.",
  "time_note": "Bekannt spätestens im späten 12. Jahrhundert; erhaltene Handschrift in Oxford, später ergänzt.",
  "summary": "Samak-e ʿAyyār ist eine umfangreiche persische Prosaromanze um den listenreichen ʿAyyār Samak, den Prinzen Ḵoršid-šāh und das Ethos von Mut, Großzügigkeit und javānmardī.",
  "description": "Im Zentrum steht Samak, ein sozial nicht-adeliger ʿAyyār, der den Prinzen Ḵoršid-šāh bei Liebe, Flucht, Krieg und Herrschaft unterstützt. Der Titel nennt bewusst nicht den König oder den mythischen Großhelden, sondern den gewöhnlichen Mann, dessen Taten die Handlung tragen.\n\n\nDie Geschichte beginnt mit der Liebe des Prinzen zu Mah-pari und entfaltet sich über Prüfungen, Entführungen, Kriege, Reisen, Zauberwesen und wechselnde Bündnisse bis nach Indien. Samak handelt nach javānmardī, einem Ehrenkodex, in dem Mut, Freigebigkeit, Loyalität und praktische Klugheit zusammengehören. Das Werk ist in einfacher, sprechsprachennaher Prosa mit Versen, Reden und formelhaften Szenen gestaltet.\n\n\nIranica zählt den Text zu den ältesten erhaltenen Beispielen der persischen populären Romanze. Er ist zugleich eine seltene Quelle für Alltagsvorstellungen und die soziale Welt der ʿAyyārs: Ausrüstung, Tricks, Gefangenschaft, Verkleidung und professionelle Solidarität erscheinen neben höfischen Abenteuern.",
  "rpg_hooks": "Samak kann als Meister eines lokalen Netzwerks aus Kundschaftern, Schmugglern und ehemaligen Soldaten auftreten. Für eine Kampagne in Kurdistan bieten sich Prüfungen an, bei denen die Gruppe eine Person retten muss, ohne den Ehrenkodex ihrer Verbündeten zu verletzen; ein ʿAyyār hilft nur, wenn die Gegengabe nicht als Bestechung gilt.",
  "related": [
   "hossein-kord",
   "amir-arsalan",
   "naqqali"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Samak-e ʿAyyār",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/samak-e-ayyar/",
    "author": "Marina Gaillard",
    "note": "Detaillierte Quelle zu Überlieferung, Handlung, ʿAyyār-Ethos und sozialgeschichtlichem Wert."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Samak-e Ayyar",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Samak-e_Ayyar",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Ergänzender Überblick zur persischen Folklore und Verschriftlichung."
   },
   {
    "title": "Oral Tradition: A Treasury of Formulaic Narrative",
    "url": "https://journal.oraltradition.org/wp-content/uploads/files/articles/14ii/2_marzolph.pdf",
    "author": "Ulrich Marzolph",
    "note": "Fachaufsatz zur persischen populären Romanze und formelhaften Erzählweise; behandelt vor allem Hosayn-e Kord, den Gattungskontext."
   },
   {
    "title": "دانشنامه فرهنگ مردم ایران: سمک عیار (Samak-e ʿAyyār)",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/257703/سمک-عیار",
    "author": "حسن ذوالفقاری (Ḥasan Ḏow al-Feqārī)",
    "note": "Persischsprachiger Fachartikel des Zentrums für iranische und islamische Forschungen; enzyklopädischer Beitrag mit Angaben zu Verfasser, Erzähler und Überlieferungsraum."
   }
  ],
  "regional": "Der persische Fachartikel ordnet Samak-e ʿAyyār als eine der ältesten, bekanntesten und längsten volkstümlichen Prosageschichten auf Persisch ein. Im Zentrum steht die Suche des Ḫoršīd-Schāh nach Mah-Parī; Samak und seine Gefährten lösen dabei wiederholt die aus Kriegen und Gefangenschaft entstehenden Krisen.\n\nFür die Textgeschichte nennt die Quelle im Werk selbst den Schreiber Farāmarz b. Ḫodādād b. ʿAbdallāh al-Kātib al-Arjānī und als Erzähler Ṣadaqa b. Abī l-Qāsem. Die Zuschreibung des Erzählraums bleibt umstritten: Hinweise auf Ḫorāsān stehen Überlegungen zu west- und zentraliranischen Bezügen gegenüber."
 },
 {
  "id": "hossein-kord",
  "name": "Ḥosayn-e Kord-e Šabestari (Hosayn der Kurde)",
  "names": {
   "persian": "حسین کرد شبستری (Ḥosayn-e Kord-e Šabestari)"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "gemeinsam",
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die Figur gehört zur nachschahnamidischen persischen Volksepik; der Held ist als kurdischer Krieger markiert, während die Erzählung in persischer populärer Literatur überliefert ist.",
  "time_note": "Handschrift 1255/1839–40; Handlung im Umfeld von Schah ʿAbbās I. und Mogulkaiser Akbar.",
  "summary": "Ḥosayn-e Kord-e Šabestari ist eine persische Volksromanze über einen kurdischen Krieger aus Šabestar, der als unabhängiger Außenseiter für Gerechtigkeit kämpft und zwischen Safawiden- und Mogulwelt vermittelt.",
  "description": "Die Erzählung setzt mit Unruhen zwischen Tabriz, Balḵ und den mongolisch bezeichneten Gegnern ein. Ḥosayn erscheint unvermittelt als übermenschlich starker Kämpfer, besiegt Babrāz Khan, rettet den verkleideten Schah ʿAbbās und zieht später nach Indien, wo er die Anerkennung Akbars gewinnt.\n\n\nHistorische Orte und Herrscher geben der Romanze einen konkreten Rahmen, doch ihre Funktion ist nicht die nüchterne Geschichtsschreibung. Die Safawiden-Mogul-Konstellation dient dazu, den Helden zu verherrlichen. Ḥosayn lehnt es ab, einfach in den Truppen des Schahs aufzugehen; er bewahrt eine eigensinnige Unabhängigkeit und handelt als idealisierter Außenseiter.\n\n\nFür die Verbindung von kurdischer und persischer Mythologie ist der Stoff besonders ergiebig. Das Ethnonym „Kurde“ wird nicht zum Beleg einer unveränderten mittelalterlichen Nationalgeschichte, sondern zu einem literarischen Heldenmarker in einer persischsprachigen Volkserzählung. So entsteht eine Brücke, aber keine Verschmelzung der Traditionen.",
  "rpg_hooks": "Ḥosayn kann als legendärer kurdischer Söldner, Schutzpatron eines Bergpasses oder unabhängiger Verbündeter einer persischen Stadt eingeführt werden. Der zentrale Konflikt lautet, ob die Gruppe seine Hilfe durch Hofrang kaufen darf oder seine Unabhängigkeit respektieren muss; widersprüchliche Erzählungen können zugleich seine Herkunft und seine moralische Bilanz umdeuten.",
  "related": [
   "samak-e-ayyar",
   "amir-arsalan",
   "naqqali"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ḥosayn-e Kord-e Šabestari",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/hosayn-e-kord-e-sabestari/",
    "author": "Ulrich Marzolph",
    "note": "Grundquelle für Handlung, Datierung, kurdische Heldenmarkierung und literarischen Kontext."
   },
   {
    "title": "Oral Tradition: A Treasury of Formulaic Narrative",
    "url": "https://journal.oraltradition.org/wp-content/uploads/files/articles/14ii/2_marzolph.pdf",
    "author": "Ulrich Marzolph",
    "note": "Fachaufsatz zur formelhaften Erzähltechnik und persischen populären Romanze."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Dāstān-sarāʾī",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/dastan-sarai/",
    "author": "William L. Hanaway",
    "note": "Kontext der mündlichen und professionellen persischen Erzählkultur."
   },
   {
    "title": "دانشنامه فرهنگ مردم ایران: حسین کرد شبستری (Ḥosayn-e Kord-e Šabestari)",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/240593/حسین-کرد-شبستری",
    "author": "محمد جعفری (قنواتی) (Moḥammad Jaʿfarī Qanavātī)",
    "note": "Persischsprachiger Fachartikel des Zentrums für iranische und islamische Forschungen; behandelt Druck-, Sprach- und Aufführungsgeschichte."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Fachquelle rückt die Safawidenzeit konkreter ins Zentrum: Die vom Hof Šāh ʿAbbās abhängigen Recken kämpfen gegen Usbeken und Osmanen. Die Erzählung wurde erstmals 1265 Hidschra mit 119 Bildern im Steindruck veröffentlicht; gerade die umgangssprachliche Diktion und die patriotische Abwertung äußerer Feinde trugen zu ihrer breiten Aufnahme bei.\n\nNacherzählungen durch Naqqāle und Geschichtenerzähler in Kaffeehäusern und anderen Erzählorten gehören zur Rezeptionsgeschichte. Daneben wird eine kritische Ausgabe von 1385 iranischer Zeitrechnung erwähnt, die auf einer bislang unbekannten, 1255 Hidschra abgeschriebenen Handschrift mit dem Titel Ḥosayn-nāme beruht."
