Sadeh / Jashn-e Sadeh¶
Persisch: جشن سده (Jashn-e Sadeh) · Weitere: Sada
Sadeh ist ein altes iranisches Feuerfest in der Mitte des Winters. Zoroastrische Gemeinschaften und weitere Feiernde entzünden ein großes Feuer, um Licht und Wärme gegen Kälte und Dunkelheit zu setzen.
Zeit: 10. Bahman, meist 29.–31. Januar; fünfzig Tage vor Nowruz beziehungsweise hundert Tage und Nächte vor dem Frühlingsbeginn.
Einordnung: Ein vor-islamisches iranisches Feuer- und Winterfest mit zoroastrischer Ritualgeschichte, das in Iran und in der Diaspora bis heute gefeiert wird.
Beschreibung¶
Sadeh wird traditionell am 10. Bahman gefeiert, ungefähr fünfzig Tage vor Nowruz. Der Name wird mit der Zählung von hundert Tagen und Nächten bis zum Frühlingsbeginn verbunden; regionale Kalender und die genaue Datumsangabe können dabei variieren.
In zoroastrischer Praxis gehören das Sammeln von Brennmaterial, die Vorbereitung des Feuers und gemeinsames Beten oder Feiern zu den wiederkehrenden Motiven. Die Flamme steht für Licht, Wärme und die Abwehr des Winters; populäre Erzählungen verbinden das Fest außerdem mit Hūšang und der Entdeckung des Feuers.
Sadeh ist kein einzelner Mythos, sondern ein religiöses Fest mit mythologischer Erzählung und lebendiger Gegenwart. Die Einordnung als religion macht sichtbar, dass hier eine Ritualtradition beschrieben wird: Heute finden Feiern etwa in zoroastrischen Gemeinden in Yazd und Kerman sowie in iranischen Diasporagemeinschaften statt, und 2023 wurde Sadeh für Iran und Tadschikistan in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Regionale Überlieferung¶
Die persische Darstellung datiert Sadeh auf den Beginn des Abends am 10. Bahman und verbindet das Feuer mit der Hūšang-Erzählung aus der Šāhnāme: Ein auf eine Schlange geworfener Stein erzeugt beim Aufprall Funken. Zugleich werden mehrere Namensdeutungen nebeneinandergestellt, darunter die Hundertzahl, der hundertste Wintertag und die Zählung von Nächten und Tagen bis zum Jahreswechsel.
Als regionale Praxis beschreibt die Quelle große gemeinschaftliche Feuer, für die Holz gesammelt wird, besonders in Kerman und bei zoroastrischen Gemeinden in Kerman, Yazd und Fars. In Kerman wird Asche traditionell auf Felder gestreut, weil sie als segensbringend gilt. Die Eintragung als immaterielles Kulturerbe der UNESCO erfolgte 2023 gemeinsam mit Tadschikistan; die Quelle weist außerdem darauf hin, dass historische Kalenderangaben und heutige zoroastrische Datierungen nicht vollständig übereinstimmen.
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Für dein RPG¶
Ein Feuer darf nur mit Holz aus drei Landschaften entzündet werden; eine Gemeinde bittet die Gruppe, das Fest trotz eines Verbots zu schützen; ein Funke aus dem Vorjahresfeuer gilt als Beweis für die Kontinuität eines Heiligtums.
Quellen¶
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Encyclopaedia Iranica: Festivals i. Zoroastrian — Encyclopaedia Iranica — Link — Zoroastrischer Festkalender und religiöser Kontext; die Seite war beim Abruf durch eine Sicherheitsprüfung geschützt.
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Wikipedia: Sadeh — Link — Datum, Feuerbrauch, Hūšang-Erzählung, Gegenwartsfeiern und UNESCO-Eintragung.
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ویکیپدیا فارسی: جشن سده (Jashn-e Sadeh) — Link — Persischsprachige Wikipedia; Überblicksquelle, nicht peer-reviewt. Ergänzt Festdatum, regionale Praxis, Namensdeutungen und UNESCO-Eintragung.
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