Babr-e Bayān (Rostams Panzergewand)¶
Persisch: ببر بیان (Babr-e Bayān) · Weitere: Palangīna
Babr-e Bayān ist Rostams dunkles, behaartes Panzergewand. Es soll gegen Feuer, Wasser und Waffen unverwundbar sein; die Schāhnāme verbindet es mit dem Fell einer Großkatze.
Zeit: Schāhnāme, Rostam-Zyklus
Einordnung: Vorislamischer Heldenstoff in einer nachislamischen Schāhnāme-Fassung; die magischen Eigenschaften gehören zur epischen Überlieferung.
Beschreibung¶
Babr-e Bayān, auch Palangīna genannt, ist das Kampfgewand, das Rostam über seine übrige Rüstung zieht. Die Encyclopaedia Iranica beschreibt es als dunkel, offenbar behaart sowie feuer-, wasser- und waffenfest; Rostam wirkt darin, als seien ihm Federn gewachsen.[1]
Im Schāhnāme wird das Gewand aus dem Fell eines Leoparden hergestellt, weshalb die Bezeichnung Palangīna („Leopardenfell“) vorkommt. Das Wort babr bedeutet dagegen „Tiger“, und populäre deutsche Nacherzählungen sprechen deshalb häufig von Tigerfell. „Panzerhemd“ oder „Panzerhose“ sind sinnvolle Fantasy-Übertragungen, aber die Fachbeschreibung nennt primär einen Mantel oder ein Kampfgewand.[1][2]
Vor dem Gefecht legt Rostam zunächst ein leichtes Kettenhemd und eine schwere Eisenrüstung an, bevor er Babr-e Bayān darüberzieht. Das macht den Gegenstand erzählerisch nicht zu einer gewöhnlichen Rüstung, sondern zur letzten, fast tierischen Schutzschicht zwischen dem Helden und einer übermenschlichen Bedrohung.
Erscheinung¶
Ein fast schwarzes, dicht behaartes Gewand aus dem Fell einer mythischen Großkatze. Es kann wie ein weiter Mantel oder ein eng anliegendes Panzerkleid getragen werden; darunter liegen Kettenhemd und Plattenrüstung.
Kräfte & Fähigkeiten¶
Schützt gegen Feuer, Wasser und die meisten Waffen. Sein Fell kann Pfeile ablenken und sich bei Gefahr sträuben; als Grenze eignet sich die legendäre Magie gegen Gifte, göttliche Waffen oder Flüche, die nicht ausdrücklich von der Quelle garantiert sind.
Regionale Überlieferung¶
Die persische Quelle ordnet die Schutzkleidung als letzte von drei von Rostam im Kampf getragenen Schichten ein: auf Zāh bzw. Rüstung und Gabr/Joshan folgt Babr-e Bayān. Neben der Schāhnāme-Angabe eines Gewands aus Leopardenhaut nennt die Faramarz-nāma-Überlieferung, dass es nach Rostam an seinen Sohn Faramarz gelangt.
Die Etymologie bleibt unsicher: Die Quelle weist darauf hin, dass der Ausdruck in mittelpersischen Texten nicht belegt ist, und stellt mehrere Deutungen nebeneinander, darunter eine Ortsbezeichnung Bayāna in Indien. Die Bezeichnung Palangīna verweist dabei auf die Leopardenhaut und nicht notwendig auf einen Tiger.
Verwandte Einträge¶
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Für dein RPG¶
Das Gewand wurde in einem Salzsee gefunden, doch jede herausgeschnittene Fellfaser lässt irgendwo einen neuen Raubtierfluch entstehen. Ein Schmied kann es nur ausbessern, wenn die Gruppe den Namen des Tieres kennt, aus dessen Haut es einst gefertigt wurde. Gegen einen Gegner, der nicht mit Feuer, Wasser oder Stahl kämpft, muss der Träger eine andere Schwäche finden.
Quellen¶
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Encyclopaedia Iranica: BABR-E BAYĀN — Djalal Khaleghi-Motlagh — Link — Fachartikel zu Material, Schutzwirkung und Stellung in Rostams Ausrüstung.
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Association for Iranian Studies: Burning Bright: Monsters, Back-stories, and Rostam’s Babr-e Bayān — Association for Iranian Studies — Link — Fachwissenschaftlicher Kontext zur literarischen Darstellung und Erwerbsgeschichte des Gewands.
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ویکیپدیا فارسی: ببر بیان (Babr-e Bayān) — Link — Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle mit Verweisen auf Dj. Khaleghi-Motlagh und eine persische Fachpublikation.
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