 },
 {
  "id": "mantiq-al-tayr",
  "name": "Manṭeq al-ṭayr (Vogelgespräche)",
  "names": {
   "persian": "منطق‌الطیر (Manṭeq al-ṭayr)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Attārs sufisches Lehrgedicht entstand in der nachislamischen persischen Literatur; es deutet ältere Vogel- und Simurgh-Motive mystisch um.",
  "time_note": "Farīd-al-Dīn ʿAṭṭār von Nīšāpūr, spätes 12. oder frühes 13. Jahrhundert.",
  "summary": "Attārs Manṭeq al-ṭayr erzählt die Reise der Vögel über sieben Täler zum König Simurgh und macht aus dem mythischen Vogel eine Chiffre für Selbsterkenntnis und die Einheit der Suchenden.",
  "description": "Die Vögel versammeln sich, weil sie einen König suchen. Der Wiedehopf übernimmt die Führung und erklärt, dass der Simurgh hinter einer langen Reise über sieben Täler zu finden sei. Viele Vögel scheitern an Angst, Besitz, Liebe, Stolz oder Bequemlichkeit; eingestreute Geschichten erläutern die geistlichen Hindernisse.\n\n\nAm Ende erreichen nur dreißig Vögel, persisch sī morḡ, den Simurgh. In der berühmten Wort- und Bedeutungsspannung erkennen sie, dass der gesuchte König und ihre eigene verwandelte Gemeinschaft aufeinander bezogen sind. Attār übernimmt damit den Namen und die Bildmacht des Simurgh, verlagert die Bedeutung aber aus der heroischen Kosmologie in eine sufische Allegorie.\n\n\nDas Gedicht ist kein Bestiarium im naturkundlichen Sinn. Die Vögel sind sprechende Charaktere und zugleich Seelenhaltungen; die sieben Täler können im RPG als Prüfungslandschaften, psychische Schwellen oder politische Stationen gelesen werden.",
  "rpg_hooks": "Die Gruppe kann als menschliche oder tierische Pilger durch sieben Täler reisen, wobei jede Region eine konkrete Versuchung verkörpert. Der Simurgh sollte nicht nur als Endgegner erscheinen: Er kann als Spiegel, kollektive Identität oder Prüfstein auftreten, der eine zerstrittene Gemeinschaft zwingt, ihre eigenen Stimmen zu erkennen.",
  "related": [
   "simurgh"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Aṭṭār, Farīd-al-Dīn",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/attar-farid-al-din-poet/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Biographischer und werkgeschichtlicher Kontext zu Attār und Manṭeq al-ṭayr."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: The Conference of the Birds",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/The_Conference_of_the_Birds",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Handlung, sieben Tälern und Simurgh-Deutung."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Simorgh",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/simorgh/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Hintergrund zum Simurgh-Motiv; der eigene Kompendiumseintrag soll über related verlinkt werden."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: منطق‌الطیر (Manṭeq al-ṭeyr)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/منطق‌الطیر",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Ergänzt Verszahl, Binnenstruktur und die kurdische Rezeption."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung gibt den Umfang mit ungefähr 4.300 bis 4.600 Versen an und gliedert die Erzählung in 45 Reden mit eingeschobenen Lehrgeschichten. Die sieben Täler heißen ṭalab, ʿešq, maʿrefat, estegnā, tawḥīd, ḥeyrat und faqr; am Ende steht fanā als Auflösung der Ich-Perspektive.\n\nFür den kurdischen Rezeptionsraum ist besonders relevant, dass eine soranische Versübersetzung von ʿAbd as-Salām Modarresī (Ḫānī) 1391 iranischer Zeitrechnung in Urmia erschien. Die persische Quelle dokumentiert damit eine konkrete Brücke zwischen klassischer persischer Mystik und kurdischer Literatursprache."
 },
 {
  "id": "naqqali",
  "name": "Naqqāli (persische epische Rezitation)",
  "names": {
   "persian": "نقالی (Naqqāli)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Naqqāli ist eine nachislamische professionelle Aufführungs- und Erzählpraxis, die ältere iranische Mythen und das Šāhnāme weiterträgt.",
  "time_note": "Besonders in Safawiden- und Qadscharenzeit in Kaffeehäusern und öffentlichen Räumen dokumentiert; von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.",
  "summary": "Naqqāli ist die dramatische Einpersonen-Rezitation persischer Helden- und Volkserzählungen durch einen Naqqāl, der Stimme, Gestik, Bewegung und oft Bildrollen oder Musik einsetzt.",
  "description": "Ein Naqqāl erzählt nicht einfach einen auswendig gelernten Text. Er wechselt zwischen Figuren, steigert die Stimme, benutzt Gesten und passt Tempo sowie Ausführlichkeit an das Publikum an. Sein Repertoire umfasst vor allem Šāhnāme-Geschichten, aber auch populäre Romane wie Samak-e ʿAyyār, Eskandar-nāme, Ḥosayn-e Kord und in später Zeit Amīr Arsalān.\n\n\nDie Praxis verbindet literarische und populäre Kultur. In Safawiden- und Qadscharenzeit boten Kaffeehäuser regelmäßige Bühnen für längere Fortsetzungserzählungen; im 20. Jahrhundert schrumpfte das Publikum durch neue Unterhaltungsmedien, und viele Erzähler konzentrierten sich wieder auf das Šāhnāme. Die UNESCO beschreibt Naqqāli als Träger persischer Literatur und Kultur und als Tradition, die von Höfen bis Dörfern wirkte.\n\n\nFür die Mythologie ist der Naqqāl zugleich Überlieferer und Bearbeiter. Durch Auswahl, Improvisation und lokale Anspielungen kann derselbe Held als gerechter König, gefährlicher Fremder oder Verbündeter eines Dorfes erscheinen.",
  "rpg_hooks": "Ein Naqqāl kann als Questgeber, Informant oder unzuverlässiger Chronist auftreten. Die Gruppe hört in drei Kaffeehäusern drei Fassungen derselben Schlacht und muss herausfinden, welche ausgelassene Strophe einen lebenden Verräter schützt; ein improvisierender Naqqāl kann außerdem auf Spielerentscheidungen reagieren und die Legende im Verlauf der Kampagne verändern.",
  "related": [
   "schahname",
   "samak-e-ayyar",
   "hossein-kord",
   "amir-arsalan"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "UNESCO: Naqqāli, Iranian dramatic story-telling",
    "url": "https://ich.unesco.org/en/USL/naqqli-iranian-dramatic-story-telling-00535",
    "author": "UNESCO",
    "note": "Eintrag zum immateriellen Kulturerbe; beschreibt Performance, Repertoire und gesellschaftliche Funktion."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Dāstān-sarāʾī",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/dastan-sarai/",
    "author": "William L. Hanaway",
    "note": "Fachquelle zu Naqqāli, Kaffeehaus-Erzählung und Repertoire."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Naqqali",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Naqqali",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Ergänzender Überblick zur persischen epischen Rezitation."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: نقالی (Naqqālī)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/نقالی",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Ergänzt regionale Terminologie, Erzählertypen und Aufführungspraxis."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle nennt für diese Kunst im Dorf Ḫong bei Bīrǰand die regionale Bezeichnung ṣūratī-ḫānī. Neben dem Vortrag von Vers und Prosa werden Gestik, Improvisation, Gesang sowie die Beschreibung von Inschriften und Bildern als Bestandteile der Aufführung hervorgehoben.\n\nSie unterscheidet drei Funktionsgruppen: Šāhnāme-Leser für heroische Stoffe, Erzähler von historischen und legendären Werken wie Eskandar-nāme sowie religiöse Rezitatoren von Ḥamze-nāme und Ḥeydar-nāme. Für die Kaffeehauszeit wird Naqqālī außerdem als niedrigschwellige Vermittlung nationaler und religiöser Literatur und von Vorstellungen über pahlevānische Tugenden beschrieben."
 },
 {
  "id": "zurkhane",
  "name": "Zurḵāna (Kraftwerkhaus)",
  "names": {
   "persian": "زورخانه (Zurḵāna)"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch",
   "gemeinsam"
  ],
  "era": "nach-islamisch",
  "era_note": "Die Zurḵāna ist eine nachislamische Institution mit älteren Ringkampf- und Heldenidealen; die direkte Ableitung aus vorislamischen Religionen ist nicht gesichert.",
  "time_note": "Früheste bekannte Beschreibung entsprechender Übungen in einem safawidischen Text; Verbreitung unter anderem nach sunnitisch geprägtem Kurdistan im 18. Jahrhundert.",
  "summary": "Die Zurḵāna ist das traditionelle persische Kraft- und Ringkampfhaus, in dem Athleten mit Keulen, Schilden und Eisenbogen trainieren, während der Morshed Trommeln und klassische Dichtung, darunter Ferdowsi, vorträgt.",
  "description": "Das Gebäude besitzt typischerweise einen abgesenkten, sechseckigen Übungsraum, den gowd, und eine niedrige Eingangstür, die beim Betreten eine Verbeugung erzwingt. Die Übungen werden rhythmisch geordnet: Aufwärmen, Liegestütze, Schwingen der mils, Drehungen, Arbeit mit dem kabbāda und traditionell Ringkampf.\n\n\nDie Rituale verbinden körperliche Disziplin mit javānmardī und zwölfer-schiitischer Symbolik, insbesondere der Verehrung ʿAlīs. Der Morshed begleitet die Übungen mit Trommel und Rezitationen von Saʿdī, Ḥāfeẓ, Rūmī und Ferdowsi. Ein Rostam-Kult im engeren Sinn ist nicht für jede Zurḵāna belegt; belastbar ist vielmehr die Verwendung des Šāhnāme und seines Heldenethos als Teil der Rezitationskultur.\n\n\nDie Institution ist historisch wandelbar und war nicht auf eine einzige ethnische oder religiöse Gruppe beschränkt. Iranica belegt ihre Ausbreitung ins sunnitische Kurdistan im 18. Jahrhundert. Für das Kompendium ist die Zurḵāna deshalb eine vorsichtig zu behandelnde Brücke zwischen persischer Volkskultur, Körperpraxis, religiösem Ritual und regionaler kurdischer Geschichte.",
  "rpg_hooks": "Eine Zurḵāna kann als neutraler Trainings- und Verhandlungsort dienen, dessen niedrige Tür und Rangordnung soziale Prüfungen sichtbar machen. Ein Morshed erkennt die Herkunft einer Heldin an ihrer Technik; bevor die Gruppe ein verborgenes Waffenlager betreten darf, muss sie einen Ehrenkampf bestehen, ohne die Regeln von gowd und javānmardī zu verletzen.",
  "related": [
   "schahname",
   "ferdowsi"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zur-ḵāna",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/zur-khana-cross-ref/",
    "author": "Houchang E. Chehabi",
    "note": "Fachquelle zu Architektur, Übungen, Ritualen, Ferdowsi-Rezitationen und Ausbreitung nach Kurdistan."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Pahlevani and zoorkhaneh rituals",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Pahlevani_and_zoorkhaneh_rituals",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Ergänzender Überblick zu Ritual- und Sporttradition."
