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Memê Alan (Mem von Alan)

KurdischNach-islamischMythen & Geschichten

Kurdisch: Memê Alan (Memê Alan) · Weitere: مەمی ئالان (Memî Alan; soranische Schreibweise)

Memê Alan (Memê Alan) ist eine der bekanntesten kurdischen Liebes- und Abenteuererzählungen und die volkstümliche Grundlage von Ehmedê Xanîs Mem û Zîn. Sie wird im Bayt-Stil zwischen gesungenem Vers und gesprochener Prosa in regional unterschiedlichen Fassungen erzählt.

Zeit: Besonders eng mit kurmandschischsprachigen Regionen verbunden; schriftlich und wissenschaftlich seit dem späten 19. Jahrhundert vielfach gesammelt.
Einordnung: Die Erzählung ist ein mündlich überlieferter Stoff ohne einheitliches Ursprungsdatum; ihre dokumentierten und literarischen Fassungen gehören in die nachislamische kurdische Überlieferung.

Beschreibung

Memê Alan gilt als die wohl bekannteste kurdische Erzählung und als besonders repräsentatives Beispiel kurdischer mündlicher Kunst. In der populären Aufführung verbindet der Stoff gesungene Verse mit gesprochener Prosa; verschiedene regionale Fassungen bilden unterschiedliche Oikotypen. Die bekannteste literarische Umgestaltung ist Ehmedê Xanîs Mem û Zîn, durch die der volkstümliche Stoff in der gesamten kurdischen Literaturlandschaft zusätzliche Bedeutung gewann.

Der Kern ist die Liebe von Mem und Zîn, die durch Entfernung, soziale Verpflichtungen und Gegenspieler verhindert wird. In vielen Fassungen treten Feen als Auslöser der Begegnung, das wundersame Pferd Bor beziehungsweise Bozê Rewan und Ḫidr als Helfer auf. Bako wirkt als dämonischer oder zauberkundiger Widersacher; nach Mems Tod folgt Zîn ihm, und der Rosenstrauch zwischen den Gräbern setzt die Trennung über den Tod hinaus fort.

Der Stoff ist kein festes Buch mit einer verbindlichen Urfassung. Erzähler können Abenteuer, Wunder, Ehrkonflikte und moralische Episoden je nach Publikum und Region ausbauen. Für das Kompendium ist Memê Alan deshalb von Mem û Zîn zu unterscheiden: Hier steht die lebendige, variantenreiche Volkserzählung im Vordergrund, dort Xanîs bewusst komponierte schriftliche Eposfassung.

Erscheinung

Mem und Zîn sind idealisierte Liebende; die Erzählwelt umfasst Feen, ein wunderbares Pferd, Ḫidr und einen Rosenstrauch als Grenzbild zwischen den Gräbern.

Kräfte & Fähigkeiten

Magische Ortswechsel, Traumbegegnungen und Hilfe durch übernatürliche Figuren prägen viele Fassungen. Ihre genaue Ausgestaltung hängt von Dialekt, Region und Vortrag ab.

Regionale Überlieferung

Die Kurmandschi-Seite trennt Memê Alan ausdrücklich als eigenständigen Stoff von Xanîs Mem û Zîn und beschreibt mehrere Varianten. Für die Serhed-Fassung wird eine Aufführungsdauer von ungefähr dreizehn Stunden genannt: Nur erfahrene Dengbêjs singen den vollständigen Stoff, während weniger bekannte Sänger Teile singen und den Rest erzählend zusammenfassen. Die Botan-Fassung wird als besonders reichhaltig bezeichnet.

Verbundene Orte

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Verwandte Einträge

Für dein RPG

Eine Dengbêj-Aufführung enthält nur einen Teil der Geschichte; die Gruppe muss weitere Strophen bei verschiedenen Sängern sammeln und widersprüchliche Varianten bewerten. Ein Feenbund könnte die Liebenden absichtlich zusammenführen, während Bako versucht, die Erinnerung an ihre Begegnung aus allen Liedern zu tilgen.

Quellen

  1. Encyclopaedia Iranica: Mem-ê Alan — Philip G. Kreyenbroek — Link — Grundlegende Darstellung der Erzählung, ihrer Varianten, Motive und Aufführung zwischen Prosa und Vers.

  2. Encyclopaedia Iranica: Bayt — Amir Hassanpour — Link — Definition des kurdischen Bayt und Einordnung von Mem û Zîn als literarische Bearbeitung eines Balladenstoffs.

  3. Encyclopaedia Iranica: Oral Literature in Iran — Christine Allison und Philip G. Kreyenbroek — Link — Methodischer Kontext zu Varianten, Performance und dem Verhältnis von mündlicher und schriftlicher Literatur.

  4. ku.wikipedia: Memê Alan (destan) — Link — Kurmandschischsprachige Wikipedia; unquellierter Überblicksartikel, daher Angaben zu Varianten und Aufführungspraxis vorsichtig verwenden.


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