   },
   {
    "title": "Bibliographia Iranica: The Zurkhāneh",
    "url": "https://www.biblioiranica.info/the-zurkhaneh/",
    "author": "Bibliographia Iranica",
    "note": "Bibliographischer Hinweis auf neuere Forschung; der konkrete Rostam-Kult wird nicht als pauschale Tatsache behauptet."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: ورزش زورخانه‌ای (Varzeš-e Zurḵāne'i)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/ورزش_زورخانه‌ای",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Ergänzt Ritualregeln, soziale Praxis und die UNESCO-Datierung."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung beschreibt das Betreten des Gūḍ und die Reihenfolge der Übungen als ritualisierte Praxis: Steinheben, Drehen, Keulenspiel und weitere Bewegungen erfolgen nach Rang und mit Erlaubnis der Älteren, dem sogenannten reḫṣat. Der Moršed begleitet die Gruppe mit Trommel, Gesang und Versen; als Leitwerte werden Demut, Freigebigkeit, Hilfe für Bedürftige und mardānegī genannt.\n\nAls soziale Praxis wird das Golrīzān ergänzt: Bei Festen, Ehrungen oder Nothilfe sammeln die Anwesenden Geld in einem ausgebreiteten Lendenschurz. Die persische Quelle datiert die Eintragung der pahlevānischen und Zurḵāna-Rituale in die UNESCO-Liste auf 2010; ältere Ursprungsbehauptungen über eine direkte Ableitung sämtlicher Übungen aus antiken Waffen sind als Deutung, nicht als gesicherte Kontinuität, zu behandeln."
 },
 {
  "id": "mazandaran",
  "name": "Māzandarān",
  "names": {
   "persian": "مازندران (Māzandarān)",
   "other": "Mazandaran (Šāhnāme)",
   "avestan": "𐬨𐬀𐬰𐬀𐬌𐬥𐬌𐬌𐬀 (mazainiia)"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Der Stoff wird im nach-islamischen Šāhnāme Ferdowsīs (um 1010) erzählt, entwirft Māzandarān aber als Schauplatz der vor-islamischen Heldenzeit.",
  "time_note": "Šāhnāme-Tradition; die reale Provinz liegt am Südufer des Kaspischen Meeres.",
  "summary": "Māzandarān ist im Šāhnāme das sagenhafte Land der Diven, das Kay Kāvus aus Übermut angreift. Rostam durchquert es in seinen Sieben Taten und besiegt dort den Dīv-e Sepīd.",
  "description": "Das historische Māzandarān liegt im Norden Irans am Südufer des Kaspischen Meeres und umfasst Küstenebenen, die hyrcanischen Wälder und Teile des Zentral-Alborz. Diese reale Landschaft ist nicht vollständig mit dem Māzandarān des Epos gleichzusetzen; die erzählte Region ist eine bewusst verdichtete mythische Geographie.\n\nIm Šāhnāme erscheint Māzandarān als schwer zugängliches Diven-Land. Kay Kāvus lässt sich von den Berichten eines Sängers zu einem Feldzug verleiten, wird jedoch vom Dīv-e Sepīd geblendet und gefangen. Rostam zieht daraufhin mit seinem Pferd Raḵš durch die Sieben Taten, findet den Weg zum feindlichen Zentrum und heilt den König und seine Gefährten mit dem Blut des weißen Diven.\n\nDer Schauplatz verbindet Wald, Gebirgspässe, Nebel und die politische Grenze zwischen iranischem Königshof und einer als fremd markierten Welt. Für ein RPG sollte die Gleichsetzung mit der modernen Provinz als Spielentscheidung kenntlich bleiben: Ein Küstenweg, ein Alborz-Pass und eine unterirdische Divenfestung können verschiedene Aspekte derselben Epenlandschaft aufnehmen.",
  "rpg_hooks": "Ein Nebelpass verändert seine Lage bei Sonnenuntergang; ein Divenheiligtum bewahrt eine alternative Heilung für Erblindete; ein Hof aus dem Süden beansprucht die moderne Provinz als Beweis für Rostams alten Siegesweg.",
  "related": [
   "rostam",
   "div",
   "div-e-sepid",
   "alborz",
   "damavand"
  ],
  "geo": {
   "lat": 36.38,
   "lon": 52.18,
   "modern": "Mazandaran-Provinz, Iran",
   "region": "Südküste des Kaspischen Meeres / Zentral-Alborz"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Mazandaran province",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Mazandaran_province",
    "note": "Lage der realen Provinz und Einordnung des Namens im Šāhnāme."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Mazandaran (Shahnameh)",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Mazandaran_(Shahnameh)",
    "note": "Māzandarān als Diven-Land der epischen Geographie."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-nāma",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/sah-nama/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Einordnung des Šāhnāme als nach-islamische Bewahrung iranischer epischer Stoffe."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: مازندران (شاهنامه)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/مازندران_(شاهنامه)",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Darstellung der schāhnāmeischen Orts- und Dämonentradition"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: دیو سپید",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/دیو_سپید",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Zusammenfassung der Episode um den Herrscher der Dämonen"
   }
  ],
  "regional": "Der persische Schāhnāme-Artikel sagt, dass Māzandarān im Epos ۶۳-mal genannt wird und als «جایگاه دیوان» (Aufenthaltsort der Diven) erscheint. Neben Rostams Kampf gegen den weißen Div werden auch Sāms Kämpfe gegen die Diven unter Manūčehr, die Feldzüge Kay Kāvus' und Rostams sowie Rostams Begegnung mit Akvān-e Dīv genannt.\n\nWichtig für die Ortsdarstellung ist die ausdrücklich offene Geographie: Persische Forscher setzen Māzandarān-e Šāhnāme teils mit dem heutigen Māzandarān/Ṭabaristān gleich, teils lehnen sie diese Gleichsetzung wegen der Entfernungsangaben und der positiven Darstellung Ṭabaristāns ab. Das Motiv «Divenland» sollte daher nicht als eindeutige Beschreibung der heutigen Provinz gelesen werden."
 },
 {
  "id": "zabul",
  "name": "Zābulistān",
  "names": {
   "persian": "زابلستان (Zābulistān)",
   "other": "Zāwulistān / Zābul"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Historische Region Südafghanistans und im Šāhnāme die epische Heimat Rostams; der mittelalterliche Text bewahrt ältere Heldenstoffe.",
  "time_note": "Historische Region in Spätantike und Mittelalter; mythische Ausgestaltung im Šāhnāme.",
  "summary": "Zābulistān ist die südafghanische Grenzregion, die im Šāhnāme als Heimat Rostams und seiner Familie erscheint. Der Name überschneidet sich mit Sīstān, bezeichnet in der epischen Geographie aber besonders den östlichen Machtbereich von Zāl und Rostam.",
  "description": "Zābulistān bezeichnet historisch einen Raum in Südafghanistan mit Ausläufern in den Südosten Irans. Die Grenzen waren je nach Zeit und Quelle beweglich; moderne Zabul- und Zabol-Namen erinnern an diese ältere Regionalbezeichnung, ohne ihre historische Ausdehnung exakt abzubilden.\n\nIn der epischen Überlieferung gehört Zābulistān zum Machtbereich von Sām, Zāl und Rostam. Zāl wird als weißhaariges Kind ausgesetzt und vom Sīmurġ gerettet; später wird er Fürst, und Rostam wächst in dieser östlichen Landschaft zum wichtigsten Streiter Irans heran. Von hier aus führen Wege zu den Höfen der Kayaniden, nach Kabulistān, Sīstān und an die Grenzen zu Turan.\n\nZābulistān ist deshalb mehr als ein Geburtsort: Es ist eine Heldenheimat mit eigener politischer Distanz zum iranischen Königshof. Für das RPG eignen sich Festungen, trockene Becken und Karawanenwege als Schauplätze, an denen Rostams Ruhm als Schutz, Herrschaftsanspruch oder Bürde für seine Nachkommen wirkt.",
  "rpg_hooks": "Ein lokaler Fürst besitzt ein altes Banner aus Rostams Haus; ein Wasserlauf zwischen Zabul und Sīstān entscheidet über eine Erbfolge; ein Sīmurġ-Nest wird von Pilgern und Soldaten zugleich beansprucht.",
  "related": [
   "rostam",
   "zal",
   "sistan",
   "sohrab",
   "balkh"
  ],
  "geo": {
   "lat": 32.15,
   "lon": 67.0,
   "modern": "Zabulistan, ungefähr Zabul-Provinz, Afghanistan",
   "region": "Südafghanistan / iranisch-afghanischer Grenzraum"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Zabulistan",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Zabulistan",
    "note": "Historische Region, moderne Namensreste und Rostam-Bezug im Šāhnāme."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Rostam",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Rostam",
    "note": "Rostam als Eingeborener von Zabulistan und Herrscher-/Grenzraum von Sīstān."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zāl",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/zal/",
    "author": "A. Shapur Shahbazi und Simone Cristoforetti",
    "note": "Zāl und die östliche Heldenüberlieferung um Rostams Familie."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: زابلستان",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/زابلستان",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Überblicksquelle zu epischer und historischer Geographie"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung legt Zābulistān als weiten Übergangsraum um den Hāmūn bis zum heutigen Zābul, in den Südwesten Afghanistans und angrenzende Teile Pakistans aus. Ghazna erscheint als historische Hauptstadt; zugleich werden Zābulistān und Sīstān als häufig synonym gebrauchte Bezeichnungen markiert.\n\nFür die Epengeographie wird die Grenz- und Familienfunktion betont: Zābulistān ist der Raum von Zāl und Rostam und wird in persischen Quellen mit Zāwul/Zaul sowie Nēmrūz in Verbindung gebracht. Die Grenzen sind quellen- und epochenabhängig und nicht mit der heutigen Provinz Zābul gleichzusetzen."
 },
 {
  "id": "samangan",
  "name": "Samangān",
  "names": {
   "persian": "سمنگان (Samangān)",
   "other": "Aybak / Eukratidia"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Die Liebes- und Abstammungserzählung gehört in die vor-islamische Heldenzeit, ist jedoch vor allem durch Ferdowsīs nach-islamisches Šāhnāme überliefert.",
  "time_note": "Epischer Schauplatz im Šāhnāme; die reale Stadt war in der Kushan-Zeit ein buddhistisches Zentrum.",
  "summary": "Samangān ist eine Stadt- und Regionsbezeichnung im Norden Afghanistans und im Šāhnāme die Heimat Tahmīnas. Hier begegnen sich Rostam und Tahmīna; aus ihrer Verbindung geht Sohrab hervor.",
  "description": "Das historische Samangān liegt nördlich des Hindukusch am Fluss Khulm; die heutige Provinzhauptstadt Aybak wird mit dem alten Stadtraum verbunden. In der Region liegen außerdem die buddhistischen Höhlen- und Stupa-Anlagen von Takht-e Rostam, deren Name eine spätere Verbindung zur epischen Figur erkennen lässt.\n\nIm Šāhnāme kommt Rostam auf der Suche nach seinem verlorenen Pferd Raḵš nach Samangān. Der König nimmt ihn auf, und Tahmīna tritt nachts zu ihm, weil sie von seinem Ruhm gehört hat. Ihre kurze Verbindung führt zur Geburt Sohrabs, dessen spätere Suche nach dem unbekannten Vater in die tragische Vater-Sohn-Erzählung mündet.\n\nDer Ort verbindet damit eine konkrete afghanische Landschaft, buddhistische Archäologie und eine der emotional stärksten Geschichten des Šāhnāme. Für ein RPG kann Samangān als höfischer Zwischenhalt, als Grenzraum zwischen Zābulistān und Balkh oder als Ort funktionieren, an dem Tahmīnas eigene politische Entscheidungen über die spätere Katastrophe hinaus sichtbar werden.",
  "rpg_hooks": "Ein Brief Tahmīnas wurde in einer Höhle von Takht-e Rostam verborgen; der Königshof muss zwischen einer Karawane aus Zābulistān und Boten aus Turan wählen; ein altes Pferderelief wird als Spur von Raḵš gedeutet.",
  "related": [
   "rostam",
   "sohrab",
   "zabul",
   "balkh"
  ],
  "geo": {
   "lat": 36.0,
   "lon": 67.67,
   "modern": "Samangān / Aybak, Afghanistan",
   "region": "Nordafghanistan / nördlicher Hindukusch"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Samangan Province",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Samangan_Province",
    "note": "Geographie, Aybak und Takht-e Rostam in der historischen Region."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-nāma",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/sah-nama/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Zusammenhang von Rostam, Tahmīna aus Samangān und Sohrab im Šāhnāme."
   },
   {
    "title": "GeoNames: Samangān, Afghanistan",
    "url": "https://www.geonames.org/1127766/samangan.html",
    "note": "Koordinaten der administrativen Region; die Geoangabe ist auf etwa zwei Dezimalstellen gerundet."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: ولایت سمنگان",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/ولایت_سمنگان",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Übersicht zum modernen historischen Raum Samangan"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: تهمینه",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/تهمینه",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Darstellung von Tahmīnas Herkunft und der Samangan-Episode"
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: تخت رستم (سمنگان)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/تخت_رستم_(سمنگان)",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; archäologischer Kontext des modernen Samangan, nicht mit dem Schāhnāme-Ort gleichsetzen"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Tahmīna-Darstellung konkretisiert den Beginn der Episode: Rostam erreicht die Grenze von Samangān auf der Jagd, lokale Reiter nehmen Raxš mit, und der König von Samangān empfängt Rostam in der Stadt. Tahmīna wird als Tochter des Königs, Rostams Ehefrau und Sohrābs Mutter bezeichnet; neun Monate nach der nächtlichen Begegnung wird Sohrāb geboren.\n\nAls getrennte historische Schicht nennt der persische Provinzartikel das buddhistische Felsheiligtum Taḫt-e Rostam bei Aybak. Dieser moderne archäologische Bezug erklärt die regionale Rostam-Namenswelt, beweist aber keine Identität mit dem epischen Samangān."
 },
 {
  "id": "turan",
  "name": "Tūrān",
  "names": {
   "persian": "توران (Tūrān)",
   "other": "Transoxanien / Mā warāʾ an-nahr"
  },
  "type": "ort",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Tūrān ist im Šāhnāme eine mythische Landesbezeichnung für das Gegenland Irans; häufig wird es mit Transoxanien jenseits des Āmū-Daryā verbunden, ohne mit einer modernen Staatsgrenze identisch zu sein.",
  "time_note": "Iranische epische Geographie; historische Vergleichslandschaft zwischen Āmū-Daryā und Syr-Daryā.",
  "summary": "Tūrān bezeichnet im iranischen Epos das feindliche Bruderland Irans, das Fereyduns Sohn Tūr erhält. Als geographischer Anker dient meist Transoxanien zwischen Amu-Darja und Syr-Darja, doch Tūrān bleibt ausdrücklich eine mythische Landesbezeichnung.",
  "description": "Die historische Vergleichslandschaft Transoxanien liegt zwischen Amu-Darja und Syr-Darja und umfasst Teile des heutigen Usbekistan, Tadschikistan und angrenzender Länder. Sie war ein vielfältiger Raum von Sogdien, Handelsstädten und iranischsprachigen Kulturen; die epische Bezeichnung Tūrān legt diese Geschichte nicht auf ein einziges Volk fest.\n\nIm Šāhnāme wird die Welt nach Fereyduns Teilung zwischen seinen Söhnen aufgeteilt: Iradsch erhält Iran, Salm den Westen und Tūr den östlichen Bereich. Aus der Tötung Iradschs entsteht die lange Feindschaft zwischen Iran und Tūrān, die in den Kriegen gegen Afrāsiyāb, in Sīyāvašs Geschichte und in Rostams Feldzügen wiederkehrt.\n\nTūrān funktioniert daher als Ortseintrag nur mit klarer Kennzeichnung: Es ist keine präzise antike Landkarte und kein Synonym für moderne türkische oder zentralasiatische Gesellschaften. Im RPG kann die ungefähre Mitte als Reise- und Konfliktanker dienen, während einzelne Städte, Flüsse und Herrschaften separat und historisch genauer beschrieben werden.",
  "rpg_hooks": "Ein Grenzpass wird von iranischen und turanischen Chronisten unterschiedlich benannt; ein Bote muss den Āmū-Daryā vor dem Winter überqueren; eine Stadt behauptet, Afrāsiyābs Erbe zu sein, weist aber jede Bezeichnung als Tūrān zurück.",
  "related": [
   "rostam",
   "sohrab",
   "key-khosrow",
   "key-kavus",
   "zabul",
   "dezh-e-safid"
  ],
  "geo": {
   "lat": 39.5,
   "lon": 66.5,
   "modern": "Transoxanien, ungefähre Mitte; keine einzelne historische Stadt",
   "region": "Zentralasien zwischen Amu-Darja und Syr-Darja"
  },
  "sources": [
   {
    "title": "Wikipedia: Transoxiana",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Transoxiana",
    "note": "Historische Vergleichsregion, Flussgrenzen und Verwendung von Tūrān in der persischen Nationalepik."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-nāma",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/sah-nama/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Iran und seine Gegner als zentrale Struktur des Epos; Tūrān wird hier als epischer Gegenraum gelesen."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Ērān, Ērānšahr",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/eran-eransah/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Beleg für die begriffliche Gegenüberstellung von Ērān und Tūrān in iranischer Literatur."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: توران",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/توران",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Übersicht zu Begriff, Raumvorstellung und Abgrenzung der Epengeographie"
   },
   {
    "title": "توران و تورانیان در شاهنامه فردوسی",
    "url": "https://jgk.imamreza.ac.ir/article_137796_37ea3d4e0678524cb09de6db01e5bfba.pdf",
    "author": "امید شیوا",
    "note": "persischsprachiger Fachaufsatz im پژوهشنامه خراسان بزرگ; wissenschaftliche Einordnung, keine eindeutige historische Kartierung"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Ortsdarstellung leitet Tūrān von «سرزمین تور» (Land des Tūr) ab und beschreibt es als Raum jenseits des Āmū-Daryā/Jayḥūn, über Transoxanien bis Choresmien und mit Ausdehnung Richtung Aralsee. Damit wird die im bestehenden Eintrag genannte Verbindung zu Transoxanien räumlich präzisiert, ohne eine moderne Staatsgrenze zu behaupten.\n\nDie persische Forschungsliteratur warnt zugleich vor einer einfachen Gleichsetzung der Tūrānier des Schāhnāme mit historischen Türken: Die epische Kategorie ist älter und literarisch-mythologisch geprägt. Diese Einschränkung ist für die Darstellung des iranischen «Bruderlandes» als Gegenraum zu Ērān zentral."
 },
 {
  "id": "sadeh",
  "name": "Sadeh / Jashn-e Sadeh",
  "names": {
   "persian": "جشن سده (Jashn-e Sadeh)",
   "other": "Sada"
  },
  "type": "religion",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "uebergreifend",
  "era_note": "Ein vor-islamisches iranisches Feuer- und Winterfest mit zoroastrischer Ritualgeschichte, das in Iran und in der Diaspora bis heute gefeiert wird.",
  "time_note": "10. Bahman, meist 29.–31. Januar; fünfzig Tage vor Nowruz beziehungsweise hundert Tage und Nächte vor dem Frühlingsbeginn.",
  "summary": "Sadeh ist ein altes iranisches Feuerfest in der Mitte des Winters. Zoroastrische Gemeinschaften und weitere Feiernde entzünden ein großes Feuer, um Licht und Wärme gegen Kälte und Dunkelheit zu setzen.",
  "description": "Sadeh wird traditionell am 10. Bahman gefeiert, ungefähr fünfzig Tage vor Nowruz. Der Name wird mit der Zählung von hundert Tagen und Nächten bis zum Frühlingsbeginn verbunden; regionale Kalender und die genaue Datumsangabe können dabei variieren.\n\nIn zoroastrischer Praxis gehören das Sammeln von Brennmaterial, die Vorbereitung des Feuers und gemeinsames Beten oder Feiern zu den wiederkehrenden Motiven. Die Flamme steht für Licht, Wärme und die Abwehr des Winters; populäre Erzählungen verbinden das Fest außerdem mit Hūšang und der Entdeckung des Feuers.\n\nSadeh ist kein einzelner Mythos, sondern ein religiöses Fest mit mythologischer Erzählung und lebendiger Gegenwart. Die Einordnung als `religion` macht sichtbar, dass hier eine Ritualtradition beschrieben wird: Heute finden Feiern etwa in zoroastrischen Gemeinden in Yazd und Kerman sowie in iranischen Diasporagemeinschaften statt, und 2023 wurde Sadeh für Iran und Tadschikistan in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.",
  "rpg_hooks": "Ein Feuer darf nur mit Holz aus drei Landschaften entzündet werden; eine Gemeinde bittet die Gruppe, das Fest trotz eines Verbots zu schützen; ein Funke aus dem Vorjahresfeuer gilt als Beweis für die Kontinuität eines Heiligtums.",
  "related": [
   "zoroastrismus",
   "newroz"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Festivals i. Zoroastrian",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/festivals-i",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Zoroastrischer Festkalender und religiöser Kontext; die Seite war beim Abruf durch eine Sicherheitsprüfung geschützt."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Sadeh",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Sadeh",
    "note": "Datum, Feuerbrauch, Hūšang-Erzählung, Gegenwartsfeiern und UNESCO-Eintragung."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا فارسی: جشن سده (Jashn-e Sadeh)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/جشن_سده",
    "author": "",
    "note": "Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Ergänzt Festdatum, regionale Praxis, Namensdeutungen und UNESCO-Eintragung."
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung datiert Sadeh auf den Beginn des Abends am 10. Bahman und verbindet das Feuer mit der Hūšang-Erzählung aus der Šāhnāme: Ein auf eine Schlange geworfener Stein erzeugt beim Aufprall Funken. Zugleich werden mehrere Namensdeutungen nebeneinandergestellt, darunter die Hundertzahl, der hundertste Wintertag und die Zählung von Nächten und Tagen bis zum Jahreswechsel.\n\nAls regionale Praxis beschreibt die Quelle große gemeinschaftliche Feuer, für die Holz gesammelt wird, besonders in Kerman und bei zoroastrischen Gemeinden in Kerman, Yazd und Fars. In Kerman wird Asche traditionell auf Felder gestreut, weil sie als segensbringend gilt. Die Eintragung als immaterielles Kulturerbe der UNESCO erfolgte 2023 gemeinsam mit Tadschikistan; die Quelle weist außerdem darauf hin, dass historische Kalenderangaben und heutige zoroastrische Datierungen nicht vollständig übereinstimmen."
 },
 {
  "id": "dezh-e-safid",
  "name": "Dež-e Safīd / Weiße Festung",
  "names": {
   "persian": "دژ سفید (Dež-e Safīd)",
   "other": "Sepid Castle"
  },
  "type": "mythos",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Schauplatz der vor-islamischen Heldenhandlung im Šāhnāme, das als Text im nach-islamischen Persien um 1010 niedergeschrieben wurde.",
  "time_note": "Šāhnāme-Episode um Sohrab und Gordāfarīd; eine historisch eindeutige Identifikation der Festung ist nicht gesichert.",
  "summary": "Dež-e Safīd ist die Weiße Festung an der Grenze zu Tūrān, die Sohrab im Šāhnāme angreift. Die Verteidigerin Gordāfarīd stellt sich ihm entgegen und gewinnt Zeit für die iranische Verteidigung.",
  "description": "Die Festung gehört zur Erzählung von Rostam und Sohrab und liegt in der epischen Grenzlandschaft zwischen Iran und Tūrān. Ihre Bezeichnung beschreibt sie als herausgehobenen Wehrort, nicht als sicher identifizierbare Ruine auf einer modernen Karte.\n\nAls Sohrab mit dem turanischen Heer anrückt, wird der Burgherr Hojīr überwältigt. Gordāfarīd, die Tochter des Festungskommandanten Gaždahām, legt Rüstung an, reitet Sohrab entgegen und verzögert den Angriff durch Mut und taktische List. Schließlich lockt sie ihn bis zum Tor, schlüpft in die Festung und lässt das Tor hinter sich schließen.\n\nDer Eintrag bleibt deshalb ein Mythos- und Schauplatzeintrag statt eines Orts mit Koordinaten. Für das RPG ist die Weiße Festung ein klarer Engpass: eine umkämpfte Grenzburg, an der Geschlechterrollen, militärische Ehre und die Frage aufeinanderprallen, ob ein einzelner Sieg den kommenden Krieg wirklich verhindert.",
  "rpg_hooks": "Eine Verteidigerin muss zwischen einem ehrenvollen Zweikampf und einer riskanten Täuschung wählen; die Festung besitzt einen vergessenen Ausgang zum Grenzfluss; beide Seiten bewahren widersprüchliche Lieder über Gordāfarīds Rückkehr.",
  "locations": [
   "turan"
  ],
  "related": [
   "rostam",
   "sohrab",
   "samangan",
   "turan",
   "div-e-sepid"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Dež-e Safīd",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/dez-e-safid/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Weiße Festung an der Grenze zu Tūrān und Eroberung durch Sohrab."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Gordāfarid",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/gordafarid/",
    "author": "Djalal Khaleghi-Motlagh",
    "note": "Gordāfarīds Täuschung und Rückzug in die Festung."
   },
   {
    "title": "ویکی‌پدیا: دژ سپید",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/دژ_سپید",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; sekundäre Zusammenfassung der Schāhnāme-Episode und Varianten der Überlieferung"
   },
   {
    "title": "شاهنامه: گرفتن سهراب دژ سفید را",
    "url": "https://fa.wikisource.org/wiki/شاهنامه_(تصحیح_ژول_مل)/گرفتن_سهراب_دژ_سفید_را",
    "author": "فردوسی؛ تصحیح ژول مل",
    "note": "persischsprachige Textausgabe des Epos; Primärtextbeleg für die Episode, keine historische Ortsidentifikation"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle bezeichnet Dež-e Sepīd ausdrücklich als iranische Grenzburg an der Grenze zu Tūrān und ordnet sie der Familie des Gōždahm zu; Hojīr bewacht sie zu Beginn des Angriffs. Gordāfarīd besiegt Sohrāb nicht im offenen Kampf, sondern gewinnt durch ihre Bitte um Schonung und die List an der Burgtor-Schwelle Zeit für die Verteidigung.\n\nEine weitere, im bestehenden Eintrag nicht ausgeführte Überlieferung lässt später Gīv auf der Suche nach Kay Ḵosrow und Farangīs nach dem Grenzübertritt ebenfalls an Dež-e Sepīd gelangen; dort soll Gōštahm, Gōždahms Sohn, Burgherr gewesen sein. Die persische Wikisource-Ausgabe belegt den literarischen Charakter der ersten Episode direkt, nicht die Existenz einer archäologisch identifizierten Burg."
 },
 {
  "id": "rakhsh",
  "name": "Rakhsh",
  "names": {
   "persian": "رخش (Raḵš)",
   "other": "Raxš"
  },
  "type": "wesen",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Überliefert im Schahname (post-islamisch), Stoffe und Heldenwelt vor-islamisch.",
  "time_note": "Heldenzeit des Schahname; Gefährte Rostams über mehrere Königsgenerationen hinweg",
  "summary": "Rakhsh ist Rostams legendäres Streitross und ein eigenständiger Tiergefährte von außergewöhnlicher Kraft, Intelligenz und Treue. In den gefährlichsten Prüfungen rettet er den schlafenden Helden, warnt ihn vor unsichtbaren Feinden und trägt ihn durch die Kriege zwischen Iran und Turan.",
  "description": "Rakhsh wird unter den Pferdeherden aus Zabulistan und Kabul als mächtiger Hengst erkannt. Ferdowsi beschreibt sein Fell als eine Mischung aus rosigen und saffranfarbenen Tönen; Brust und Schultern erinnern an die eines Löwen, seine Kraft an die eines Elefanten. Rostam kann wegen seiner gewaltigen Körpergröße kein gewöhnliches Pferd reiten, doch Rakhsh trägt ihn und erkennt keinen anderen Herrn an.\n\nIm ersten Abenteuer der Haft-e Chān greift ein Löwe den schlafenden Rostam an. Rakhsh stellt sich allein dem Tier und tötet es mit Hufen und Zähnen. Während der weiteren Prüfungen folgt er Rostams Zeichen, reagiert auf Gefahren und hilft im Kampf gegen den Drachen; damit ist er nicht bloß Reittier, sondern handelnder Partner der Heldentat.\n\nRakhshs Bindung an Rostam reicht bis zum Ende der Sage. Beide fallen der Intrige Shaghads zum Opfer, als Rostam in eine Grubenfalle gelockt wird. Die Episode macht sichtbar, dass Rostams Stärke nicht allein in seinem Körper liegt: Ohne Rakhshs Wahrnehmung, Mut und Ausdauer wäre der Held in mehreren Schlüsselszenen verloren.",
  "appearance": "Ein riesiger, kräftiger Hengst mit auffällig gesprenkeltem Fell in rosigen und saffranfarbenen Tönen; seine löwenartige Brust und sein gewaltiger Körperbau unterscheiden ihn von gewöhnlichen Pferden.",
  "powers": "Außergewöhnliche Tragkraft, Ausdauer, Kampf mit Hufen und Zähnen, hohe Intelligenz und ein instinktives Gespür für verborgene Gefahren. Seine lange Lebensdauer wird in der Überlieferung mit Rostams besonderem Schutz und Schicksal verbunden.",
  "rpg_hooks": "Rakhsh kann als eigenständiger Verbündeter reagieren, wenn Rostam bewusstlos ist oder die Gruppe in einer Prüfung allein lässt. Ein fremder Reiter, der sein Vertrauen gewinnen will, muss nicht nur Reitkunst, sondern die Erinnerung an Rostams Haus und einen alten Schwur beweisen.",
  "related": [
   "rostam",
   "sohrab",
   "zal",
   "simurgh"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Haft Ḵᵛān",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/haft-kan/",
    "author": "Olga M. Davidson",
    "note": "Rakhsh als aktiver Gefährte in Rostams sieben Prüfungen, besonders beim Löwen- und Drachenabenteuer."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Rakhsh",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Rakhsh",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Aussehen, Auswahl, Treue und Ende des Streitrosses."
   },
   {
    "title": "دانشنامه ایران: اسب (رخش)",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/238349/اسب?entryviewid=245836",
    "author": "آذرتاش آذرنوش; پرویز رجبی; جهانشاه درخشانی; محسن ابراهیمی",
    "note": "persischsprachig; Fachartikel der دانشنامه فرهنگ مردم ایران"
   }
  ],
  "regional": "Der persische Fachartikel ordnet Rakhsh in die iranische Pferdedichtung ein und beschreibt die Schahname-Pferde als handelnde Wesen mit menschlicher Vernunft und Empfindung. Für Rakhsh werden besonders seine Rettung Rostams vor dem Löwen, seine charakterliche Klugheit und die Bestattung neben dem gefallenen Rostam hervorgehoben; das ergänzt die bereits belegte Funktion als treuer Gefährte."
 },
 {
  "id": "afrasiab",
  "name": "Afrasiab",
  "names": {
   "persian": "افراسیاب (Afrāsiyāb)",
   "avestan": "Fraŋrasyan",
   "other": "Frāsiyāv, Frangrāsyāk"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Überliefert im Schahname (post-islamisch), Stoffe und iranisch-turanischer Gegensatz vor-islamisch.",
  "time_note": "Mythische Königszeit von Manuchehr bis Kay Khosrow",
  "summary": "Afrasiab ist der mächtige König von Turan und der zentrale politische und militärische Erzfeind Irans im Schahname. Als Feldherr, Intrigant und von Ahriman beeinflusster Gegner verkörpert er die zerstörerische Seite des iranisch-turanischen Gegensatzes.",
  "description": "Die iranische Überlieferung führt Afrasiab auf Tur, den Sohn Fereyduns, zurück; im Avesta erscheint er als Fraŋrasyan. Die Fachtradition unterscheidet dabei zwischen älteren mythischen Zügen und der ausgearbeiteten Königsgestalt des Schahname. Er ist kein bloßer fremder Heerführer, sondern der herausragendste Turanerkönig und der Gegner, gegen den sich mehr als die Hälfte von Ferdowsis Epos indirekt oder unmittelbar richtet.\n\nAfrasiab verfügt über militärische Erfahrung, politische Reichweite und in älteren Schichten magische Fähigkeiten. Seine Kriege verwüsten iranische Länder; in mythologischen Deutungen hält er Wasser zurück und bringt Dürre, Hunger und Unordnung. Zugleich bleibt er ein Herrscher mit Verwandtschaftsbeziehungen und eigenen Bündnissen: Seine Tochter Farangis heiratet Siyavash, und sein Enkel Kay Khosrow wird schließlich zum Rächer Irans.\n\nSein Ende verbindet persönliche Schuld und kosmische Wiederherstellung. Nach Siyavashs Ermordung verfolgt Kay Khosrow Afrasiab; der heilige Mann Hōm beziehungsweise Haoma hilft bei seiner Gefangennahme. Khosrow tötet ihn zur Rache für Siyavash und zur Sicherung der iranischen Ordnung. Für das RPG ist Afrasiab deshalb ein Antagonist mit echter Staatsmacht, nicht nur ein Endgegner: Seine Höfe, Spione, Vasallen und widersprüchlichen Loyalitäten können eine ganze Kampagne tragen.",
  "appearance": "Ein imposanter, kriegerischer König in turanischer Hof- und Kriegsausrüstung; Darstellungen können zwischen menschlichem Herrscher, dämonisiertem Feind und übernatürlich langlebigem Gegenspieler wechseln.",
  "powers": "Große Heeresführung, politische Intrige, lange Lebensdauer und in älteren Überlieferungsschichten magische Macht. Als Gegenbild zu iranischem Farr scheitert er wiederholt daran, die königliche Herrlichkeit dauerhaft zu erringen.",
  "rpg_hooks": "Afrasiab eignet sich als mehrstufiger Antagonist: Zuerst begegnen die Figuren seinen Grenzbeamten und Spionen, später einer Fraktion am Hof, die Frieden mit Iran will. Eine Dürre oder ein versiegender Fluss kann als sichtbare Folge seiner Herrschaft beginnen, ohne dass seine gesamte Armee offen auftritt.",
  "related": [
   "siyavash",
   "farangis",
   "key-khosrow",
   "rostam",
   "zahhak"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Afrāsīāb (Person)",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/afrasiab-turanian-king/",
    "author": "Ehsan Yarshater",
    "note": "Avestische Herkunft, Feindschaft zu Iran, Kriege, Wasserentzug und Tod des Afrasiab."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Iran iii. Traditional History",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/iran-iii-traditional-history/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Einordnung Afrasiabs als Nachkomme Turs und König der Turanier."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Kayanian vii. Kay Ḵosrow",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/kayanian-vii/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Kay Khosrows Racheverhältnis zu Afrasiab."
   },
   {
    "title": "دانشنامه ایران: افراسیاب",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/266497/افراسیاب",
    "author": "سعید عریان",
    "note": "persischsprachig; Fachartikel der دانشنامه ایران"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Enzyklopädie überliefert zahlreiche Namensvarianten, darunter Frāsyāk, Frangrasyān und Frāsyāv, und berichtet in verschiedenen Traditionen von 200 oder 400 Lebensjahren. Zusätzlich werden eine zwölfjährige Herrschaft über Iran mit Dürre und Verwüstung, ein unterirdischer Palast mit künstlichem Stern-, Mond- und Sonnenlicht sowie seine vergeblichen Versuche genannt, die arische Königsglorie aus dem Meer zu gewinnen."
 },
 {
  "id": "sam",
  "name": "Sam",
  "names": {
   "persian": "سام (Sām)",
   "other": "Saam; Sām Narimān"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Überliefert im Schahname (post-islamisch), Stoffe der Sistanischen Heldendynastie vor-islamisch.",
  "time_note": "Heldenzeit zwischen Fereydun, Manuchehr und Nowzar; Vater Zals und Großvater Rostams",
  "summary": "Sam ist der große Sistanische Paladin, Sohn Narimans, Vater Zals und Großvater Rostams. Er dient mehreren iranischen Königen, verkörpert Stärke und politische Autorität, wird aber durch seine anfängliche Zurückweisung des weißhaarigen Zal zur tragischen Vaterfigur.",
  "description": "Sam steht als Fürst von Sistan und oberster iranischer Held im Übergang zwischen mythischer Königschronik und Sistanischem Heldenhaus. Unter Fereydun, Manuchehr und Nowzar führt er Heere und verwaltet Grenzräume; Manuchehr setzt ihn unter anderem als Herrscher über Zabulistan ein. Als Nowzar seine Pflichten vernachlässigt, bitten iranische Große Sam sogar um die Krone, doch Sam lehnt ab und unterstützt die bestehende Königslinie.\n\nSeine berühmteste Familienepisode beginnt mit der Geburt Zals. Weil das Kind weißes Haar hat, deutet Sam die Abweichung als böses Zeichen und lässt es am Alborz aussetzen. Der Simurgh zieht Zal auf; erst ein Traum und die Vorwürfe der Weisen bringen Sam zur Einsicht. Er sucht seinen Sohn, bittet um Vergebung und nimmt ihn nach Sistan zurück.\n\nSam bleibt trotz dieses Fehlers ein bedeutender Gründer der Rostam-Linie. Er kämpft gegen äußere Feinde, schützt die politische Ordnung und überträgt nach seiner Rückkehr wichtige Aufgaben an Zal. Im RPG kann er als alternder Marschall auftreten, der zwischen dynastischer Pflicht, öffentlichem Ruf und der Schuld an einer frühen Entscheidung steht.",
  "appearance": "Ein gewaltiger, bärtiger Paladin in schwerer Reiterrüstung, mit den Insignien eines Sistanischen Fürsten und Heerführers.",
  "powers": "Außergewöhnliche Körperkraft, militärische Führung, königliche Anerkennung und Erfahrung in den Kriegen gegen Turan und andere Feinde. Seine eigentliche Schwäche ist die Angst vor Schande und dem Urteil seiner Gefolgsleute.",
  "rpg_hooks": "Sam kann eine Gruppe mit dem Schutz eines Grenzlandes beauftragen, während er zwischen einem königlichen Befehl und Zals eigenständigem Urteil steht. Ein alter Traum oder ein beschädigtes Simurgh-Federzeichen zwingt ihn, die Folgen seiner Entscheidung über Zal öffentlich einzugestehen.",
  "locations": [
   "sistan",
   "alborz"
  ],
  "related": [
   "zal",
   "rostam",
   "rudabeh",
   "simurgh",
   "manuchehr"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Zāl",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/zal/",
    "author": "Alireza Shapur Shahbazi und Simone Cristoforetti",
    "note": "Sam als Fürst von Sistan, Vater Zals und Herr der Sistanischen Heldendynastie."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Sām",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/S%C4%81m",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Abstammung, Ämtern, Zal und Unterstützung der iranischen Könige."
   },
   {
    "title": "Smarthistory: The Simurgh Returns Zal to his Father",
    "url": "https://smarthistory.org/simurgh-returns-zal-father/",
    "author": "Smarthistory",
    "note": "Bild- und Erzählkontext zur Rückkehr Zals zu Sam."
   },
   {
    "title": "دانشنامه ایران: سام‌نامه",
    "url": "https://www.cgie.org.ir/fa/article/257569/سام‌نامه",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; Fachartikel der مرکز پژوهش‌های ایرانی و اسلامی"
   }
  ],
  "regional": "Der persische Fachartikel unterscheidet den Sam der Schahname vom späteren romantischen Samnāme: Dieses anonyme Epos erzählt Sams abenteuerliche Werbung um Paridokht und gilt wegen seiner uneinheitlichen, volkstümlichen Überlieferung eher als episch-lyrischer Roman. Zugleich referiert die Forschung die ältere Gleichsetzung bzw. Aufspaltung von Garschasp, Nariman und Sām aus einer gemeinsamen mythischen Gestalt sowie Sams zoroastrische Endzeitrolle als schlafender Held, der im Frashō.kərəti gegen Zahhak erwacht."
 },
 {
  "id": "tahmineh",
  "name": "Tahmineh",
  "names": {
   "persian": "تهمینه (Tahmīna)",
   "other": "Tahmina, Tehmina"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Überliefert im Schahname (post-islamisch), Stoff der Rostam-Sohrab-Sage vor-islamisch.",
  "time_note": "Heldenzeit der Kayaniden; Prinzessin von Samangan und Mutter Sohrabs",
  "summary": "Tahmineh ist die Prinzessin von Samangan, Rostams Frau und die Mutter Sohrabs. Sie tritt in der Rostam-und-Sohrab-Erzählung als selbstbewusste Werbende, Bewahrerin der Abstammung und schließlich als trauernde Mutter hervor.",
  "description": "Als Tochter des Herrschers von Samangan begegnet Tahmineh Rostam, nachdem dieser auf der Suche nach Rakhsh in das Reich gelangt. Sie geht nachts selbst zu ihm, erklärt ihre Bewunderung für seinen Ruhm und bittet um die Verbindung mit ihm. Nach der Eheschließung verbringt Rostam eine Nacht bei ihr, findet sein Pferd wieder und kehrt nach Iran zurück.\n\nTahmineh bringt nach neun Monaten Sohrab zur Welt. Rostam überlässt ihr ein Erkennungszeichen, das bei einem Sohn an dessen Arm gebunden werden soll. Tahmineh bewahrt damit nicht nur die Erinnerung an Rostam, sondern auch das Wissen um Sohrabs Herkunft; zugleich wächst ihr Sohn fern vom Vater auf und wird später in den Krieg zwischen Iran und Turan hineingezogen.\n\nNach Sohrabs tödlichem Zweikampf mit Rostam erhält Tahmineh die Nachricht von seinem Tod. Ihre Klage gehört zu den stärksten Trauermomenten des Schahname: Der Sohn, den sie schützen und dessen Zukunft sie sichern wollte, stirbt gerade an der verborgenen Verwandtschaft. Für ein RPG ist Tahmineh eine wichtige Perspektive auf die Sage jenseits der Krieger: Sie kann Erinnerung, Beweise und die politische Verantwortung der Erwachsenen bewahren.",
  "appearance": "Eine vornehme Prinzessin und Königin von Samangan in Hofgewand; in Spielszenen sollte ihre Entschlossenheit stärker hervortreten als eine rein romantisierte Darstellung.",
  "powers": "Keine übernatürliche Kraft, aber Mut, soziale Initiative, Kenntnis höfischer Bündnisse und die Fähigkeit, ein Abstammungszeichen zu bewahren und eine gefährliche Wahrheit über Jahre zu schützen.",
  "rpg_hooks": "Die Gruppe kann Tahminehs Erkennungszeichen vor Spionen schützen oder eine Nachricht an Sohrab bringen, bevor die beiden Heere aufeinandertreffen. Nach Sohrabs Tod kann sie als politische Stimme gegen die Fortsetzung eines Krieges auftreten.",
  "related": [
   "rostam",
   "sohrab",
   "rakhsh",
   "afrasiab"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: The Battle between Rostam and Sohrāb",
    "url": "https://iranicaonline.org/articles/battle-rostam-sohrab",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Fachquelle zur Tragödienhandlung; Tahminehs Beziehung zu Rostam und Sohrabs Herkunft gehören zu ihrem erzählerischen Kern."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Tahmina",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Tahmina",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Samangan, Begegnung mit Rostam, Sohrabs Geburt und der abschließenden Trauer."
   },
   {
    "title": "ویکیپدیا فارسی: تهمینه",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/تهمینه",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; Wikipedia, sekundäre Zusammenfassung; verweist zusätzlich auf Tahmineh-nāmeh"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Quelle führt neben der Schahname auch das eigenständige Tahmineh-nāmeh an und deutet den Namen aus tahm („stark, kräftig“) als Bezeichnung einer starken Frau. In der ausführlichen Szene kommt Tahmineh nachts selbst zu Rostam, erklärt ihre bewusste Partnerwahl, wünscht sich einen ihm ähnlichen Sohn und überbringt zugleich die Nachricht, dass Rakhsh gefunden wurde."
 },
 {
  "id": "rudabeh",
  "name": "Rudabeh",
  "names": {
   "persian": "رودابه (Rūdāba)",
   "other": "Rudâbe, Rudaabeh"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Überliefert im Schahname (post-islamisch), Stoff der Zal-Rudabeh-Sage vor-islamisch.",
  "time_note": "Heldenzeit zwischen Manuchehr und den Kayaniden; Prinzessin von Kabul und Mutter Rostams",
  "summary": "Rudabeh ist die Prinzessin von Kabul, Geliebte und später Ehefrau Zals sowie die Mutter Rostams. Ihre Liebesgeschichte überwindet einen politisch und genealogisch belasteten Gegensatz; ihre lebensgefährliche Geburt macht sie zur aktiven Ursprungsgestalt der Rostam-Linie.",
  "description": "Rudabeh ist die Tochter Mehrabs, des Herrschers von Kabul, und Sindukhts. Ihre Familie wird wegen der Abstammung Mehrabs von Zahhak und wegen ihrer religiösen Zugehörigkeit von iranischen Autoritäten misstrauisch betrachtet. Als Zal nach Kabul kommt, verlieben sich beide ineinander; Rudabeh empfängt ihn heimlich an der Burgmauer, während sie ihre langen Haare als Bild des Treffens und der möglichen Kletterhilfe herablässt.\n\nSam und König Manuchehr lehnen die Verbindung zunächst ab. Erst Verhandlungen, Zals Bewährungsproben und die Weissagung, aus der Ehe werde der größte Held Irans hervorgehen, führen zur Zustimmung. Die Hochzeit verbindet Kabul und Sistan und schafft die familiäre Grundlage für Rostams spätere Rolle als iranischer Nationalheld.\n\nRudabehs Schwangerschaft endet in einer außergewöhnlich schweren Geburt. Als sie und das Kind zu sterben drohen, entzündet Zal die Feder des Simurgh; der Vogel weist ihn an, Rostam durch einen chirurgischen Eingriff zu entbinden. Rudabeh überlebt und bleibt in der Überlieferung eine ideale, aber nicht passive Frau: schön und gebildet, loyal, ausdauernd und eng mit der Erziehung und Zukunft des Heldenhauses verbunden.",
  "appearance": "Eine außergewöhnlich schöne, gebildete Prinzessin mit langem schwarzem Haar; die Burgmauer und die herabgelassenen Haarsträhnen sind ihr prägnantestes Bildmotiv.",
  "powers": "Keine Zauberkraft im engeren Sinn, aber Mut, Bildung, emotionale Standhaftigkeit und politische Beharrlichkeit. Ihre Verbindung zum Simurgh führt indirekt zur Rettung Rostams bei der Geburt.",
  "rpg_hooks": "Rudabeh kann als Vermittlerin zwischen Kabul und Sistan auftreten, deren Ehe einen Grenzkrieg verhindert. Eine Kampagne kann die Heiratsverhandlungen, die Weissagung der Priester oder die Rettung bei der Geburt als politische und medizinische Krise ausspielen.",
  "related": [
   "zal",
   "rostam",
   "sam",
   "simurgh",
   "zahhak"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Rudāba",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/rudaba/",
    "author": "Alireza Shapur Shahbazi",
    "note": "Fachartikel zu Herkunft, Liebe mit Zal, Heirat, Geburt Rostams und Rudabehs Charakterisierung."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Rudaba",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Rudaba",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Familie, Burgmauer-Episode und Rostams Geburt; einzelne Detailangaben sind dort schwächer belegt."
   },
   {
    "title": "ویکیپدیا فارسی: رودابه",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/رودابه",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; Wikipedia, sekundäre Zusammenfassung; genealogische Angaben traditionsgebunden"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung präzisiert Rudābas Abstammung als Tochter Sindokhts und Mehrāb Kābolis und führt ihre väterliche Linie über Mehrāb auf Zahhāk zurück. Sie nennt außerdem eine volksetymologische Deutung von Rudāba als „strahlendes Kind“; diese Namensdeutung ist als Angabe des Artikels, nicht als gesicherte Etymologie, zu verstehen."
 },
 {
  "id": "farangis",
  "name": "Farangis",
  "names": {
   "persian": "فرنگیس (Farangīs)",
   "other": "Farīgīs, Frigis"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Überliefert im Schahname (post-islamisch), Stoff der Siyavash-Kay-Khosrow-Sage vor-islamisch.",
  "time_note": "Kayanidenzeit; Tochter Afrasiabs, Ehefrau Siyavashs und Mutter Kay Khosrows",
  "summary": "Farangis ist die älteste Tochter Afrasiabs, die Ehefrau Siyavashs und die Mutter Kay Khosrows. Als Turanerin bewahrt sie nach Siyavashs Ermordung die iranische Königslinie und begleitet ihren Sohn auf der Flucht nach Iran.",
  "description": "Farangis heiratet Siyavash, nachdem dieser nach Turan gegangen ist und in Afrasiabs Machtbereich eine neue politische Heimat sucht. Ihre Ehe verbindet das Haus des iranischen Prinzen mit dem des turanischen Königs. Während Siyavash in Siyavashgerd lebt, wird Farangis schwanger; ihr Vater lässt Siyavash jedoch auf Betreiben seiner Umgebung hinrichten.\n\nFarangis entgeht selbst dem Tod durch die Fürsprache Pīrāns. Sie bringt Kay Khosrow in Pīrāns Haus zur Welt und schützt ihn, indem der Junge zeitweise bei Hirten aufwächst. Damit wird sie zur Bewahrerin eines bedrohten Erben: Ihr Sohn trägt zugleich Siyavashs iranischen Anspruch und Afrasiabs turanische Abstammung in sich.\n\nSpäter flieht Farangis mit dem herangewachsenen Kay Khosrow und mit Hilfe des iranischen Helden Giv nach Iran. Dort wird Khosrow als König anerkannt und rächt Siyavash an Afrasiab. Farangis ist deshalb weit mehr als eine dynastische Ehefrau: Ihre Trauer, Geduld und Entscheidung zur Flucht ermöglichen die nächste Phase der iranischen Heldensage.",
  "appearance": "Eine vornehme turanische Prinzessin und trauernde Mutter; ihre Darstellung verbindet Hofgewand und die Zeichen einer langen Flucht mit dem jungen Erben.",
  "powers": "Keine übernatürliche Kraft, aber dynastisches Wissen, emotionale Ausdauer, Schutzinstinkt und die Fähigkeit, unter feindlicher Herrschaft die Identität und Zukunft ihres Sohnes zu bewahren.",
  "rpg_hooks": "Farangis kann eine Gruppe mit der geheimen Übergabe eines Erkennungszeichens an Kay Khosrow beauftragen. Ein Abenteuer kann zwischen Pīrāns Schutz, Afrasiabs Überwachung und Givs Fluchtroute wählen, bevor die politische Wahrheit über den Erben bekannt wird.",
  "related": [
   "siyavash",
   "key-khosrow",
   "afrasiab",
   "rostam"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Farangīs",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/farangis/",
    "author": "Djalal Khaleghi-Motlagh",
    "note": "Fachartikel zu Namensformen, Ehe mit Siyavash, Geburt Kay Khosrows und Flucht nach Iran."
   },
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Kayanian vi. Siiāuuaršan, Siyāwaxš, Siāvaš",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/kayanian-vi/",
    "author": "Prods Oktor Skjærvø",
    "note": "Frühere Überlieferung von Siyavashs Ehe mit Afrasiabs Tochter und der Geburt Kay Khosrows."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Farangis",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Farangis",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Zusammenfassender Überblick zu Farangis als Tochter Afrasiabs, Ehefrau Siyavashs und Mutter Kay Khosrows."
   },
   {
    "title": "ویکیپدیا فارسی: فرنگیس (همسر سیاوش)",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/فرنگیس_(همسر_سیاوش)",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; Wikipedia, sekundäre Zusammenfassung der Schahname"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Fassung führt die Namensvariante Fari-gis/Farīgīs und mehrere Verwandtschaftsangaben aus: Farangis ist Schwester von Shideh, Manijeh und Spenuy und Enkelin Pashangs. Im Ablauf der Schahname wird sie als Siyavashs zweite Ehefrau nach Jarireh eingeordnet; diese genealogische und eheliche Staffelung ergänzt die Kurzfassung des bestehenden Eintrags."
 },
 {
  "id": "siyamak",
  "name": "Siyamak",
  "names": {
   "persian": "سیامک (Siyāmak)",
   "other": "Siamak, Siamac"
  },
  "type": "held",
  "tradition": [
   "persisch"
  ],
  "era": "vor-islamisch",
  "era_note": "Überliefert im Schahname (post-islamisch), Urstoff der iranischen Menschheits- und Königssage vor-islamisch.",
  "time_note": "Mythische Urzeit; Sohn Kayumars' und Vater Hushangs",
  "summary": "Siyamak ist der geliebte Sohn des Urkönigs Kayumars und der erste große Held, der in der Menschheitsgeschichte des Schahname erschlagen wird. Sein Tod durch den Sohn des Schwarzen Dämons begründet die Ur-Trauer und führt über Hushang zur ersten Vergeltung gegen die dämonische Welt.",
  "description": "Siyamak gehört zur ersten Generation der menschlichen Ordnung. Sein Vater Kayumars herrscht über eine frühe Gemeinschaft von Menschen und Tieren, und Siyamak wird von allen geliebt. Nur Ahriman beziehungsweise der Schwarze Dämon sieht in ihm ein Hindernis; der Dämon führt ein Heer an und fordert Siyamak zum Zweikampf heraus.\n\nSiyamak nimmt die Herausforderung an, obwohl er im Kampf ohne ausreichenden Schutz antritt. Der Sohn des Dämons wirft ihn zu Boden und tötet ihn. Damit wird Siyamak zum ersten zentralen Verlust der iranischen Königssage: Kayumars trauert ein Jahr, und die anfängliche paradiesische Ordnung zerbricht an der Gewalt des Widersachers.\n\nDie Rache übernimmt Siyamaks Sohn Hushang. Auf den Rat des göttlichen Soroush führt er die Menschen gegen den Dämon, besiegt ihn und stellt die bedrohte Ordnung teilweise wieder her. Siyamak selbst bleibt dabei tot und wird nicht einfach durch den Sieg ersetzt; seine Funktion ist die Ur-Trauer, aus der Erinnerung, Rache und die nächste Generation der Kulturheroen entstehen.",
  "appearance": "Ein junger, geliebter Prinz der Urzeit, meist als kräftiger Krieger ohne die spätere höfische Pracht der Kayaniden dargestellt.",
  "powers": "Königliche Abstammung, Mut und außergewöhnliche Kampfbereitschaft, aber keine sichere Unverwundbarkeit. Seine erzählerische Bedeutung liegt weniger in einem Sieg als in seinem Opfer und der Wirkung seines Todes auf Kayumars und Hushang.",
  "rpg_hooks": "Eine Gemeinschaft bewahrt seit Generationen den Ort von Siyamaks letztem Kampf. Die Figuren müssen entscheiden, ob sie eine Rachezeremonie vollenden, den Schwarzen Dämon erneut bannen oder Kayumars' Trauer in ein gefährliches politisches Erbe verwandeln.",
  "locations": [
   "alborz"
  ],
  "related": [
   "kayumars",
   "hushang"
  ],
  "sources": [
   {
    "title": "Encyclopaedia Iranica: Šāh-Nāma v. Excursus",
    "url": "https://www.iranicaonline.org/articles/shahnameh/v-excursus/",
    "author": "Encyclopaedia Iranica",
    "note": "Siyamaks Erschlagung durch den Schwarzen Dämon und die anschließende Rache Hushangs."
   },
   {
    "title": "Wikipedia: Siamak",
    "url": "https://en.wikipedia.org/wiki/Siyamak",
    "author": "Wikipedia",
    "note": "Überblick zu Kayumars, Ahrimans Sohn, Siyamaks Tod und Hushangs Vergeltung."
   },
   {
    "title": "Smithsonian National Museum of Asian Art: Kayumars & Hushang",
    "url": "https://asia-archive.si.edu/learn/shahnama/kayumars-hushang/",
    "author": "Smithsonian National Museum of Asian Art",
    "note": "Einführung in die frühe Generationenfolge des Schahname."
   },
   {
    "title": "ویکیپدیا فارسی: سیامک",
    "url": "https://fa.wikipedia.org/wiki/سیامک",
    "author": "",
    "note": "persischsprachig; Wikipedia, sekundäre Gegenüberstellung avestischer, mittelpersischer und Schahname-Traditionen"
   }
  ],
  "regional": "Die persische Darstellung macht einen wichtigen Traditionsunterschied sichtbar: In der Schahname ist Siyāmak der Sohn Kayumars, in mittelpersischen Texten dagegen der Sohn von Mashy und Mashyaneh; eine verlorene avestische Schrift wird im Denkard zusammengefasst. Der Name wird dort als „schwarzhaarig“ erklärt, und Hushang wird als sein Sohn und Stammvater der Iranier weitergeführt."
 }
]